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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tag 2 A55/ B82 - Bodyplethysmographie



Unregistriert
09.10.2019, 19:19
Liegt hier nicht eine Artefakt-überlagerte Messung vor?
Die Werte die unter der Abbildung angezeigt werden gehören ja zu der ersten Messung, bei der der Anfangs und Endpunkt ja nicht übereinstimmen, und der Patient somit nicht seine gesamte VC ausgeatmet hat.

zxmjd
09.10.2019, 19:35
Liegt bei der Auswertung der Bodyplethymographie nicht ein Artefakt- überlagerte Messung vor?
Die Werte die angezeigt werden gehören ja zu der blauen Abbildung 1, welche sich nicht wieder am Anfangspunkt trifft.
Somit kann diese doch nur falsche Werte produzieren, da der Patient nicht seine gesamte VC ausatmet?

Unregistriert
09.10.2019, 19:51
Da bin ich aber froh, nicht der Einzige zu sein, der so gedacht hat. Ich habe auch die Antwort mit dem Artefakt genommen - weil ich darunter verstehe, dass die Messung nicht korrekt durchgeführt worden ist. Und die Zahlenwerte beziehen sich nunmal auf Messung 1 (blaue Kurve). Dort ist eindeutig zu sehen, dass der Patient nicht alles ausatmet, was er eingeatmet hat. Ergo ist meiner Meinung nach davon auszugehen, dass der Patient in dem Moment nicht richtig mitgearbeitet hat.
Ich kann mir gut vorstellen, dass das IMPP hier testen möchte, ob man sich eben auch die Grafik und nicht nur die zahlenmäßige Auswertung anhand der % vom Soll anschaut. Warten wir mal ab.

Denmasterflex
09.10.2019, 19:56
Hat die Untersuchung nicht den Sinn, dass die Mitarbeit des Patienten nicht so erforderlich ist, wie bei der Peak Flow Messung?

Unregistriert
09.10.2019, 19:58
Hat die Untersuchung nicht den Sinn, dass die Mitarbeit des Patienten nicht so erforderlich ist, wie bei der Peak Flow Messung?

Soweit ich weiß eher nein. Du kannst zusätzliche Parameter wie das intrathorakale Gasvolumen bestimmen, was du sonst z.B. nicht kannst - glaube ich.

zxmjd
09.10.2019, 20:06
Aber um seine VC und FEV1 zu bestimmen ist seine Mitarbeit trotzdem relevant.

DA1994
09.10.2019, 20:08
Es ist eine normale Messung. Die Kurve beginnt oben rechts mit der maximalen Inspiration, dann folgt die forcierte Exspiration, dann ein normaler Atemzug

Unregistriert
09.10.2019, 20:10
Aber um seine VC und FEV1 zu bestimmen ist seine Mitarbeit trotzdem relevant.

Das Ding ist, ich glaube sogar in dem Fall, dass die VC wahrscheinlich noch stimmt, denn die kann man ja bei maximaler Expiration nach der anschließenden Inspiration (vor dem starken Ausatmen) bestimmen. Danach atmet der Patient dann nicht richtig aus und schwupp ist die FEV1 falsch niedrig und somit auch der Tiffenau-Index falsch niedrig - denn es wird ja die "korrekte" VC angenommen.

Unregistriert
09.10.2019, 20:12
Also ich habe da auch einen Artefakt gesehen. Und zwar weist der unterbrochene Linienverlauf meiner Meinung nach auf eine Undichtigkeit hin. Außerdem ist ja der Tiffeneau-Index >70%. Was doch gegen eine Obstruktion spricht, oder?

Unregistriert
09.10.2019, 20:12
Artefakte in Lungenfunktionen sind im allgemein bspw Hustenstöße, die als deutliche Zacken zu sehen sind. Das IMPP ist in dem Sinne hinterhältig, als dass sie die üblichen aufeinanderfolgenden Atemmanöver in einer Darstellung zeigen, was im klinischen Alltag der Unübersichtlichkeit halber keine Sau macht, außer bei Prä/Post-Vergleichen nach Spasmolyse oder Methacholin-Testung. Tatsächlich sind bei einer Bodyplethysmographie zB die Resistance- und RV-Werte mitarbeitsunabhängig; VC, FEV1 etc sind immer mitarbeitsabhängig. Und die war, wie bei allen IMPP-Lufus, mau.

Unregistriert
09.10.2019, 20:13
Es ist eine normale Messung. Die Kurve beginnt oben rechts mit der maximalen Inspiration, dann folgt die forcierte Exspiration, dann ein normaler Atemzug

Nein, die Expiration ist rechts der Y Achse und die Inspiration links.

zxmjd
09.10.2019, 20:37
Aber der Patient muss ja alles was er einatmet auch wieder ausatmen, um eine gute ordentliche Messung zu erhalten. Und dafür müssen sich die Kurven am Ende in dem selben Punkt enden. In diesem Fall hat der Patient nicht seine gesamte VC ausgeatmet

zxmjd
09.10.2019, 20:51
Und dass es keine normale Messung ist sieht man auch daran, dass die beiden Kurven stark voneinander abweichen, die blaue kurve also nicht reproduzierbar ist.

cpd97
09.10.2019, 21:07
Ich bin auch froh, dass ich nicht alleine mit meinem Denkfehler bin. Mein Gedankengang war, dass die FEV1 zwar reduziert ist, aber immer noch über 70%, was ich mir (fälschlicherweise?) als Normwert eingeprägt hatte. Aber die Resistance beträgt 130% und im Herold steht, dass eine R > 120% in Verbindung mit erniedrigter FEV1 einer "schweren" Obstruktion gleichkommt.

zxmjd
09.10.2019, 21:12
Die Angaben im Herold gehen aber wohl von einer guten reproduzierbaren Messung aus. Die Frage ist, ob die Werte überhaupt interpretierbar sind, wenn der Patient nicht richtig mitmacht