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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Landarztquote nun auch in Bayern



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doro2000
18.02.2020, 13:05
Es würde mich wundern, wenn die Plätze offen bleiben würden. Das öffnet ja Tür und Tor für Kapazitätsklagen

Mr. Pink online
18.02.2020, 17:28
Das ist doch Planwirtschaft par excellence. Da geht es nicht um Befindlichkeiten des einzelnen. Das Kollektiv zählt.

FuchsiBuchsi
18.02.2020, 17:50
Allein schon um die Klagen zu vermeiden, werden die Plätze, wie es bislang mit allen Resten so üblich war, ins AdH gehen, vermute ich stark.

Mit Zwang und Planwirtschaft zum Ziel... top. Was soll man dazu noch sagen. Mal an die Ursache des Problems zu gehen, das scheint völlig außer Frage zu stehen. Warum verdienen denn all die Niedergelassenen, die nah am Menschen arbeiten, wie AllgMed, Päd, Psychiater,.... so viel schlechter im Vergleich zu denen, die möglichst viel Technik einsetzen und weniger Zeit mit "lästigen" Gesprächen verbringen müssen, wie Radio?! Solange sich hier nichts ändert, hat doch keiner Bock auf Landleben mit fast nur GKV-Abrechnung, Deckelung, Strafen bei Budgetüberschreitung und als Dank Gegängel und Druck an allen Fronten. Aber ne, wir suchen uns lieber eine kleine Horde, die wir wie der Rattenfänger ködern. Junge Menschen handeln nicht immer schlau, gerade wenn es um ihre Träume geht.

WackenDoc
18.02.2020, 17:53
Wohlgemerkt- aufm Land bekommst du dann auch noch nen Regress, weil du zu viele Hausbesuche machst.

milz
18.02.2020, 21:44
Immer wenn man denkt, man hätte schon alles gesehen, dann kommt die nächste Realsatire.

Hier mal wieder ein geiles Zitat:

Die Bundesregierung betonte, man begrüße die zunehmende Bereitschaft deutscher und ausländischer Ärzte in Deutschland tätig zu sein. Die Aufrechterhaltung der hohen Motivation und guten Arbeitsbedingungen von Ärzten sei der Regierung „ein wichtiges Anliegen“.
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/109475/Weniger-Aerzte-wandern-ins-Ausland-ab

Seit wann tut die Regierung irgendetwas für die Motivation und Arbeitsbedingungen der Ärzteschaft?

tarumo
19.02.2020, 07:12
Seit wann tut die Regierung irgendetwas für die Motivation und Arbeitsbedingungen der Ärzteschaft?

Maßnahmen zur "Aufrechterhaltung der Motivation" kommen immer kurz vor dem finalen Zusammenbruch ins Spiel. So wie anno 1918, 1945 oder 1989. Vielleicht gibt´s ja demnächst Orden zur Stärkung der Motivation. Gerade in Berlin dürften sich ja noch einige Politiker damit auskennen...

Im übrigen ist der Artikel "fake news" vom Feinsten, wie mittlerweile in Merkelland üblich. Aus 3000 Auswanderungen 2008 ggü. 2000 in 2018 (das sind immer noch 2/3) einen "stark rückläufigen" Auswanderungstrend zu konstruieren, ist das eine. Das andere ist, die bekannte "Verweiblichung" der Medizin in den letzten Jahren außer Acht zu lassen. Die Damen sind aus verschiedenen Gründen weniger migrationsaffin. Und die 1000 "dagegebliebenen" Ärzte ggü. 2008 sind rein statistisch mittlerweile zu 70% weiblich und haben im Schnitt weniger als eine Vollzeitstelle (sofern überhaupt noch in der Patientenversorgung tätig). In Vollzeit klinisch tätig dürften die wenigsten sein....und schon gar nicht aufgrund erfolgreicher Regierungsarbeit, wie man uns hier suggerieren will.

Im übrigen gab es schon mal eine deutsche Regierung, die durch "Motivation" dafür gesorgt hat, daß die Fachkäfteauswanderung quasi über Nacht schlagartig auf fast Null zurückgegangen ist...hmmm, das muß in den 60ern gewesen sein..:-luigi

tarumo
19.02.2020, 07:14
Es würde mich wundern, wenn die Plätze offen bleiben würden. Das öffnet ja Tür und Tor für Kapazitätsklagen

Ich bin kein Jurist, könnte mir aber vorstellen, daß andersrum ein Schuh draus wird und mit Verweis auf offene "Restplätze" Kapazitätsklagen der Boden entzogen werden könnte. 60 Plätze sind doch im Schnitt mehr, als pro Semester insgesamt eingeklagt wurden, oder?

FuchsiBuchsi
19.02.2020, 08:44
Ne, das stimmt schon so.
Der Kläger unterstellt der Uni, ihre Plätze nicht ausreichend zu besetzen und Kapazität für mehr Zulassungen zu haben. Hat die Uni also Plätze "übrig", haben wir genau das Problem. Die müssen daher zwingend vergeben werden. Aber da bin ich ohne Sorge, das wird gemacht. Keine Uni hat Lust Anreize für noch mehr Klagen zu schaffen.

tarumo
19.02.2020, 09:44
Der Kläger unterstellt der Uni, ihre Plätze nicht ausreichend zu besetzen und Kapazität für mehr Zulassungen zu haben.

Was ich meine: die sind die "reservierten" Plätze tatsächlich noch offiziell offen, dann wird die Klage zur Feststellung freier Kapazitäten ja sozusagen gegenstandslos. Ich sehe da auch einen Konflikt zwischen den jeweiligen Unis und der Staatsregierung, die quasi den Unis "von oben" reinredet , letztendlich aber auch am längeren Hebel sitzt.
Es wird noch spannend. Hätte Frau Huml auf "Landarztquote" studiert, wäre eine lukrative Politikkarriere mit sofortigem Ausstieg aus der Patientenversorgung schon mal nicht möglich gewesen.

FuchsiBuchsi
19.02.2020, 10:20
Wenn da Plätze offen sind, dann werden die unter den Klägern verlost und somit hätten die Kanzleien neues Wasser auf ihren Mühlen. Besser also die Uni gibt sie ins AdH oder verlost selbst unter allen Bewerbern.



Es wird noch spannend. Hätte Frau Huml auf "Landarztquote" studiert, wäre eine lukrative Politikkarriere mit sofortigem Ausstieg aus der Patientenversorgung schon mal nicht möglich gewesen.

Wohl wahr. Diese Selbstgefälligkeit unter dem Deckmantel des Allgemeinwohls :-kotz:-kotz:-kotz

tarumo
19.02.2020, 10:55
Besser also die Uni gibt sie ins AdH oder verlost selbst unter allen Bewerbern.


Die Möglichkeit, daß die noch offenen "Landarztstudienplätze" dann noch per Amts wegen an BewerberInnen, die den Vertrag vorher nicht unterschreiben wollten, zugelost werden (take it or leave it), dürfte den Gesundheitspolitikern ein breites Grinsen ins Gesicht treiben. Mal sehen, ob es soweit kommt...

Remember
19.02.2020, 11:38
So sehr ich diesen Thread schätze, diese Verschwörungstheorien und die Vergleiche mit 45 oder 89 glaubst du doch selber nicht

tarumo
19.02.2020, 12:46
So sehr ich diesen Thread schätze, diese Verschwörungstheorien und die Vergleiche mit 45 oder 89 glaubst du doch selber nicht

Welche Verschwörungstheorie?

Fakt ist, daß Regierungen, denen das Wasser bis zum Hals steht, sich zunehmend in substanzlosen Parolen ergießen. "Wir schaffen das" ist auch eine davon und hätte auch ´44 an den Hauswänden stehen können...Ein netto-braindrain von immer noch 2000 MedizinerInnen pro Jahr als Erfolg zu titulieren, ist schon ein starkes Stück. Zumal viele davon Fachärzte sind, während die als Ersatz ins Land geholten zum Großteil entweder Berufseinsteiger sind oder die Abschlüsse den hiesigen Ansprüchen nicht genügen.

Und was das ambulante Gesundheitswesen angeht: mit ein wenig Recherche wird man herausfinden, daß die weit überwiegende Zahl der niedergelassenen Ärzte schon in der zweiten Lebensdekade ist bzw. sich schon kurz vor dem Ruhestand befindet.
Nie und nimmer können die durch pro Semester 60 "Quotenstudenten" ersetzt werden, von denen die ersten frühestens in zwölf Jahren auftauchen.

Den ambulanten Sektor, wie wir ihn kennen, wird es in 10-15 Jahren schlicht nicht mehr geben. Die ganzen Aktionen wie Aufhebung der Altersgrenze "Mediziner-Mangel auf dem Land Arzt (83) aus der Rente geholt" - Meldung vom 8.1.2014 - (hat hier jemand "Volkssturm" gesagt?) , Quotenstudenten, KV-"Lockangeboten" und vielleicht demnächst auch noch einem speziell verkürztem Studiengang (hat im übrigen den Vorteil, daß das im Ausland- wie bei den "physician assistants" nicht anerkannt wird) dienen doch nur dazu, den Wähler zu verschaukeln und den Zusammenbruch ein wenig rauszuschieben.

Ich habe in dem Zusammenhang übrigens mal den Begriff "Palliativpolitik" gelesen, es geht nur noch darum, die Wähler einzulullen, während die wirklich wichtigen Probleme (der Zusammenbruch des schneeballartig finanzierten Rentensystems läßt sich m.E. dauerhaft auch nicht vermeiden) nicht angegangen werden und jeder hofft, daß der Kollaps erst in ferner Zukunft auftreten möge.

Übrigens konnten sich die Bewohner der UdSSR, Argentiniens (war bis in die fünfziger Jahre unter den 20 reichsten Ländern) und in jüngerer Vergangenheit Venezuelas einen rein intrinsisch induzierten Zusammenbruch ihrer Sozialsysteme auch überhaupt nicht vorstellen.

Im Übrigen sieht auch unsere Bundeskanzlerin "keinen Anspruch auf Demokratie und Marktwirtschaft" :

https://www.welt.de/politik/article676835/Merkel-kuendigt-nach-Wahlsieg-Politikwechsel-an.html

15 Jahre nach dieser Regierungserklärung ist gerade das Gesundheitswesen von undemokratischen Strukturen wie dem GBA und planwirtschaftlichen Elementen a la Sowjetunion wie der Landarztquote, Einheitstarifverträgen und Medikamentenmangel komplett durchsetzt... Wort gehalten!

Und was "Verschwörungstheorien" angeht: wer vor 30, 40 Jahren behauptet hätte, daß eine Regierung trotz der absehbaren Alterspyramide mehrere tausend Medizinstudienplätze streichen und gleichzeitig Allgemeinarztpraxen so dermaßen unattraktiv werden würden, daß man unter Androhung einer Geldstrafe von einer halben Million Mark gezwungen wird, eine als frischer Absolvent zu übernehmen...der wäre mit Sicherheit auch übelst verbal angemacht worden (Internet gab es da zum Glück noch nicht)

FuchsiBuchsi
19.02.2020, 13:23
Die Wahrheit wäre, dem Bürger zu verklickern, dass es in abgeschnittenen ländlichen Gebieten in absehbarer Zeit keine ambulante Versorgung wie heute mehr geben wird. Dass es dort normal sein wird, 70 km einfach ins nächste MVZ zu fahren.
Aber was willst du erwarten. Da wird nur von Wahlperiode zu Wahlperiode gedacht, wie ein Unternehmensberater, der kurz die Zahlen poliert und 'nach mir die Sintflut' denkt :-dance Wozu also unangenehme Dinge aussprechen. Lieber mal Oma Erna mit ein bißchen Aktionismus blenden.

tarumo
19.02.2020, 13:34
Die Wahrheit wäre, dem Bürger zu verklickern, dass es in abgeschnittenen ländlichen Gebieten in absehbarer Zeit keine ambulante Versorgung wie heute mehr geben wird. Dass es dort normal sein wird, 70 km einfach ins nächste MVZ zu fahren.
Aber was willst du erwarten. Da wird nur von Wahlperiode zu Wahlperiode gedacht, wie ein Unternehmensberater, der kurz die Zahlen poliert und 'nach mir die Sintflut' denkt :-dance Wozu also unangenehme Dinge aussprechen. Lieber mal Oma Erna mit ein bißchen Aktionismus blenden.

*gefaelltmir*
Leider hat sich diese Ansicht nur noch nicht überall rumgesprochen. Und um es auf die Spitze zu treiben: auch das 70km entfernte MVZ wird Oma Erna nicht ansteuern können, da sie sich (und die Enkel leider auch nicht) eins dieser sauteuren Elektroautos leisten kann und das nächste MVZ dummerweise in der Feinstaubzone mit Dieselfahrverbot liegt. Da in Deutschland der ÖPNV nicht als Pflichtaufgabe der Kommunen definiert ist, wird das der erste Posten sein, der wegfällt, wenn die Kassen dann wirklich leer sind. Allen Parolen zum Trotz.
Dann freut es auch wieder die Krankenkassen, die das gesparte Geld dann wieder anderweitig verschwenden können.

Umberax
19.02.2020, 16:20
Um mal ein bisschen aufs Thema zurückzukommen und eine andere Sichtweise zu eröffnen:

Ich selbst habe mich für einen Studienplatz über die Landarztquote beworben. Das liegt hauptsächlich daran, dass ich ohne absolut keine Aussicht auf einen Studienplatz (weder zivil noch militärisch) habe.
Das liegt in meinen Augen primär am absolut bekloppten Vergabeverfahren der "normalen" Plätze.

Geld für die Semmelweis o.ä. ist nicht vorhanden und in Österreich wird es auch zunehmend schwieriger, bzw. mit Blick auf die politische Entwicklung evtl. als Ausländer in nächster Zeit unangenehm.

Ich finde den bayerischen Vertrag ziemlich human und bin durchaus bereit, 10 Jahre als angestellter Arzt in einem MVZ zu verbringen - die Bedarfsregion und den Arbeitgeber darf man sich ja sogar aussuchen.

Großer Knackpunkt ist halt die (nicht vorhandene) Auswahl der Fachrichtung - aber da kann man sich wohl arrangieren.

Vielleicht bin ich auch einfach noch verblendet wenn ich sage, dass ich Medizin zum einen wegen meines fachlichen Interesses, und tatsächlich auch wegen eines ausgeprägten Helfersyndroms studieren möchte - etwas, was ich mir bei den klassischen, auswendig lernenden, nichts verstehenden, arschkriechenden bayerischen 1,0-Abiturienten kaum vorstellen kann.

Muriel
19.02.2020, 22:00
Der Beginn Deines Beitrags ist ja ok, aber mit dem letzten diffamierenden Absatz disqualifizierst Du Dich selber. Ich weiß, dass es für schlechte Schüler kaum vorstellbar ist, aber auch Einser-Abiturienten können durchaus mehr als Arsch kriechen.

Mukopolysaccharid
20.02.2020, 06:45
Der Beginn Deines Beitrags ist ja ok, aber mit dem letzten diffamierenden Absatz disqualifizierst Du Dich selber. Ich weiß, dass es für schlechte Schüler kaum vorstellbar ist, aber auch Einser-Abiturienten können durchaus mehr als Arsch kriechen.

*gefaelltmir*

Feuerblick
20.02.2020, 07:12
Der Beginn Deines Beitrags ist ja ok, aber mit dem letzten diffamierenden Absatz disqualifizierst Du Dich selber. Ich weiß, dass es für schlechte Schüler kaum vorstellbar ist, aber auch Einser-Abiturienten können durchaus mehr als Arsch kriechen.
Der Neid, der Neid... Wenn man nicht in der Lage ist, auswendig zu lernen, ohne die Dinge zu verstehen (und deshalb ein schlechteres Abi gemacht hat), sollte man sich überlegen, ob man das Medizinstudium wirklich schaffen kann. Auswendig lernen (und sehr oft nicht wirklich verstehen) ist da nämlich das Tagesgeschäft.

Miaso00234
20.02.2020, 07:20
Und dazu ist noch zu erwähnen, dass gerade mal 30% mit 1,0-1,1 automatisch reinkommen. Schließlich ist der Großteil auch für „schlechtere“ Abis möglich.