Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Das Lernen online. Perspektiven?
Hallo liebe Kolleginnen und Kollegen,
seit einigen Monaten beschäftigt mich ein Gedanke, dass wir heutzutage eigentlich bessere Erfahrungen mit dem Lernen haben sollen als vor 30 Jahren (Internet, Handys usw.). So ist das aber nicht. Natürlich muss ich nicht mehr 30 km fahren, um ein Buch in der Bibliothek zu lesen. Etwas zum Lesen gibt es nun im Internet. Auch viele Videos und Podcasts. Das alles macht die Information verfügbarer, erleichtert aber das Lernen selbst nicht.
Uns fehlt immer noch die Unterstützung bei der Aufgabe, die Information zu verinnerlichen und sie zu behalten. Und dafür brauchen wir eigentlich nicht viel. Vermutlich nur eine Möglichkeit die neuen Kenntnisse sinnvoll anzuwenden, mit ihnen zu spielen und diese regelmäßig auf verschiedene Weise zu erfrischen.
Wie aktuell ist dieses Thema für Sie? Welche innovative Lösungen würden Sie vorschlagen? Hätten Sie Interesse bei der Entwicklung mitzumachen?
Aktuell? Null
Innovative Lösungen? Es gibt schon viele. Es gibt Amboss, es gibt die Zusatzangebote im Netz von den großen Firmen wie Elsevier oder Springer, es gibt die verschiedensten Plattformen für alles was man braucht: Röntgenbilder, EKG, sonstwas.
Was ist denn die Idee? Haben Sie überhaupt eine Idee was Sie wollen, oder wollen Sie hier erstmal Ideen sammeln und das dann zu einer eigenen Geschäftsidee entwickeln
Danke für die Ehrlichkeit und Ihr Interesse zu diesem anscheinend langweiligen Thema! ;-)
Aktuell? Null
Das lebenslange Lernen ist natürlich nicht für alle. Ich spreche aber über erwachsene Menschen, die gezwungen sind zu lernen (z.B., für eine Prüfung). Die Kolleginnen, die vielleicht nur 1-2 Stunden Zeit frei am Tag haben und ohnehin bereits erschöpft und überfordert sind. In dieser Hinsicht sind die Angebote von Amboss, Elsevier oder Springer überhaupt nicht innovativ. Das Hauptgeschäft dieser Verlage sind Bücher. Und die von Ihnen richtig so genannte “Zusatzangebote im Netz” sind nichts anders als die selben Bücher in Form von langweiligen Videos oder Texten mit Bildern und Hyperlinks.
Plattformen für alles was man braucht: Röntgenbilder, EKG
Das ist schon besser. Aber: “Bilder, EKG, Labor vielleicht?” - und ist diese Liste schon am Ende. Von “alles was man braucht” kann hier keine Rede sein. Mir fehlt zum Beispiel die Möglichkeit meine Fähigkeit die Differenzialdiagnose beim Bauchschmerz zu perfektionieren, damit ich auch in seltensten Fällen nicht versage.
Wieso gibt es beim Sprachenlernen zusätzlich zum Grammatikbuch auch zahlreiche Angebote, um die Sprache zu üben? Und in der Medizin insgesamt gibt es “nur Herold” und kein Übungsbuch bzw. eine Übungsplattform? Das meine ich. Wie bereits gesagt: es ist kein Problem die Information zu finden. Das Problem ist das Umgehen mit den Unmengen von Information zu erlernen und es zu üben. Jeder Lehrer ist bereit sein Wissen zu teilen. Aber nicht jeder Lehrling kann das Wissen in reiner Form aufnehmen und es dann erfolgreich anwenden.
Haben Sie überhaupt eine Idee was Sie wollen, oder wollen Sie hier erstmal Ideen sammeln und das dann zu einer eigenen Geschäftsidee entwickeln
Wenn es nur so einfach wäre... :-nix
Es sind nicht die Ideen und die kompromisslosen Kritiker, die mir fehlen. Ich suche nach mutigen Persönlichkeiten, die bereit wären etwas Neues zu erschaffen. Die Idee selbst ist ganz einfach und die äußerte ich in meiner ersten Nachricht:
...eine Möglichkeit die neuen Kenntnisse sinnvoll anzuwenden, mit ihnen zu spielen und diese regelmäßig auf verschiedene Weise zu erfrischen.
Gibt es einen guten Grund, warum meine Nachrichten hier nicht erscheinen?
warum meine Nachrichten hier nicht erscheinen?Ok, noch ein Versuch...
Aktuell? Null
Danke für die Ehrlichkeit und Ihr Interesse fürs anscheinend langweilige Thema! ;)
Das lebenslange Lernen ist natürlich nicht für alle. Ich spreche aber über erwachsene Menschen, die gezwungen sind zu lernen (z.B., für eine Prüfung). Die Kolleginnen, die vielleicht nur 1-2 Stunden Zeit frei am Tag haben und ohnehin bereits erschöpft und überfordert sind. In dieser Hinsicht sind die Angebote von Amboss, Elsevier oder Springer überhaupt nicht innovativ. Das Hauptgeschäft dieser Verlage sind Bücher. Und die von Ihnen richtig so genannte “Zusatzangebote im Netz” sind nichts anders als die selben Bücher in Form von langweiligen Videos oder Texten mit Bildern und Hyperlinks.
Plattformen für alles was man braucht: Röntgenbilder, EKG
Das ist schon besser. Aber: “Bilder, EKG, Labor vielleicht?” - und ist diese Liste schon am Ende. Von “alles was man braucht” kann hier keine Rede sein. Mir fehlt zum Beispiel die Möglichkeit meine Fähigkeit die Differenzialdiagnose beim Bauchschmerz zu perfektionieren, damit ich auch in seltensten Fällen nicht versage.
Wieso gibt es beim Sprachenlernen zusätzlich zum Grammatikbuch auch zahlreiche Angebote, um die Sprache zu üben? Und in der Medizin insgesamt gibt es “nur Herold” und kein Übungsbuch bzw. eine Übungsplattform? So wie ein Fallbuch für Fortgeschrittene. Das meine ich. Wie bereits gesagt: es ist kein Problem die Information zu finden. Das Problem ist das Umgehen mit den Unmengen von Information zu erlernen und es zu üben. Jeder Lehrer ist bereit sein Wissen zu teilen. Aber nicht jeder Lehrling kann das Wissen in reiner Form aufnehmen.
Haben Sie überhaupt eine Idee was Sie wollen, oder wollen Sie hier erstmal Ideen sammeln und das dann zu einer eigenen Geschäftsidee entwickeln
Wenn es nur so einfach wäre... :-nix
Es sind nicht die Ideen und die kompromisslosen Kritiker, die mir fehlen. Ich suche nach mutigen Persönlichkeiten, die bereit wären etwas Neues zu erschaffen. Die Idee selbst ist ganz einfach und die äußerte ich in meiner ersten Nachricht:
eine Möglichkeit die neuen Kenntnisse sinnvoll anzuwenden, mit ihnen zu spielen und diese regelmäßig auf verschiedene Weise zu erfrischen.
WackenDoc
09.02.2020, 17:36
Ach je was für ein sinnfreies Geblubber. HÖrt sich an, als ob du eine völlig unausgegorene Geschäftsidee hast und jemanden suchst, der die ganze Arbeit macht.
Viel Spass!
Mir fehlt zum Beispiel die Möglichkeit meine Fähigkeit die Differenzialdiagnose beim Bauchschmerz zu perfektionieren, damit ich auch in seltensten Fällen nicht versage.
Vielleicht einfach mal ein entsprechendes Paper lesen?
Es gibt diesbezüglich gute Zusammenfassungen, die muss man nur kennen. Beispiel gefällig? https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0031-1271415 und ist sogar kostenlos.
pashtunwali
09.02.2020, 22:12
Großes hin und her! wenn man was neues hat, was der Markt noch nicht kennt, dann einfach mal präsentieren und die Leute werden einem schon sagen, ob’s gut oder schlecht ist
ProximaCentauri
10.02.2020, 21:20
Im Endeffekt muss man fürs Lernen primär eines tun: sich hinsetzen und daran arbeiten. Die harte Arbeit kann einem kein schönes Programm wegnehmen. Und oft verschwendet man dann sehr viel Zeit damit erst 30 Möglichkeiten zu lernen auszuprobieren und dabei wäre man mit der dafür aufgewendeten Zeit schon fast am Ziel..
@ProximaCentauri, mein herzlicher Dank, dass Sie das eigentliche Thema ansprechen, statt über meine Absichten zu spekulieren. Genau darum geht es für mich, den Menschen die Möglichkeit zu geben, die verfügbare Zeit möglichst effektiv auszunutzen.
Im Endeffekt muss man fürs Lernen primär eines tun: sich hinsetzen und daran arbeiten.
Absolut richtig! Aber die Art der Arbeit ist dabei entscheidend. Man kann stundenlang verschiedene Texte lesen (anignu oder google mit zahlreichen Links steht zur Verfügung). Oder auch stundenlang Videos anschauen. Das Ergebnis ist dasselbe: man amüsiert sich, ist zufrieden und hat das Gefühl etwas sinnvolles zu tun.
Das Lesen am Anfang ist unverzichtbar. Das ist aber nur der erste Schritt zum Lernen. Wenn man das Lesen und wiederholtes Lesen als die einzige Technik benutzt, ist er am falschen Weg.
“We don’t engage in passive rereading because we are dumb or lazy. We do it because we fall prey to a cognitive illusion. When we read material over and over, the material becomes familiar
and fluent, meaning it is easy for our minds to process. We then think that this easy processing is a sign that we have learned something well, even though we have not.” - Jeffrey D. Karpicke
Darüber möchte ich diskutieren.
"Lesen vs. Lesen + Denken" - kann die moderne Technik uns dabei helfen?
Der Ansatz ist ja richtig und auch die Schlussfolgerung, dass es in der Medizin keine entsprechende Lernmaterialien gibt. Die Frage ist aber doch eigentlich warum das so ist - du bist schließlich nicht der erst, der in der ersten Unterrichtsstunde Pädagogik zugehört hat...
Aus meiner Sicht sind die meisten medizinischen Themen einfach zu komplex für solche Materialien. Oft gibt es kein Richtig-oder-Falsch sondern nur ein Sowohl-als-Auch. Der Wissensstand ändert sich so schnell, dass selbst Leitlinien oft bei Erscheinen bereits veraltet sind - wie sollen da Lernunterlagen mithalten (die dann ja vermutlich wieder auf die Leitlinien aufbauen würden)?
Das funktioniert vielleicht noch bei relativ klar umrissenen und wenig Änderungen unterworfenen Themen - soweit ich weiß gibt es z.B. für die Vorklinik mitlerweile eine Reihe von Anatomie-Malbüchern etc. Für klinische Anwendungen halte ich es hingegen für allenfalls punktuell umsetzbar...
Um zu deinem Beispiel mit den Differenzialdiagnosen bei Bauchschmerzen zurückzukommen: Wie stellst du dir das vor? Um diese "Fähigkeit" zu verbessern muss man sich erstmal das Wissen aneignen und dann vor allem viele reale Fälle gesehen haben. Da hilft kein Computer und keine rationale Analyse sondern es ist am Ende eben vor allem ein großes Stück Bauchgefühl (oder netter formuliert: Erfahrung).
ProximaCentauri
11.02.2020, 17:56
Natürlich nützt insbesondere die Anwendung, ich bin bei der Klinik aber davon überzeugt dass man halt primär auch die entsprechenden Fälle sehen (fühlen, riechen, den Verlauf anschauen...) muss, damit einem das eingebrannt bleibt. Es gibt mittlerweile in diversen Journals auch interaktivere Fallberichte mit Fragen etc., das ist sicher ein guter Ansatz. Sonst halte ich aber das tägliche Arbeiten mit den entsprechenden Fällen für den besten Lehrer.
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