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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Vertrag läuft demnächst aus, keiner scheint es zu wissen.



arbeiter79
05.11.2019, 15:06
Mein Arbeitsvertrag läuft in ein paar Wochen aus. Womit ich aber nicht gerechnet hatte ist das ich der einzige sein werde der des mitbekommt.
Ich will nicht verlängern, deshalb habe ich es auch dem CA gegenüber nicht angesprochen. Er würde sicher verlängern wollen, aus diesem Grund hätte ich auch erwartet das er auf mich zu kommt. Er ist aber auch nicht der Typ der so etwas mitbekommt solange er nicht von z.B. der Personalabteilung informiert wird.
Ehrlich gesagt habe ich mich bisher vor dem Thema auch etwas gedrückt und gedacht irgendwann wird er schon auf mich zukommen aber das ist eben nicht passiert.
Ein Problem ist auch das ich sogar noch über mein Vertragsende hinaus für Dienste eingeplant bin (der Plan wird hier langfristig gemacht und zu dem Zeitpunkt war ich mir noch nicht ganz sicher ob ich nicht doch verlängere...)

Meint ihr ich sollte es doch noch selber ansprechen, schön wird das nicht weil ich den passenden Zeitpunkt verpasst habe - was komisch klingt denn auf der anderen Seite sehe ich es auch eher als Verpflichtung des Arbeitgebers an zu wissen wann die Verträge seiner Mitarbeiter auslaufen. Ich könnte mir mittlerweile sogar vorstellen das es wirklich niemand merkt bis ich irgendwann nicht mehr zur Arbeit erscheine bzw. am letzten Tag meine Schlüssel abgebe. Das wäre dann ein denkbar schlechter Abgang, und man will ich auch Logbücher etc. unterschrieben bekommen usw...

ekw77
05.11.2019, 16:12
Ich finde nicht, dass es alleinige Aufgabe des Arbeitgebers ist, sich bei demnächst auslaufenden Verträgen aktiv an die Mitarbeiter zu wenden. Natürlich würde ich das eher erwarten, wenn das Arbeitsklima super ist, der Chef involviert etc. Aber so wie du es beschreibst, scheint das bei dir eher nicht der Fall zu sein.
Als Chef würde ich allerdings auch von meinen Mitarbeiter erwarten zu sagen "Hey, haben Sie demnächst kurz Zeit, mein Vertrag läuft aus, ich würde gerne mit Ihnen darüber reden". In welche Richtung sich das Gespäch dann entwickelt steht auf einem anderen Blatt.
Vielleicht ist es einfach nur unter gegangen bei deinem Chef? Würde dein Chef überhaupt verlängern wollen? (nicht böse gemeint!)

Ich würde so schnell es geht das Gespräch mit dem Chef suchen, immerhin sind es ja noch ein paar Wochen. Gerade im Hinblick auf die Logbücher - und es macht einfach einen besseren Eindruck, egal ob du verlängerst oder nicht.

davo
05.11.2019, 16:36
Ich würde ihn auch ehestmöglich ansprechen. "Nachdem mein Vertrag bald endet, wollte ich Sie fragen, wann Sie mal Zeit für ein Abschlussgespräch hätten." So in der Art.

Dass ein fähiger Chef das wissen müsste, ist klar, aber ein anderes Thema.

Feuerblick
05.11.2019, 16:42
Definitiv ansprechen. Solange du noch da arbeitest, ist es mit Zeugnissen und Logbuch einfacher.

anignu
05.11.2019, 19:35
Er würde sicher verlängern wollen, aus diesem Grund hätte ich auch erwartet das er auf mich zu kommt. Er ist aber auch nicht der Typ der so etwas mitbekommt solange er nicht von z.B. der Personalabteilung informiert wird.
Solche Chefs gibts viele...

auf der anderen Seite sehe ich es auch eher als Verpflichtung des Arbeitgebers an zu wissen wann die Verträge seiner Mitarbeiter auslaufen.
Ja, aber in einer Klinik zum Beispiel ist der Arbeitgeber ist üblicherweise nicht dein Chef. Das ist die Klinik. Die Chefs stehen da irgendwo dazwischen. Fachlich Vorgesetzt aber personalrechtlich entscheidet die Verwaltung. Daher gehen die Dinge welche Verträge wie genau laufen manchmal teilweise an den Chefs vorbei...

Ich könnte mir mittlerweile sogar vorstellen das es wirklich niemand merkt bis ich irgendwann nicht mehr zur Arbeit erscheine bzw. am letzten Tag meine Schlüssel abgebe. Das wäre dann ein denkbar schlechter Abgang, und man will ich auch Logbücher etc. unterschrieben bekommen usw...
Klamm heimlich verschwinden fände ich auch einen schlechten Abgang.

Und ganz wichtig: ich würde unbedingt drauf bestehen aus dem Dienstplan gelöscht zu werden! Denn mich als Dienstplaner, der zwar schon ungefähr mitbekommt wann wieviele Mitarbeiter da sind aber keinen Einblick in die Verträge hat, würde es ziemlich ankotzen wenn jemand schon lange weiß dass er nicht da ist es aber nicht sagt. Das ist auch für alle anderen blöd wenn man drei Sekunden vorher gefragt oder zwangsverpflichtet wird statt dass man ganz einfach den Dienstplan rechtzeitig umplanen kann.

Espressa
05.11.2019, 20:48
Ich hab tatsächlich mal von einer Story gehört, in der ein Arzt genau so - eben auf einmal weg war bei auslaufendem Vertrag, allerdings verhasste Stelle und verstörender Effekt gewünscht.
Als Assistent, mit benötigten Logbüchern und nicht gewillt, verbrannte Erde zu hinterlassen, würde ich das auf jeden Fall ansprechen, besonders wenn du keine Verlängerung willst...

Reflex
06.11.2019, 05:45
Ich würde einfach blauäugig um einen Termin zum Abschlussgespräch beim Chef bitten und da mit vorbereiteten Logbuch auf der Matte stehen. Auch wenn Du durch die Klinik angestellt bist, sollte auch ein Chef im Rahmen seines Personalmanagements wissen, wann welche Stelle wieder zu besetzen ist. Denn die Chefs halten in Der Regel auch die Einstellungsgespräche und kümmern sich um Auswahl der Bewerber etc.

Aber tröste Dich mein alter am Personal desinteressierter Chef hatte selbst nach aktiver Kündigung kein Interesse von sich aus in Kontakt zu treten, dass ich mich selbst um einen Termin gekümmert habe. „Ich kann Ihnen erst in 6 Wochen einen Termin geben...“ „Da bin ich aber schon in einem anderen Beschäftigungsverhältnis..“ „Sind Sie?“

Pflaume
06.11.2019, 15:11
Ich würde einfach blauäugig um einen Termin zum Abschlussgespräch beim Chef bitten und da mit sollte auch ein Chef im Rahmen seines Personalmanagements wissen, wann welche Stelle wieder zu besetzen ist.

Sollte er, aber die meisten brauchen sich nicht darum zu kümmern, weil es normalerweise auch so funktioniert. Üblicherweise suchen sowohl die Angestellten, die nicht verlängern wollen, als auch die, die verlängern wollen, so ca. 3 Monate vorher selbst das Gespräch.

Wie die anderen würde ich auch raten, das Thema sehr zügig in Angriff zu nehmen. Und freundlich. Einfach ansprechen, dass ja bald der Vertrag ausläuft. Auch gegenüber dem Dienstplaner, wie anignu richtig anmerkt.

tarumo
06.11.2019, 16:01
Anderes Szenario: macht man keinen darauf aufmerksam und kommt weiterhin brav zur Arbeit und läßt sich einteilen, dann hat man automatisch einen unbefristeten Vertrag. Es kommt also auf den Einzelfall an, ob man seine Stelle mit Getöse und Flurschaden verlassen will oder sich eine unbefristete Stelle "erschleichen" will..

Kandra
06.11.2019, 16:10
Anderes Szenario: macht man keinen darauf aufmerksam und kommt weiterhin brav zur Arbeit und läßt sich einteilen, dann hat man automatisch einen unbefristeten Vertrag. Es kommt also auf den Einzelfall an, ob man seine Stelle mit Getöse und Flurschaden verlassen will oder sich eine unbefristete Stelle "erschleichen" will..

aber nur, wenn das im Vertrag nicht ausgeschlossen wurde.

FirebirdUSA
06.11.2019, 18:15
Da muss ich an eine ähnliche Begebenheit vor einiger Zeit in benachbarter Abteilung denken. Inhaltlich ungefähr so:
FA: lieber CA ich habe zum 1.x. ein gutes Angebot als OA in Y. Ich bräuchte noch Zeugnis.
CA: herzlichen Glückwunsch, aber mit dem Aufhebungsvertrag seh ich schwarz. Kann sie leider nicht entbehren bis Ende Vertragslaufzeit.
FA: kein Problem mein Vertrag läuft sowieso un 3 Wochen aus. Wenn es Ihnen hilft kann ich gerne noch einen Monat länger arbeiten

Kandra
06.11.2019, 18:25
Da muss ich an eine ähnliche Begebenheit vor einiger Zeit in benachbarter Abteilung denken. Inhaltlich ungefähr so:
FA: lieber CA ich habe zum 1.x. ein gutes Angebot als OA in Y. Ich bräuchte noch Zeugnis.
CA: herzlichen Glückwunsch, aber mit dem Aufhebungsvertrag seh ich schwarz. Kann sie leider nicht entbehren bis Ende Vertragslaufzeit.
FA: kein Problem mein Vertrag läuft sowieso un 3 Wochen aus. Wenn es Ihnen hilft kann ich gerne noch einen Monat länger arbeiten

:D :luigi:

Nessiemoo
06.11.2019, 18:32
In einer Abteilung hat es auch jemand gebracht und ist ein Tag einfach nicht gekommen, da Vertrag ausgelaufen ist. Wurde wohl erst in der Frühbesprechung bemerkt. So richtig kollegial ist es zwar nicht, aber theoretisch hat man natürlich anrecht drauf.

ehem-user-31-01-2020-1555
06.11.2019, 18:42
Man weiss ja nicht, ob und in welcher Situation man die ehemaligen Kollegen/Vorgesetzte wiedersieht. Wenn man „in der Nähe“ eine andere Stelle annimmt kann es gut sein, dass irgendwann ein Ex-Kollege/Vorgesetzter auch an dieses Haus wechselt. Der wird sich sicherlich nicht „rächen“ aber es bleibt halt der Beigeschmack eines unschönen Abgangs.

Fr.Pelz
06.11.2019, 19:24
Habe auch schon mal mitbekommen, dass jemand so gegangen ist. Vertrag lief zur FA-Prüfung aus, aber es sollte dann ein neuer angesetzt werden. Der Kollege hat einen früheren Termin zur FA-Prüfung bekommen, hat keinem was gesagt, klammheimlich die Prüfung gemacht und war dann weg. Das war ein Schock für die Abteilung, weils echt ein guter war, alle mochten ihn, der Chef baute große Stücke auf ihn. Das hat sich so eingebrannt, dass sein Name als geflügeltes Wort angenommen wurde und noch Jahre später so manch einer sagte "wenns hier nicht bald besser wird, mach ich den Schulze"

(Name geändert)

Also einfach abhauen würde ich auf auf keinen Fall schon wegen der Zeugnisse.

tarumo
07.11.2019, 05:34
aber nur, wenn das im Vertrag nicht ausgeschlossen wurde.

Ja, natürlich. In den ganzen MB-Standardverträgen ist das aber nicht der Fall. Was sollen sie auch reinschreiben? Daß man geltende Gesetze nicht beachten will? Und da ja im Falle einer "Beförderung" zum FA/OA normalerweise nicht der Vertrag, sondern nur die Einstufung geändert wird, wäre es auch im Sinne der Mitarbeiterbindung ziemlich unklug. Uniklinik ist natürlich was anderes, weil da je nach Bundesland auch wieder andere Regelungen zur Befristung gelten. Das richtet sich dann aber nicht "gegen" Ärzte, sondern betrifft alle Fachbereiche.
Davon abgesehen, ist es ja auch nicht verboten, Ärzte unbefristet einzustellen. Mein zweiter WB-Vertrag war z.B. unbefristet.
Ich bin da mittlerweile ziemlich "schadenfroh", wenn ich höre, daß sich ein Repressionsinstrument (und so war es gedacht in Zeiten der Ärzteschwemme) einmal mehr gegen seine Anwender richtet. Es ist ja nicht gerade so, daß wir Ärzte um Befristungen ersucht hätten (und es gibt noch viel kürzere als die 60Mo zum FA).