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davo
13.07.2019, 13:17
Das ist ja kein Stress... das ist eine gute Gelegenheit, herauszufinden, ob man sich dem jeweiligen Arbeitgeber wirklich aussetzen will :-))

@Silent: Man kann die Assis auch einfach mal anrufen... irgendwie wirst du mit den Assis sprechen müssen, denn wenn du nur mit dem Chefarzt sprichst, wird jede Klinik wie die allerbeste und supertollste klingen :-)) Ist halt sein Job, Werbung zu machen und Leute zu finden. Die Aussagen im Vorstellungsgespräch kann man also gleich ernst nehmen wie eine Auto- oder Waschmittelwerbung.

LasseReinböng
13.07.2019, 13:19
Lass entweder ein Tonband beim Gespräch mitlaufen oder verlange, dass das Gespräch mitgeschrieben wird von z.B. der Chefsekretärin und Du eine Kopie haben willst.

Es gibt auch diese Knopflochkameras.

Philip_MHH
13.07.2019, 13:29
alternativ einen unabhängigen Zeugen mitnehmen. Das hat ja auch Beweiskraft. Beispielsweise deine Mutter, das hat dann beim Chefarzt auch nochmal mehr Gewicht, wenn die sich für dich einsetzt und ihm sagt, was du für ein guter Junge bist

h3nni
13.07.2019, 15:26
Ich schicke einfach immer direkt meine Mutter hin. Dann können sich der Chef und sie gegenseitig Lügen erzählen und am Ende sind alle glücklich und zufrieden.

Kackbratze
13.07.2019, 17:05
Ich schicke einfach immer direkt meine Mutter hin. Dann können sich der Chef und sie gegenseitig Lügen erzählen und am Ende sind alle glücklich und zufrieden.

Aber Mütter handeln (ausser die von Lasogga) meist nicht gute Verträge raus. Die sind froh, wenn man endlich auszieht!

Medibini
15.07.2019, 12:19
Ich traue mich schon gar nicht mehr eine ernste Frage zu stellen, aber ich mache es trotzdem mal.

Also ich werde wohl in dem Haus anfangen in dem ich Pj gemacht habe. Daher gab es für mich auch kein Einstellungsgespräch o.ä in dem ich jetzt noch viel hätte Fragen können.

Ich habe durch meine Zeit dort einen groben Plan wie es mit Diensten aussieht.
Bei den Unterlagen zu meinem Arbeitsvertag steht jetzt allerdings nichts dazu (soweit ich das jetzt überblickt habe).
Muss ich da nochmal fragen ob es dazu feste Regeln gibt?
Eine richtig feste Grenze gibt es doch leider auch nicht so recht v.a bezüglich Dienste am Wochenende oder? Also mal abgesehen davon, was der Marburgerbund da jetzt ausgehandelt hat. Da gibts ja aber auch wieder genügend Schlupflöcher und gilt leider sowieso nicht für mein KH.

Sorry wenn die Frage jetzt doof ist :-slap

Feuerblick
15.07.2019, 12:26
„Feste Regeln“ wird es nicht geben. Zumindest weder in Tarif- noch Arbeitsvertrag.
Aber bestimmt interne Regelungen, wie Dienste verteilt werden. Wenn du dort PJ gemacht hast, kennst du doch sicher den einen oder anderen Assistenzarzt oder den Assistentensprecher. Ruf da einfach an und frag nach. Auch wegen der Vergütung der Dienste, der Bereitschaftsdienststufe etc. Wegen letzterem kannst du auch die Personal-/Abrechnungsabteilung anrufen.

Medibini
15.07.2019, 12:39
„Feste Regeln“ wird es nicht geben. Zumindest weder in Tarif- noch Arbeitsvertrag.
Aber bestimmt interne Regelungen, wie Dienste verteilt werden. Wenn du dort PJ gemacht hast, kennst du doch sicher den einen oder anderen Assistenzarzt oder den Assistentensprecher. Ruf da einfach an und frag nach. Auch wegen der Vergütung der Dienste, der Bereitschaftsdienststufe etc. Wegen letzterem kannst du auch die Personal-/Abrechnungsabteilung anrufen.


Supi vielen Dank Feuerblick.
Die meisten haben da immer ganz zu frieden auf mich gewirkt und mich halt auch extrem angeworben :D deswegen hab ich mir gar nicht so viele Sorgen gemacht. Mehr nach dem Motto "Wird schon". Die Diskussion hier hat mich etwas verwirrt.
Aber danke

Feuerblick
15.07.2019, 12:46
Schadet ja trotzdem nicht, einfach mal nachzufragen. Ist auch gar nicht seltsam oder nervig sondern ganz normal. Ich war Assistentensprecherin und Dienstplan-Bastlerin und fand das völlig in Ordnung, wenn Bewerber oder neue Kollegen zu mir kamen und gefragt haben, wieviele Dienste man bei uns im Monat macht, wie oft am Wochenende, welche Dienststufe, welche Belastung etc. Also keine Scheu. Wenn alle zufrieden waren, kann die Antwort ja nur gut ausfallen ;-)

WackenDoc
15.07.2019, 12:49
Die haben aber nicht geworben, weil bei denen Land unter ist und sie heilfroh, wenn jemand neues kommt?`
Aber ich denke als PJler hat man da schon einen ganz guten Einblick, wie die Stimmung ist.
Die Anzahl der Dienste ist nur EIN Problem. Sondern die Auslastung in den Diensten, Regelungen vor und nach Dienst. Kommt man pünktlich raus, wird erwartet, dass man womöglich noch in unbezahlten Überstunden irgendwas auf Station macht.

Wenn du den Eindruck hattest, dass das Haus ok ist, dann fang doch erstmal an, schau es dir an, sieh zu, dass du mindestens 6Monate voll bekommst wegen der Weiterbildung. Und immer dran denken- die Probezeit ist eine gegenseitige Sache.

Medibini
15.07.2019, 13:17
Ne zum Glück nicht. Ich glaube ich hab einen ganz guten Eindruck gemacht :P Ich hab mich auch einfach gut mit den Leuten verstanden (nicht nur mit den Ärzten sondern auch der Pflege) und ich denke das ist aufgefallen.


Wir haben als Pjler auch Dienste mitgemacht und es war eigentlich immer so, dass der Nachtdienst morgens nach der Übergabe gut rausgekommen ist (dann so ca. 8:30/45) bei Dienstbeginn um 20 Uhr.
Routineaufabgen sind im Dienst so nicht angefallen. Eben nur Notaufnahme und besondere Ereignisse auf Station.
Aber ich werde nochmal nachfragen bei einer Kollegin :)


Ja ich werde erstmal anfangen und schauen wie es dann als Assistenzarzt ist. Pj ist ja einfach nochmal was anderes.
Danke nochmal!
Der Start ist doch echt nochmal sehr stressig irgendwie schon vorab :D ich mache mir schon vor Angst in die Hose

WackenDoc
15.07.2019, 13:24
Das ist aber normal. Plötzlich ist man der Arzt, der selber entscheiden darf. Wobei das in den Krankenhäusern noch recht behütet ist. Viel darf man ja nicht selber entscheiden ohne Rücksprache. In die Verantwortung wächst man ja nach und nach rein.

Wenn dann die alten Hasen noch auf die Tapsis aufpassen und sie fordern und fördern, dann ist es umso besser.

erich
21.07.2019, 23:42
Ich denke, was man bei all den Verhandlungen - zumindest als Anfänger - auch beachten sollte, ist, dass man ja nicht nur Gehalt haben will, sondern auch Ausbildung, Unterstützung bei Fragen....
Ich hatte Jobs in einigen Regionen, wo händeringend nach Assistenten gesucht wurde und man mit solchen Forderungen wahrscheinlich Erfolg gehabt hätte. Allerdings wäre das auch "durchgesickert" und die/derjenige wäre dann bei einigen OÄ eben der Letzte im OP, der Letzte für die Intensivrotation etc. gewesen, einfach um den zahlreichen Altassistenten, die ja die gleiche (oder aufgrund von mehr Erfahrung auch bessere) Arbeit für weniger Geld machen, irgendeinen Vorteil zu bieten und nicht zu riskieren, dass man diese dann aus Frust verliert.
Wobei ich glaube, dass eine Argumentation wie - "würde woanders mehr bekommen aber lieber hier anfangen" oder auch andere gute!!! Begründungen (Mehrkosten durch doppelte Haushaltführung, als Erfahrener ggf. Kenntnisse die dem Haus Vorteile/Mehreinnahmen/Prestige bringen wie OP-Techniken, Zusatzweiterbildungen, DEGUM-Ausbilderstatus, Eingruppieren in höhere OA-Stufe wenn vorher lange FA-Status mit OA-ähnlichen Tätigkeiten) durchaus legitim ist (wenns denn stimmt, auch die Chefs treffen sich gelegentlich mal).
Ein "ich bin so toll, dass Sie mir mehr zahlen müssen"-Auftreten würde zumindest bei uns vielleicht zu mehr Geld aber einem SEHR schweren Stand führen.
Und ich denke man unterschätzt hier ein bisschen die zugewanderten Kollegen. Zumindest meine mögen zwar Probleme mit den Arztbriefen haben, allerdings sind die Meisten medizinisch sehr gut ausgebildet, haben ihre Motivation schon durch extrem schnelles Deutsch lernen und den ganzen für die Anstellung hier nötigen Aufwand bewiesen, müssen z.T. als Facharzt im Heimatland hier wieder als Assistent anfangen wg. Anerkennungsproblemen (=günstig fürs Haus) und kennen oft noch wesentlich härtere Arbeitsbedingungen und schlechtere Bezahlung als unserereins (=jammern weniger). Das jemand Ramadan-frei haben wollte hab ich nie erlebt (das gleiche aber schon x mal was Weihnachts-Dienste angeht). Ok, vielleicht wohne ich einfach nicht weit genug in der Pampa, aber deutsche Muttersprache sollte zumindest nicht die einzige "herausragende" Schlüsselqualifikation sein, die man vorbringen kann. Außerdem ist ja meistens eine ganze Region "unattraktiv" und i.d.R. werden Hausarzt und Patient keine stundenlange Fahrt in Kauf nehmen um dann einer Klinik mit grammatikalisch korrekten Arztbriefen zu liegen.

rosa_banana
25.07.2019, 11:12
Ich weiß nicht, vielleicht liegts auch an mir, aber ich habe da echt eine ganz andere Einstellung... also insbesondere, dass derjenige, der eine Gehaltserhöhung raushandelt dann "der Depp" ist, verstehe ich überhaupt nicht. Er nimmt doch den anderen nichts weg? Die Gehaltserhöhung bezahlen doch nicht die Oberärzte, zu deren Job es aber sehr wohl gehört, den Assi auszubilden? Wenn erfahrene Altassistenten da sind, die man gerne halten will... wieso zahlt man ihnen nicht auch einen Bonus? Oder warum fragen sie nicht zumindest mal danach? Wenn ich Mitarbeiter möchte, die zukünftig Probleme selbständig lösen und mir damit nervige Arbeit vom Hals halten, dann bilde ich sie doch gerne aus, damit sie möglichst schnell selbständig arbeiten... und lasse sie nicht mit Absicht am langen Arm verhungern, weil sie eine höhere Einstufung rausgehandelt haben?
Unsere zugewanderten Kollegen, von denen es in meiner aktuellen Klinik zahlreiche gibt, sind da übrigens viel weniger scheu als die hier ausgebildeten Kollegen. Sie sind sich bewusst, dass man sie braucht, und sie sind in der Regel auch nicht ortsgebunden. Und von Dankbarkeit allein wird halt keiner satt.

Kackbratze
25.07.2019, 12:16
Ein Berufsanfänger und ein Arzt mit Erfahrung sind zwei unterschiedliche Positionen.

Jukka666
26.07.2019, 09:28
Hab die Diskussionen hier verfolgt und ich finde zusammenfassend haben alle irgendwie Recht:

- Wir Mediziner sind schon sehr in diesem Pseudo-kommunistisch-egalitären-bloss keine Elite sein-Gehabe verhaftet. Alle müssen auf Station/im Team gleich sein, wer versucht, "besser/qualifizierter" zu sein, wird gleich komisch angeschaut. Dabei wäre es zum Wohl aller. Wissen wird selten geteilt, man gilt schnell als arrogant oder überheblich. Geliebt wird der, der bis zum Umfallen - aber schweigend - buckelt. Könnten sich ja andere in ihrer Arzt-Ehre auf den Schlips getreten fühlen.

- In anderen Bereichen (Freunde von mir sind Ingenieure) interessiert das da niemanden. Man ist gut - oder verkauft sich so - und schlägt für sich was raus. Das wissen aber alle. Und alle arbeiten ordentlich. Wer neidig ist, kann ja selbst zum Chef gehen.
Wir haben aber Tariflohn.

- Wir versorgen aber auch Patienten, keine Autos. Mit Tarifgleichheit verhindert man evtl. (glaube ich aber fast nicht) wirtschaftliche Quer-Interessen bei der Patientenversorgung. Zumindest im Angestelltensektor.

Beides enthält Wahrheiten

Jukka666
26.07.2019, 10:00
Ergänzend:
- ein gutes Beispiel sind Zusatzqualifikationen im Laufe des Lebens, die durchaus der Qualität der Abteilung dienen: z.B. ALS-Kurse oder ATLS-Kurse, Regionalanästhesie-Zusatzqualifikationen, Kurse für interventionelle Tätigkeiten. Interessiert keine Sau, zumindest Gehaltstechnisch. Kann die Personalabteilung "nix machen", weil "da könnt ja jeder kommen". Kommt aber ja nicht jeder. Zumindest dürfte jeder sich fort- und weiterbilden wie er möchte, manche ruhen sich aber auf ihrer Approbation oder FA-Urkunde ein Leben lang aus und kassieren exakt das gleiche Gehalt, je nach Alter sogar mehr.

Da finde ich schon manchmal eine Leistungsorientierte Gehaltssteigerung, die vom jeweiligen Mitarbeiter eingefordert werden könnte, moralisch nicht verkehrt.
Aber solange wir unser (Zusatz-)Engagement immer unter dem Deckmäntelchen der Gleichbehandlung verstecken, gibt es auch keinen Raum für diese Diskussion.

Kackbratze
26.07.2019, 10:52
Die Kliniken sind durch ihre Budgets gedeckelt, die Sozialmedizin-light verhindert auch realen Wettbewerb, den es im Bereich Ingenieurswesen/freie Wirtschaft gibt.

davo
26.07.2019, 16:18
Ich finde diese Einstellung auch absurd. Damit schadet sich die Ärzteschaft nur selbst. Tariflöhne sind als Absicherung nach unten gedacht, nicht als Gehaltsdeckel. Und wenn eine Klinik keine Assistenzärzte findet, dann soll sie eben mehr zahlen. So wie in jeder anderen Branche auch.

Jukka666
27.07.2019, 11:50
Mei, es ist halt die Vorstellung, dass wirtschaftliche Interessen einzelner Ärzte dem Patientenwohl entgegenstehen.

Dass es zT so ist, wissen wir aus diversen Berichten und „Skandalen“ aus der Presse.

Wenn jetzt konkret jeder neue Assistent auf Station sein Gehalt selbst aushandelt, könnte ich mir in der Anfangsphase durchaus Konfliktpotential vorstellen.
Dafür müssten Chefärzte, die ja alleinig über relevante Qualifikationen entscheiden können, mehr Macht bei der Personaleinstellung bekommen. Und die wird die PA nicht aus det Hand geben.
Ich denke schon, dass Geld dafür da wäre. Wenn man ein neues MRT kaufen oder leasen kann, kann man jemandem auch 100 Euro mehr pro Monat zahlen für irgendeine Zusatzaufgabe.