Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fertig und keine Ahnung was zu tun
Trendafil
29.07.2019, 22:16
Irgendwie riech ich so ein bisschen Troll raus. Gab es nicht vor kurzem einen Thread, in dem auch eine Einserstudentin nach der Stellensituation in der Gyn gefragt hat und der Grundtenor der Antworten ein "kein Problem" war? Vielleicht wird an der Stelle einfach angeknüpft. Das Szenario konkretisiert.
Falls doch real:
Was ist denn mit deinem Pj Haus? Meistens - so stelle man sich nicht so ganz doof an - kriegt man da ja öfter mal Jobangebote oder man fragt selber nach. Hast du das versucht? Bist du einem der Oberärzte in den Visiten fachlich positiv aufgefallen? vielleicht kann man sich ja über ihn/sie empfehlen lassen?
Also, ich hab jetzt selbst mal etwas recherchiert.
Uniklinik: es sind hier tatsächlich kaum (nur eine im Schnelldurchlauf) Assistenzarztstellen ausgeschrieben, aber immerhin eine für eine Oberarztstelle in der Gyn.
Haus A ca.650 Betten: nur stellenanzeigen für Pflegekräfte
Haus B ca. 600 Betten: 2 Stellen im juli eingepflegt.
Also für die Tatsache, dass kaum Stellen für Ärzte in weiterbildung ausgeschrieben sind (generell) ist die Gyn diesbezüglich fast schon überrepräsentiert :-))
Ich denke es liegt nur am Geschlecht, dass Du keine Stelle bekommst.
Einfach die zweite Variable ändern, das Geschlecht. Wer noch nie so einfach wie heutzutage und von den +40 anerkannten Geschlechtern sollte doch was passendes dabeisein. "D" steht doch sowieso in jeder Anzeige *duckundweg*
GelbeKlamotten
30.07.2019, 14:17
Ich schließe mich der Empfehlung von Kackbratze an: Klag dich ein! Ist ja völlig undenkbar, dass bei gleich guten Noten der Mann genommen wird. Wie wir alle wissen, zählen in der Medizin bei der Stellenvergabe grundsätzliche nur die Noten und das Geschlecht des Bewerbers, wobei Frauen grundsätzlich immer zu bevorzugen sind. Die Klage ist reine Formsache. Abschicken, vom Richter kurz unterschreiben lassen und spätestens zum 01.09. dort anfangen, viel Erfolg!
Kackbratze
30.07.2019, 15:54
Nach 2 Bewerbungen incl. einer Hospitation ist es eigentlich unmöglich, nicht eingestellt zu werden.
Ausser man ist eine Frau, dann wartet der jeweilige Chef nur auf die Klage, damit er sich sicher sein kann, dass die Bewerberin den Job auch wirklich will!
leasfi89
30.07.2019, 16:45
Vielen dank für die vielen ernstgemeinten Hinweise. Das hat mir echt geholfen und ich werde mich nun wohl entgegen der Ratschläge von Kollegen nicht in der Chirurgie, sondern eher an kleineren Häusern bewerben.
Was ich echt schade finde, sind all diese hetzerischen, pseudowitzigen Kommentare. Ich dachte in einem Forum voller Ärzte kann man auf so etwas verzichten aber auch hier scheint es super lustig zu sein, andere durch irgendwelche ironische Kommentare runter zu machen. Nein, ich werde mich ganz sicher nicht einklagen, ich habe mich nicht nur an 2 Kliniken beworben, ich weiß, dass es weniger Männer in der Gyn gibt und diese daher tws. bevorzugt werden (was die Situation im Examen nicht weniger unangebracht macht) und ja, ich weiß viel in der Gyn, da ich dort eben wie gesagt jahrelang gearbeitet habe.
Also lasst eure wenig hilfreichen Kommentare doch einfach sein, seid nett und respektvoll zueinander und versteckt euch nicht hinter eurem Bildschirm. Einem Freund, der um Rat fragt, würdet ihr auch nicht so antworten.
Feuerblick
30.07.2019, 16:46
Ich finde, es reicht jetzt mit derartigen Beiträgen! Es mag euch vielleicht komisch vorkommen, wenn jemand das alles nicht so souverän überblickt wie ihr und sich (bei Gyn nicht unberechtigt, wie ich finde) wundert, dass ein Mann bei gleichen Noten eingestellt wurde. Ihr habt eure Meinung gesagt und nun ist mal gut!
Gruß
Feuerblick
MediLearn-Moderatorin
Zumal ein Gag nicht besser wird, wenn man ihn gebetsmühlenartig wiederholt.
Getretner Quark
Wird breit, nicht stark
escitalopram
30.07.2019, 17:52
Muss Feuerblick zustimmen... In jedem zweiten Thread geht man auf die OP los mit irgendwelchen absurden Witzen. Klar klingt alles ein wenig seltsam, angeblich tolle Noten, Erfahrung im Fach (und dabei ist Gyn jetzt nicht das kompetitivste Fach) etc. und trotzdem keine Stelle, aber meine Güte. Und es ist halt manchmal so, dass Männer oder Frauen bevorzugt und protegiert werden und das nur wegen des Geschlechts, ob man es glauben will oder nicht. Kann nicht wissen, ob es beim OP tatsächlich alles so stimmt, aber es ist jetzt nicht sooo unwahrscheinlich.
Ich kann dir auch nur raten, erstmal in einer kleineren Gyn anzufangen und Erfahrung zu sammeln. Davon hast du definitiv mehr als sinnlos Zeit in einem Fach abzusitzen, das dich nicht interessiert. Mit der Erfahrung aus der kleinen Gyn wirst du auch für die großen Häuser wieder interessanter weil du ja was vorweisen kannst. Ich würde mich da jetzt nicht völlig auf große Häuser fixieren.
Und manchmal hat man einfach Pech bei der Bewerbung. Da gibts tausend Gründe für und nur der Chef wird wissen, welcher ausschlaggebend war. Wenn ihm halt die Nase deines Mitbewerbers besser gepasst hat, dann ist das halt so. Da kann man sich jetzt aufregen und jammern oder man sucht eben nach Alternativen. Möchte auch nochmal die Frage aufgreifen, was denn mit deinem PJ-Haus ist? Hast du da keine Möglichkeit anzufangen oder mal versucht, den Fuß in die Tür bekommen?
Und was die Erfahrung angeht: ich kann grundsätzlich schon verstehen. Mich zieht es auch in den Fachbereich, in dem ich seit der Ausbildung tätig bin und da fühle ich mich fachlich auch deutlich fitter als in anderen Fächern. Aber es dennoch nochmal was ganz anderes als Arzt plötzlich die Verantwortung zu haben. Man sollte sich da nicht zu sehr auf seine Erfahrungen als „Hilfspersonal“ verlassen.
Ich habe nach fast 10 Jahren auch gedacht, ich weiß wie es läuft aber als ich im PJ (wo ja immer noch ein Arzt in Rufweite ist und man nicht völlig allein in der Verantwortung steht) plötzlich die ärztlichen Aufgaben übernehmen sollte, war da plötzlich nix mehr übrig von meinen Vorwissen und meiner vermeintlichen Souveränität.
Um mal ein bißchen runterzukommen: ich kann es durchaus nachvollziehen, daß ein Chef, wenn z.B. von 8 WB-Ass. gleichzeitig 5 in Mutterschutz bzw. Elternzeit sind, die nächste freie Stelle dann lieber an einen männlichen Bewerber vergibt, auch wenn der pro forma vielleicht weniger qualifiziert ist (z.B. nur Berufserlaubnis etc.)
Dann habe ich mich gewundert, daß auf die Noten abgestellt wird. Ich hatte bei allen (!) Bewerbungen kein Zeugnis beigelegt, bzw. wenn ich angesprochen wurde, wurde auch keins verlagt, sondern eben nur Approbation etc. Zumal die IMPP-Noten, was das Berufsleben angeht, wenig aussagekräftig sind- und die mündlichen Prüfungen als Kopfnoten stark divergieren dürften.
Wenn man sowas in den Vordergrund stellt, gerät man allzuschnell unter "Prinzessinnenverdacht" (rein subjektive Meinung von mir). Mir persönlich ist es lieber, wenn aus dem Lebenslauf hervorgeht, daß man schon mal gearbeitet (!) hat, gerne im medizinischen Bereich und auch zu Unzeiten wie nachts etc...und das auch zum Preis weniger Punkte beim StEx.
Gesunde Selbsteinschätzung ist auch wichtig. Im Studium werden ja die meisten Fächer mehr oder weniger gleichwertig behandelt, vielleicht noch ein wenig vertieft im PJ. Aber tiefschürfende Kenntnisse sind am Anfang eben noch nicht da, werden auch nicht erwartet und sollte man auch nicht von sich behaupten. Sonst könnte man sich ja gleich als FOA bewerben...
Und an die TE: auch wenn es mit der ersten Stelle vielleicht nicht sofort klappt: nach einem Umweg über ein anderes Haus oder eine andere Fachrichtung stehen Dir wirklich nach 1,2 Jahren alle Türen offen. Zumal als Muttersprachlerin. Kopf hoch, wird schon:-)
escitalopram
31.07.2019, 17:02
Na ja, für die "durchschnittlichen" Fächer dürften die Noten egal sein, aber zumindest in Derma und Auge habe ich bisher von den Bewerbungen schon das Gefühl, dass es sich ganz gut tut, wenn man zumindest im Lebenslauf die "Gesamtnote: Sehr gut" angeben kann. Und wenn der OP die guten Noten hat, warum verschweigen? Man kann es bestimmt nicht pauschalisieren, aber ich würde schon davon ausgehen, dass jemand mit einer 1 oder 2 zumindest von der Theorie her (und das ist im Stationsalltag jetzt nicht komplett unwichtig) besser vorbereitet ist als jemand, der gerade noch so bestanden hat. Und bevor einige auf mich losgehen: Ja, gute Noten sagen nichts die Sozialkompetenz aus, aber das gilt auch für schlechte Noten.
Feuerblick
31.07.2019, 17:05
Für Auge: Nö, Note ist prinzipiell egal. Wichtiger ist Famulatur, PJ, irgendeine Ausbildung im Bereich... Da unser Fach so klein und sehr speziell ist, nutzen supertolle Noten in anderen Fächern nicht wirklich viel ;-)
Und nein, jemand mit einer supertollen Note ist auf den Stationsalltag weder besser noch schlechter vorbereitet als jemand mit schlechteren Noten. Ich habe organisatorische und fachliche Totalversager trotz toller Noten erlebt und extrem gut organisierte, fachlich hochkompetente Leute, die bei befriedigend oder schlechter lagen.
Jukka666
31.07.2019, 18:49
Ich glaube was escitalopram sagen wollte (und das finde ich in dem Punkt schon richtig) ist, dass man bei völliger Unkenntnis der Person auch nicht annehmen sollte, dass gute Noten etwas schlechtes sind. Wäre ja auch ein bisschen pervers, gute Noten - die nicht einfach so vom Himmel fallen - dem Bewerber nachteilig auszulegen.
Er bezog sich zudem auf die Theorie - nicht explizit auf den Stationsalltag selbst.
Feuerblick: deine Aussage kann man dennoch auch unterschreiben. :-)
Ich muß dazu sagen, daß mein Bewerbungs-Fach im letzmalig 7. und 9. Semester geprüft wurde (Scheine ohne Benotung- alte AO) und ich im PJ ganz was anders hatte. Mag sein, daß das vielleicht der Grund war, warum es jahrelang genau gar keinen interessierte. Die IMPP-Auswertung für das Fach im 2.Stex (alt) in die Bewerbung reinzuschreiben wäre schon mehr als lächerlich gewesen... Und was sollte die mündliche Note für 4 Monate "spitzenbetontes Hakenhalten" im 3. Stex (alt) bitteschön aussagen? Natürlich spricht auch nichts dagegen, die Endnote nach AO neu entweder in den Lebenlauf beim Prüfungsdatum reinzuschreiben oder kommentarlos eine Zeugniskopie beizulegen.
Ich habe mich nur ein wenig gewundert, daß die TE auf die Noten abstellte bzw. daß jemand anders "wegen Noten" vorgezogen werden könnte. Aber in der Medizin ist es eben nicht so ist wie z.B. bei Juristen.
Die TE hat ja auch im KH gearbeitet, was ja eigentlich eher positiv zu sehen ist, insofern kann man das hier einfach nicht beantworten, woran es lag. Vielleicht sollte die TE die Bewerbung nochmal von jemand, der das ganze schon hinter sich hat, durchsehen lassen, UND noch ein paar Bewerbungsgespräche führen, testweise auch in Häusern oder Fächern, die man eher nicht in Erwägung ziehen würde.
Die Diskussion Noten vs. Sozialkompetenz lassen wir am besten im Vorklinikforum
Hast du dich da beworben und wurdest abgelehnt, oder hast du nur gehört, dass sie angeblich nur Männer einstellen würden?
Falls Letzteres, würde ich dir empfehlen, dich einfach trotzdem zu bewerben!
Es kommt zwar sicherlich in die Top 5, aber es wäre noch nicht das bescheuertste unwahre Gerücht, das ich aus Kliniken gehört habe.
Wissen Sie, Sie bringen gute Qualifikationen mit, aber es haben sich noch 2 BewerbER beworben, verstehen Sie? und Sie haben doch einen unbefristeten Arbeitsvertrag, also bei Ihnen ist es nicht so drigend. Also wir melden uns nochmal. Haben sich mit ner Absage gemeldet. Eigentlich bis zu dem Punkt ein sehr nettes Gespräch gewesen..Also so abwägig ist es net..
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