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Patty
16.11.2003, 10:12
Wie wirkt denn die Patientin?

Prinzipiell könnte es sich ja auch um eine depressive Episode mit somatischem Syndrom handeln. Aber wenn sie lächelt...??? (Wobei das nicht unbedingt was zu heißen hat!)

Studmed1
16.11.2003, 10:45
Das ist schön:
Die Patientin hat folgende Diagnosen in den ersten 4 Jahren hrer Erkrankung gehört:
psychosomatisch (Hausarzt-vertretung)
Bulimie(Hausarzt-vertretung)
Anorexia nervosa(Hausarzt-vertretung)
Hypochondrisch(Internist)
gar nichts(Internist)
lag an PAP 3D (Gynäkologe)
gar nichts (Orthopäde)
HNO (Streptokokken evtl. oder starke Angina)
Lösung:
Hashimoto Thyreoiditis, festgestellt 5 Jahre nach der ersten signifikanten Gewichtszunahme!

Glückwunsch!


Heute substituiert die Patientin 100-200 Thyroxin. Den TSH unter 1,0 U gehalten. Ödeme und Antriebsschwäche nicht mehr vorhanden.
Gewicht heute: 63 kg
Geistig: alles gut.

Nun aber die Frage:
Was passiert während einer möglichen Schwangerschaft?!
Sollte man der Patientin abraten?
Wg. Kretinismus des Ungeborenen?
Sie darf kein Blut mehr spenden. Sind es bei Hsimoto nicht IgG, die bekanntlich plazentagängig sind, oder?
Was ist eure Meinung dazu?

condorito
16.11.2003, 12:31
Da die Hypothyreose ja auch die Fertilität beeinträchtigt,ist ein Zusammentreffen eher selten. Ausserdem neigen Patientinnen mit Hypothyreose eher zu Aborten und intrauterinem Fruchttod.
Ich glaube,dass die Antikörper in graviditate weniger eine Rolle spielen als die suffiziente Hormonsubstitution,kenne mich damit aber so genau auch nicht aus.
Allerdings würde ich bei der jungen Dame mal einer Hypertonieabklärung unterziehen,vorbestehende Hypertonie erhöht nämlich das Risiko präeklamptischer Komplikationen

Studmed1
16.11.2003, 17:05
Durch die Thyroxin-Substituton besteht aber mittlerweile bei der Patientin eine Euthyreose. Ist trotzdem Infertilität wahrscheinlich?
Der RR ist mittlerweile bei 140/100.

Gaja
16.11.2003, 17:09
Es ist wohl schwieriger Schwanger zu werden, aber solange sie sich in der Euthyroten Stoffwechsellage befindet möglich. Habe leider nichts zu einer Vererbung gefunden. Würde sagen Schwangerschaft ist möglich. In der Schwangerschaft ist aber eine strenge Überwachung der TSH - Werte notwendig.

Gruß Gaja