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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schwanger als Werkstudentin (OTA) mit Diensten



gr?nerSchuh
15.04.2019, 12:00
Hallo zusammen,
ich habe vor dem Studium eine Ausbildung zur Operationstechnischen Assistentin (OTA) gemacht und arbeite 20h/Woche (Teilzeit 50%) als Werkstudentin. Damit das mit dem Medizinstudium vereinbar ist, mache ich nur Wochenend- und Nachtdienste.

Da ich bereits 30 bin und noch ein paar Jahre Studium vor mir habe, werde ich wahrscheinlich noch im Studium ein Kind kriegen.

Was mich zum Grübeln bringt: laut MuSchG darf man in der Schwangerschaft nicht nachts und an Sonntagen arbeiten. Also nur wochentags zwischen 6 und 20 Uhr.
In diesem Zeitraum kann ich jedoch nicht arbeiten, da ich ja Uni habe.

Hat jemand Erfahrung mit dieser Situation oder weiß jemand, wie das wahrscheinlich gehandhabt werden wird?
Ich kann mir kaum vorstellen, dass der Arbeitgeber ein Beschäftigungsverbot für gerechtfertigt hält, weil ich wochentags wegen dem Studium "keine Zeit" zum Arbeiten habe.

In meinem Vertrag steht nur die Wochenarbeitszeit und nicht explizit, dass die Arbeitszeiten zu meinem Studium passen müssen. Das wird nur zwischen mir und meiner Chefin direkt für den Dienstplan abgesprochen.

Würde mich freuen, wenn jemand was beitragen kann. Natürlich gibt es noch die offiziellen Anlaufstellen wie Betriebsarzt und Betriebsrat, allerdings will ich frühestens 2020 schwanger werden und da jetzt noch nicht nachfragen.

Grüße,
grüner Schuh

Hijadelaluna
15.04.2019, 13:03
Ja- so war das immer bei unseren Schwangeren. Und Überstunden darfst du auch keine machen, ich meine max. 8h/d.
Außerdem kann es gut sein, dass du grundsätzlich mit dem Arbeiten im OP ein Problem haben wirst. Eine Freundin von mir (da noch in der Gefäß-CH) durfte wegen den Narkosegasen nicht in den Saal und nur bei Regionalanästhesie assistieren.

Von den Arbeitszeiten her sehe ich nicht das größte Problem- du musst ja insbesondere in der Klinik nicht in jede Vorlesung gehen. Da kannst du teilweise wenn du Veranstaltungen gut legen kannst, dir komplett freie Tage organisieren.

Ist die Stelle an deiner Uni? Könntest dich natürlich schon mal bei deiner Betriebsärztin vorab informieren..
Es kommt auch mal vor, dass Schwangere an bestimmten Praktika nicht teilnehmen dürfen (Päd)- wenn du schon so weit im Voraus planst, würde ich mich da auch mal erkundigen.

gr?nerSchuh
15.04.2019, 14:10
Nein, mein Arbeitgeber ist nicht meine Uniklinik.

Genau, bei uns dürfen die Schwangeren nicht im Saal arbeiten, sondern machen Büro-, Organisationstätigkeiten etc.
Sind also dafür im Frühdienst Mo-Fr von 07:30 bis 16:00 Uhr anwesend.
Im Schnitt jede Woche tagsüber 2,5 Tage Arbeit neben den Univeranstaltungen zu schaffen, klingt anspruchsvoll. Aber ja, theoretisch könnte ich wahrscheinlich jeden Tag 4h irgendwann zwischen 6 und 20 Uhr in der Arbeit anwesend sein.
Dass ich evtl. weniger Anwesenheit in der Uni habe, weil ich an manchen Kursen/Praktika schwanger nicht teilnehmen darf, hab ich nicht bedacht.

epeline
15.04.2019, 14:50
Je nach Uni sind die anwesenheitspflichtigen Veranstaltungen auch überschaubar. Das sind in der Regel keine vollen Tage wie an der Berufsschule. Auch kann man meist auch mal ein Seminar in ein anderes Semester verschieben.

Hijadelaluna
15.04.2019, 14:56
Das klingt ja sogar so, wie wenn du es halbwegs flexibel von den Arbeitszeiten her einteilen könntest. Das ist ja schon mal gut!
Wenn du unter sechs Stunden am Stück bleibst, hat den Vorteil, dass du keine Pause nehmen musst. Dann ginge ja vielleicht ein Modell mit Samstag 6 Stunden und unter der Woche 5-5-4 Stunden.
Das sollte in der Klinik schon gehen- schau dir doch mal einen Stundenplan an, wie das bei euch aussähe..

gr?nerSchuh
15.04.2019, 15:48
Nein, normalerweise ist da gar nichts flexibel. Aber wenn ich sowieso nicht für die Arbeit in den Sälen einsetzbar bin, könnte ich so etwas ja vorschlagen, da es theoretisch egal wäre, wann die Büro- und Computertätigkeiten verrichtet werden. Ob meine Chefin das auch so sieht, weiß ich nicht... 😅

WackenDoc
15.04.2019, 17:54
https://www.bmfsfj.de/blob/94398/b235a06e6fa9ece3d1a6effbc5a510ee/mutterschutzgesetz-data.pdf

die Arbeit von 20-22 und an Sonn- und Feiertagen ist unter bestimmten Bedingungen möglich.

gr?nerSchuh
15.04.2019, 18:40
Ja, ich weiß. Aber eigentlich werden da bei uns nur Leute für die Säle gebraucht, keine Schwangeren.
Vielen Dank für euren Input. Genaueres werde ich erfragen und klären, wenn es soweit ist.

WackenDoc
15.04.2019, 21:22
Achso- dein Arbeitgeber MUSS JETZT schon eine Gefährdungsbeurteilung für Schwangere haben und euch darüber aufgeklärt haben. Da müsste u.a. drin stehen ob Schwangere überhaupt als OTA eingesestzt werden können, ob das evtl auf bestimmte Eingriffe begrenzt ist etc.

Der Knackpunkt ist- bis auf die klaren gesetzlichen Grenzen z.B. für die Arbeitzeit, Alleinarbeit/Möglichkeit jederzeit den Arbeitsplatz verlassen zu können- die "unverantwortbare Gefährdung" ist für viele Bereiche noch nicht näher definiert. Bei einigen Gefährdung ist "Schwangerschaft" ein Ausschluss für die Tätigkeit. Z.B. wenn Grenzwerte für bestimmte Stoffe nicht eingehalten werden können. Betrifft z.B. Narkosegase, Belastungen durch Kautern...

gr?nerSchuh
15.04.2019, 21:46
Ja, diese Regelungen kenne ich und ich weiß auch, wie es aktuell mit schwangeren Kolleginnen gehandhabt wird. Sie werden überhaupt nicht im Saal eingesetzt, sondern machen Bürotätigkeiten und sind dafür von Mo-Fr im Frühdienst da. Überhaupt ist das mehr Beschäftigungstherapie als dass man Leute für diese Tätigkeiten bräuchte.

Der Knackpunkt für mich ist, dass ich in dieser Zeit (wochentags bis 16 Uhr) mit meinem Studium beschäftigt bin und bisher deshalb meine 50% Teilzeit ausschließlich in Form von Nacht- und Wochenenddiensten bestreite.
Daher habe ich mich gefragt, wie/ob ich überhaupt sinnvoll eingesetzt werden kann, wenn ich schwanger bin, aber zu den Bürozeiten meiner Chefin (Frühdienst) eigentlich in der Uni sein muss.

Ich sehe meine potentielle zukünftige Situation insofern als Sonderfall, als dass ich bisher neben dem Studium AUSSCHLIESSLICH zu Tageszeiten arbeite, in denen es während der Schwangerschaft nicht erlaubt ist. Und eigentlich auch auf diese Zeiten (Wochenend- und Nachtdienste) angewiesen bin, wenn ich nicht weniger als 50% arbeiten will.

WackenDoc
16.04.2019, 16:15
Wie stellst du dir denn jetzt die Lösung vor?