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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bewerbung in der Schweiz ohne Vorerfahrung realistisch?



Rahmspinat
24.04.2019, 23:15
Hello!

Aus privaten Gründen wird es mich wohl in die Schweiz ziehen, dementsprechend würde ich gerne an einem Schweizer Krankenhaus die Weiterbildung zum Internisten, vorzugsweise zum Kardiologen beginnen. Leider habe ich während des Studiums keine Famulatur in der Schweiz gemacht und auch mit einem PJ-Tertial sieht es eher schlecht aus. Ich habe ein paar Bekannte, die aktuell in der Schweiz arbeiten - diese hatten allerdings im Vorfeld PJ an ihrem jetzigen Haus oder generell in der Schweiz gemacht.
In Anbetracht dieser Tatsache: Macht es dann überhaupt Sinn für mich, sich in der Schweiz zu bewerben? Kann mir vorstellen, dass die Chefs dort eher auf Leute mit "Stallgeruch" stehen? Zumal ich auch gerne der Forschung wegen noch an eine Uniklinik möchte..

Danke und liebe Grüße!

davo
25.04.2019, 05:14
In der Schweiz ist es so, dass die Unikliniken oft Assistenzärzte mit Arbeitserfahrung bevorzugen. Wird sogar oft explizit verlangt, gerade in den Subspezialisierungen. Außerdem wird in vielen Schweizer Weiterbildungsordnungen verlangt, dass man zumindest einmal die Weiterbildungsstätte wechselt und zumindest einen Teil der Weiterbildung an einem A-Spital (Uniklinik, großes Kantonsspital) absolviert. (Du solltest also auch unbedingt mal einen Blick in die WBO werfen.) Eine einfache Lösung, um das von dir angesprochene Problem zu umgehen, ist also, an einem kleinen Spital in der Schweiz ein Jahr zu absolvieren (an denen bekommt man oft SEHR leicht eine Stelle!) und sich erst dann an einer Schweizer Uniklinik zu bewerben. Parallel dazu kannst du dich ja direkt an den Unis bewerben - vielleicht hast du ja Glück.

ProximaCentauri
25.04.2019, 11:03
Was davo sagt. Mach' zuerst ein Jahr Innere an einer kleineren Klinik, da kriegt man problemlos Stellen. Bewerben so früh wie möglich, dann sind die Chancen noch grösser (viele Leute haben hier Stellen 1-2 Jahre im Voraus). Dann wenn du den Job hast bewirbst du dich gleich für das Jahr darauf an der gewünschten Uniklinik, die nehmen oft tatsächlich nur mit Erfahrung, was auch Sinn macht. So sollte das aber kein Problem sein.

Eilika
25.04.2019, 13:35
Kann mich nur anschliessen. Mit Forschungs-Ambitionen würde ich versuchen, in einem B Haus anzufangen und nicht in einer C Klinik. Dann wird es nachher wahrscheinlich leichter, an eine Uniklinik oder an ein Zentrum zu kommen. Dort anfangen würde ich freiwillig nie und nimmer... aber ich hab meinen FHM Titel ganz ohne Unispital gemacht...

teletubs
14.06.2019, 21:15
Kann mich nur anschliessen. Hier ist es so, dass man seinen Facharzt dann für Kardiologie quasi danach macht. Die Frage ist, wo du hin möchtest. Die Unispitäler nehmen in aller Regel keine frischgebackenen Ärzte. Die kleineren Spitäler schon.

Drück dir die Daumen.

Rahmspinat
21.06.2019, 11:20
Wenn auch etwas verspätet, aber trotzdem vielen lieben Dank für den Einblick! Wenn ich das richtig verstanden habe, muss man für den Facharzt sowieso an einer B-Klinik gewesen sein? Dann macht das System so auch echt Sinn. Werde mich dann wohl in B-Kliniken bewerben oder erst ein paar Jahre in D arbeiten und dann eventuell den Sprung machen..
Was mir aber jetzt aktuell noch etwas unklar ist: Wenn ich nun den Kardiologen anpeile, sollte ich dann auch eine B-Klinik für Kardiologie suchen, oder ginge die allgemeine Innere auch? Zumindest für letzteres gibt es sinnvollerweise deutlich mehr Kliniken..

teletubs
22.06.2019, 12:11
Schaust du hier (https://www.fmh.ch/siwf/siwf/weiterbildung/facharzttitel-und-schwerpunkte.cfm) die Weiterbildungskriterien...da steht genau drin, was du wo und wieviel für den jeweiligen FA machen musst.

ProximaCentauri
22.06.2019, 20:09
Die Details hängen immer vom Facharzt ab, aber generell muss man immer mindestens einmal die Klinik wechseln. Für Innere muss es nicht zwingend eine B-Klinik gewesen sein, aber einmal muss man an einer A-Klinik sein (und eben, mindestens 1x wechseln). Steht aber üblicherweise alles recht ausführlich bei den Facharztinfos.
Falls du längerfristig in der Schweiz bleiben willst lohnt es sich noch ob es bei deinem gewünschten Facharzt Mindestanforderungen für die Tätigkeit im Inland gibt, dann würde dir nämlich unter Umständen das "Vorarbeiten" in D nichts bringen.

Rahmspinat
01.07.2019, 19:29
Danke für die Antworten. Besseres Lesen von meiner Seite hätte euch wohl die Beiträge erspart :D. In jedem Fall sieht das für den gewünschten FA laut FMH hinsichtlich "Vorarbeiten" eigentlich ganz gut aus, sodass ich ein paar Bewerbungen in B-Kliniken mit dem Wunsch für eine Hospitation schicken werde und dann einfach mal schauen werde, was mir besser gefällt