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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Würdet ihr wieder Medizin studieren?



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timothy007
04.06.2019, 21:37
Also das würde ich so nicht stehen lassen. Meines Wissens nach können die meisten Handwerker, wenn sie nicht gerade Havariedienst machen, nachts schlafen. Sie haben keine Verantwortung für andere Menschenleben. Und härter...selbst das ist Definitionssache.

Ja, das ist wahrlich die Sichtweise eines Mediziners. Erzähl das alles mal dem Inhaber eines Sanitär-Betriebs in einer Kleinstadt, der 365 Tage (und Nächte) im Jahr das lokale "Rohrbruch-Telefon" in Person darstellt, weil er unter dem Fachkräftemangel keine Leute mehr findet, die sich nachts für Kleinschäden wachklingeln lassen wollen. Oder dem Fliesenleger, der von Montags bis Samstags von 7 bis 20 Uhr auf seinen geschrotteten Knien rumschlittert, um irgendwie hinterher zu kommen und am Sonntag dann seine Verwaltung macht. Oder den Typen, die dafür sorgen, dass die Autobahn Montags morgens um 5 wieder freigegeben werden kann.

Verantwortung für Menschenleben hat mein KFZ-Mechaniker auch. Die Leute, die um fünf Uhr morgens bei Minusgraden mein Flugzeug zum Kongress warten ebenso wie hunderte andere Berufsgruppen auch - das ist nun wahrlich kein Privileg der Ärzteschaft.

Wer aber tatsächlich schlafen kann und in der Regel wirklich keine Verantwortung für Menschenleben trägt, sind komischerweise oft die, die deutlich mehr als jeder Handwerker oder Arzt verdienen.

Mano
04.06.2019, 21:58
Ich könnte mir vorstellen wieder Medizin zu studieren. Aber ich könnte mir auch andere Dinge vorstellen.

Objektiv betrachtet ist Medizin nach wie vor eine vernünftige Wahl und die meisten Vergleiche hinken dann doch irgendwo...
- Ja es gibt Berufe in denen man mehr verdient. Aber es gibt kaum Berufe mit praktisch 100%iger Arbeitsplatzgarantie und vergleichbaren Tariflöhnen.
- Ja, als Arzt trägt man Verantwortung, aber s.o. (oder der LKW-Fahrer bei dem Sekundenversagen ausreicht)
- Ja, als Arzt arbeitet man oft viel, aber man kann auch eine 38-Stunden Woche vereinbaren - Ärztemangel sei dank (wollen nur irgendwie dann viele doch lieber nicht). Und selbst mit einer 30-Stunden Woche kann man eine Familie ernähren.
- Ja, man arbeitet am Wochenende. Aber fragt man einen Verkäufer (oder auch viele andere) - viele arbeiten häufiger am Samstag als ich. Dafür habe ich nach einem Donnerstag-Dienst ein richtig langes Wochenende.
- Ja, man macht Nachtdienste, aber man kann sich auch niederlassen und es bleibt einem erspart. Und ich frage mich immer, wie Leute mit einem 9to5-Job Dinge wie Behördengänge oder Einkaufen ohne Massenandrang so machen...
- Ja, man macht häufig unsinnige Medizin, nüchtert zum 10. Mal den chronischen Alkoholiker aus oder baut den 20. Stent in den Kettenraucher oder..., aber im Vergleich mit anderen Berufen stehen wir da doch noch recht gut da.

Dazu kommen noch mehr Vorteile:
- Medizin ist abwechslungsreich. Wenn man nach 10 Jahren Knochen reparieren keine Lust mehr darauf hat, fährt man Notarzt oder macht einen zweiten Facharzt zum Psychiater.
- Man lernt die unterschiedlichsten Menschen kennen, denen man sonst nie begegnen würde. Natürlich nicht nur angenehme, aber wer unterhält sich sonst schon innerhalb von einer Stunde mit einem Botschafter und einem Obdachlosen?
- Man arbeitet praktisch mit seinen Händen. Welcher andere akademische Beruf hat dieses Privileg schon?
- Medizin ist cool - in welchem Beruf wird noch die Autobahn in der Rush Hour dafür abgesperrt, dass man mit einem Helikopter eingeflogen werden kann? Gleich nach Astronaut und Feuerwehrmann :-angel

Nessiemoo
05.06.2019, 00:25
Bis jetzt habe ich diese Frage mit ja beantwortet, nach 2,5 Jahre Berufserfahrung setzt sich so langsam der Frust ein. Ich weiß es nicht. Vielleicht? Mir macht mein Fach schon Spaß, mir hat v.a das Studium sehr viel Spaß gemacht, aber die Kehrseiten der Medizin, wenn man die kennenlernt, machen einen schon fertig. Die Arbeitsbedingungen...der Zeitdruck... Arbeit mit Menschen, Menschen helfen etc ist schön, aber eben auch stressig. Ich kann mir immer mehr vorstellen, dass ich genauso oder glücklicher mit z.B Maschinenbau geworden wäre. Ich guck meine Freunde an, die genau so viel verdienen, ohne Nachtdienste, mit Gleitzeit, und haben eben keine Verantwortung über Menschenleben um 6 Uhr morgens nachdem sie schon 22 h nicht geschlafen haben und gegen die Wand laufen, weil sie so müde sind... Manchal wünscht man sich schon sehr, dass man sich jetzt hinterm Computer hinsetzen könnte, da irgendwelche Zahlen eintippen müsste und dann um 5 nach Hause gehen könnte.

Echinococcus
05.06.2019, 08:53
Ja, ich würde definitiv wieder Medizin studieren.
Ich bin jetzt sicher nicht repräsentativ für die meisten hier, da ich in einer patientenfernen Disziplin arbeite, aber auch das ist ja eines der möglichen Ziele des Medizinstudiums.

Viele meiner Freunde sind Verkehrsingenieure, WIngs, Lehrer...ein buntes Sammelsurium durch alle Berufsgruppen. Bis auf die eine Beamtin im höheren Dienst und die Lehrer würde ich nicht einmal daran denken, mit einem von denen tauschen zu wollen. Betrachtet man finanzielle Aspekten und Work/Life Balance stehe ich nicht schlechter da als einer von denen.
Einen Freund von mir arbeitet tatsächlich bei der großen UB mit dem M und verdient ordentlich Asche, sein Leben will ich aber trotzdem nicht haben.

Ich gehe tatsächlich fast jeden Tag um 16:00 Uhr nach Hause, und wenn ich mal auf Kongresse etc. fahren muss verdien ich mir sogar noch ordentlich was durch die Vorträge dazu.

Nun wohne ich natürlich nicht in München und mein sozialer Kreis ist in Berlin und dem Nordosten lokalisiert, aber die Aussage hier, dass ja alle mit viel besserer Work / Life Balance auch mehr verdienen würden als Ärzte...Leute, das glaub ich nun wirklich nicht :D. Ein paar Verrückte in UB oder IB, die ihr Privatleben dem Business opfern, verdienen sicher mehr als der Assistenzarzt nach Tarif, aber der einfache Maschinenbauer oder WIng geht bei gleicher Berufserfahrung im Schnitt nicht mit dem gleichen Gehalt nach Hause wie wir.

Und wer sich nach der Assistenzzeit mit dem Tarif und schlechten Arbeitszeiten abspeisen lässt...selber schuld.

Da mich außerhalb von Infektiologie wenig interessiert, womit ich Geld verdienen könnte, gäbe es am Ende eh kaum Alternativen für mich. Um mit Metal Geld zu verdienen war unsere Band zu scheiße, professioneller Squash-Spieler ist wohl eher eine Ausnahmekarriere, für richtigen E-Sport bin ich diesen einen, kleinen Ticken zu alt und Polizist wäre schön gewesen, aber da sind die Gehaltsaussichten ganz andere als in der Medizin.
Bliebe noch Paläontologe, aber wieviele davon auf der Welt können sich mit dem Job Brot und Bett verdienen? Eben.

Für mich war Medizin das richtige, wäre es auch immer wieder, und wenn ihr euren Job so scheiße findet müsst ihr entweder den Arbeitgeber oder die Disziplin wechseln. Und Ingenieure, Juristen und BWLer haben es, wenn sie wirklich Karriere machen wollen, mindestens genauso schwer. Nur, dass dort exzellente Noten und eine herausragende Vita schonmal Voraussetzung für eine bessere Karriere sind, während bei uns jeder Schluffi mit gutem Geld und sicherem Job ausgestattet wird.
Aber auf der anderen Seite ist das Gras ja immer grüner, und es tut sicher auch mal gut sich richtig auszukotzen. Gehört eben auch dazu :D

ananassaft
05.06.2019, 10:25
Ja definitiv würd ich nochmal machen. Und das sag ich jetzt, frisch nach meinem zweiten 24h-Dienst seit Freitag und mit noch zweien bis Sonntag. Es macht mir meistens Spaß (nicht jede Sekunde, aber grundsätzlich geh ich zu 90% gern zur Arbeit). Und man kann sagen was man will, aber der Verdienst ist gut. Ich bin alleinerziehend, krieg keinen Unterhalt aber kann meine Tochter völlig problemlos zur Privatschule, Reiten und Klavierunterricht schicken und dabei noch gut was für ihr Studium wegsparen.

lux12345
05.06.2019, 11:59
Ob ich das alles auch nochmal machen würde? Studium fand ich zwar schon anstrengend, aber insgesamt lerne ich auch recht gerne, sodass ich das nicht so schlimm fand (musste allerdings nebenbei nicht jobben!)... Die 6 Jahre Innere Medizin im Krankenhaus allerdings... klar, fachlich und so alles herausfordernd und lehrreich, aber andererseits haben meine sozialen Kontakte schon sehr gelitten. Nachdem ich nun hausärztlich tätig bin, ist die Welt aber wieder in Ordnung... klar, die Kassen und die KVen nerven oft, aber Ähnliches hat man sicherlich in anderen Berufen auch.
Ich denke, ich würde es wieder genauso machen!

Hoppla-Daisy
05.06.2019, 16:02
Nein! Spaß am Fach ja, definitiv! Aber das Drumherum lässt mich immer mehr denken, dass ich darauf bis zur Rente keinen Bock habe.

LasseReinböng
05.06.2019, 21:20
Ich würde das Fach wohl noch einmal studieren, es gibt wesentlich schlechtere Berufe als der des Arztes.

Unzufrieden bin ich aber trotzdem was die Arbeitsbedingungen im KH betrifft. Überstunden, Schichtsystem und Dienste zerballern einem teilweise schon erheblich das Privatleben.

Wenn ich das mit Freunden aus anderen akademischen Berufen vergleiche, habe ich oft den Eindruck, daß diese deutlich mehr Zeit für Hobbies, Familie, Freunde und private Interessen haben.

Ärzte haben ja selbst bei den seltenen privaten Treffen unter Kollegen oft keine anderen Gesprächsthemen außerhalb des Berufs mehr, das trägt m.E. schon Züge von Interessensverarmung.

Finanziell steht man nicht so schlecht dar, man sollte aber ehrlicherweise das Grundgehalt bei Vergleichen mit anderen Berufsgruppen zu Grunde legen, dann relativiert sich das mit der angeblich überdurchschnittlichen Bezahlung schnell wieder.

sodbrennen
05.06.2019, 22:26
Ich könnte mir vorstellen wieder Medizin zu studieren. Aber ich könnte mir auch andere Dinge vorstellen.

Objektiv betrachtet ist Medizin nach wie vor eine vernünftige Wahl und die meisten Vergleiche hinken dann doch irgendwo...
- Ja es gibt Berufe in denen man mehr verdient. Aber es gibt kaum Berufe mit praktisch 100%iger Arbeitsplatzgarantie und vergleichbaren Tariflöhnen.
- Ja, als Arzt trägt man Verantwortung, aber s.o. (oder der LKW-Fahrer bei dem Sekundenversagen ausreicht)
- Ja, als Arzt arbeitet man oft viel, aber man kann auch eine 38-Stunden Woche vereinbaren - Ärztemangel sei dank (wollen nur irgendwie dann viele doch lieber nicht). Und selbst mit einer 30-Stunden Woche kann man eine Familie ernähren.
- Ja, man arbeitet am Wochenende. Aber fragt man einen Verkäufer (oder auch viele andere) - viele arbeiten häufiger am Samstag als ich. Dafür habe ich nach einem Donnerstag-Dienst ein richtig langes Wochenende.
- Ja, man macht Nachtdienste, aber man kann sich auch niederlassen und es bleibt einem erspart. Und ich frage mich immer, wie Leute mit einem 9to5-Job Dinge wie Behördengänge oder Einkaufen ohne Massenandrang so machen...
- Ja, man macht häufig unsinnige Medizin, nüchtert zum 10. Mal den chronischen Alkoholiker aus oder baut den 20. Stent in den Kettenraucher oder..., aber im Vergleich mit anderen Berufen stehen wir da doch noch recht gut da.

Dazu kommen noch mehr Vorteile:
- Medizin ist abwechslungsreich. Wenn man nach 10 Jahren Knochen reparieren keine Lust mehr darauf hat, fährt man Notarzt oder macht einen zweiten Facharzt zum Psychiater.
- Man lernt die unterschiedlichsten Menschen kennen, denen man sonst nie begegnen würde. Natürlich nicht nur angenehme, aber wer unterhält sich sonst schon innerhalb von einer Stunde mit einem Botschafter und einem Obdachlosen?
- Man arbeitet praktisch mit seinen Händen. Welcher andere akademische Beruf hat dieses Privileg schon?
- Medizin ist cool - in welchem Beruf wird noch die Autobahn in der Rush Hour dafür abgesperrt, dass man mit einem Helikopter eingeflogen werden kann? Gleich nach Astronaut und Feuerwehrmann :-angel

cooler Beitrag :-top

Zilia
06.06.2019, 00:54
"Medizin interessiert mich." reicht als Motivation nicht aus. Überlege Dir das gut, ob Du Dir das antun willst. Meist kostenlose Pflegepraktika und Famulaturen, je nach Haus, lernen, lernen, lernen, dazu, je nach Finanzierungsstatus, als Zweitstudent/in jobben, jobben, jobben, sein Erspartes aufbrauchen und dann um Studienkredite "betteln".
Habe ein abgeschlossenes geisteswissenschaftliches Studium und mir Ende 20 noch ein Medizinstudium "angetan". Ich bereue es sehr. Denn durch widrige Umstände (gesundheitliche Probleme, die nichts mit dem Studium zu tun hatten, die mich dann mein geplantes Erspartes vorzeitig aufbrauchen ließen, dann viel Jobben und mehrere Studienkredite) war es sehr kompliziert. Durch das Jobben hatte ich u. a. keine Möglichkeit, eine Doktorarbeit zu verfassen, was mir in Bewerbungen gegen promovierte 25jährige zu zahlreichen Nachteilen gereichte.
Das Studium hat sich dadurch auch verlängert. Zeit zum Reisen oder um eine Beziehung zu führen bzw.einen dauerhaften Lebenspartner kennen zu lernen, hatte ich auch keine bzw. auch im Studium war aufgrund des Altersunterschieds die Distanz zu groß.
Ich war mit Mitte 30 fertig und dann ging es los mit dem Chauvinismus, denn ich war ja als Frau noch gebärfähig und somit - nach verdeckter Meinung der überwiegend männlichen Chefs - kurz vor dem biologischen Absturz. Da ich als Alleinstehende nicht die Kraft hatten, mein soziales Umfeld auch noch zu verlassen, bekam ich in meinem Ballungsraum ohne Vitamin B nur die ziemlich miesen Jobs als Ärztin (ich habe kein Super-Examen, aber auch kein Schlechtes). Ich bin alles andere als "gesettlet".
Ich bin gerne Ärztin, aber die "Opfer" sind mir einfach im Nachhinein zu groß.

Evil
06.06.2019, 06:39
Ich bereue nichts!

Echinococcus
06.06.2019, 08:35
Gestern hatte ich nach 15-minütiger Diskussion darum, ob die Kopfzeile eines bestimmten Laborlaufzettels unseren QM Regeln entsprechen würde kurz mal wieder den Gedanken, dass ich ja auch in die Patientenversorgung hätte gehen können, aber danach musste ich nur einmal in den Thread hier schauen und wusste: Alles richtig gemacht :D

Locutus001
06.06.2019, 10:01
"Durch das Jobben hatte ich u. a. keine Möglichkeit, eine Doktorarbeit zu verfassen, was mir in Bewerbungen gegen promovierte 25jährige zu zahlreichen Nachteilen gereichte."

--> Im universitären Umfeld mag das sein, im Ottonormalklinikum ist die Promotion eher nachranging.
Viel wichtiger ist, wie jemand in das bestehende Team passt. Da zählt halt der Eindruck.
Es gibt genügend Chefärzte, die Leute mit mehr Lebenserfahrung (sprich Mitte 30 statt Ende 20) besser finden.
Also das mag in Deiner ganz persönlichen Situation stimmen, aber bei der aktuellen Ärztesituation interessieren Noten, Promotion, Alter nachranging. Viele freuen sich schon, wenn da jemand ordentlich Deutsch spricht ;-)
Aber ja hey, ich kann mir vorstellen, dass es mit Mitte 20 leichter ist. Aber da ich selbst sehr viele in meinem Studien-Freundeskreis hatte, die mit Anfang 30 angefangen haben zu studieren und mit 34-36 ca. dann den Abschluss hatten - mit und ohne Promotion - und die alle eigentlich relativ problemlos ihren Weg gegangen sind... Kann ich das nicht ganz verallgemeinert dastehen lassen.
Und dabei spielte das Geschlecht KEINE Rolle. Auch die "reiferen" Damen sind einigen Chefärzten lieber als die "kleinen Mädchen" um es mal in die Worte einer meiner Freundinnen zu fassen.

"Das Studium hat sich dadurch auch verlängert. Zeit zum Reisen oder um eine Beziehung zu führen bzw.einen dauerhaften Lebenspartner kennen zu lernen, hatte ich auch keine bzw. auch im Studium war aufgrund des Altersunterschieds die Distanz zu groß."

--> Ja, dass das Studium sich hier und da schonmal verlängert, das hat immer viele Gründe und gerade wenn man schon was anderes gemacht hat fühlt man sich da sicherlich angenervt bei.
Was den "Altersunterschied" angeht, durch den die Distanz zu groß war jemanden kennenzulernen... Also bei mir waren wie gesagt einige dabei, die schon Ausbildung oder Erststudium hinter sich hatten. Da waren genug potentielle Partner dabei. Ich kann mir aber natürlich vorstellen, dass es vielleicht als Mann etwas leichter ist. Lassen sich 20 Jährige Mädels doch eher mal zu einem 30 Jährigen Typen hinziehen, als das bei 20 Jährigen Jungs der Fall ist mit 30 Jährigen Frauen.
Eine aus meinem Studium ist sogar mit einem der Profs gegangen... ja... wo die Liebe hinfällt... (50-60J. Prof xD, nicht der sexy Mitdreißiger mit wallendem Haar und muskulösem Oberkörper der bei Anatomie immer den Kittel aufgerissen hat um jedem genau den Verlauf von den Muskeln zu zeigen an seinem entblösten Oberkörper!)

"Ich war mit Mitte 30 fertig und dann ging es los mit dem Chauvinismus, denn ich war ja als Frau noch gebärfähig und somit - nach verdeckter Meinung der überwiegend männlichen Chefs - kurz vor dem biologischen Absturz."

--> Kann ich ebenfalls überhaupt nicht bestätigen aus meinem Umfeld. Aber sorry, dass Du da wohl an ein paar Experten geraten bist. Bei mir ist es eher so gewesen, dass die hübschen Mädels (für nen 50 Jährigen Oberarzt sind mitte 30 Jährige auch hübsche junge Mädels :-P ) immer mal wieder eine Extrawurst (oh wie das klingt in dem Zusammenhang haha :-) ) bekommen haben.
Mehr in den OP, mehr Teaching, etc. Und wenn dann Fehler gemacht worden sind, für die man selbst als letzter Idiot angemotzt worden ist, gab es dort eher "positiv väterliches Feedback".
Das lustige ist, meine Oberärzte die dann weibliche waren (größtenteils!!!) da waren dann auch genügend Spezialisten dabei!
Vielleicht wurden sie selbst so böse runtergemacht, ich weiß es nicht, aber die konnte nicht gut mit jungen männlichen Assistenzärzten. Die Mädels wurden da auch wieder ein bisschen extra geschult - nach dem Motto Frauen müssen zusammenhalten - und die Jungs wurden ein bisschen extra angepampt - nach dem Motto EUCH SEXISTEN ZEIG ICH ES!!!

Also ja ich hab auch schon den coolen - leicht Alkoholiker - Oberarzt gehabt, der dann die Jungs zur Seite nahm und ein paar derbe Witze gerissen hat - auch vor den Mädels. Und einem während der OPs gezeigt hat wie toll er ist - aber auch wie toll man selbst sein kann! Das war wirklich cool insgesamt! Aber der hat die Mädels auch nicht runtergeputzt oder so. Nur manche Sprüche waren vielleicht etwas daneben. Aber ganz ehrlich, lieber nen doofen Spruch, als nen doofen Oberarzt (m/w/d).

Arrhythmie
06.06.2019, 10:50
"Medizin interessiert mich." reicht als Motivation nicht aus. Überlege Dir das gut, ob Du Dir das antun willst. Meist kostenlose Pflegepraktika und Famulaturen, je nach Haus, lernen, lernen, lernen, dazu, je nach Finanzierungsstatus, als Zweitstudent/in jobben, jobben, jobben, sein Erspartes aufbrauchen und dann um Studienkredite "betteln".
Habe ein abgeschlossenes geisteswissenschaftliches Studium und mir Ende 20 noch ein Medizinstudium "angetan". Ich bereue es sehr. Denn durch widrige Umstände (gesundheitliche Probleme, die nichts mit dem Studium zu tun hatten, die mich dann mein geplantes Erspartes vorzeitig aufbrauchen ließen, dann viel Jobben und mehrere Studienkredite) war es sehr kompliziert. Durch das Jobben hatte ich u. a. keine Möglichkeit, eine Doktorarbeit zu verfassen, was mir in Bewerbungen gegen promovierte 25jährige zu zahlreichen Nachteilen gereichte.
Das Studium hat sich dadurch auch verlängert. Zeit zum Reisen oder um eine Beziehung zu führen bzw.einen dauerhaften Lebenspartner kennen zu lernen, hatte ich auch keine bzw. auch im Studium war aufgrund des Altersunterschieds die Distanz zu groß.
Ich war mit Mitte 30 fertig und dann ging es los mit dem Chauvinismus, denn ich war ja als Frau noch gebärfähig und somit - nach verdeckter Meinung der überwiegend männlichen Chefs - kurz vor dem biologischen Absturz. Da ich als Alleinstehende nicht die Kraft hatten, mein soziales Umfeld auch noch zu verlassen, bekam ich in meinem Ballungsraum ohne Vitamin B nur die ziemlich miesen Jobs als Ärztin (ich habe kein Super-Examen, aber auch kein Schlechtes). Ich bin alles andere als "gesettlet".
Ich bin gerne Ärztin, aber die "Opfer" sind mir einfach im Nachhinein zu groß.

Ich habe ebenfalls als Zweitstudentin angefangen (Erststudium Wirtschaft/Int. Management) und werde auch mit Anfang 30 fertig. Ich würde es wieder tun. Vielleicht müsste man mich in 5 Jahren nochmal erneut befragen. Aber aktuell würde ich alles genauso wieder machen.
Ich muss allerdings zugeben, dass ich finanziell abgesichert bin, nie jobben musste (es aber zwischendurch trotzdem gemacht habe weil es mir im OP immer Spaß gemacht hat), keine Kredite oder sonstiges gebraucht habe. Also finanziell in trockenen Tüchern studiert habe. Außerdem mit viel Rückhalt von Mann und meinen Eltern. (Gut, zu Beginn war das eher Ablehnung - hat sich dann aber nach der Anfangszeit in Rückhalt umgewandelt)
Ein Kind hab ich mittlerweile auch, Dr. Arbeit fertig gemacht und in Regelstudienzeit durchgezogen. Es hätte tatsächlich nicht besser laufen können.
Chauvinistische Bemerkungen habe ich nie wahrgenommen. Allerdings bin ich diesbezüglich auch nicht sehr zart besaitet. Ich habe mir angewöhnt bei Kritik ausschließlich die Sachebene herauszuhören und den Rest komplett zu ignorieren oder (je nachdem welche Personen) entsprechend zu kontern. Das ist zB etwas, was ich während meiner Nebenjobs im Op gelernt habe. Sehr wertvoll.

Ich hatte auch immer genug Zeit zu Reisen. Sogar trotz Dr. Arbeit und Kind.

Ja, also aktuell würd ich wirklich alles wieder so machen. Evtl. wär ich lieber schon im 5. Semester schwanger geworden, als das noch "abzuwarten", war Anfang des 6. Semesters dann schwanger. Aber eigentlich auch egal... Nur so eine Überlegung. Klinik war im Gegensatz zur VK echt mega entspannt.

hebdo
06.06.2019, 19:57
Ich habe gerade meine Klinikzeit in der Inneren beendet und dabei viele tiefe Täler durchwandert. Trotzdem bereue ich es nicht, den Weg eingeschlagen zu haben. Die ersten Jahre sind eben keine Herrenjahre. In einem Pharmakonzern hätte ich schon viel früher anfangen können. Aktuell habe ich ein Angebot einer Unternehmensberatung vorliegen mir ein Projekt anzuschauen.

Bei mir war Medizin auch das Zweitstudium und ich habe ca 2 Jahre in der freien Wirtschaft gearbeitet. 60h habe ich auch teilweise gearbeitet und es war auch nervig.

Wenn ich die Zeit zurück drehen könnte würde ich wahrscheinlich am Ende wieder in der Medizin landen, aber vorher ohne Zukunftsängste alles entspannter angehen lassen.

KR375
07.06.2019, 10:10
Vielen Dank erstmal für die ganzen Antworten!

Meine Antwort wird sich vermutlich etwas ziehen, da ich gleich noch was arbeiten muss :-)

Ich habe Physik studiert, bin jetzt 26 und seit einigen Monaten am promovieren. Jetzt gerade find ich das auch gar nicht mehr soo schlecht. Liegt wohl auch daran, dass ich das Hinterfragen bzgl. Spaß und Sinn grad abgestellt hab und einfach meine Arbeit mache. Dann freue ich mich auch darüber, wenn ich was erledigt hab oder gelobt werde. Aber meine Leidenschaft ist mein aktuelles Thema nicht. Das ist doch sehr theoretisch und ich krieg einen verspannten Nacken und dann Kopfschmerzen, weil ich NUR am PC sitze (abgesehen von 1,75 Meetings pro Woche, Mittagessen und Kaffeepausen). Bei meinem Masterarbeitsthema war ich sehr viel begeisterter, allerdings ist trotzdem Medizin bis dato das einzige Thema, zu welchem ich regelmäßig Sonntag morgens Fachzeitschriften lese.

Die Fülle des Stoffes im Medizinstudium macht mir auch etwas Sorgen. Ich finde die Themen meist super spannend und bin auch gerne Samstagnachmittag in der Medizinabteilung der Buchhandlung, nur sieht man da eben auch, dass es wirklich viel ist.
Und ich war eigentlich meist eher faul, auch im Physikstudium. Hatte da den Vorteil, dass ich die Dinge gut verstanden hab und von daher für gewöhnlich nicht so viel tun musste. Gab aber trotzdem auch Zeiten, in denen es wirklich viel war (Semester mit 5 Übungszetteln pro Woche + Praktikumsprotokolle, früh morgens oder nachts messen während der Masterarbeit, wenn es fertig werden musste). Bei der Masterarbeit fand ichs trotzdem ganz cool.

Ich glaub, mein Hauptproblem ist jetzt gerade, dass ich mich einfach frage, was nach dieser Promotion kommen soll, wenn ich nicht Medizin studiere. Jetzt grad denke ich, dass ich mich mit dem Promotionsthema evtl. arrangieren könnte, auch wenn es absolut nicht meine Leidenschaft ist. Aber was mache ich danach :-nix Und ich würde nicht mein Leben lang etwas tun wollen, wofür ich mich nicht begeistern kann. Dafür bin ich viel zu begeisterungsfähig. Außerdem hab ich ja nur ein Leben, dann möchte ich das auch gern für etwas einsetzen, was ich sinnvoll und erfüllend finde. (Ja, klingt sehr kitschig und sicher ist die Medizin auch nicht immer erfüllend und manchmal ziemlich nervig und ich weiß ja auch gar nicht, ob ich die Arbeit dann wirklich toll fänd - deshalb überlege ich ja auch).

Aktuell ist es so, dass ich freiwillig gar nichts zum Promotionsthema lese, aber mich regelmäßig davon abhalten muss, mir nicht irgendwas zu Medizin durchzulesen (mich interessieren sogar die Namen der Muskeln an der Schulter...). Ich weiß nur natürlich nicht, ob es mich auch noch interessiert, wenn ich für ein Fach unter 5 oder so alle Muskeln, alle Sehnen, alle Knochen und alles, was es sonst noch so gibt im menschlichen Körper, auswendig lernen muss. Bzw. ob mir das dann nicht doch zu viel des guten ist.

Meine Arbeitsbedingungen momentan sind sehr gut. Ich verdiene für eine Promotion sehr gut (knapp 2000€ netto pro Monat), habe Gleitzeit und Home Office, wann immer ich will (außer bei Meetings natürlich), nette Kollegen und Chefs, flache Hierarchien, bin in einem internationalen Graduiertenprogramm, mache also auch den englischen Doktortitel, werde für 1 Jahr ins englischsprachige Ausland gehen für die Promotion und hab viele Urlaubstage im Jahr.
Also von den Arbeitsbedingungen her könnte ich es wohl kaum besser treffen. Aber man muss auch dazu sagen, dass die Promotion nur 3 Jahre dauert und ich danach was anderes brauche. Aktuell kann ich es mir nicht vorstellen, an meinem Institut zu bleiben, weil mich das Thema eben eher nicht so interessiert und es auch von der Gegend her nicht ganz meins ist zum dauerhaften wohnen.
Und ich weiß halt nicht, was für einen Job ich hinterher kriegen würde. Versicherung reizt mich grad nicht, Beratung ist zu viel Gereise und zu schlechte Arbeitsbedingungen, bei Lehramt fänd ichs fachlich wohl langweilig und ich weiß nicht, wie gut ich mit den richtig schwierigen Schülern klarkäme, Medizinphysik fand ich im Praktikum langweilig (ein Praktikum dazu im Ausland war durchaus spannend, aber spontan reizt mich Medizin mehr), universitäre Forschung reizt mich meist vom Thema her nicht und die Arbeitsbedingungen sind mau, industrielle Forschung/QM oder so könnte in Frage kommen. Bin aber auch grad nicht so richtig begeistert von dieser Vorstellung. Zumal ich dann eben nie Medizin studieren könnte und ich mir vorstellen könnte, dass ich das einfach sehr schade fände und mich vllt immer fragen würde, wie es gelaufen wäre, hätte ich doch noch Medizin studiert.
Ich hab auch schon vor dem Studium drüber nachgedacht, nur hatte ich da Angst vor Nadeln und wollte nicht mit Menschen arbeiten und nicht auswendig lernen. Auch während des Studiums bin ich dann immer durch die Medizinabteilung gestreift und hab mich gefragt, ob ich das nicht doch noch mal machen sollte. War auch immer etwas neidisch auf Medizinstudenten, absurderweise hätte ich sogar gern mit meiner besten Freundin getauscht, als sie letzthin Leberzirrhose fürs Hammerexamen lernte.
Ich finds einfach irgendwie schade, dass ich Medizin aktuell nicht für den Job lernen kann, sondern das dann immer nur so in die Sparte Hobby fällt.
Mir medizinisches Wissen aneignen scheint mir aber durchaus leicht zu fallen (wohlgemerkt, ich MUSSTE es noch nie und hatte auch nie diese Mengen). Mein Gehirn saugt das Wissen gern auf und findet irgendwo ein Plätzchen zum Abspeichern.

Finanziell wärs natürlich nicht perfekt während des Studiums, aber ich spare aktuell mehrere Hundert € pro Monat und habe einiges Erspartes, da meine Verwandten seit meiner Geburt Geld für mein Studium angelegt hatten und ich da im Erststudium nicht ran musste. Zudem würden mich meine Eltern wohl auch noch mal mitunterstützen und ich würde nach einem guten Nebenjob Ausschau halten.

Interessieren würden mich wohl besonders Radiologie, Allgemeinmedizin, Orthopädie, Neurologie, Pädiatrie, Labormedizin vllt auch, vllt auch sowas wie Arbeitsmedizin. Ich finde allerdings auch die medizinische Forschung sehr spannend. Mir schwebt da auch manches vor, woran ich gern forschen würde, weiß aber natürlich nicht, ob das dann auch realistisch ist. Besonders reizvoll an der Medizin finde ich aber auch, dass ich auch noch anderes als Forschung spannend finde. Denn ich weiß nicht, ob ich immer nur forschen möchte und mit Physik interessiert mich grad anscheinend nur Forschung/QM/Management und mit Medizin könnte ich mir auch den normalen ärztlichen Alltag im niedergelassenen Bereich oder Labor und zwischenzeitlich auch Krankenhaus sehr gut vorstellen.
Und zumindest im Physikstudium wars so, dass ich auch mal einen 14h Tag hatte (wir hatten gern mal ausschweifende Praktika und ich hab gern etwas prokrastiniert und dann alle Zettel am Tag der Abgabe oder einen davor gemacht - das würde ich jetzt (hoffentlich) anders machen :-) ) und mich dieser vereinzelte 14h Tag dann nicht gestört hat.

Mich persönlich würde auch das Ausland sehr reizen, da ich mich insbesondere im englisch- und französischsprachigen Umfeld sehr wohl fühle.

Das Thema Familienplanung und Partnerfindung macht mir auch Gedanken. Bisher war ich in dem Bereich noch nicht so super aktiv (so eine richtige, längere Beziehung hatte ich noch nicht und ich treffe selten jemanden, den ich attraktiv finde). Hab aber auch erst vor so 3 Jahren angefangen, wirklich mit Interesse zu daten und davon 2 Jahre größtenteils monogam gedatet ( :D ). Allerdings habe ich jetzt in letzter Zeit zwei Männer getroffen, die ich attraktiv finde - der eine ist aber vergeben und der andere wohnt auf dem großen nordamerikanischen Kontinent :D Mit dem auf dem anderen Kontinent stehe ich aber in Kontakt und wir haben wohl beide Interesse, die Entfernung ist halt blöd. Die sind aber beide so um die 20, von daher würde das vom Altersabstand her gar nicht mal so schlecht passen bei einem Medizinzweitstudium ;-)
Gedanken mache ich mir da aber durchaus trotzdem. Man braucht ja eben auch ein bisschen Zeit um jemanden kennenzulernen und das zu intensivieren.
Ich glaube, ich kann aber auch sehr effizient arbeiten, wenn mich etwas interessiert. Und dann bleibt eben auch viel mehr hängen. Zudem habe ich schon mal in nem Club Physikzettel gerechnet, warum sollte man da dann nicht auch Medizin lernen können? :-notify
Man steht ja auch in der Schlange, geht auf Klo, setzt sich vllt auch mal ohne Gespräch hin, sitzt nachher im Bus oder so... :D

KR375
07.06.2019, 10:23
Aktuell bin ich auch nicht so fest an einem Ort verwurzelt und meine Freunde wohnen einigermaßen über den Globus verstreut. Mein Freundeskreis aus dem Studium wohnt aber in Europa und wir treffen uns mindestens einmal pro Jahr für ein langes Wochenende. Da mache ich mir auch etwas Sorgen, weil ich meine Freunde auf keinen Fall verlieren will. Andererseits sind wir jetzt aber auch schon eine Weile verstreuter und sehen uns nicht so oft und ich habe den Eindruck, dass die Freundschaften eher intensiver und besser geworden sind. Ich mache mir schon auch Sorgen, dass ich mich von ihnen wegentwickeln könnte, wenn ich noch mal studiere. Allerdings habe ich mich seit meinem Auslandssemester eh schon sehr stark verändert und bisher ist es her passender geworden. Zudem sind meine Freunde, mit denen ich die langen Wochenenden verbringe sehr verständnisvoll, was während des gemeinsamen Wochenendes lernen/arbeiten anbelangt. Da kam jetzt auch der Vorschlag, dass wir mal zusammen einen Lern-/Arbeitsurlaub irgendwo in einer kleinen Hütte in der Natur machen. Und man kann da auch am Samstag das Notebook rauskramen oder so.

agouti_lilac
07.06.2019, 10:37
Auch deren Leben wird sich verändern... neuer Job, neuer Partner, Kinder, ... .

Kackbratze
07.06.2019, 10:49
Wenn Du ins Ausland willst ist die Anerkennung des Abschlusses auch ein Thema, bei Nordamerika musst du deren Examen bestehen.

Locutus001
07.06.2019, 11:15
Wenn Du ins Ausland willst ist die Anerkennung des Abschlusses auch ein Thema, bei Nordamerika musst du deren Examen bestehen.

Genau das!

Also, sofern Du die Zulassungs fürs Zweitstudium bekämst, dürfte es prinzipiell kein Problem sein das Studium durchzuziehen. Ich glaube wer Physik studiert hat, kann auch Medizin. Ist halt nur was anderes (und hey Du kannst Dir Physik in der Vorklinik anerkennen lassen hahaha xD ).

Mach halt Medizin wenn Du sonst nichtmehr mit Deinem Leben klar kommst, weil Du Dich immer fragst was wäre wenn.
Aber ich glaube als promovierter Physiker mit Hobbyambitionen im Bereich Medizin gibt es da auch genug, was man machen kann um beides zu vereinen.
Kann man doch bestimmt bei SIEMENS, Roche, Abbott und Co. gebrauchen in der Medizintechnikecke.

Teilweise klingt das bei Dir eher wie infantile Panik vor dem wahren Leben ^.^
Was ich total nachvollziehen kann, an der ein oder anderen Stelle im Leben geht uns allen das ein bisschen so.
"Oh oh jetzt bin ich bald fertig und der Ernst des Lebens geht los... aber war das die richtige Entscheidung? Ist es das, was ich mein Leben lang machen will? Erfüllt mich das? Bin ich das? Sollte ich jetzt noch schnell was anderes machen bevor ich älter als xx bin? (bei den meisten ist die Schwelle wohl so zwischen 25-35J) AAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHH, weiser Guru bitte hilf!"

Ist halt irgendwie ein harter Schnitt zu dem geleiteten Pfad von Kindergarten, Schule, Uni... und jetzt? So ganz ohne Curriculum?
Und noch viel schlimmer... so ganz ohne Semesterferien xD

Wenn Du nicht weißt, wo Du genau hin willst im Leben, dann ist jede andere Richtung eben auch nur ein Versuch vielleicht doch das zu finden, was Du suchst. Aber - so geht es mir - wenn man da keine richtige Leidenschaft hat, dann muss man halt irgendwas machen, was so "okay" bis "gut" ist für einen. Und im besten Fall etwas, das einem erlaubt nebenbei dann noch andere Interessen zu verfolgen. Denn Fußball mit den Kumpels am Wochenende kicken mag zwar auch eine Leidenschaft sein, die einen erfüllt, aber die wenigsten Menschen verdienen damit Geld. Wenn man dann mit etwas Geld verdient aber es einen nicht erfüllt und man hat gleichzeitig keine Zeit für kicken mit den Kumpels, dann nenne ich das ein Verlust-Verlust-Geschäft.

Musst Du halt abwägen für Dich. Nachher bereust Du nochmal 6 Jahre oder mehr in den Sand gesetzt zu haben für Medizin, wo Du schon 6 Jahre Berufserfahrung, gutes bis sehr gutes Gehalt und vielleicht sogar die Sinnsuche in Deinem Feld hättest abgeschlossen haben können. Wer weiß. Ich nicht! Aber Kackbratze hat vielleicht mit seinem Spruch "The Cake is a Lie" die wahre Orakelantwort für Dich schon geliefert haha :-)