Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie normal sind katastrophale Arbeitsbedingungen?
MissGarfield83
11.12.2019, 17:57
Sag mal Hein, wie lange arbeitest du schon? Ich finde du wirkst als hättest du sehr viel Meinung für sehr wenig Erfahrung ...
Relaxometrie
11.12.2019, 17:59
@Tarwah: Eigentlich wollte ich ausführlicher zu Deinem Posting schreiben und hatte auch schon einige Sätze geschrieben.
Aber um ehrlich zu sein, bin ich es müde, auf solche Beschreibungen, wie von Dir, überhaupt noch konstruktiv zu antworten.
Ich bitte Dich: Ihr werdet aus dem Urlaub geholt??? Wieso macht Ihr das mit? Urlaub ist Urlaub.
Und zu wenig Zeit, um wenigstens in den MB einzutreten? Weil zu überarbeitet, weil viele Kollegen krank sind? Keine Sorge: irgendwann bist Du auch krank. Wenn Du Dich dann in Deinem jetzigen Krankenhaus behandeln ließest, wärst Du aber immerhin mal "oberste Proriät". Nur leider nicht als Ärztin, sondern als Patientin.
Laß es nicht zu, daß Menschen in diesem kranken System die Prioritäten so setzen wollen, daß Patienten "oberste Priorität" sind, während Mitarbeiter zu spuren haben.
Feuerblick
11.12.2019, 18:35
Wer im Frei oder im Urlaub ans Telefon geht (bei Kliniknummer oder unterdrückter Nummer), der hat einfach elementare Regeln nicht verinnerlicht :-))
ehem-user-31-01-2020-1555
11.12.2019, 19:14
Sag mal Hein, wie lange arbeitest du schon? Ich finde du wirkst als hättest du sehr viel Meinung für sehr wenig Erfahrung ...
Ich habe über 10 Jahre Berufserfahrung, allerdings nicht im medizinischen Bereich. Und ich bin froh, dass ich diese Meinung habe und auch so vertrete, weil ich nicht in diese Situation kommen möchte. Und wenn sich jemand aus dem Urlaub holen lässt, frage ich mich, was der nicht verstanden hat.
Feuerblick
11.12.2019, 19:18
@Hein: Sorry, aber ohne hier irgendwen zu kennen solltest du nicht irgenwelche User, die eine nicht unberechtigte Frage gestellt haben, persönlich angehen. Immerhin magst du selbst ja auch nicht, wenn man dich angeht oder runterzieht, oder?
ehem-user-31-01-2020-1555
11.12.2019, 19:21
@Hein: Sorry, aber ohne hier irgendwen zu kennen solltest du nicht irgenwelche User, die eine nicht unberechtigte Frage gestellt haben, persönlich angehen. Immerhin magst du selbst ja auch nicht, wenn man dich angeht oder runterzieht, oder?
Sorry, habe ich gerade geändert. Mich hat das nur gerade so getriggert, dass das jemand mit sich machen lässt.
Gibt es dafür eine rechtliche Grundlage bzw. muss die Person dann „einspringen“? Habe das noch nie von mir bekannten Ärzten gehört. Dienst tauschen ist klar, aber aus dem Urlaub holen lassen...? Da kann ja jeden Tag zu jeder Zeit so ein Anruf kommen und dann hat man ja nie die Gewissheit, seinen freien Tag oder den Urlaub ungestört geniessen zu können.
MissGarfield83
11.12.2019, 19:42
Sorry, habe ich gerade geändert. Mich hat das nur gerade so getriggert, dass das jemand mit sich machen lässt.
Gibt es dafür eine rechtliche Grundlage bzw. muss die Person dann „einspringen“? Habe das noch nie von mir bekannten Ärzten gehört. Dienst tauschen ist klar, aber aus dem Urlaub holen lassen...? Da kann ja jeden Tag zu jeder Zeit so ein Anruf kommen und dann hat man ja nie die Gewissheit, seinen freien Tag oder den Urlaub ungestört geniessen zu können.
Im Notfall (sic!) kannst du durchaus aus dem Urlaub beordert werden, auch wenn der AG dann deine Aufwendungen zu erstatten hat und dir den Urlaubsausfall in Nachgewährung von Urlaubstagen zu gewährleisten hat.
John Silver
11.12.2019, 19:43
Um einen Arbeitnehmer aus dem frei, und erst recht aus dem Urlaub zu holen, müsste der Arbeitgeber zunächst alle Optionen prüfen, inklusive der, dass der Chefarzt persönlich zum Dienst herangezogen wird. Die Erkrankung eines oder einiger weniger Mitarbeiter darf nicht als Notstand gewertet werden, weil ein gewisser Krankenstand nicht ungewöhnlich ist, und ein ausschließlich vom Arbeitgeber zu tragendes Risiko darstellt. Ein Notstand kann nur bei plötzlicher Erkrankung sehr vieler Mitarbeiter oder im Falle eines schweren MANV/einer schweren Epidemie o.ä. erklärt werden.
Ferner sind nachträgliche Dienstplanänderungen nur mit Zustimmung des betroffenen Arbeitnehmers UND des Betriebsrats zulässig. Alles andere ist ein Rechtsverstoss, der mit u.U. sehr saftigen Strafen geahndet werden kann. Einfach den Betriebsrat informieren und dokumentieren.
Ansonsten einfach nicht ans Telefon gehen und Schluss.
Überstunden können, ebenso wie Urlaub, nicht verfallen. Überstunden werden ausgeglichen; ist dies aus betrieblichen Gründen nicht möglich, werden sie ausgezahlt, spätestens nach der Kündigung. Lässt der Arbeitgeber offiziell dokumentierte Überstunden unter den Tisch fallen, begeht er eine Straftat (Unterschlagung).
Philip_MHH
11.12.2019, 19:58
Im Notfall (sic!) kannst du durchaus aus dem Urlaub beordert werden, auch wenn der AG dann deine Aufwendungen zu erstatten hat und dir den Urlaubsausfall in Nachgewährung von Urlaubstagen zu gewährleisten hat.
und dann muss der Arbeitgeber natürlich den Arbeitnehmer auch erreichen....
juke5489
11.12.2019, 20:07
und dann muss der Arbeitgeber natürlich den Arbeitnehmer auch erreichen....
haha, das soll erstmal jemand versuchen mich im urlaub zu erreichen und davon zu überzeugen zurück nach hause zu kommen um zu arbeiten...man hab ich im urlaub immer schlechten mobilfunkempfang. und selbst wenn ein anruf durchgeht, ist ausgerechnet bei anrufen aus der arbeit der empfang so schlecht, dass ich kein wort verstehe. kann man nix machen.
Philip_MHH
11.12.2019, 20:10
exakt
ehem-user-31-01-2020-1555
11.12.2019, 20:45
Die Frage ist, muss ich im frei/Urlaub zu erreichen sein, weil ja theoretisch so ein Notfall wo alle Maßnahmen ausgeschöpft wurden vorkommen kann? Die Frage finde ich auch als jemand, der vorher in der Softwarebranche gearbeitet, durchaus berechtigt. Damit will ich niemanden angreifen, aber es wird ja oft beklagt, dass sich so viele Leute zuviel gefallen lassen.
John Silver
11.12.2019, 20:51
Nein, muss man nicht.
Nein, musst du (als normaler Arbeitnehmer) nicht.
Die Frage ist, muss ich im frei/Urlaub zu erreichen sein, weil ja theoretisch so ein Notfall wo alle Maßnahmen ausgeschöpft wurden vorkommen kann?
Nein.
Du musst außerhalb des regulären Dienstplanes, soweit es deinen Arbeitgeber betrifft, gar nichts.
Wenn dein Arbeitgeber deine Erreich- und Verfügbarkeit außerhalb der regulären Arbeitszeiten sicherstellen will, gibt es hierfür ein probates Mittel: Rufbereitschaft anordnen.
Die kostet halt Geld, Arbeitgeber mögen sowas nicht, und deshalb gibt es praktisch nirgendwo ein System, dass z.B. jemand wochenweise "Einspringdienst" hat, der entsprechend vergütet wird.
Die kostet halt Geld, Arbeitgeber mögen sowas nicht, und deshalb gibt es praktisch nirgendwo ein System, dass z.B. jemand wochenweise "Einspringdienst" hat, der entsprechend vergütet wird.
Bei der jetzigen Vergütung (~ 8% des normalen Stundenlohns) dürfte es aber auch für die Arbeitnehmer nur bedingt interessant sein: Nach so einer Woche von 7 Tagen Rufbereitschaft hat man erstmal 24 Minusstunden - dafür, dass man 7 Tagen lang auf halb acht zu Hause sitzt, keine Termine eingehen kann, eine Kinderbetreuung rund um die Uhr benötigt...
Es war ja nur ein ohne große Überlegung aus der Hüfte geschossenes Beispiel.
Kennt irgendjemand einen Arbeitgeber, der sich tatsächlich Gedanken um sowas macht?
Ich nicht.
Das läuft alles über mehr oder minder freiwilliges Einspringen und ggf. "Aufrücken" im Dienstplan oder auch mal "Anordnung der Dienstübernahme" (natürlich ohne Beteiligung des Personalrates oder ähnliche "Störfaktoren").
Nach so einer Woche von 7 Tagen Rufbereitschaft hat man erstmal 24 Minusstunden
Ich kenne keine einzige Klinik die das so macht, denn:
1. Gilt die Rufbereitschaft ja dann nicht für die Zeit von Montag bis Freitag jeweils 8-16 Uhr, also müsstest du die Zahlen nochmal nachrechnen
2. Kenne ich keine Klinik in der die Rufbereitschaft als Stunden ausgezahlt wird. Die gibt es als Vergütung zum normalen Gehalt oben drauf.
Das läuft alles über mehr oder minder freiwilliges Einspringen und ggf. "Aufrücken" im Dienstplan oder auch mal "Anordnung der Dienstübernahme" (natürlich ohne Beteiligung des Personalrates oder ähnliche "Störfaktoren").
Wir wollten das in unserer Klinik mal durchsetzen. Also dass es eine tatsächliche Rufbereitschaft gibt für Assistenten die dann einspringen. Wollte die Klinik nicht weil zu teuer. Das "geht ja auch so". Man wird einfach so lange "gefragt" bis man einknickt. Und "zufällig" sind das dann ja immer die gleichen Leute, meist die Jüngeren...
Ich kenne keine einzige Klinik die das so macht, denn:
1. Gilt die Rufbereitschaft ja dann nicht für die Zeit von Montag bis Freitag jeweils 8-16 Uhr, also müsstest du die Zahlen nochmal nachrechnen
2. Kenne ich keine Klinik in der die Rufbereitschaft als Stunden ausgezahlt wird. Die gibt es als Vergütung zum normalen Gehalt oben drauf.
Kommt dann natürlich auf die Ausgestaltung an - ich war jetzt vom ITS-Schichtdienst ausgegangen. Und ob das dann Stunden oder Zusatzlohn ist, ist doch ein Tasche-rein-Tasche-raus Spiel.
Worum es mir geht: Auch wenn die Kliniken meinen, die Rufbereitschaft wäre zu teuer, halte ich als Arbeitnehmer die Bezahlung für zu gering - zumindest für Leute die ihre freien Tagen nicht eh ohne Verpflichtungen zu Hause verbringen.
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