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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Niederlassung als Privatarzt direkt nach Studium



piderman
24.03.2019, 17:48
Hallo,
mit welchem Leistungsangebot kann man sich (finanziell einigermaßen sinnvoll) direkt nach dem Studium als Privatarzt (also ohne Facharzt-Ausbildung) niederlassen?

Ich weiß, dass das nicht einfach ist, würde mich aber über ein paar Ideen freuen.

Gibt ja schließlich auch genug Heilpraktiker, die es irgendwie schaffen.

Edit: übernehmen PKVen eigentlich die Kosten, auch wenn der Privatarzt keinen Facharzttitel hat?

bremer
24.03.2019, 18:03
Eben damit. Mit dem Leistungsangebot der Heilpraktiker.

WackenDoc
24.03.2019, 18:18
Und Obacht- wenn was schief geht, wirst du am Facharztstandard gemessen.
Achso- heutzutage googeln Patienten. Ist doof, wenn sie rausbekommen, dass du quasi keine Berufserfahrung und keinen Facharzttitel hast.

Coxy-Baby
24.03.2019, 18:31
Naja der TE hat ja noch nicht einmal angefangen zu studieren, wer weiß wie das dann in 6-7 Jahren aussieht.....

med_in_1
24.03.2019, 20:42
ich möchte noch hinzufügen:

Sicherlich befähigt die ärztliche Approbation zum Ausüben des ärztlichen Berufes, sodass dir bei Erfüllung aller Vorgaben sicherlich ersteinmal niemand verbieten kann, dich direkt nachdem Studium niederzulassen - was man dann aber genau anbieten kann erscheint mir schleierhaft....

1. Braucht man ja eine Haftpflichtversicherung (nach meinem Kenntnisstand oftmals sogar verpflichtend um den Beruf ausüben zu können -> allein da stell ich mir die Einstufung "spannend" vor)
2. Medizin ist eben auch sehr viel Empirik - ohne gewisse Dinge selbst erlebt/gesehen/gemacht zu haben, finde ich es trotz PJ und Co schwer, gewisse Dinge von Anfang an selbst anzubieten
3. Es ist ja nicht so, dass man dann nur sein Klingelschild ändert, sondern auch an ambulante Praxen werden ja, v.a. bei Neugründung erhebliche Anforderungen gestellt (sowohl baulich als auch vom Umfeld her) - ob man eine seriöse Bank findet, die soetwas kreditiert?
4. Heilpraktikern: es ist ja noch offen, ob es wirklich Bestand haben wird - dennoch steht dort auch oftmals gewisse mediziniscche Berufserfahrung dahinter

PKV: hängt sicher auch vom Tarif ab
Facharztstandart (wie oben erwähnt) dürfte ein erhebliches Risiko darstellen

Ich persönlich hätte zumindest unmittelbar nach meinem Studium nichts erinnerliches gehabt, was ich hätte selbstständig ambulant erbringen können / wollen.

Kackbratze
24.03.2019, 21:57
Ein Botoxkurs muss reichen.

anignu
24.03.2019, 23:03
An genau das dachte ich auch... ich kenn einen Kollegen der als Arzt zwar von Medizin keine Ahnung hat aber sich ein gutes Geld mit botoxen verdient. Dazu würde ich aber zwei Sachen sagen:
- man muss in diese Kreise erstmal reinkommen
- passieren darf nix...

tarumo
25.03.2019, 08:10
Vieles wurde schon gesagt, eins aber noch nicht:
- in dem Entwurf für die refomierte GOÄ, die in den nächsten Jahren kommen soll, ist die Verknüpfung von abrechenbaren Leistungen mit dem jeweiligen Facharzttitel und den in der WB enthaltenen Inhalten explizit vorgesehen.
D.h. ohne Facharztstatus wird man nicht mehr einschlägige Leistungen nach GOÄ abrechnen dürfen (und die GOÄ ist in Deutschland verbindlich). Klappe zu, Affe tot...
Treffen wird es im übrigen auch andere Fächer, die in anderen Fachgebieten "wildern", z.B. Orthopäden oder Kardiologen, die z.B. MRT-Bildgebung anbieten.

Ich finde es im übrigen immer wieder amüsant zu lesen, daß ein Kassensitz selbst vor Beginn des Studiums als nicht erstrebenswert erscheint- ob das Herr Laumann weiß?

Trendafil
25.03.2019, 10:12
@TE wieso möchtest Du keinen FA machen?

h3nni
25.03.2019, 17:17
Treffen wird es im übrigen auch andere Fächer, die in anderen Fachgebieten "wildern", z.B. Orthopäden oder Kardiologen, die z.B. MRT-Bildgebung anbieten.



Wie wäre es da denn mit Mehrfachfachärzten wie Kardio+Radio, würde das anerkannt oder kann man nur in einem Fachgebiet arbeiten? Und wozu gabs denn dann die fachspezifischen Bildgebungs-Zusatzbezeichnungen?

epeline
25.03.2019, 17:32
Ich weiß gar nicht, wieso man das wollen sollte.... :-nix

Moorhühnchen
25.03.2019, 19:06
An genau das dachte ich auch... ich kenn einen Kollegen der als Arzt zwar von Medizin keine Ahnung hat aber sich ein gutes Geld mit botoxen verdient. Dazu würde ich aber zwei Sachen sagen:
- man muss in diese Kreise erstmal reinkommen
- passieren darf nix...Ich glaub, den kenn ich! :-))

tarumo
26.03.2019, 08:08
Wie wäre es da denn mit Mehrfachfachärzten wie Kardio+Radio, würde das anerkannt oder kann man nur in einem Fachgebiet arbeiten? Und wozu gabs denn dann die fachspezifischen Bildgebungs-Zusatzbezeichnungen?

1) Die Entwürfe der GOÄ-Reform zirkulieren seit ca 10 Jahren im Orbit. Was letztendlich verbindlich ist, und wann, steht in den Sternen. In diversen Entwürfen ist es so auf alle Fälle angedacht, und zum anderen wird die GOÄ letztendlich dem EBM der GKV angeglichen, womit wir bei

2) wären. In der GKV kommt es, wie für ein planwirtschaftlich-sozialistisches System üblich, nicht auf die persönliche Qualifikation an, sondern auf das, was der Staat zubilligt. Die Erbringung von Cardio-MRTs zulasten der GKV durch qualifizierte Kardiologen wurde unlängst erst letztinstandlich abgelehnt- Zusatzqualifikation hin oder her.
Für den Doppel-FA gilt sinngemäß das gleiche. Abrechungen zulastern der GKV nur im zugelassenen Fach. Und wenn man es doch schaffen sollte, beide Fächer genehmigt zu bekommen (was in Anbetracht der 25-Std -Minimum Regelung nicht leichter geworden sein dürfte), dann heißt das zunächst mehr Pflichten, aber nicht unbedingt mehr Geld. Hatten wir schon öfters diskutiert, und im DÄB ist in der Zwischenzeit auch noch ein recht ausführlicher Artikel mit dem gleichen Credo erschienen.