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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie soll ich weiter vorgehen.....?? Bin recht verunsichert...



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arztarzt
24.06.2019, 14:17
Liebe Leute,

ich habe folgende Situation auf der Station und würde mir gerne Ihre Empfehlungen einholen im Sinne von wie soll ich mich weiter verhalten...

Ich bin vor einiger Zeit auf der Station auf der Treppe gestolpert, meinen Fuß recht kräftig verstaucht und die Treppe runter gefallen. Mit der Hauptbeschwerde „verstauchter Fuß“ bin ich dann in der Notaufnahme gewesen, einen Arbeitsunfall gemeldet, und wurde krankgeschrieben, zunächst für 1 Woche. Nach einigen Tagen habe ich mitbekommen, der OA auf der Station und die StLeitung leicht unruhig gewesen, da es keine anderen Assistenten bei uns angestellt sind, also die Station ist ärztlich unterbesetzt. Nach einer Woche ging es mir weiter nicht wesentlich besser, geschwollener Fuß, Schmerzen beim Laufen, ich muss weiterhin meine Schiene tragen ...ich bin dann beim Arzt noch mal gewesen und eine weitere Krankschreibung bekommen, dabei meinte der Arzt, bis es alles mehr oder weniger abheilt, muss man schon glatt mit 4-6 Wochen rechnen. Nun sind die o.g. Kollegen sehr unruhig geworden. Die wundern sich, dass ich nicht komme. „Es geht doch gar nicht, was denkt er da....Es ist doch nur der Fuß verletzt und nicht der Kopf etc.“...."Er muss kommen, die Arbeit muss gemacht werden, keiner wird es machen, je länger er nicht auf der Station ist , desto mehr muss er dann schlussendlich machen....." Der OA ist geärgert.....die Rede war sogar davon dass er mich zuhause besucht....---?????
Die Klinik spart ohne Ende, daher stehen da auf der Station keine weitere Stellenprozente zur Verfügung.

Nun bin ich recht verunsichert....wie soll ich weiter Vorgehen....? Soll ich trotz meiner Schiene schon weiter arbeiten gehen? Gesund bin ich nicht, und finde auch das Verhalten schon bisschen komisch....und das ist auch nicht mein Problem, dass wegen dieser Sparpolitik die Station unterbesetzt ist.
Was hätte es noch zu Folge, wenn ich noch weiter krankgeschrieben bleibe?

Bin nun recht verunsichert....so freundlich und nett waren die alle, allerdings nur bis zu dem Punkt als ich mich krank gemeldet habe....

Auch darf ich mal kurz einkaufen gehen? Ich beführte auch, dass es zum Problem führen könnte, wenn mich jemand beim Einkaufen sieht... oder

Danke.

Heerestorte
24.06.2019, 14:23
Ich würde halt so lange daheim bleiben, wie es für die Heilung notwendig ist.
Stell dir vor, du gehst zu früh wieder arbeiten und es bleiben dauerhafte Schäden,
weil du den Fuß zu früh zu arg belastet hast. Wer dankt dir das? Genau. Niemand.
Chef nicht, Kollegen nicht, du dir selbst auch nicht.

Andererseits:
Gibt es Tätigkeiten, die du im Sitzen ohne Belastung machen könntest?
Briefe schreiben etc? Was sagen die Erfahrenen hier?
Ist das rechtlich haltbar?

Shizr
24.06.2019, 14:45
Folgende Vorschläge:

- so lange zuhause bleiben, wie es dein behandelnder Arzt für geboten hält
- wenn dein OA bei dir zuhause vor der Tür steht, nicht aufmachen. Du hast geschlafen oder was auch immer. Falls es sich nicht vermeiden lässt, sorge dafür, dass du nicht alleine bei diesem Gespräch bist.
- den Betriebsrat davon in Kenntnis setzen, dass dir so ein Besuch angekündigt wurde
- Stellenausschreibungen lesen und bei der ersten sich bietenden Gelegenheit abhauen


Du bist nicht dafür verantwortlich, dass eure Leitungsebene mit zu wenig Personal geplant hat.
Jetzt bist du krank. Da hat der Arbeitgeber nun mal Pech.


Wenn du dich jetzt kaputt zur Arbeit schleifst, dauert es unterm Strich wesentlich länger, bis du wieder richtig arbeitsfähig bist, und es dankt dir auch keiner.
Und der nächste mit AU darf sich dann dafür rechtfertigen, warum er nicht trotzdem kommt, du hättest dich mit verstauchtem Fuß schließlich auch nicht so angestellt.

Feuerblick
24.06.2019, 15:02
Wenn dein Arzt sagt, du bist arbeitsunfähig, dann bist du das. Punkt. Wenn das deinem Arbeitgeber nicht gefällt - sein Pech. Wenn er Zweifel hat, kann er die ja gerne äußern. Auch nicht dein Problem.
Der OA kann dich gerne zuhause besuchen... darf auch Kaffee und Kuchen mitbringen. Du bist krank. Ende!
Ist nicht dein Problem, dass ihr schlecht besetzt seid. Ist aber sehr wohl dein Problem, wenn du deswegen deine Gesundheit ruinierst.
Btw: Selbst wenn es Arbeiten gäbe, die man nur und ausschließlich im Sitzen und mit hochgelegtem Fuß ausführen könnte (was ich bei Stationsarbeit bezweifle), so müsste er dennoch irgendwie zu seinem Arbeitsplatz hin und wieder nach Hause kommen. Geht mit kaputtem Fuß weder zu Fuß noch mit Öffis noch mit dem Auto. Womit sich die Frage nach „möglichen“ Tätigkeiten glatt erledigt hat.

Ach: Und such dir ne andere Stelle. Sklavenhaltung und Leibeigenschaft sind hierzulange schon lange abgeschafft...

escitalopram
24.06.2019, 16:11
Also wenn man annehmen kann, dass alles stimmt: Ich glaube nicht, was ich hier lese. Der OA möchte dich zu Hause besuchen - dein/sein Ernst?! Ich bin zwar frischgebackener Arzt, aber zumindest aus meiner PJ-Erfahrung heraus kann ich dir eins empfehlen: Bleib so lange zu Hause, wie es zur Genesung braucht. Es wird dir niemand danken, wenn du dich trotzdem aufopferst. Ich lese außerdem heraus, dass du in keinem kompetitiven Fach arbeitest, also kann dir alles mehr oder weniger egal sein. Und was willst du machen - krank mit Schmerzen zur Arbeit, nur damit deine Kollegen nichts sagen?

morgoth
24.06.2019, 17:40
Arbeitsunfähig ist arbeitsunfähig.
Dem Arbeitgeber stehen (prinzipiell) Möglichkeiten zur Verfügung, wenn er Zweifel an dieser Bescheinigung hat.
Aber: Der Oberarzt und die Stationsschwester sind keine Arbeitgeber, der Chefarzt im Übrigen auch nicht!
Und: Wenn der Arbeitgeber den offiziellen Weg geht und deine Arbeitsunfähigkeit bspw. durch einen MDK prüfen lässt, deutet das doch auf erheblichste Missstände hin. Da würde ich dann persönlich nicht mehr arbeiten wollen ...

Mach Nägel mit Köpfen und lass dir die gebotene AU bescheinigen. Dein Team/deine Vorgesetzten muss sich dann darauf einstellen und Vertretungen organisieren. Es kann ja sein, dass die bisher auf eine kurze AU gehofft hatten (manchmal muss man sich ja die Dinge im Gesundheitswesen schönreden ...).

Mach auf jeden Fall keine Kompromisse und halte dich an die ärztlichen Vorgaben.

Feuerblick
24.06.2019, 17:53
Ich würde jetzt mal behaupten, dass die zuständige BG (soweit ich das gesehen habe, war es ja ein Unfall am Arbeitsplatz) not amused wäre, wenn der Arbeitnehmer mit noch kaputtem Huf nach einer Woche wieder losrennen würde, um die Mangelwirtschaft des Hauses zu kompensieren...

arztarzt
24.06.2019, 18:29
Liebe Leute,

ich bedanke mich für die Unterstutzung! Das habe ich mir auch mal gedacht, dass wenn ich krank bin, dann es ist einfach so, sowas passiert manchmal. Als ich im Winter ganz erkältet auf der Station war, das interessierte eben auch keinen....aber nun, wenn es so ernst mit einer längeren Krankschreibung geworden ist, ist es irgendwie stressig geworden.

Ja, da stimmt tatsächlich, dass er mich zuhause besuchen wollte....))
Es ist für mich so wirklich schockierend......ich könnte es mir nie vorstellen, dass ses soweit kommen kann und so viel Unmut aslösen.

WackenDoc
24.06.2019, 19:42
Es GIBT die Möglichkeit des Angebotes eines Schonarbeitsplatzes. Geht aber nur mit dem Einverständnis des AN. Und der D- Arzt muss dezidiert Stellung dazu nehmen, was du darfst und was nicht. Z.B. zur Arbeit kommen. Briefe, die man dir hinlegt schreiben- also sitzende Tätigkeit mit der Möglichkeit den Haxn hochzulagern, kein Rumlaufen auf Station.

Rein fachlich- prüf mal, ob ihr eine BG- Ambulanz oder eine BG- Klinik habt und frag deinen Sachbearbeiter der BG ob du ne Kostenübernahme bekommst, dich da mal vorzustellen. Da sind echt Experten für solche Fragestellungen.

Achso- und zu deinem depperten AG- der hätte dir schon längst ein BEM-Gespräch anbieten müssen.

WackenDoc
24.06.2019, 19:43
Einkaufen darfst du natürlich. Du dürftest auch Sport machen- halt nur das was deinem Haxn nicht schadet und im besten Fall die Heilung fördert- Evtl. Schwimmen, Rehasport, im Fitnessclub Training für den Oberkörper und Rücken oder auch Oberschenkel- um die Muskulatur und Beweglichkeit zu erhalten und Schäden durch Rumlaufen mit Krücken zu verhindern.

Du kannst dich auch den ganzen Tag an den Strand legen.

Feuerblick
24.06.2019, 19:49
@Wacken: BEM kennen doch die meisten Arbeitgeber gar nicht... Oder wollen es nicht kennen :-))
Und auf eine sitzende Tätigkeit auf Station würde ich mich als AN nicht einlassen. Denn das endet doch sowieso mit normaler Stationsarbeit und Rumlaufen. Da wäre man schön dumm, wenn man sich wegen ein paar absehbarer Wochen auf sowas einlassen würde. Eben weil es ausgenutzt würde und sowieso niemand auch nur ein „Danke“ über die Lippen käme.

WackenDoc
24.06.2019, 20:01
Ja ich weiss- Das Gesundheitswesen hat es nicht so mit der Umsatzung gesetzlicher Regelungen zum Arbeitsschutz oder der Gesundheit der AN. Der AN kann das übrigens ablehnen, der AG muss es aber anbieten.


Zu finden übrigens §167 SGB IX.

Autolyse
24.06.2019, 20:09
[...]
Ja, da stimmt tatsächlich, dass er mich zuhause besuchen wollte....))
Es ist für mich so wirklich schockierend......ich könnte es mir nie vorstellen, dass ses soweit kommen kann und so viel Unmut aslösen.
Willst Du sowieso den Arbeitgeber wechseln wie hier mehrfach angeklungen? Dann unbedingt den Arbeitgeber abmahnen. Noch ein gleichartiger Pflichtverstoß beseitigt dann diese unselig lange Kündigungsfrist. ;-)

Feuerblick
24.06.2019, 20:18
Ja ich weiss- Das Gesundheitswesen hat es nicht so mit der Umsatzung gesetzlicher Regelungen zum Arbeitsschutz oder der Gesundheit der AN. Der AN kann das übrigens ablehnen, der AG muss es aber anbieten.


Zu finden übrigens §167 SGB IX.
*grins* ICH weiss das ja... hab ja immerhin die gefühlt 1000 Stunden SozMed abgesessen :-))

WackenDoc
24.06.2019, 20:20
LOL- ja aber die anderen nicht.
Ist ja immer gut zu wissen, wo man nachschlagen kann.

Feuerblick
24.06.2019, 20:21
Das ist das wirklich Gute an meinem Arbeitgeber. Dort weiß man zwangsläufig von diesen Regelungen und setzt sie auch um bzw. bietet sie zumindest an. Würde man da sechs Wochen wegen kaputtem Huf ausfallen, hätte keine Möglichkeit, die Arbeitsstelle zu erreichen und auch keine Möglichkeit, Homeoffice zu machen, dann wäre das halt so bzw. ist das halt so... (gab einige Kandidaten, die das schon ausprobiert haben). Wiedereingliederung natürlich inclusive.

WackenDoc
24.06.2019, 20:47
Bei uns auch. Wir haben einen recht kritischen Ausfall im Bereich der Assistenz- AG stellt jetzt befristet eine Krankheitsvertretung ein, weil die anderen es nicht mehr kompensieren können.

Vor allem finde ich es schon dreist, wenn die Stationsleitung (da du der einzige Arzt bist, wird damit wohl die Pflege gemeint sein) meint sich in das Krankheitsgeschehen eines Arztes einzumischen.

Der OA sollte eigentlich aufgrund seines fachlichen Hintergrundes mal aus Sorge um die Gesundheit seines Mitarbeiter nachfragen, ob soweit alles in Ordnung ist wenn nach einem vermeintlichen Bagatelltrauma eine so lange Krankschreibung resultiert und ihm mit Rat und Tat beiseite stehen.

Meuli
24.06.2019, 21:11
Das ist das wirklich Gute an meinem Arbeitgeber. Dort weiß man zwangsläufig von diesen Regelungen und setzt sie auch um bzw. bietet sie zumindest an. Würde man da sechs Wochen wegen kaputtem Huf ausfallen, hätte keine Möglichkeit, die Arbeitsstelle zu erreichen und auch keine Möglichkeit, Homeoffice zu machen, dann wäre das halt so bzw. ist das halt so... (gab einige Kandidaten, die das schon ausprobiert haben). Wiedereingliederung natürlich inclusive.

Same here. Auch länger als 6 Wochen. Und besucht hat mich auch meine OÄ zuhause, allerdings eher, um mir Rotwein, Essen und Schoki vorbeizubringen, sich nach meinem Befinden zu erkundigen und den neuesten Tratsch auszutauschen :-)) :-love
BEM gibts hier auch ...

Lakemond
25.06.2019, 09:23
Sorry, aber warum mischt sich die Stationsleitung hier ein? Soll sich lieber um ihre Schwestern kümmern. Besucht sie sie auch zuhause, wenn sie krank sind?
Also BU einreichen, Handy aus und Tschüßikowski, ich komme wieder in 4 Wochen...wobei ich persönlich nicht mehr kommen würde. Stellen gibt es genung. Honorarärzte auch - 90-100€/h Stunde und die Stationsarbeit wird gemacht.

anignu
25.06.2019, 20:13
Was mich beim Durchlesen irritiert: es ist doch ein Arbeitsunfall und wurde auch so aufgenommen, oder? Wenn dann nach einer Woche immer noch deutliche Beschwerden sind, wieso wurde dann noch nicht von einem MRT gesprochen? Und wenn der Arbeitsunfall ja eh in der Klinik aufgenommen wurde, dann ist die Weiterversorgung ja meist auch dort... wieso sagt man dann nicht dem Oberarzt er solle das direkt mit den Unfallchirurgen ausdiskutieren?