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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Humangenetik?



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Leucovorin
11.12.2021, 12:30
Die Humangenetik ist nicht patientenfern. Man hat da einiges an Kontakt im Rahmen von Beratungsgesprächen etc., das sollte man dringlich im Hinterkopf haben.
.

Danke für den Beitrag. Gerade die humangenetische Beratung (lange Gespräche mit Patienten mag inkl. Familienstammbaum aufdröseln, Wiedervorstellungen usw.) ist überhaupt nicht patientenfern.



Sollte es aber nur darum gehen patientenfern und außerhalb der Klinik tätig zu sein hätte man ja auch andere Optionen. Mikrobiologie, Transfusionsmedizin, Labormedizin, Pathologie...aber auch da wird es vermutlich immer schwerer was zu kriegen. Immerhin werden die Arbeitsbedingungen in den klinischen Fächern nicht besser und es wollen immer mehr aus der Klinik raus.

Möglicherweise schließt du von deiner individuellen Situation auf die Allgemeinheit?
Je nach Lebenslauf/Werdegang wird selbst der Chef des unbeliebtesten Labors/Patho/Transfusionsmedizin/Mibi in der absoluten Pampa hellhörig und den Kandidaten als 2. Wahl oder bis untragbar (seltene Fälle) einstufen. Grundsätzlich hast du bei unbeliebteren Läden natürlich bessere Chancen und wenn du der einzige Bewerber bist, muss der Chef es schon gut begründen können vor der Verwaltung, warum er dich nicht einstellen will. Es gibt ja noch die Probezeit, wo du dich bewähren kannst.

Im Ärzteblatt sind wöchentlich Stellen in den Fächern ausgeschrieben. Ich habe nicht den Eindruck, dass es schwerer als sonstwo ist, dort was zu kriegen.

Locutus001
11.12.2021, 12:35
Patho ist halt ein ziemlich spezielles Fach und für viele nicht das, weshalb sie Medizin studiert haben. Auch mein Fach (Radio) ist ziemlich speziell. Für mich perfekt, weil ich eigentlich auch nur wenig (aber auch nicht gar keinen!) Patientenkontakt haben möchte und Stationsarbeit für mich ein nogo ist. So wird's ja auch bei euch aussehen. Mich könnte man für kein Geld der Welt und/oder perfekte Arbeitsbedingungen den ganzen Tag vors Mikroskop bekommen. :-D

Ach komm: 2h pro Tag für 3d/Woche mit einem Verdienst von 1.000.000 Euro im Monat, wirst Du vermutlich ganz schnell sagen "NEHM ICH!" ;-P
Also komm mir nicht mit "für kein Geld der Welt und/oder perfekte Arbeitsbedingungen" ;-P

Nur wird es im echten Leben solche Luxusbedingungen nicht geben, die sich dann auch noch so signifikant von den anderen Unterscheiden ^.^
Aber ganz ehrlich, Radio ist ja auch schon mehr zurückgelehnt, als ... sagen wir mal manch anderes Fach. Von daher ist Patho vs. Radio natürlich da wenig für Dich zu reißen, das verstehe ich schon ^.^
Ich glaube aber jemand der nach 2-3 Jahren WB Innere z.B. ausgebrannt ist, Familie gegründet hat und einfach keinen Bock mehr hat... da ist sowas wie Patho dann plötzlich eines der "magischen Fächer" :-)

Ja... Radiologie hätte ich auch fast mal gemacht... Daumen hoch für die Berufswahl würde ich sagen!

Humangenetik... um mal den Bogen zu schlagen: Finde ich persönlich extrem anspruchsvoll von den komplexen Zusammenhängen aus Vererbungslehre, Klinik und Diagnostik(-pfaden).
Das ist schon ein Fach für sehr intelligente Liebhaber (solcher Fächer!... andere sehr intelligente Liebhaber sind anderswo begabter haha) glaube ich.
Ich glaube da würde ich auch jedem empfehlen erst einmal reinzuschnuppern.
(Anfrage über große Laborketten am besten).

Und warum ich eigentlich nochmal hier reingeschaut hatte... ich habe diesen - m.M.n. interessanten - Artikel zum Thema gefunden:
https://aerztestellen.aerzteblatt.de/de/redaktion/facharzt-weiterbildung/facharzt-weiterbildung-humangenetik

Leucovorin
11.12.2021, 12:37
Patho ist halt ein ziemlich spezielles Fach und für viele nicht das, weshalb sie Medizin studiert haben. Auch mein Fach (Radio) ist ziemlich speziell. Für mich perfekt, weil ich eigentlich auch nur wenig (aber auch nicht gar keinen!) Patientenkontakt haben möchte und Stationsarbeit für mich ein nogo ist. So wird's ja auch bei euch aussehen. Mich könnte man für kein Geld der Welt und/oder perfekte Arbeitsbedingungen den ganzen Tag vors Mikroskop bekommen. :-D

Dann hättest du immerhin "bunte Bilder" ;-)

freak1
11.12.2021, 13:08
Hab ich auch so. Hybride und Perfusionsbildgebung lässt grüßen. :-D

davo
11.12.2021, 14:55
Eine Bekannte von mir macht Humangenetik, und ist begeistert davon. Sie liebt die ausführlichen Recherchen zu seltenen Erkrankungen und seltenen Syndromen, die ausführlichen Anamnesen und Beratungsgespräche, die Forschungsnähe, usw.

Patientenfern ist es definitiv nicht, aber für die richtige Person sicher faszinierend.

Feuerblick
11.12.2021, 15:47
Hätte ich mich für einen zweiten Facharzt entschieden, wäre das für mich tatsächlich eine Option gewesen. Ich habe in meinem jetzigen Job auch noch einiges an Berührungspunkten und würde das sehr gern vertiefen. Leider hat mein Tag nur 24 Stunden…

anignu
11.12.2021, 16:30
Stationsarbeit für mich ein nogo ist.
Also nur zum Verständnis: in der Chirurgie ist die Stationsarbeit auch deutlich reduziert wenn man mal Richtung OA ist. Man ist in der Früh da um Probleme zu besprechen oder sich manche Patienten anzusehen und ansonsten den Rest des Tages nur für die Patienten die man sich ansehen will, warum auch immer. Weils Probleme gibt, weil man ein intensiveres Gespräch führen will, weil man sich sein Lob für die tolle OP und seine Mühen abholen will etc ;-)
In der Inneren ist es doch auch nicht anders. Zeigt mir da mal einen Oberarzt der den ganzen Tag auf Station rumlungert. Die haben auch andere Sachen zu tun: Ambulanz oder Funktionen wie Sono, Endo, Herzkatheter etc.

ehem-user-25-04-2022-1131
11.12.2021, 21:59
Also nur zum Verständnis: in der Chirurgie ist die Stationsarbeit auch deutlich reduziert wenn man mal Richtung OA ist. Man ist in der Früh da um Probleme zu besprechen oder sich manche Patienten anzusehen und ansonsten den Rest des Tages nur für die Patienten die man sich ansehen will, warum auch immer. Weils Probleme gibt, weil man ein intensiveres Gespräch führen will, weil man sich sein Lob für die tolle OP und seine Mühen abholen will etc ;-)
In der Inneren ist es doch auch nicht anders. Zeigt mir da mal einen Oberarzt der den ganzen Tag auf Station rumlungert. Die haben auch andere Sachen zu tun: Ambulanz oder Funktionen wie Sono, Endo, Herzkatheter etc.

Wahrscheinlich wollte er keine 5 + X Jahre Stationsarbeit kloppen, bevor er auserkoren wird die von dir angesprochenen Tätigkeiten ausüben zu dürfen.

freak1
12.12.2021, 00:00
Wahrscheinlich wollte er keine 5 + X Jahre Stationsarbeit kloppen, bevor er auserkoren wird die von dir angesprochenen Tätigkeiten ausüben zu dürfen.

Ganz genau. :-winky

Leucovorin
12.12.2021, 05:00
Hab ich auch so. Hybride und Perfusionsbildgebung lässt grüßen. :-D

Zusätzlich noch Rotation Nuk mit Option zum 2. FA ! :-winky

Leucovorin
12.12.2021, 05:09
Wahrscheinlich wollte er keine 5 + X Jahre Stationsarbeit kloppen, bevor er auserkoren wird die von dir angesprochenen Tätigkeiten ausüben zu dürfen.

Genau!


..... weil man sich sein Lob für die tolle OP und seine Mühen abholen will etc ;-)


Was für ein Traumjob. Zum eigenen Personal gehen und sich Lob für die super OP "abholen". "Sagt mal niederes Volk: Habe ich das nicht hervorragend gemacht" "Ja das haben sehr gut gemacht Herr Vorgesetzter, sie sind der Beste" Sich anhören, was für ein toller Hecht man doch ist. Die Koryphäe auf seinem Gebiet, zumindest regional :-D

Colourful
12.12.2021, 07:04
Ja, natürlich ist man die die Koryphäe, gibt ja sonst niemand anderen. ;-)

Ich mache gefühlt auch seit 2013 Stationsarbeit, aber als Mutter in Teilzeit macht man das auch, bis man alt und grau wird und ehrlicherweise macht mir das auch ein bisschen Spaß schön mit den Patienten zu reden, Visite zu machen, mit der Pflege zu arbeiten. Gibt Schlimmeres. Und als "Altassistentin" (ist man im WBJ 6+, oder?) kann und darf man auch viele Dinge einfach selbst machen und entscheiden und kann neuere Kollegen einarbeiten.

anignu
12.12.2021, 23:41
Zum eigenen Personal gehen und sich Lob für die super OP "abholen".
Zum Patienten!!

Nilorak
13.12.2021, 07:33
Mal zurück zum Thema!
Ich finde Humgen auch sehr spannend, wurde bei uns leider eher stiefmütterlich behandelt. Ich habe mal unsere Lehrbeauftragte gefragt, die meinte übrigens, weder Dissertation in dem Fach, noch etliche Famulaturen und PJ-Tertial sind zwingend Voraussetzung. Es muss natürlich passen - da bringt auch die größte Erfahrung in dem Fach nichts, wenn die Chemie zwischen Arbeitgeber und - nehmer nicht stimmt (logisch).
Stellen gibts wohl jedoch natürlich nicht so viele wie in der Inneren oder so, vielleicht dennoch wert, den Humgen-Plan zu verfolgen - bin grade im PJ und naja, finds eher schwammig in der Klinik.
Humgen ist vielleicht der perfekte Kompromiss zwischen Patientengespräch und fehlender Stationsalltag; dafür Labor. :D Ob die Laborarbeit spaß macht, kann ich zB aber gar nicht sagen, da fehlt dann doch die Kenntnis vom Ausführen des Fachs selbst.

Sonic the Hedgehog
19.12.2021, 13:42
Es wäre sinnvoller in der Pädiatrie sein Stationsjahr zu machen als in der Inneren...