Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Geriatrie- was kann man dort alles lernen?
Hallo zusammen,
ich befinde mich auf dem Weg zum Allgemeinmediziner und werde wohl einen (großen) Teil meiner Innere Zeit in der Geriatrie verbringen. Bisher hab ich absolut gar keine Erfahrung mit Geriatrie- wie schätzt ihr da den Lernwert in Sachen Innere ein?
Grüße
Ich lese mit 😊
Ich habe vor mich für eine Stelle als Assistentarzt zubewerben, weil mir gesagt wurde, dass das Fach für Berufsempfänger (sinnvoller) wäre um rein zu kommen zur Innere
@Plastik:
Ist wohl sehr unterschiedlich je nach Reha-Klinik. Aber für einen Allgemeinmediziner ist IMHO auch die Akut-Innere wichtig, siehe oben. Cave: Dadurch dass ich erst PJler bin, solltest du dir dazu v.a. Tipps von fertigen Allgemeinmedizinern geben lassen.
@Atya:
In die Innere reinkommen tut, wenn man geographisch flexibel ist, absolut jeder! Ist also ein irgendwie unsinniges Argument.
Und du wirst, wenn du in der Geriatrie anfängst, nie Kenntnisse zur Akutmedizin aufbauen können. Deshalb ist es viel einfacher, von der Inneren zur Geriatrie zu wechseln als umgekehrt.
Als Einstiegsstelle ist das also IMHO sehr stark Karriere-einschränkend.
@ davo
Geriatrie heißt nicht automatisch Reha. Es gibt auch Akuthäuser, die eine geriatrische Abteilung neben der Kardio, Gastro und co haben.
Man kann in der Geriatrie ein breites Spektrum haben. Von Exsikkose, Harnwegsinfekt, Pneumonie über Ernährung, BZ-Einstellung, Hypertoniebehandlung, VHF, ANV, das ein oder andere delirante Syndrom. EKG, Sono.
Bei uns gibt es eine Akutgeriatrie. Ich finde, die machen da sehr viel, breit gefächert über alle möglichen internistischen Fachabteilungen, aber auch Neuro spielt eine große Rolle (Demenzdiagnostik, Abklärung Sturzneigung, Schwindel etc.) und ein bisschen Unfallchirurgie, weil wir unsere Patienten sehr gern dorthin verlegen. Alle bekommen da eine Diagnostik in Richtung Osteoporose, es geht viel um Ernährung (es wird immer nach Mangelerscheinungen gesucht und auch ie Logopädie eingeschaltet) und Schmerztherapie (weil viele alte Leute nunmal chronisch Schmerzen haben), aber es bekommt natürlich auch jeder ein EKG und sowieso wird in den 14 Tagen, die die Patienten da sind (das ist ja eine festgelegte Zeit durch die geriatrische Komplexbehandlung), recht viel diagnosktik gemacht, finde ich. Wenn ich mal so einen Brief von den Geriatern lese ;-) Aufgrund des Alters wird vielleicht nicht alles so invasiv abgeklärt wie bei jüngeren Patienten, dafür haben sie aber auch die 14 Tage Zeit, um wirklich was mit den Leuten zu machen. Da man als Allgemeinmediziner ja viel ältere Patienten hat, fänd ich es jetzt sehr hilfreich für die Ausbildung.
Volle Zustimmung. "Zum Reinkommen" im Sinne von "sich dem Fachgebiet nähern" (@ davo: es war ja die Rede von "sinnvoller") ist Geri 1a. Weites (-tes?) internistisches Spektrum, nicht zu unterschätzende Polypharmakologie, Wunden, plus alles andere.
Ich kenne einige angehende Internisten und Allgemeinmediziner, die ihre erste Stelle in der Geriatrie haben oder hatten, ich überlege mir den Abstecher noch.
Genau so @ lava+ Gesocks
Ich habe genauso wie ihr das schon beschrieben habt gehört
Ich finde es nicht so schlimm 1 Stelle als Assistentarzt in der Geriatrie anzufangen, man beschäftigt sich halt nur länger mit den Omis/Opis
Kommt auf die Geriatrie an. Ich kenne eine geriatrische Abteilung in der die Assistenten ganz normal die Weiterbildung zum INternisten inkl. Rotationen, ZNA und ITS durchlaufen. Die hatten zusätzlich eine große Sonofunktion und hatten darin eine relativ gut Ausbildung. Mich würden die ganzen Assessmentbögen nerven ...
stukkadentchen
27.03.2019, 15:43
Als späterer Allgemeini kommt die Geriatrie durch die längeren Liegezeiten sicherlich dem späteren Praxisalltag am nächsten, denn man sieht ... die Verläufe! In der Akutinneren bleiben die Pat. so kurz liegen, da weiß man gar nicht, wie es so weitergeht. Auch den Umgang (nicht nur bei den alten Patienten) mit den 5-6 aktiven Problemen pro Patient, kann man in der Geri besser lernen als anderswo. Aber ja, dann auf jeden Fall Akut-Geri.
Und die sollte im Idealfall auch eine Notaufnahme haben...
Durch die "Breite" des Fachs kann man schon mal Praxisluft schnuppern... ja, sie kommt mit Schenkelhalsfraktur aber auch Delir, Inkontinenz, Mangelernährung, kann nicht schlafen, nicht gehen, hat Schwindel und ist total depressiv.
Und er kommt eigentlich mit Z.n. Herzinfarkt, hat aber auch Beinschmerzen, Schulterbeschwerden, kann schlechter laufen, vergisst alles und ist einsam.
Nur so als Beispiel ;-)
Powered by vBulletin® Version 4.2.3 Copyright ©2026 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.