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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Qt Zeit



Speep
21.05.2019, 22:23
Liebe Kollegen,



ein 21-jähriger Mann leidet an einem WPW Syndrom. Ansonsten ist er völlig gesund.



Was auffällig ist, ist eine qt Zeit am unteren Bereich. Diese liegt immer zwischen 350 und 360



Letztes EKG war:



80 HF

PQ: 122 ms

Qt: 319 ms

Qtc: 355 ms



Die letzten Zeiten waren alle vergleichbar. Keine Todesfälle in der Familie, keine Synkopen.

Short Syndrom oder Normvariante? Oder interpretiere ich da zu viel hinein?



Grüße

WackenDoc
23.05.2019, 14:56
Hast du die PQ-Zeit von Hand ausgemessen? Kann es sein, dass die automatische Auswertung Anfang und Ende falsch bestimmt hat? Wenn sonst alles in Ordnung war, ergibt sich aus grenzwertigen Befunden ja keine Konsequenz. Im Zweifel halt nochmal nachkontrollieren.

Speep
23.05.2019, 17:53
EKG heute:

Qt Zeit : 322 ms
Frequenz: 90

Überhöhte T Welle in allen bisher abgeleiteten EKGs auffällig
Negative Familienanamnese. Keine Synkopen.

Eure Tipps: reicht es, wenn sich der Patient in nem Monat in der Rhythmussprechstunde vorstellt, oder gleich Einweisung ? Hohes Risiko des PHT?

WackenDoc
23.05.2019, 20:30
Das kann man anhand der Informationen nicht sagen.

Speep
23.05.2019, 21:28
Woran würdest du es festmachen?
Normale QT Zeit beachten, oder sich an der qtc Zeit dann orientieren, welche mit 398 ms im normbereich liegt?

WackenDoc
23.05.2019, 21:43
Ähm- am Patienten, der Krankengeschichte, dem EKG, sonstige Umstände.

Speep
23.05.2019, 22:03
Ja, das mache ich auch. Hälst du denn die qtc Zeit für wichtiger als die reine QT Zeit? Denn der Patient zeigt ein QT von 322 ms , frequenzkorrigiert liegt die QT Zeit allerdings mit 398 ms im normbereich.

Patient hatte keine Synkopen, keine positive Familienanamnese und das Echo war auch unauffällig.

Was mich nur sehr stutzig macht sind die überhöhten T Wellen. Hyperkaliämie und Hyperkalzämie wurden ausgeschlossen. Gibt es auch Normvarianten? Erfahrung? Vielleicht ein kardio? :)

Julius86
24.05.2019, 12:39
Woher weiß man denn überhaupt, dass der Patient ein WPW-Syndrom hat? (EPU? Vermutung aus Vor-EKGs etc.? Delta-Welle?) Die beschriebenen Zeiten (falls korrekt ausgemessen) halte ich (für sich alleine) jetzt nicht für relevant pathologisch. Frequenzkorrigiert ist die QT-Zeit ja normal. Auch sind WPW-Syndrom und Short-QT-Syndrom ja ganz unterschiedliche Krankheitsentitäten. Mir erschließt sich die klinische Konstellation aus den gegebenen Angaben jetzt nicht so recht...