Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Würdet ihr wieder Medizin studieren?
Seiten :
1
2
3
4
5
[
6]
7
8
9
10
11
12
13
Nach einem Jahr Weiterbildung hinschmeißen und dann zwar nicht überstundenfrei, aber vermutlich hochbezahlt in die Beraterbranche wechseln und dann multimedial den Nachwuchsärzten von den tollen Chancen in der Patientenversorgung predigen...genau mein Humor...
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/video/103498/Junge-Aerzte-Anne-Wichels-Schnieber-ueber-die-Versorgung-von-morgen
An diesen Pharisäern geht das Gesundheitswesen irgendwann zugrunde.
Ja das würde ich wieder und wieder noch Mal machen und Medizin Studieren.Trotz des ganzen Stresses und der langen harten Nächte, die man damit verbracht hat zu lernen und zu ackern, hat es mir unheimlich echt Spaß gemacht. Medizin ist mein Traum Fach gewesen und ist es immer noch so und das wird sich niemals ändern das weiß ich mit Sicherheit, deshalb kann mich nicht beklagen. Ok ! vlt gab es ja Momente, wo ich gedacht habe, was das ganze sein soll aber letztendlich weiß ich, dass ich nirgendwo anders passen würde / werde außen in Medizin.
Viel Glück euch allen und viel Spaß beim Lernen ;)
Vorteile :
Es ist ein sehr interessantes Fach und es macht echt viel Spaß. Es gibt viele Dinge, die man verstehen soll und das genau, was dieses Fach interessant macht. Später hast du bestimmt einen sichern Arbeitsplatz würde ich sagen. Es öffnet dir viele womöglich neue Wege & viele Möglichkeiten im Leben und bringt dich auf neuem Niveau.
Nachteile :
Vieeeeeeeel Streß, mehr als man vorstellen kann.
Vieeeeeeeel zu viel zu Lernen hat man da , was darauf hindeuten würde, dass man damit viel Zeit investieren muss.
Man hat echt Wenig Zeit für sich was mit Freunde zu unternehmen oder sonsiges !
* Was Familienplanung und Familienleben würde ich sagen, dass es nicht easy sein werde, aber manche könne es schaffen beides zu managen. Aber, wenn ich über mich sprechen würde, dann würde ich das so sehen und sagen, dass es mir leider nicht leicht war, ist, wird beides zu managen.
* Work-Life-Balance ! :
Nicht einfach und mit viel Stress verbunden. Medizin ist ein sehr stressiges Fach. Arbeiten als Arzt macht es an sich echt viel Spaß aber gleichzeitig musst du wissen, dass man viele Stunden arbeiten wird & noch dazu viele Nachtdienste, was einem echt Müde macht. Deshalb sagt man immer, dass die Ärzte mit ihrem Job verheiratet sind ! Dennoch fehlt der Aspekt des Privatlebens. Die Berufslaufbahn ist in diesem Fall also durch einen relativ turbulenten Verlauf gekennzeichnet ! .
Der Stress - Spaß ratio ist in diesem Fall gleich würde ich sage. Das heißt, trotz des ganzen Stresses bleibt der Spaß an der Arbeit der Zauberstab, der dir den ganzen Stress erleichtert, weil du als Arzt großes schaffst und viele Menschen dabei hilfst wieder gesund zu werden.
Viel Glück bei der Entscheidung und hoffe, dass ich mit meinem Beitrag helfen könnte !
Ja das würde ich wieder und wieder noch Mal machen und Medizin Studieren.Trotz des ganzen Stresses und der langen harten Nächte, die man damit verbracht hat zu lernen und zu ackern, hat es mir unheimlich echt Spaß gemacht. Medizin ist mein Traum Fach gewesen und ist es immer noch so und das wird sich niemals ändern das weiß ich mit Sicherheit, deshalb kann mich nicht beklagen. Ok ! vlt gab es ja Momente, wo ich gedacht habe, was das ganze sein soll aber letztendlich weiß ich, dass ich nirgendwo anders passen würde / werde außen in Medizin.
Viel Glück euch allen und viel Spaß beim Lernen ;)
Was denn nu? Im Klinik-Studenten-Thread schreibst du von Ophthalmo.
Bist du also schon Arzt oder nicht?
timothy007
12.06.2019, 14:16
Man muss auch mal mit diesem Märchen vom "sicheren Job" aufräumen. Diesen gibt es nicht und im Gesundheitswesen von morgen schonmal gar nicht.
Der Ärztemangel in Folge des demografischen Wandels ist durch Menschen nicht mehr auszugleichen. Die Folge wird sein, dass man Alternativen finden muss und Alternativen finden wird, um insbesondere in ländlichen Regionen eine medizinische Versorgung - weitestgehend ohne Arzt - gewährleisten zu können (Assistenzberufe, künstliche Intelligenz). Und sobald man merkt, dass es viele Alternativen gibt, um ärztliche Aufgaben zu bewältigen, werden diese vor dem Hintergrund der Kostenreduktion auch flächendeckend genutzt werden.
Dass wir derzeit soviele Ärzte haben und brauchen liegt insbesondere daran, dass das sehr traditionell geprägte Fach den technischen Fortschritt verhältnismäßig nur sehr langsam implementiert und sich entsprechend derzeit noch mit vielen Aufgaben belastet, die noch innerhalb der nächsten 5-10 Jahre obsolet werden. Man muss sich nur mal den Alltag eines niedergelassenen Allgemeinmediziners vorstellen. Mal abgesehen von der Bürokratie: Analoge Befundung von EKGs, Dinge wie Impfberatung oder das analoge Erstellen von Medikamentenplänen bei chronischen Erkrankungen, für die es bis ins letzte Detail Leitlinien und Studienempfehlungen gibt. Dies und hunderte weitere alltägliche Tätigkeiten können ohne schlechtes Gewissen und qualitativ wesentlich hochwertiger und fehlerunanfälliger von künstlicher Intelligenz übernommen werden.
Radiologen werden in spätestens 10 Jahren nur noch ihr Okay geben, wenn die KI innerhalb von Sekunden durch Abgleich mit Millionen Datensätzen ihr Ergebnis ausspuckt. In 20 Jahren wird es diesen Beruf genauso wenig geben wie den des Buchbinders. Und dann ist die TE gerade einmal Mitte 40.
Die Digitalisierung wird ordentlich aufräumen. Der Arzt wird eines ihrer größten "Opfer".
Hauptsache Wahrsager werden auch in 20 Jahren noch gebraucht, dann wirst wenigstens du nicht arbeitslos.
timothy007
12.06.2019, 16:11
Hauptsache Wahrsager werden auch in 20 Jahren noch gebraucht, dann wirst wenigstens du nicht arbeitslos.
Du offenbarst die ganze Misere in Sachen Bildung von Medizinern in Sachen Digitalisierung und KI. Das sind leider nicht meine Vorhersagen (so kreativ bin ich leider nicht), sondern die Meinungen diverser in der Branche - auch ärztlich - Tätiger. Frag mal beispielsweise Herrn Professor Forsting, Direktor der Radiologie an der Uniklinik Essen, wie er so die Überlebenschancen von Fachärzten für Radiologie vor dem Hintergrund sich bereits jetzt in Entwicklung befindlicher Ressourcen sieht ;).
Du glaubst doch nicht im ernst, dass ein heute Geborener, dessen Eltern bereits digital natives sind, und für den social media nichts Neues, sondern etwas immer schon dagewesenes darstellt und der seine Bildung zu großen Teilen digital erfährt, sich in 20 Jahren in die nächstgelegene Arztpraxis setzt, um mit jemandem, der 100 Leitlinien auswendig gelernt hat über seine Allergie oder was auch immer diskutiert?
WackenDoc
12.06.2019, 16:12
Wenn ich sehe, was unser EKG so an automatischen auswertungen fabriziert, bin ich mir sicher, dass ich wohl noch bis zur Rente einen Job haben werde.
timothy007
12.06.2019, 16:15
Wenn ich sehe, was unser EKG so an automatischen auswertungen fabriziert, bin ich mir sicher, dass ich wohl noch bis zur Rente einen Job haben werde.
Richtig, das läuft noch gar nicht. Die Dynamik hinsichtlich des technischen Fortschritts ist jedoch eine höhere als noch vor ein paar Jahren. Die Schlagzahl an Neuerungen nimmt zu und irgendwann werden auch wieder "Schübe" kommen, wie zuletzt mit dem Smartphone. Aber gut...das ist alles ein anderes Thema. Meine Kernaussage: Nein, der Arztjob ist keineswegs die "sichere Bank" als die er hier von manchen dargestellt wird.
Was aktuell handelsübliche EKG-Kisten ausspucken hat technisch auch nichts, wirklich gar nichts, mit AI zu tun. Die sind nach dem zehntausendsten EKG genauso dumm wie nach dem ersten.
Das hier ist AI: Esteva et al. 2017, Dermatologist-level classification of skin cancer with deep neural networks (https://www.nature.com/articles/nature21056). Zu EKGs gibt es ebenfalls Publikationen - funktioniert; warum auch nicht.
Die ganze Ärzteschaft wird's trotzdem nicht wegrationalisieren. Es find' sich schon was, außerdem alte weiße Männer.
Kackbratze
12.06.2019, 16:57
Bei dem aktuellen Infrastruktur-Ausbau-Stau und Energiewende in Deutschland rechne ich eher mit dem Ausfall aller MRT und CT nachts und zu Spitzenzeiten, so dass sich Stethoskop und Erfahrung gegenüber "Digital natives"-Endanwendern ohne Wissen über die Technik wieder durchsetzen werden.
Nur weil man Snapchat und Insta kann, heisst das nicht, dass man beim Ausfall oder Fehlbedienung der AI-Connect-App in der Klinik gleich weiss, wie man das Problem beheben kann oder die Ausfallzeit überbrücken kann.
Immer dieses Gerede, dass "die Jugend" das alles kann. In der Schule werden keine Computer-Basics beigebracht. Appstore und Playstore machen alles automatisch und im Zweifel wird immer auf ok geklickt ohne nachzudenken, warum das neue Hintergrundbild Zugriff auf Telefonbuch, Kamera und Mikrofon braucht.
Am PC sieht es nicht besser aus, da regieren automatische Updates, jede Menge Müll im Hintergrund und fehlende Kenntnisse bei Virenbefall, technischen Ausfällen und fehlendem Wlan. PEBKAC. Das fällt mir dazu zu 90% nur ein.
Die Zukunft sehe ich da nicht. Nur Endanwender ohne Ahnung.
Du glaubst doch nicht im ernst, dass ein heute Geborener, dessen Eltern bereits digital natives sind, und für den social media nichts Neues, sondern etwas immer schon dagewesenes darstellt und der seine Bildung zu großen Teilen digital erfährt, sich in 20 Jahren in die nächstgelegene Arztpraxis setzt, um mit jemandem, der 100 Leitlinien auswendig gelernt hat über seine Allergie oder was auch immer diskutiert?
Oh doch. Wenn nämlich jemand Beschwerden und Schiss bekommt, dann will der nicht auf einer App herumwischen, sondern Beratung und Zuwendung, ggf. schreit er/sie/es nach seinem oder ihrem Mama-Äquivalent. Vor allem, wenn es Nacht ist und dunkel. Falls Du das bezweifelst, dann komm mal in meine Praxis und schau Dir an, womit ich einen Großteil meiner Zeit verbringe.
Das mit der technischen planlosen Jugend kann ich so bestätigen.... Da wird ja schon gemeckert, wenn ein Laptop nicht gleich angeht, wenn man aufs Knöpfchen drückt, sondern erst hochfahren muss :-wow meiner Erfahrung nach ist die Generation zwischen 1970 und 1990 technisch am versiertesten.
timothy007
12.06.2019, 17:27
@Kratzbacke: Da hast du sicher vollkommen recht. Das sehe ich genauso wie du. Ich glaube allerdings, dass es technisch mittelfristig problemlos realisierbar sein wird, Gesundheitsanwendungen so "einfach" zu gestalten, dass sie für jeden Endanwender brauchbar viele Teile des ärztlichen Aufgabenspektrums übernehmen können. Dazu gehört natürlich in absehbarer Zeit keine Neoblase und wahrscheinlich auch nicht die stationäre Betreuung komplex multimorbider Intensivpatienten. Nur um mal ein Beispiel zu nennen: Hautkrebs Screening. Ich mache ein Foto und schicke es an einen Server. Der bezieht Millionen Parameter ein (Parameter der Bildqualität, verwendetes Smartphone-Modell, Parameter zu Größe, Form, Farbe usw.), vergleicht mit Daten von Millionen anderen Patienten und spuckt ein Ergebnis aus. Exzidieren muss natürlich ein Arzt. Ein sportlicher Anteil der dermatologischen Tätigkeit in der Niederlassung fällt dennoch weg.
@Evil Wir sind vollkommen einer Meinung, dass das das Bedürfnis der Patienten von heute ist. Ich bezweifel das keinesfalls. Es gibt aber auch momentan noch keine ernst zu nehmende Alternative. Gerade in der älteren Generation (Ü60), für die die ersten Anzeichen der Digitalisierung oftmals erst mit 40 oder 50 in ihr Leben traten, herrschen zudem ohnehin Vorbehalte. Doch wird es diese Vorbehalte auch bei jemandem geben, der aus einer Generation kommt, in denen Mütter und Großmütter ihre Schwangerschaft einst im Jahr 2025 auf Instagram geteilt hatten? Für den viele digitale Gesundheitsangebote von Anbeginn seines Lebens dazu gehörten? Vor allem vor dem Hintergrund, dass wir - wie oben erwähnt - in 10 und 20 Jahren sicher weitreichend kompetente Systeme haben werden...
WackenDoc
12.06.2019, 17:34
Der Arzt müsste vor allem das Ergebnis validieren und dem Patienten vermitteln.
Es gibt jetzt schon so eine Fülle an Informationen, dass viele davon völlig überfordert sind. Gerade auch die Jüngeren. Und nicht uz unterschätzen- es gibt Menschen die schlichtweg nicht lesen und schreiben können und nein, die lassen sich Texte auch nicht vorlesen oder schauen sich Tutorials auf Youtube an.
Wenn eine AI aber 90% Trefferquote hat und Radiologische Oberärzte nur 85%, wie kann sich ein Mensch rausnehmen, das zu "validieren"?
WackenDoc
12.06.2019, 17:58
Weil der Mensch seine Gesundheit nicht komplett Maschinen anvertrauen wird/will.
Der OA wird an ein von AI vorsortiertes Bild wohl auch anders anschauen, bewerten.
timothy007
12.06.2019, 18:01
Weil der Mensch seine Gesundheit nicht komplett Maschinen anvertrauen wird/will.
Der Mensch von heute nicht. Er kennt aber auch noch keine hochgradig zuverlässigen Systeme.
WackenDoc
12.06.2019, 18:10
Du behandelst noch keine Patienten, oder?
timothy, im Ernstfall wird sich niemand hinreißen lassen, und vernünftigerweise auch nicht hinreißen lassen dürfen, einen Hautkrebsausschluss per App anzubieten. Durch mehr Frühdiagnosen (und den obligatorischen und richtigen Hinweis: "Bitte gehen Sie trotzdem zum Hautkrebsscreening.") hingegen wird doch der Bedarf an Derma-Terminen nicht sinken - im Gegenteil - die persönliche Gesundheitsvorsorge wird einfach nur verbessert.
Selbst wenn wir in fernerer Zukunft mal technisch, ethisch, juristisch, ... so weit sind, dass eine geschulte Fachkraft das Abfotografieren übernehmen darf und eine AI die Indikation zur Diagnostik übernehmen kann (why not?), dann ist eben diese Angelegenheit in jener Zukunft neuartig delegierbar.
Finde ich nicht abwegig und lässt sich auf zig weitere, nicht nur bildgestützte, diagnostische Verfahren, übertragen. Anders als LKW-Fahrer - die es in zwanzig Jahren hoffentlich wirklich nicht mehr geben wird - gibt's für Ärzte aber ausreichend anderes zu tun - mannigfaltig, wandelbar, seit jeher auch durch Technik selbst. Keine Fachrichtung wird schlagartig arbeitslos werden.
Powered by vBulletin® Version 4.2.3 Copyright ©2026 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.