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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Blut abnehmen/Viggo legen bei "schwierigen" Venen



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elastic
18.06.2019, 17:19
das müsste man mal in person sehen... ob da erwartung und können nicht weit auseinander klafft
wenn du lernwillig an die sache ran gehst kann es nicht sein, dass du bei so vielen BEs nicht besser wirst.

WackenDoc
18.06.2019, 20:59
Schade, dass ihr nicht zu mir zur Famulatur kommen könnt- wir haben jeden Tag Blutentnahmen, meist bei guten Venen und kooperativen Patienten. Das wäre definitiv ein Erfolgserlebnis.

Dank Mangel beim Assistenzpersonal bin ich zur Zeit der Hauptvampir bzw. ich teil mir das mit den Assistentinnen, da sind.

Fr.Pelz
19.06.2019, 22:13
Ich hab im Geriatrie-Tertial richtig Blutabnehmen gelernt und kann das jetzt, möchte ich behaupten, nach 6 Jahren Assi-Dasein recht gut. Trotzdem hab ich natürlich keine 100% Trefferquote.
Tipps: Zeit nehmen, wenns schwierig aussieht. Die Geri-Ärztin hat sich z. T erstmal einen Stuhl genommen, den Patienternarm auf rückenschonende Arbeitshöhe gebracht etc...mir ist das meist zu umständlich, aber wenn es so gar nicht geht, hilft es zumindest, ruhig durchzuatmen, sich mal hinzuknien etc.
Das Tasten ist das A und O. Man wird manchmal schlampig und orientiert sich nur am Aspekt, weil es ja bei den meisten einigermaßen guten Venen auch hinhaut - das Tasten ist aber definitiv wichtiger und man muss dieses Gefühl dafür bekommen, wie man die Vene mit dem Finger komprimieren kann, spätestens bei Patienten mit schwarzer Hautfarbe oder Tattoos kommt man mit seinen Augen nicht weit.
Ruhig auch mal nach anderen Orten als der Ellenbeuge oder an der Hand gucken. Ein Patient hat mir mal seine beste Vene an der Unterarmkante gezeigt, die er immer im Spiegel sieht, wenn er sich Zähne putzt. Und tatsächlich war die auch nur in der Position erkennbar.
Wenn es nach drei Punktionen nicht klappt, geh ich meist erstmal weiter, lass die Patienten etwas trinken und komme später wieder, sofern möglich.

nie
19.06.2019, 23:06
Man muss sich halt auch von dem Gedanken verabschieden, dass man irgendwann sofort bei jedem Patienten was bekommt. Ich habe mittlerweile auch 9 Jahre Übung aber trotzdem steche ich manchmal einfach daneben oder finde nichts. Es ist auch keine Schande, jemand anderen dazu zu bitten. Manchmal braucht’s einfach einen anderen Blickwinkel weil man sich selbst irgendwie „festgefahren“ hat.

Kann nur jedem raten, im PJ so viel wie möglich zu üben wenn man sich unsicher ist. Und nicht immer die vorschicken, die es besser können. Plötzlich ist man nämlich selbst Arzt und wird zu den schwierigen Fällen gerufen. Und dann ist man froh über jeden Tag Übung.

s4oksama
20.06.2019, 13:22
Ja, ich glaube das Problem ist, dass man als Anfänger glaubt, man müsse doch nach einiger Zeit alles treffen können. Das ist natürlich nicht der Fall. Letztens ist es mir passiert, dass ich eine wirklich große Vene nicht getroffen habe (so dachte ich zumindest) und bat jemand anderes zur Hilfe. PJler + Arzt haben diese Vene ebenfalls verfehlt; es scheint also, dass einige Venen tatsächlich trotz guten Aussehens kein Blut mehr fördern; warum auch immer...

Fr.Pelz
20.06.2019, 18:55
Ja, manche sind tatsächlich vernarbt, vor allem nach wiederholten Punktionen, da stochert man drin rum, ist wirklich vom Aspekt her ganz klar in der Vene drin und es kommt nichts.
Was das Viggolegen angeht: Ich zwinge mich jetzt wirklich vorher nach Betasten kurz drüber nachzudenken, welche Größe ich wähle. Seitdem klappt es nochmal einen Tick besser, vorher hab ich meist standardmäßig rosa genommen, weil die eben wirklich meistens gehen... Und manchmal ist es bei eher kleineren Venen auch trotzdem gut zB. grün zu nehmen, weil man sie so besser aufgefädelt bekommt. Und was ich auch nur empfehlen kann: Haftklebebinden zum Fixieren noch übers Pflaster. Ich dachte, das wäre standard, damit die Patienten damit nich hängen bleiben, aber in meiner neuen Klinik kannte man das gar nicht. Hab jetzt die Rollen bestellen lassen und führe das jetzt ein. Man muss nur bei Armödem gucken, dass die Binden nicht einschnüren.
Und denkt dran, den Patienten beim Viggolegen zu sagen, dass sie Ringe (und ggf auch Uhren) an dem Arm ablegen sollen, (falls was para läuft. )

Salzi19
21.06.2019, 20:27
Aus patientensicht wäre es noch nett, wenn man eine eventuell vorhandene pflasterallergie beim fixieren von Zugängen berücksichtigt :-wow

xyl15
21.06.2019, 22:05
Und etwaige Marcumarisierung/Heparin bei der Gestaltung des Pflasters. ;-)

Sonst beschwert sich nämlich nach einer Stunde der Patient oder die Pflege.

Wichtigestes Learning auf der Herzchirurgie.

][truba][
22.06.2019, 17:24
Ich möchte euch nur mal beruhigen. Nach fast 3 Jahren als Assistenzarzt kann ich zwar wirklich recht gut Blut abnehmen (aber auch hier keine 100%), krieg aber ums verrecken keine grünen Zugänge gelegt. Ich nehm sie immer als erstes und krieg es nicht gebacken. Die rosanen bekomme ich fast überall und fast immer beim 1x rein aber sobald ich dieses Grün versuche, krieg ich es nicht hin.
Jeder Anästhesist würde die Hände über dem Kopf zusammen schlagen.

Ist alles Übungssache. Also bleibt einfach dran. Niemand stirbt an 3 Stichen mit so dünnen Nadeln.

Ich sag bei Frauen immer "Na zum Glück sind sie ne Frau, die sind so viel härter im nehmen als Männer und halten Blut abnehmen super aus" und bei Männern "Gut, dass sie ein Mann sind, wir sind ja hart im nehmen".

Klappt meistens super und hatte fast nie so Meckerpatienten.

Miss_H
22.06.2019, 17:39
Ich muss als Arzt so selten Blut abnehmen oder Zugänge legen, dass ich nach über einem halben Jahr Arzt sein wieder aus der Übung bin. Irgendwie klappt es immer. Neulich hat es bei einer sehr adipösen Patientin bis zum 5. Anlauf gebraucht. So ist es dann halt.
Die Chancen im PJ nutzen und dann wird das schon.

WackenDoc
22.06.2019, 17:49
Mein Spruch, wenn ich mehrfach stechen muss "Seh´n se, jetzt haben Sie noch ne Akupunktur inclusive bekommen."