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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Doktorarbeit - mündliche Prüfung



vvq45
25.04.2019, 07:16
Morgen allseits!

Ich muss am 02.05.19 meine Doktorarbeit verteidigen. Hab diese an der LMU gemacht und wollte fragen, wie der Ablauf ist. Wie habt ihr euch darauf vorbereitet? Wie viel Zeit habt ihr darin investiert? Habt ihr Tipps für mich?
Bin für alle Infos echt dankbar!

LG

rhythm
25.04.2019, 09:42
Hallo. Kann dir leider keine Antwort geben. Würde mich aber auch interessieren, da in den nächsten Monaten bei mir das gleiche ansteht an der LMU.
Auch von mir danke für Antworten.

lux12345
25.04.2019, 13:23
Wir wurden zu fünft oder so geprüft. Gegenüber sitzen 3 Prüfer. Man stellt jeweils ca. 5-10 Minuten seine Arbeit vor (keine PowerPoint-Präsentation, einfach nur bissl am Tisch reden). Danach gibts die ein oder andere Frage dazu.

Die Prüfer haben idR die Arbeit nicht gelesen, sodass sie davon auch keine Ahnung haben. Da kann es dann auch vorkommen, dass man blöd von der Seite angemacht wird, weil die Herren denken, dass das Thema irrelevant sei. Pffff... die Arbeit nicht kennen und trotzdem einen dummen Kommentar dazu abgeben... arrogantes Pack! Naja, ich schweife ab...

Jukka666
25.04.2019, 13:28
Hi!

Ich habe meine "Verteidigung" auch an der LMU gehabt, allerdings ist das schon ein paar Jahre her.

Ich kann nur sagen, es war irgendwie ätzend aber auch völlig harmlos: wir waren ca. 10 Leute im selben trostlosen Raum im Direktionstrakt in Großhadern (sic!), 3 Prüfer, von denen nur 2 gefragt haben. Dann ging es Reih um, entweder je nachdem wie der Stapel an Doktorarbeiten vor denen lag oder alphabetisch oder was weiß ich ;-)..

Man hatte den Eindruck, der Prüfer hat lustlos in deiner Arbeit geblättert und ein paar Fragen dazu gestellt.
Zuerst durfte man ca. 5 Minuten lang erzählen, was man überhaupt gemacht hat. hier empfiehlt es sich, die Arbeit strukturiert vorzustellen:
z.B: Titel - Fachbereich - experimentell/statistisch. Methodik. Was ist habe ich gemacht, was war die Zielsetzung, was ist rausgekommen?

Dann wurde man mal mehr, mal weniger detailliert einzelne Dinge gefragt: welches Statistikprogramm-/verfahren man angewandt hat und ob das für meine Zielsetzung geeignet war. Es lohnt sich also schon, je nach Arbeit, sich mit Statistikmethoden wie Chi-Test, Student's t-test etc. oder was auch immer für einen relevant war, auseinanderzusetzen.

Bei mir war es so, dass eine aus der Gruppe eine wirklich sichtlich schlecht vorbereitete und durchgeführte Arbeit wohl hatte, die konnte kaum was dazu sagen und die wurde etwas "härter" rangenommen. Einer hatte eine brillante Summa-Cum-Laude, der hat geredet wie ein Wasserfall, da wurde fast nix kommentiert.

Dann wird man nach ca. 10 Minuten-Gespräch rausgebeten und meist wird die Note vergeben, die der Betreuer im Votum vorgeschlagen hat.

Ist also wirklich machbar. Ich weiß aber auch von anderen oder von Kollegen aus der TU, dass das mal wirklich näher beleuchtet werden kann.
In meinem Fall waren die Prüfer Kliniker aus Großhadern, die hatten weiß Gott keine Lust, sich in 10 Doktorarbeiten von je >100 Seiten einzulesen. Ich hatte z.B. Nuklearmedizin, geprüft hat ein Internist...was soll der denn fragen? Also hat er sich auf die Zielsetzung und die Statistik gestürzt.

Viel Erfolg!

Jukka666
25.04.2019, 13:30
In der Regel gilt : kennst du deine Arbeit gut, und hast sie selbst geschrieben, kann nix schief gehen... :-)

yps712
27.04.2019, 12:05
Ich hatte meine Verteidigung im Oktober 2018 an der LMU.
Die Prüfer werden unabhängig von den Themengebieten der Doktoranden ausgewählt, weil die jeweiligen Ausschüsse im Dekanat oft schon Monate vorher tagen. Bei mir haben ein Anästhesist, ein Urologe und ein Radiologe geprüft, mein Thema war ein komplett anderes, es gab null Berührungspunkte.
Dress Code für die Herren eher weißes Hemd, feine Hose. Ein paar waren im Anzug+Krawatte. Für die Damen schwarze Hose/Rock und weiße Bluse. Manche waren aber auch ganz leger in der Jeans (war viel zu früh da und hab die Gruppen vorher noch gesehen).
Insg. waren wir 4 Prüflinge. Am Anfang wurden wir alle zusammen reingerufen (auch Direktionstrakt Großhadern) und es wurde der Ablauf erklärt. Eigtl. wäre es eine Sammelprüfung mit allen zusammen, unsere Prüfer haben gemeint, sie finden das nicht so gut und wir kommen einzeln nacheinander dran, der Fairness halber alphabetisch. Dann musste jeder seine Dr-Arbeit 5min frei vorstellen ohne Handout oder PPP, hier lohnt sich eine gute Vorbereitung, am besten zu Hause immer wieder aufsagen. Ich hab's so gegliedert wie die Dr-Arbeit. Bei uns war's nicht schlimm, wenn man 6 oder 7 min gebraucht hat, hab aber von anderen gehört, die nach 5 min unterbrochen wurden.
Zudem hab ich ein paar weiterführende und ganz aktuelle Publikationen gelesen, mir die aber als Joker für den Fragenteil aufgehoben (hat sich rentiert, konnte dadurch gut punkten). Im Fragenteil kommen dann ganz offene Fragen, die auch so bisschen zum Reden einladen, d.h. man kann die Richtung selbst lenken. Hier ist man teilweise sehr kritisch bzw spricht offene Punkte an. Warum so und nicht anders, warum dieses Kollektiv, wäre nicht XYZ besser gewesen etc.
Nach 10-15 min ist es vorbei. Man wird rausgebeten, die Prüfer beraten sich, dann wird man reingeholt und man bekommt die Note der mündlichen Prüfung. Zudem das eingereichte Exemplar von der Dr-Arbeit mit ggf Korrekturen (z.B. Titelblatt), die man für die Abgabe-Exemplare noch verbessern muss. Und ein Blatt, wies weiter geht. Die schriftliche Note erfährt man eigtl nicht.
Unsere Prüfer waren sehr nett und die Atmosphäre relativ entspannt.
Sie haben die Arbeiten vorher nicht komplett gelesen, aber die Zusammenfassung und das Votum. Wäre ja bei so vielen Arbeiten echt unfassbar viel zu tun.
Die Urkunde und damit die Erlaubnis zum Führen des Dr-Titels kam ca 3 Wochen nach Abgabe der Pflicht - Exemplare per Post.
Wenn man mag, kann man hinterher im Dekanat Einsicht nehmen in die Voten der Prüfer.
Alles Gute euch!

expredator
01.05.2019, 22:24
Alles in allem scheint es ja recht billig zu sein. Geradezu geschenkt.

yps712
03.05.2019, 16:21
Es gibt seit letztem Jahr ne neue Promotionsordnung und ich habe das Gefühl, sie wollen die "Alten" möglichst unkompliziert auslaufen lassen.

rhythm
03.05.2019, 22:20
@vvq45:

Ich hoffe man darf gratulieren?!

Magst du vielleicht kurz erzählen wie es bei dir war und ablief?
Herzlichen Dank im Voraus

rhythm
10.06.2019, 17:21
Danke euch für die Beschreibung der mündlichen Prüfung. Das hilft schonmal weiter!!

Ich bin gerade dabei ein bisschen was vorzubereiten und finde, dass 5-7min. zimelich wenig Zeit ist um seine Arbeit vorstellen zu können.
- Seid ihr bei der freien Vorstellung auf Literatur eingegangen?
- Habt ihr die Vorstellung so strukturiert wie die Arbeit, sprich Einleitung, Methoden, Ergebnisse und Diskussion?
- Ist die Diskussion nicht der Teil wo die Prüfer fragen können, wenn sie an etwas speziell interessiert sind?

Danke schonmal für konstruktive Antworten!