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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : RKI Hygieneempfehlung 2/17 zu PVK - umsetzung bei euch?



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Markus-HEX
05.12.2018, 15:39
Seit knapp 2 Jahren gibt es eine Empfehlung: Prävention von Infektionen, die von Gefäßkathetern ausgehen
Teil 2 – Periphervenöse Verweilkanülen und arterielle Katheter - Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Krankenhaushygiene/Kommission/Downloads/Gefaesskath_Inf_Teil2.pdf?__blob=publicationFile

Dafür dass es RKI Empfehlungen sind, werden sie, soweit ich es beobachten kann, kaum umgesetzt - selbst wenn ich dieses umsetze ("PVK können unmittelbar nach der An*lage z.B. an ein kurzes flexibles Verbin*dungsstück angeschlossen und mit steri*ler Kochsalzlösung ohne Heparinzusatz gespült und geblockt werden.") dauert es keine 5 Minuten, bis irgendwer das Verbindungsstück abnimmt und gegen einen Mandrin tauscht - und das mit dem absolut unerschütterlichem Glauben, das Richtige zu tun.
Wie läuft die Umsetzung in anderen Häusern?
Ich glaube, in unserem Haus würde es nur klappen, wenn man die "normalen Viggos" und Mandrins aus dem Bestand herauswirft und auf Systeme wechselt, die quasi nichts anderes mehr zulassen (z.B. https://www.bd.com/de-ch/offerings/infusion/infusion-therapy/iv-catheters/nexiva-closed-iv-catheter-system )

Wie läuft es bei euch?

nie
05.12.2018, 15:46
In meinem PJ - Haus wird man keinen einzigen Mandrin mehr finden. Die Verbindungsstücke mit Kochsalz haben sich hier in den letzten Monaten größtenteils etabliert und die macht auch keiner ab wenn die einmal dran sind. Wenn keins dran ist, dann ist statt Mandrin i.d.R. so ein Kombi-Stopfen drauf, der auch an ZVKs etc. dran ist. Auch in der Uniklinik gibt es hier keine Mandrins mehr, da sind halt überall die Kombi-Stopfen auf der Viggo. Diese Verbindungsstücke hab ich da bisher aber (außerhalb der Anästhesie) noch nicht gesehen.

Und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass in meinem PJ-Haus der Hygienebeauftragte seine Augen überall hat und einen auch mal einen Kopf kürzer macht, wenn man das Verbindungsstück nicht dran macht. Will gar nicht wissen, was passiert, wenn der einen mit einem Mandrin erwischt...

Nemesisthe2nd
06.12.2018, 11:34
Bei uns wurden die RKI-Empfehlungen quasi 1:1 in eine Prozessanweisung übernommen und es wird sich auch dran gehalten. Prolongateure und fertig verpackter 10erSpritzen zum spühlen gibts überall. Mandrins gibts nirgendwo mehr.

Shizr
06.12.2018, 12:10
Bei uns sind die Mandrins auch deshalb verschwunden, weil irgendein Genie auf die Idee kam, den Mandrin durch den angeschlossenen Dreiwegehahn einzulegen. Und den Dreiwegehahn umzulegen.

Falls es jemand noch nicht ausprobiert hat: Ein Dreiwegehahn ist stabil genug, um einen Mandrin zu zerbrechen.

Glücklicherweise ist das Mandrinstückchen in der Viggo geblieben.


In der Anästhesie gab's schon vorher sowieso keine Mandrins.

*milkakuh*
06.12.2018, 12:57
In meinem aktuellen PJ-Haus gibt's noch überall Mandrins.
In der Uniklinik habe ich keine Mandrins mehr gesehen. Da gab es die Verbindungsstücke mit NaCl.

Krötino
06.12.2018, 14:55
Ich habe noch nie so einen Mandrin gesehen.. Kenne nur die Verbindungssstücke plus NaCl..

Choranaptyxis
06.12.2018, 15:00
Während meiner Famulatur nur Mandrins gesehen, nicht einmal das Verbindungsstück, und da die Leute in die Radio aus allen Stationen kommen, tippe ich, dass die überall noch in Gebrauch sind. War zwar keine Uni, aber ein Maximalversorger.

Miss_H
06.12.2018, 19:47
Bei uns gibt es keine Mandrins. Manchmal gibt es Verbindungsschläuche, häufiger einfach diese Kombistopfen.

Bille11
06.12.2018, 20:10
Wir haben die Mandrins endlich gegen Verbind7ngssgücke mit NaCl 0,9% ausgetauscht. Und orangenem Swabstopfen drauf. Im OP machen wir die aber nicht zu selten im Sinne der Flussraten wieder ab. Wenns unkritische OPs sind, meist mit.

Rettungshase
06.12.2018, 20:24
Hab kürzlich einen abgebrochenen Mandrin in einem ZVK gefunden. Gruselig...

Philip_MHH
06.12.2018, 22:14
und was ist an diesen Verlängerungen, in denen ja doch einiges an Volumen steht so viel hygienischer, als wenn man auf die Braunüle einfach einen Roten Stopfen dreht, nachdem man die Braunüle einmal mit Kochsalz gespült hat? hab ich noch nicht so richtig verstanden..

nie
06.12.2018, 22:37
Das frage ich mich allerdings auch. Zumal meistens doch irgendwie ein Schluck Blut in die Verlängerung zurückfließt.
Und wenn dann mal Infusionen anschließt, spült man erstmal das "alte" Kochsalz mit Anlauf in den Venen.

Gesocks
07.12.2018, 11:07
Die Empfehlung ist allerdings, ein Verbindungsstück zu nutzen, das Blockung ermöglicht - also mit Klemme. Und das Ende der Verlängerung soll vor Verschluss sprüh-desinfiziert werden, was direkt am PVK aufgrund der starren Lage ineffektiver sein dürfte.
Und die mechanische Belastung am Katheter während Manipulation ist ohne Verbindungsstück höher, was sicherlich eher unhygienisches Arbeiten provoziert.

nie
07.12.2018, 11:57
Hier sind sogar so Klemmen an den Dingern. Aber trotzdem steht immer irgendwie die Suppe drin.

Nemesisthe2nd
07.12.2018, 12:43
Das entscheidene bei den Mandrins war wohl, dass man sie beim Platzieren in der Viggo sehr leicht unsteril macht. Aber Altblut in 3-Wegehähnen sehe ich auch häufig. Hab mal den Hygieniker auf Rückschlagventile angesprochen, er meinte er könne sich nicht vorstellen wofür das gut sein sollte. Die Frage wann er zum letzten mal ne Viggo gelegt hat hab ich mir gespart.

Krötino
07.12.2018, 13:54
Tatsächlich werden die Hübe etc explizit (!) nicht routinemäßig abdesinfiziert auf der Station auf der ich bin (jede Menge Immunsupprimierte..). Auch Klemmen für die Verlängerungen gibt's nicht. Aber Braunülen über die nichts läuft und in denen sich was sammelt gibt's halt auch (so gut wie) nicht. Außerdem werden Dreiwegehähne etc bei kleinsten Verschmutzungen mit Blut oä gewechselt.. Und wer auf die Idee kommt so nen Kombistopfen noch einmal drauf zu machen nachdem er ab war würde vermutlich geteert werden.

Corinna
07.12.2018, 14:28
Hauptpunkt für die verlängerung sei doch, dass man nicht mehr an der viggo selber rumfummelt, und damit im gefäß mechanisch zu verletzungen führt, die viggo dann schneller para ist etc. Hatte ich so verstanden, daher ja auch eigentlich das gleichzeitige abschaffen der viggos mit zuspritzport oben drauf (was ich schon ne relevante umstellung finde). Nur den mandrin durch die verlängerung ersetzen, ist dann irgendwie nur die halbe miete, oder?
aber interessant zu hören, wie unterschiedlich das insgesamt umgesetzt wird!

nie
07.12.2018, 15:01
Also die Viggos mit Zuspritzport gibts hier noch. Hab tatsächlich auch noch nie gehört, dass es da noch andere Varianten gibt.

Die Verlängerung mag zwar dazu führen, dass die Leute, die an der Viggo arbeiten weniger manipulieren aber dafür lege ich hier eigentlich täglich denselben dementen Patienten eine neue Viggo weil die wieder an dem Schlauch rumgezuppelt haben. Oder eben auch Patienten, die sich beim schlafen, waschen, anziehen, whatever die Viggo ziehen. Wenn man die nicht gut "einpackt" dann ist da die Manipulationsgefahr immer noch hoch.

roxolana
07.12.2018, 19:06
Und wer auf die Idee kommt so nen Kombistopfen noch einmal drauf zu machen nachdem er ab war würde vermutlich geteert werden.

Gut zu wissen, dass es Häuser mit vernünftiger Hygiene gibt. Ich habe im PJ beobachtet, wie Stopfen, die vorher im Bett zwischen Essensresten rumlagen oder auf den Boden gefallen sind, wieder auf einen ZVK geschraubt wurden. :-kotz

Hijadelaluna
11.12.2018, 17:26
Bei uns in der Päd gibt es Viggos (und Jelcos auf der Neo) ausschließlich mit Verbindungsschlauch und Rückschlagventil (gibt sogar noch eine zweite Variante, die MRT-tauglich ist). Wir verpacken die PVK immer gut und gerade auf der Neo auch so, dass man die Einstichstelle und den Verlauf sieht (erst Steristrips, dann ne durchsichtige Folie, dann nochmal Steristrips wo man die Schlaufe vom Schlauch festklebt). Große Kinder bekommen noch einen Verband drum und keine Folie sondern das Standard-Viggo-Pflaster plus Steristrips. Bei uns hat aber auch keiner einen PVK, der ihn nicht braucht und unsere Schwestern sind wirklich hinterher, sich den liegenden PVK regelmäßig anzuschauen.
Und wir sind dafür im Manipulieren am PVK fleißig mit dabei, weil wir darüber ja oft Blut abnehmen.