Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Löhne steigen um 3%, und bei euch?
Bei guten AZ kann das Röntgen auch in einer Radiologiepraxis durchgeführt werden. In unserer Region kriegen die Pat. erstaunlich schnell Termine (selbst für MRT), der Befund wird ihnen dann auch noch erklärt (obwohl GKV).
Es ging ja genau darum. Es wird eben in vielen Praxen nicht mehr geröngt, weil es für 5 EUR nicht mehr darstellbar ist. Also schickt man die Leute zum CT, was die Kosten in die Höhe treibt und dem ALARA-Prinzip entgegenläuft. Die Zahl der Praxen, die Röntgen und Mammografie anbieten, sinkt stetig weiter. Bei einer Anzahl Praxen, die das jetzt noch tun, wird spätestens bei dem nächsten größeren Gerätedefekt im wahrsten Sinne des Wortes "der Stecker" gezogen. Oder die Praxis wird, wie so viele aufgekauft, und der neue Geschäftsführer beendet das. Ultraschall ambulant ist auch nicht erwünscht und wird immer weiter eingeschränkt.
Ich habe in der Inneren Medizin gearbeitet (was jeder mal so 6-12 Monate machen sollte). Wenn der KV Arzt, der seine Praxis direkt neben der Notaufnahme hatte, nicht weiter wusste, hat er eingewiesen.
In meinen KV-Praxisdiensten wurde vorhandene Ultraschallgerät von tagsüber dann weggeschlossen (!)- Vorgabe der KV. Also was bitte soll ich da noch ausrichten? Kein Röntgen, kein Labor, kein EKG, kein Sono? Kleines Gespräch, ein paar Differentialdiagnosen aufgezählt und weitergeschickt. Und für pseudomedizinischen Kram wie "Zecken entfernen" ist das ganze viel zu teuer. Die Patienten wissen das natürlich auch und werden mit dem Wunsch nach Bildgebung im KH aufschlagen, wo leider viel zu oft nachgegeben wird (Stichwort red flag bei Lumboischilagie).
Genauso ist es wahrscheinlich in der Partei, wenn man unbedingt in die konserative CDU möchte um etwas zu ändern. Nur mit Diplomatie und Kompromißbereitschaft kommt man hier weiter. Es gibt bei Bedarf sonst noch FDP, AfD, Linke, Grüne.
Tatsächlich ist es so, daß AfD und Grüne aufgrund ihrer Wahlergebnisse einen erheblichen Mangel an Ämterträgern haben und jeder, der nicht bis drei auf den Bäumen ist, dort ein Mandat angeboten bekommt. Wer also um jeden Preis Karriere machen will, sollte es mal dort probieren. Ich fürchte, ich habe mich alleine durch die ganzen Postings hier schon für die "Grünen" disqualifiziert. Und ob die Tatsache, daß die AfD sich als einzige der größeren Parteien GEGEN die "Landarztquote" ausgesprochen hat, jetzt einen Eintritt rechtfertigt?
Im übrigens haben genau die überzogene Diplomatie und Kompromißbereitschaft, sowie die panische Angst, mal irgendwo anzuecken, zu der Situation geführt, wo wir jetzt stehen. Im Großen "GroKo" wie im Kleinen, z.B. das magere "Outcome" der MB- Tarifverträge.
Für Fachärzte/Oberärzte an der Klinik manchmal etwas unfair: Manche erhalten einen Zuschlag andere nicht. Bei dem einen ist er höher, bei dem anderen weniger auch, der letzte hat Tariflohn.
Woraus zwei Rückschlüsse erlaubt sind:
- bzgl. der Gehälter/der Zahlungsbereitschaft der AG ist noch Luft nach oben, d.h. die Abschlüsse sind zu niedrig ausverhandelt. Siehe Ausgangsposting
- das gezahlte Gehalt hängt u.a. von dem individuellen Verhandlungsgeschick ab. Nix mit "gleichem Geld für gleiche Arbeit".
Wozu genau brauche ich da jetzt noch mal eine "Gewerkschaft"?
Für Fachärzte/Oberärzte an der Klinik manchmal etwas unfair: Manche erhalten einen Zuschlag andere nicht. Bei dem einen ist er höher, bei dem anderen weniger auch, der letzte hat Tariflohn.
Unfair ist es aber auch andersrum, wenn die Schnarchnase das gleiche bekommt wie der High Performer. Ich würde den Tariflohn als eine Art Mindestlohn ansehen. Wenn man mehr will, dann muss man verhandeln und ggf. die Stelle wechseln, das regelt dann der Markt.
Es ging ja genau darum. Es wird eben in vielen Praxen nicht mehr geröngt, weil es für 5 EUR nicht mehr darstellbar ist. Also schickt man die Leute zum CT, was die Kosten in die Höhe treibt und dem ALARA-Prinzip entgegenläuft. Die Zahl der Praxen, die Röntgen und Mammografie anbieten, sinkt stetig weiter. Bei einer Anzahl Praxen, die das jetzt noch tun, wird spätestens bei dem nächsten größeren Gerätedefekt im wahrsten Sinne des Wortes "der Stecker" gezogen. Oder die Praxis wird, wie so viele aufgekauft, und der neue Geschäftsführer beendet das.
Sorry, daß ich dazwischengrätsche, aber das ist definitiv falsch.
Im Umkreis meiner Praxis gibt es mindestens 7 Radiologiepraxen mit Vollausstattung inkl. 64-Zeiler-CT, 4-Tesla-MRT, teilweise offenes MRT, die alle aktuell und auch in Zukunft nativ röntgen. Und die sind bis auf eine alle Teil von 3-4 großen regionalen Radiologie-Syndikaten, pardon Netzwerken/MVZ/BAG.
Es gibt kein 4T-MRT. 1,5T/3T ist das gängige. Und 7T in Forschungsgeräten.
Ja, hast Recht, hab mich vertippt. Danke für die Korrektur :-top
Unfair ist es aber auch andersrum, wenn die Schnarchnase das gleiche bekommt wie der High Performer. Ich würde den Tariflohn als eine Art Mindestlohn ansehen. Wenn man mehr will, dann muss man verhandeln und ggf. die Stelle wechseln, das regelt dann der Markt.
Das wollte ich nicht schreiben, um weitere Diskussionen zu vermeiden, sehe es aber genauso. Es handelt sich hier um Gehälter um die 100.000 Euro im Jahr. Facharzt an der Klinik ist ja ohne Zukunft-->entweder er wird OA oder geht in eine Praxis; also reden wir über OA Gehälter.
Der eine ist gerade ist Facharzt geworden und erhält OA Gehalt, der andere ist bereits 4 Jahre FA und wird jetzt Oberarzt, der eine hat noch ein Physik oder Wirtschaftsstudium und kann hier seine Fertigkeiten miteinbringen, der eine ist sehr fleißig, der andere etwas faul, der ist sehr diplomatisch, der andere nicht, der eine ist fachlich sehr gut, der andere eher für die einfachen Fälle geeignet. Vielleicht weiß der Chef auch das eine Person gehen will, und will mit einem gewissen Extra eine Person halten. usw. Bei einem großen Unternehmen wären hier auch in dieser Gehaltsklasse die Gehälter unterschiedlich.
Sorry, daß ich dazwischengrätsche, aber das ist definitiv falsch.
Im Umkreis meiner Praxis gibt es mindestens 7 Radiologiepraxen mit Vollausstattung inkl. 64-Zeiler-CT, 4-Tesla-MRT, teilweise offenes MRT, die alle aktuell und auch in Zukunft nativ röntgen. Und die sind bis auf eine alle Teil von 3-4 großen regionalen Radiologie-Syndikaten, pardon Netzwerken/MVZ/BAG.
Yup, in unserer Gegend wird auch fleißig geröntgt, wobei ich kein Freund vom Röntgenthorax bin.
Vielleicht ist es ein langjähriger Raucher 40-50 Jahre, er klagt über Bronchitis seit Monaten und das Rö-Bild zeigt nix, fände es gerade in einer solchen Konstellation sinnvoll ein Low-Dose CT mit wirklich geringer Strahlenbelastung zu machen. Sonst dauert es noch weitere drei Monate bis im Rö-Thx ein verbreitertes Mediastinum auftaucht (LK Metastasen des BC) und sich die Prognose entsprechend verschlechtert. In meinem Berufszweig sehe ich die zahlreichen Negativbeispiele: "Im Röntgen hatte man nie was gesehen (BC) , es hat Monate gedauert bis das MRT vom Kopf gemacht wird (Hirntumor), die Schmerzen in der Hüfte wurden monatelang konservativ behandelt (Osteosarkom, Ewigsarkom) usw.
Eine Zeitlang wurde ja auch beim Mamma-CA als Primärstaging ein Rö-Thorax + Sono Abdomen gemacht. Ich hätte meiner Mutter im Fall der Fälle als Radiologe sowas von ein CT-Thorax-Abdomen angedeihen lassen...
beim BC sollte es zumindest PET-CT sein, bei NSCLC diskutieren Kollegen, warum denn noch eine zerebrale Bildgebung...dabei ändert das Staging M1 eigentlich alles, das ist leider auch von Zentrum zu Zentrum unterschiedlich. Meiner Erfahrung nach ist es sinnvoll 1x ein Staging mit CT Thorax Abdomen und cMRT zu machen vor Behandlungsbeginn.
PET/CT beim BC ist einfach genial. LK die ich nur vom Bild her als nicht suspekt gewertet hätte knallen dir da richtig entgegen. Gerade die kleinen in Level 2 sind da gern für zu haben.
Wenn das Rö-Bild nix zeigt bei langjähriger Raucher-Anamnese, kann man immer noch ein CT drüberbraten.
Gerade bei unter 40jährigen mit protrahierter Bronchitis halte ich Strahlenschutz für nicht ganz unangemessen im Rahmen der Fokussuche. Die Pneumonie ist dann doch häufiger als das BC ;-)
Wenn das Rö-Bild nix zeigt bei langjähriger Raucher-Anamnese, kann man immer noch ein CT drüberbraten. Gerade bei unter 40jährigen mit protrahierter Bronchitis halte ich Strahlenschutz für nicht ganz unangemessen im Rahmen der Fokussuche. Die Pneumonie ist dann doch häufiger als das BC ;-)
Interessant in dem Kontext zur Disukssion mit Strahlenschutz: Gerade bei langjähriger Raucheranamnese hat der Patient sich selber schon einiges (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2672370/) drübergebraten (man beachte, dass Polonium-210 ein Alphastrahler ist, manche Quellen sprechen von bis zu 10 mSv/a). Mich wundert es tatsächlich, dass das BfS da noch nicht hinterher ist.
WackenDoc
02.01.2020, 09:19
Wir kommen gerade vom RöTx bei der Asbsest Vor- und Nachsorge weg. Bis vor kurzem wurde wirklich JEDER brav alle 3 Jahre bestrahlt, auch 30-jährige Nichtraucher. Wir finden alles nur keine asymptomatischen Bronchial-Ca. Ich hoffe nur, dass wir bald zum HRCT überweisen dürfen (geht aus verwaltungstechnischen Gründen nicht).
Probleme Röntgenbilder zu bekommen haben wir in keinster Weise. Weder in der Großstadt noch aufm Land bzw. in den Kleinstädten. Kleinstadt bedeutet in dem Fall dass die Radiologiepraxis mit im Dorfkrankenhaus ist und sowohl die Krankenhauspatienten als auch externe bedient.
Wenn das Rö-Bild nix zeigt bei langjähriger Raucher-Anamnese, kann man immer noch ein CT drüberbraten.
Gerade bei unter 40jährigen mit protrahierter Bronchitis halte ich Strahlenschutz für nicht ganz unangemessen im Rahmen der Fokussuche. Die Pneumonie ist dann doch häufiger als das BC ;-)
Klar, mein Beispiel bezog sich explizit auf Malignompatienten im Primärstaging. :-top
@Wacken
Warum HRCT? Inspiration, Expiration etc, das hat nochmal eine höhere Strahlenbelastung als normales CTT. Außer bei Lungenrüstveränderungen aka. Fibrose braucht man das eigentlich nicht. Für die normalen BCs oder Pleuramesotheliome tut es das normale CTT (gerne auch nativ) völlig.
Echinococcus
02.01.2020, 11:55
Ich kann hier fast jedem Post von Tarumo nur zustimmen. Das ganze drastisch darzustellen und die PC mal außenvorzulassen ist meines Erachtens bei der Diskussion notwendig, weil wir von der eigenen Gewerkschaft veräppelt werden und die Gesellschaft uns vorgaukelt wir müssten ja primär aus dem Interesse am Wohl des Menschen unseren Beruf ausüben und würden eh schon ausreichend kompensiert werden.
Solange in vielen Branchen die Gängigen Tarife (ich sage nur IGM...) über unserem liegen macht unser Berufsstand eine Menge falsch, tut mir leid.
Aber Tarumo hat quasi schon alles gesagt, was mir auch dazu einfallen würde.
An der Bildgebungsdiskussion beteilige ich mich mal nicht, dazu bin ich als Hygieniker eh zu doof, aber wir haben in unserem Fach auch massive Probleme mit der Kostenübernahme in unserem Gesundheitssystem. So gibt es aktuell z.B. keine guten Konzepte für die Nachsorge von entlassenen MRE Patienten, für deren Rehabilitierung bräuchten wir aber dringend regelmäßige Screenings, was dann eben auch für die Labore bezahlt werden muss.
WackenDoc
02.01.2020, 12:05
@freak: Wir suchen auch die Fibrosen. Das ist für die Anerkennung der BKs relativ wichtig.
Dann macht HRCT natürlich Sinn. :-dafür
Sorry, daß ich dazwischengrätsche, aber das ist definitiv falsch.
Im Umkreis meiner Praxis gibt es mindestens 7 Radiologiepraxen mit Vollausstattung inkl. 64-Zeiler-CT, 4-Tesla-MRT, teilweise offenes MRT, die alle aktuell und auch in Zukunft nativ röntgen. Und die sind bis auf eine alle Teil von 3-4 großen regionalen Radiologie-Syndikaten, pardon Netzwerken/MVZ/BAG.
Ich stelle das gar nicht infrage. Ob das in Zukunft auch so ist- hast Du das schriftlich? Recht gewagte Aussage. In dem konkreten Falle trägt womöglich eine Konkurrenzsituation dazu bei. Dann hofft man vielleicht auf einen gewissen Ansaugeffekt bzgl. weiterer Bildgebung, das Gerät ist noch intakt, aber abgeschrieben, wird KV-technisch "illegal" und damit kostengünstig vom WBA genutzt, wird für eine WBE oder für einen guten Zuweiser benötigt etc...gibt 1000 Gründe.
Der Trend ist aber eindeutig und an den Fächern, die "früher" Röntgenanlagen betrieben haben, wie Orthopäden und großen Hausarztpraxen, jetzt schon gut zu "besichtigen". Die Rahmenbedingungen sind nämlich für alle gleich...
Übrigens meine ich gerade die großen Verbünde und Praxen, die das konv. Röntgen flächendeckend einstellen. Frag mal lieber, wer vorhat, sich in den nächsten Jahren eine NEUE Röntgenanlage zu kaufen.
Sono ist im EBM 2020 auch um wieder mehr als 10% im Punktwert abgesenkt worden, was die Anzahl der ambulanten Sonographien im FA-Bereich auch nicht steigern wird.
nocw back to topic
Unfair ist es aber auch andersrum, wenn die Schnarchnase das gleiche bekommt wie der High Performer..
Das ist bei Tarifverträgen immer der Fall. Nur bekommt halt so der High Performer genauso wenig wie die Schnarchnase. Dadurch, daß man die Abschlüsse (ich meine absichtlich) niedrig hält und somit zumindest ab FA-Level eine Spielraum schafft, bereichert man das System noch um die Variante, daß nicht die Schnarchnase oder der High Performer, sondern zumindest im KH Skrupellose, Blender und "best friend of.." sich das Geld einstecken können. Oder ist die Verteilung des Pools z.B. jederzeit nachvollziehbar?
Die Verteilung des Pools ist fair wenn es keine Poolbeteiligung gibt.
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