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Autolyse
15.12.2019, 10:10
Auch nach vier Uhr lohnt es sich. Es lohnt sich immer!
Das sehe ich anders. Ich bin restlos zerklatscht, wenn man mich in den ersten zwei Stunden nachdem ich das erste Mal eingenickt bin weckt, dann ist alles gelaufen und völlig hin inklusive des nächsten Tages. Anästhesie im Haus mit Rufbereitschaft der OP-Pflege ging, da war je nach OP-Programm vorher meist zwischen 1 und 3 Uhr nachts dann auch die Intensiv abgefrühstückt und dann kam wirklich nichts mehr.

Wie man in der Pädiatrie 24-Stunden-Dienste macht ist mir ein Rätsel. Wartezeiten von 3-4 Stunden nachts sind genauso normal wie 40 Patienten aufwärts in den nächtlichen 12 Stunden. Dementsprechend machen wir Schichtdienst...

Miss_H
15.12.2019, 17:15
Ich bin echt froh, dass wir "nur" 20 Stunden Dienste hatten. Da konnte man vorher wenigstens noch ausschlafen. Ich bin vor dem Schlafen nochmal kurz auf unsere beiden Stationen und Intensiv gegangen um zu fragen, ob es noch was gibt und zu sagen, dass ich mal ins Bett gehe. Ich habe dann versucht zu schlafen und habe mich auch immer wieder hingelegt. Nachts könnte ich sowieso nichts sinnvolles machen.
Ich musste nach den Diensten immer schlafen, ich kann mich nicht wach halten und für bin für nix zu gebrauchen. Ich habe es gehasst. Und der Rhythmus war völlig dahin.

sweety92
16.12.2019, 06:24
Wenn ich ein Haus mit HNO finden würde, in dem man weniger als 24h-Schichten hat oder ein ganz anderes System hat, würde ich sofort versuchen zu wechseln. Die Menge stört mich nicht, aber die Belastung in einem Dienst ist schon echt hoch, auch wenn es oft von vielen heruntergespielt wird. Ist das bei euch auch so? Oft ist man doch das "Weichei", wenn man sagt, dass die 24h belastend sind, obwohl man wirklich auch sieht, dass es denen nicht anders geht... Ich werde mir euren Rat zu Herzen nehmen und versuchen immer zu schlafen, außer es ist echt bereits das 3./4. Mal und schon fast wieder Dienstbeginn. Da habe ich echt bemerkt, dass mich das total matschig macht .

][truba][
16.12.2019, 06:29
Ja, ist in der Uro auch so.
Dienstbelastung ist schon hoch. Hätte ich mir vorher nicht gedacht aber es ist zt mehr als in der ach früher.

12h am Wochenende wäre für mich definitiv angenehmer. Aber man müsste eben öfter kommen. Wollen meine Kollegen nicht.

Cingulum123
16.12.2019, 07:47
Oft ist man doch das "Weichei", wenn man sagt, dass die 24h belastend sind, obwohl man wirklich auch sieht, dass es denen nicht anders geht...
Lass dir da nichts einreden. Wir haben im Team zwei Leute, die sagen, dass es zwar unangenehm, aber insgesamt ok ist. Der ganze Rest hat mehr oder weniger große Probleme mit den 24h Diensten. Aber man muss schon sagen, dass es mit mehr Erfahrung etwas besser wird, deswegen Kopf hoch und durchhalten bis es eine Alternative gibt. Sei es Praxis oder Haus mit anderem Dienstsystem.

mathematicus
19.12.2019, 20:53
Irgendwelche Tipps für den ersten 24h-Dienst? Bald blüht mir dieser Spaß auch... ;-)

][truba][
19.12.2019, 20:59
* Nicht zu oft auf die Uhr gucken - es ist immer noch viel zu lang bis zum Ende. Besser nicht gucken.

* Genug zu Essen dabei haben, immer was zu trinken mit dir rumschleppen und nebenbei was trinken

* Dinge die man "nebenbei" am Telefon klärt/annimmt immer aufschreiben. Bei mir ist das schnell aus dem Kopf wenn ich eigentlich grad was anderes mache

* bei Unsicherheit den Hintergrund anrufen (vorher Gedanken machen)

* bewusst Pause einbauen - Arbeit wird es immer geben, Zeit für Pausen fast nie

WackenDoc
19.12.2019, 21:03
Versuch rauszufinden, wann die Schwestern ihren Abendrundgang machen. DANACH nach Möglichkeit über die Stationen gehen und fragen, ob noch was anliegt. Das verhindert kleckerlesweise Nachfragen wenn man eigentlich schlafen will.
Bei der Dienstübernahme, wenn die Kollegen noch da sind, nach Problemfällen fragen und vor dem Schlafengehen nach deren Befinden fragen.

Nicht zu spät noch Tagesroutineaufgaben erledigen (wie Diagnosen verschlüsseln oder Briefe schreiben), rechtzeitig schlafen gehen vorher Telefon laut stellen, kleine Lampe griffbereit neben die Schlafmöglichkeit.

Edit: Nach Möglichkeit, zu den normalen Zeiten essen, eher sogar ein wenig früher. Kleinen Snack für nachts mitnehme. Bis auf wenige Notfälle kann man bei so einem Dienst auch erstmal zu Ende essen, auf´s Klo gehen etc.

Nicht mit Klamotten schlafen legen.

freak1
19.12.2019, 21:42
Irgendwelche Tipps für den ersten 24h-Dienst? Bald blüht mir dieser Spaß auch... ;-)

Welches Fach?

Nicht scheuen den Hintergrund anzurufen aber, wie oben geschrieben, vorher Gedanken machen und die wichtigen Informationen parat haben. Kommt doof wenn der Hintergrund 2-3 Fragen hat und man keine davon beantworten kann.

tarumo
20.12.2019, 04:10
Nicht mit Klamotten schlafen legen.

Wer wollte nicht schon immer mal nackt im Dienst schlafen? :-))

Aber mal ernsthaft- abgesehen davon, daß man sich nicht mit potentiell "siffiger" Oberbekleidung ins Dienstbett legen sollte...bringt sich jemand wirklich Schlafzeug mit? Und wenn ja...in welchem Fach?

Und zum eigentlichen Thema:
-früh noch versuchen, eine Mütze Schlaf zu bekommen, insbesondere, wenn man noch ein Fahrzeug lenken muss. Geht natürlich nur, wenn man nicht um 7.30h von der Putzfrau aus dem Schlaf gerissen wird. In der Radiologie haben wir später, falls notwendig, noch ein paar Befunde aus der "Unhappy hour" vervollständigt und ggf. besprochen (natürlich nur, wenn die Zeiterfassung das hergibt)
-man sollte schauen, daß man am post-Dienst-Tag möglichst viel nach draußen kommt (Tageslicht wirkt Wunder) und versuchen, möglichst lange wach zu bleiben, um den Rhythmus wiederzufinden. Ist natürlich schwer, wenn man die 24h komplett durchgearbeitet hat. Aber angeblich soll das ja verboten sein:grins:
Sauna am Spätnachmittag wirkt auch Wunder.
-ansonsten habe ich mir den post-Dienst-Tag für intellektuell wenig anspruchsvolle Aufgaben freigehalten (einkaufen, putzen....), aber der Tag ist überwiegend "verloren".

Miss_H
20.12.2019, 06:37
Nicht mit Klamotten schlafen legen.
Wieso?
Ich habe nur den Kittel ausgezogen und mich mit Polo und Hose ins Bett gelegt. Das wird ja täglich frisch bezogen. Und Polo und Hose habe ich auch täglich gewechselt.
Ich habe keine Kreislaufprobleme, auch nicht mitten in der Nacht. Allerdings hätte ich keine Lust mich noch umzuziehen, wenn der Rea-Funk los geht.

freak1
20.12.2019, 07:45
Ich zieh mir einfach bevor ich ins Bett gehe eine frische blaue Hose an. Das Kasackoberteil zieh ich dann an wenn der Funk geht.

THawk
20.12.2019, 08:45
Ich schlafe in der Berufskleidung total schlecht. Außerdem kann da auch mal noch die Käseschmiere am Kasack kleben. Ne, Zeit zum raschen Anziehen ist auch bei Notsectio oder Rea-Ruf gegeben.

Mein Tipp: Probleme frühzeitig beheben. Hat ein Patient ein Problem, dann lieber am Abend aktiv dran arbeiten als zu hoffen, dass der schon irgendwie über die Nacht kommt. Das kumuliert und fällt einem dann häufig um 4 Uhr früh auf die Füße...

CYP21B
20.12.2019, 10:32
Bevor du ins Bett gehst nochmal Stationen abklappern bzw fragen ob da noch was ansteht. In der Notaufnahme war das insoweit nicht schlecht wenn die wussten dass ich im Bett bin das sie wegen irgendwelcher Lappalie dann gesammelt haben bzw erst angerufen haben wenn was dringendes war. Manchmal muss man die Schwestern auch etwas erziehen. Wenn die Nadel mitten in der Nacht para geht muss ich die nicht um Punkt 6 neu legen wenn ich da eigentlich noch schlafen könnte.

Bei mir war es ganz am Anfang so dass der Hintergrund z.T. nochmal angerufen hat bevor er schlafen ging. Dann konnte man gut auch nochmal nicht so dringende Sachen fragen, wusste aber dass man danach lieber überlegt ob es ein Problem ist was nachts noch gelöst werden muss oder nicht. Vielleicht gibt's so eine Regelung bei euch auch? Im Zweifelsfall aber lieber zu oft anrufen als zu wenig. Je nach Problem hilft es auch Kollegen der anderen Fachrichtungen zu fragen.

Gerade am Anfang Möglichkeiten zum Essen nutzen, man weiß nie was sonst noch kommt. Ich habe auch schon beim Warten auf den Schockraum noch schnell eine Pizza inhaliert, weil einfach von der Meldung her wahrscheinlich war dass ich die nächsten Stunden mit Schockraum und Op gebunden bin.

In der UCH habe ich zum schlafen nur Kittel und Hose ausgezogen, da wäre jedesmal Schlafklamotten an und wieder aus schon nervig gewesen. Jetzt in der Ortho ist die Aufstehfrequenz nicht so hoch, da ists was anderes. Das muss man glaube ich für sich selbst rausfinden.

Fang nicht damit an nachts irgendwelche Routineaufgaben bzw Papierkram zu machen der liegen geblieben ist. Geh lieber schlafen. Meistens kommt da dann sowieso schlechte Qualität raus und fitter wirst du dadurch auch nicht.

Es wird mit der Zeit besser. Zum einen kann man sich anbahnende Probleme auf Station besser vorab abfangen und zum anderen ist es auch eine Organisationssache. Manchmal wird es trotzdem kacke, das ist einfach so. Rein vom Sozialleistungen ist mir ein 24- Stundendienst trotzdem lieber als irgendwelche egal wie gearteten Schichtdienste da ich damit normal doppelt so oft zu unschönen Zeiten arbeite. Und wenn man etwas Einfluss auf den Dienstplan hat kann man mit 24h Diensten viel leichter Vormittagstermine abdecken als mit Schichten weil man meist deutlich flexibler ist.

epeline
20.12.2019, 11:17
Ich habe immer in Unterwäsche geschlafen und kasack und Hose bei Bedarf dann drüber geworfen. So viel Zeit ist doch eigentlich immer.
Eine Kollegin stand aber tatsächlich auch schon mal im Schlafanzug im Kreißsaal.
Ich finde, die Kleidung riecht unangenehm chemisch, damit möchte ich nicht schlafen.

annekii
20.12.2019, 11:28
Ich habe auch immer in Unterwäsche geschlafen und dann schnell übergezogen.


Mein Tipp: Probleme frühzeitig beheben. Hat ein Patient ein Problem, dann lieber am Abend aktiv dran arbeiten als zu hoffen, dass der schon irgendwie über die Nacht kommt. Das kumuliert und fällt einem dann häufig um 4 Uhr früh auf die Füße...
Genau das! Nicht nur für eigene Ruhe, sondern auch fürs Kind. Ich bin auch besser eingeschlafen, wenn ich kein schlechtes Gewissen hatte, irgendwas nicht getan zu haben.

WackenDoc
20.12.2019, 12:44
1. Ist Dienstkleidung ja Schutzkleidung und mit der will man nicht im Bett liegen.
2. Sind die Klamotten unbequemer als Schlafklamotten (ok, außer Kasak, die sind von Hause aus schon labbrig).
3. Habe ich das Gefühl, dass der Kopf das eher versteht- Dienstklamotten=wach sein, Schlafklamotten=schlafen.
4. Du kommst dann nicht mit verschrumpelten und ggf. verschwitzten Klamotten beim Patienten an.

Was den Rea- Funk angeht- da ist die Frage, ob das Dienstmodell schlafen vorsieht. Ansonsten- ja, um sich kurz nen Kasak und ne Hose überzuwerfen reicht es immer.
Ich leg mir im Notarztdienst immer meine Klamotten anziehbereit hin und schlaf in nem extra T-Shirt, Socken lass ich meist an, weil ich dafür nachts zu verpeilt bin.

Evil
20.12.2019, 14:02
Ich hab mich im Dienst durchaus im Polo schlafen gelegt, denn das ist keine Schutzkleidung. Darüber kam dann beim Arbeiten der Kittel (Hausdienst) oder die NA-Jacke (NA-Dienst). Aber so ist man schneller einsatzbereit.

Und der Tip mit dem "vorher über die Stationen gehen" wird auch in höheren Leveln nicht mehr beherzigt, denn ich habe es zu oft erlebt, daß ich eine Runde durch den Kreißsaal gedreht habe "braucht Ihr noch eine PDA?", mich dann hingelegt habe, und nach 5 Minuten das Telefon ging "wir brauchen driiiiingend eine PDA" ;-)
Aber ganz wichtig: vorm Schlafengehen nichts unerledigtes herumliegen lassen, das fällt Dir auf die Füße!

Und nach dem Dienst: 2h pennen, dann Kram erledigen, dann in die Sauna und zum Abschluß ein Schlummerbierchen ;-9

anignu
21.12.2019, 13:00
Wenn wir schon vom Schlafen reden: ich hab mir nachts immer frische OP-Klamotten eine Größe größer als ich normalerweise brauche geholt. Die sind weit, gemütlich, aus Baumwolle usw... darin schläft es sich sehr gut. Und wenn alles schief geht kann man mit denen auch mal nachts zu einer Rea rennen. Ansonsten ist eigentlich immer Zeit sich umzuziehen... die "normale Hose" oder das "normale Polo" find ich zum Schlafen irgendwie zu unbequem. Ich schlaf zu Hause ja auch in eher gemütlichen Baumwollsachen.

Das "über die Stationen gehen" hab ich als Anfänger gemacht. Inzwischen mach ich das nicht mehr. Die Schwestern kommen sonst nur auf die Idee dass man ja noch schnell dieses und jenes machen könne wenn man eh schon da ist. Wenn man nicht da ist bekommen sie die Patienten schon über die Nacht.
Anders gesagt: man muss ja nicht krampfhaft nach Arbeit suchen.
Und: wenn man nachts mündliche Anordnungen macht (wie z.B. Schlafbedarf für Patienten) oder einen Patienten für eine fremde Fachrichtung aufnimmt oder sonstwas, dann unbedingt auf einen Zettel schreiben und den morgens abarbeiten. Nichts ist nerviger als dass man später irgendwann sich anhören darf dass man das vergessen hätte. Die Schwestern dokumentieren üblicherweise eine mündliche Anordnung und die gehört dann auch schriftlich nachgetragen im Sinne von "wurde in der Nacht mündlich angeordnet"...