Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread
Flauscheding
17.04.2020, 13:27
Hallo :)
Ich klinke mich hier mal wieder ein.
Komme gerade von einem der schrecklichsten Nachtdienste die ich je hatte :(
Und mittlerweile werden bei uns alle Patienten, die operiert werden, auf Covid19 getestet.
Ist das bei euch auch so?
Ich war dann einen Patienten am Vormittag aufnehmen, dann am Nachmittag der Schock: Pat. Covid positiv :(
Nachdem wir alle FFP2 Masken tragen, anscheinend kein bis wenig Risiko. (Obwohl ich das anders sehe, da Pat. keinen MNS aufhatte) und man bei der Untersuchung ja doch sehr nahen Kontakt hat. Ich würde mal sagen mein Gesicht war zeitweise vielleicht 20cm vom Gesicht des Patienten entfernt, da ich mir seinen Nabelbruch noch im Stehen ansehen wollte.
Somit muss ich nicht in Quarantäne, werde mich aber selbstständig (noch mehr; geht das eigentlich noch?) isolieren und hoffen, dass ich mich nicht angesteckt habe..
AAH, ich habe schon so keinen Bock mehr auf das Ganze
Heute nach meinem Nachtdienst hätt ich gerne gekündigt, aber leider brauche ich das Geld :-nix
...wenigstens habt ihr ffp2.
Unsere Patienten werden nur bei begründeten Verdacht getestet. Wir intubieren alle, bis auf die Verdachtsfälle, mit MNS.
Egal wie man argumentiert. Es gibt keine ffp2. Ffp3 schon fünfmal nicht.
Frag mich ehrlicherweise immer noch, wie man als leidtragender damit sinnvoll umgehen soll . Kündigen könnt ich auch und hab’s im Kopf auch schon zigmal getan. Aber die Rechnungen wollen bezahlt werden und essen muss ich auch. Ist ja nicht so, dass das alles in 3 Wochen überstanden ist ...
Leni, hier werden alle Patienten getestet, die aufgenommen werden und bis zum
Ergebnis nach 6h tragen sie MNS. Das Personal trägt den auch und in den infektionsbereichen FFP2. Das Personal wird hier sehr niedrigschwellig getestet, ich hab mich gestern bei Halsschmerzen zum 2. mal abstreichen lassen.
Bei uns bekommen die Patienten auch alle einen MNS, den tragen sie aber nicht mehr im Zimmer. Ich könnte mir eh selbst in den A**** beißen, dass ich bei dem Covid Patienten nicht darauf bestanden habe einen MSN zu tragen während ich ihn untersuche (wie ich es auch sonst schon mal tu). Es klingt blöd, aber ich habe mir immer gedacht, dass die Wahrscheinlichkeit so gering ist. Tja :-peng
Und natürlich hab ich auch noch öfter an meine Maske herumgefummelt :-blush
...wenigstens habt ihr ffp2.
Unsere Patienten werden nur bei begründeten Verdacht getestet. Wir intubieren alle, bis auf die Verdachtsfälle, mit MNS.
Egal wie man argumentiert. Es gibt keine ffp2. Ffp3 schon fünfmal nicht.
Frag mich ehrlicherweise immer noch, wie man als leidtragender damit sinnvoll umgehen soll . Kündigen könnt ich auch und hab’s im Kopf auch schon zigmal getan. Aber die Rechnungen wollen bezahlt werden und essen muss ich auch. Ist ja nicht so, dass das alles in 3 Wochen überstanden ist ...
Wirklich?? Also das finde ich grob fahrlässig!!! Vor allem nachdem mittlerweile die letzten 5 Fälle bei uns im Krankenhaus asymptomatisch waren. Ich denke mittlerweile sowieso, dass ein Großteil der Infizierten keine Symptome hat bzw hier steht dass sie generell VOR Beginn der Symptome am Infektiösen sind (https://www.spektrum.de/news/covid-19-ist-vor-krankheitsbeginn-besonders-ansteckend/1722834) . Bei 2 meiner Kollegen war das einzige Symptom die Anomie. Ja leider, das mit den Rechnungen ist wirklich ein trauriger Grund :-( Das Gleiche bei mir. Ich wäre schon längst weg, wäre ich nicht auf mein Gehalt angewiesen. Nach dem Tragen der ffp2 Maske fast durchgehend gestern für 17 Stunden konnte ich einfach nicht mehr. Dann das ständige Infektionsrisiko..
Und am Ende des Dienstes wenn ich kaputt am Sofa liege denke ich mir: Wofür?
Und mittlerweile werden bei uns alle Patienten, die operiert werden, auf Covid19 getestet.
Ist das bei euch auch so?
Ich war dann einen Patienten am Vormittag aufnehmen, dann am Nachmittag der Schock: Pat. Covid positiv :(
Nachdem wir alle FFP2 Masken tragen, anscheinend kein bis wenig Risiko. (Obwohl ich das anders sehe, da Pat. keinen MNS aufhatte) und man bei der Untersuchung ja doch sehr nahen Kontakt hat. Ich würde mal sagen mein Gesicht war zeitweise vielleicht 20cm vom Gesicht des Patienten entfernt, da ich mir seinen Nabelbruch noch im Stehen ansehen wollte.
War der Patient denn symptomatisch? Oder warum hattest du ne FFP2 Maske auf?
Bei korrekter Handhabung und bei korrektem Sitz ist der Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung doch extrem gering. Zumal du anscheinend auch keine aerosol bildenden Maßnahmen an dem Patienten vollzogen hast.
Infektiöse Patienten hat es immer schon gegeben und wird es auch immer geben. Da du anscheinend auch über eine adäquate PSA verfügt hat, versteh ich ehrlich gesagt dein Problem gerade nicht
das worauf unser "Reichtum" aufbaut ist kostenlose Bildung und die Berteitschaft von vielen mehr zu erreichen, hart zu arbeiten und am Ende mehr zu haben als die Generation davor.
Ist aber ein kapitalistischer Ansatz und es soll tatsächlich Leute geben, die nicht mehr wollen als die Generation vor ihnen.
Flauscheding
17.04.2020, 14:23
Leni, ja ich seh das auch so: es ist grob fahrlässig. Zumal ja beteuert wird, dass wir ausreichend Masken und psa lagernd haben, aber eben ressourcenschonend arbeiten müssen. Ich zieh auch keine Maske mehrfach an. Wie doof bin ich denn?
Hab mir eine ffp2 beim ausziehen quer durchs Gesicht gezogen . Pat hatte eine nachgewiesene coviderkrankung (sonst hätte ich nur einen mns gehabt). Ich war schon echt vorsichtig aber sowas passiert halt. Desinfektion im Gesicht macht übrigens auch keinen Spaß .
Nur, wir Ärzte sind echt mal wieder die gelackmeierten. Keine Handhabe außer Kündigung. Wenn unsere Leitung sagt es sei nicht nötig, was soll man tun? Privat kann man sich schließlich auch nicht ausstattend. Gibt einfach nix.
War der Patient denn symptomatisch? Oder warum hattest du ne FFP2 Maske auf?
Bei korrekter Handhabung und bei korrektem Sitz ist der Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung doch extrem gering. Zumal du anscheinend auch keine aerosol bildenden Maßnahmen an dem Patienten vollzogen hast.
Infektiöse Patienten hat es immer schon gegeben und wird es auch immer geben. Da du anscheinend auch über eine adäquate PSA verfügt hat, versteh ich ehrlich gesagt dein Problem gerade nicht
Ich dachte immer das reine Sprechen mit dem Patienten über nahe Distanz erzeugt bereits Aerosole? Also das Atmen erzeugt bereits resp Sekrete (laut amboss). Und die Bindehaut des Auges ist ja auch eine Eintrittspforte. Und die Maske habe ich leider auch nicht korrekt an und aufgesetzt.
Eine FFP2 Maske müssen wir derzeit alle tragen, hauptsächlich weil es zu einigen Infektion unter Mitarbeitern gegenseitig gekommen ist.
Der Patient hatte (Raucher-) Husten, den er lt. eigener Angabe immer hat.
Ich weiß, dass die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung klein ist, aber gegeben.
Leni, ja ich seh das auch so: es ist grob fahrlässig. Zumal ja beteuert wird, dass wir ausreichend Masken und psa lagernd haben, aber eben ressourcenschonend arbeiten müssen. Ich zieh auch keine Maske mehrfach an. Wie doof bin ich denn?
Hab mir eine ffp2 beim ausziehen quer durchs Gesicht gezogen . Pat hatte eine nachgewiesene coviderkrankung (sonst hätte ich nur einen mns gehabt). Ich war schon echt vorsichtig aber sowas passiert halt. Desinfektion im Gesicht macht übrigens auch keinen Spaß .
Nur, wir Ärzte sind echt mal wieder die gelackmeierten. Keine Handhabe außer Kündigung. Wenn unsere Leitung sagt es sei nicht nötig, was soll man tun? Privat kann man sich schließlich auch nicht ausstattend. Gibt einfach nix.
Bei uns werden die Masken zumindest auch mehrmals wieder aufbereitet, wie gut dann der Schutz noch gegeben ist, weiß ich auch nicht.
Oje, so ungefähr sah es bei mir gestern auch aus beim Abnehmen der Maske. Nur wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nix von der Covid Infektion des Patienten, somit habe ich auf eine Gesichtsdesinfektion (leider) verzichtet
Ja die Leitung.... Das gleiche bei uns. Sitzen alle 5 Meter voneinander entfernt und können uns aus sicherer Distanz mitteilen, dass wir doch froh um den MNS sein sollen, wir eh gut geschützt sind und der Rest dann eben Berufsrisiko ist?!
Aber das finde ich wirklich schlimm, dass bei euch selbst bei Covidinfektion noch mit ffp2 intubiert wird :-( Unsere Anästhesisten tragen schon bei Covidverdacht eine ffp3 so wie ich das jetzt mitbekommen habe. Wieso gibt es da so deutliche Unterschiede in den Spitälern?
Und wir waren das letzte Krankenhaus das Masken bekommen hat, ergo in anderen Spitälern hier ist das Arbeiten mit ffp Masken schon längst durchgesetzt (nehme ich an)
Matzexc1
17.04.2020, 14:35
Ist aber ein kapitalistischer Ansatz und es soll tatsächlich Leute geben, die nicht mehr wollen als die Generation vor ihnen.
Das kann auch jeder halten wie er will, vor allem sehe ich das wenn ich viel habe ich anderen auch was abgeben kann. Siehe Bill Gates und Warren Buffet die in ihren Testamenten festgelegt haben das weit über 90% des Vermögens nach dem Tod wohltätigen Zwecken zu Gute kommt.
Mir geht es um das Fundament, ich halte weder den reinen Kapitalismus noch den reinen Sozialismus für sinnvoll.
Beispiel Kapitalismus vs Sozialismus:
Ein amerikanische Wirtschaftsdelegation kam während des Kalten Krieges zu einer sowjetischen Automobilfabrik.
Ein Mitglied fragte einen Arbeiter folgendes:
1.Wem gehört das Land auf dem diese Fabrik steht? Uns, dem Volk
2.Wem gehört die Fabrik und die Produktionsmittel? Uns, dem Volk
3.Wem gehören die 3 Autos die vor der Fabrik stehen? Dem örtlichen Geheimpolizeichef, dem Produktionsleiter und dem hiesigen Parteichef
Die gleichen Fragen stellte er in den USA vor einem Automobilwerk
1.Wem gehört das Land auf dem diese Fabrik steht? Der Ford Motors Company
2.Wem gehört die Fabrik und die Produktionsmittel? Der Ford Motors Company
3.Wem gehören die vielen Autos die vor der Fabrik stehen? Das sind die Privatfahrzeuge der Arbeiter
Choranaptyxis
17.04.2020, 14:36
Oh man Leni, echt blöd.
Ich kann hier die andere Seite bieten. War die letzen 3 Nächte auf der V.a. Covid-ITS. Schutz ist soweit genügend vorhanden, FFP2 und FFP3, dafür kommen dann Patienten zum Isolieren, wo man nur den Kopf schüttelt, zumal wir kurz vor dem Vollaufen waren.
Highlight war dann der Pat. ohne Symptome, ohne Infiltrate, formal abgestrichen aus der Coro, wobei keiner PSA getragen hat bis auf den MNS wie im ganzen KH Pflicht (auch die Verlegenden nicht), aber dann in einem Schleusenzimmer liegt, isoliert. Ich will nicht bestreiten, dass nicht der asymptomatisch erkrankt sein könnte, aber für das ganze Vorgehen war dann iwie kaum Verständnis aufzubringen.
Hat jmd Zugriff auf diesen FAZ-Artikel (https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/coronavirus-wie-aerzte-in-der-krise-zwangsverpflichtet-werden-16728344.html?fbclid=IwAR3ZkD6MoJdR2zUNnomM6G6g7ho XlBADj-8SrzGvxkZHKKjNmLMqkK5iaic&utm_campaign=GEPC%253Ds6&utm_content=buffer07cd5&utm_medium=social&utm_source=facebook.com)zu der Hausarztverpflichtung in Würzburg?
Autolyse
17.04.2020, 14:42
Ich dachte immer das reine Sprechen mit dem Patienten über nahe Distanz erzeugt bereits Aerosole? Also das Atmen erzeugt bereits resp Sekrete (laut amboss). Und die Bindehaut des Auges ist ja auch eine Eintrittspforte. Und die Maske habe ich leider auch nicht korrekt an und aufgesetzt.
Eine FFP2 Maske müssen wir derzeit alle tragen, hauptsächlich weil es zu einigen Infektion unter Mitarbeitern gegenseitig gekommen ist.
Der Patient hatte (Raucher-) Husten, den er lt. eigener Angabe immer hat.
Ich weiß, dass die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung klein ist, aber gegeben.
Immerhin habt ihr eine. Nachdem das RKI jetzt sagt, dass MNS ausreichend ist gibt es FFP2 nur noch, wenn nachgewiesen SARS-CoV-2 positiv. Dem hustenden, fieberenden Kind in den Hals gucken und es abstreichen ist ja keine aerosologene Tätigkeit, da steht ja in der Handreichung nur Bronchoskopie. Der MNS schützt uns deswegen ja ausreichend laut RKI.
Thomas24
17.04.2020, 15:05
Das ist zynisch und ethisch einfach eines Arztes unwürdig, Menschenleben gegen die Wirtschaft aufrechnen zu wollen. Die Einschränkungen werden und müssen so lange weitergehen, wie wir brauchen um a) eine vernünftige Therapie, b) einen Impfstoff oder c) eine geordnete Durchseuchung ohne Überforderung unserer Bettenkapazitäten zu erlangen.
Alles richtig, aber nur aus unserer Perspektive.
Bei uns, sprich: in der oberen Mittelschicht eines stabilen Industrielandes der ersten Welt- bedeutet "Krise" überspitzt ausgedrückt halt: Netflix ist langsam, der Spargel wird nicht gepflückt und es gibt kein Toilettenpapier, dafür mehr oder weniger lustige Memes auf Whatsapp :-D
Die meisten Menschen und ihre Regierungen vor allem in Südamerika und Afrika, sowie Teilen Asiens werden diese Wahl nicht haben. Keine Arbeit => kein Einkommen => Hunger und Unzufriedenheit => Civil unrest. Sie werden sich dann entscheiden müssen, lasse ich meine Ökonomie völlig kollabieren oder riskiere ich, einen einen Teil meiner Bevölkerung zu opfern. Dieser Punkt wird kommen und aus unserer Sicht unverständliche Entscheidungen werden gefällt werden. Erinnern wir uns daran, dass der "arabische Frühling" wesentlich durch Rezession und steigende Lebensmittelpreise ausgelöst wurden. Die Welt wird noch wesentlich instabiler werden, und einige der bisherigen Demokratien in Südamerika/ Afrika werden in ein paar Jahren weggeputscht sein. Alleine die Implosion des Ölpreises um knapp 70% wird den nahen Osten erheblich gefährlicher werden lassen, wenn sogar Saudi Arabien seine internen Konflikte nicht mehr mit Staatsgeld/ Aramco zupflastern kann.
Immerhin habt ihr eine. Nachdem das RKI jetzt sagt, dass MNS ausreichend ist gibt es FFP2 nur noch, wenn nachgewiesen SARS-CoV-2 positiv. Dem hustenden, fieberenden Kind in den Hals gucken und es abstreichen ist ja keine aerosologene Tätigkeit, da steht ja in der Handreichung nur Bronchoskopie. Der MNS schützt uns deswegen ja ausreichend laut RKI.
Es wird wohl kaum etwas empfohlen werden, was dzt. logistisch nicht machbar wäre. Würde ja den Betrieb stören :-p
FirebirdUSA
17.04.2020, 15:13
Es wird wohl kaum etwas empfohlen werden, was dzt. logistisch nicht machbar wäre. Würde ja den Betrieb stören :-p
Das stört mich aktuell ehrlich gesagt am meisten, wenn die Empfehlung wenigstens abgestuft wäre oder unterschiedliche Risikoklassen definieren würden.... ich finde einen guten MNS wenn er passend sitzt nicht schlimm, ärgert mich aber über die Patienten die ihn nicht oder falsch anziehen und sich dann nich beschweren.
Thomas24
17.04.2020, 15:16
Deine Argumente mögen richtig sein, was ist die Schlussfolgerung? Dass Ärzte mehr verdienen müssen, damit sie nicht verarmen? Das kann ich mir nicht vorstellen. Die einzig logische Schlussfolgerung muss sein, dass alle Einkommen steigen müssen. Und wenn das nicht ausreicht, um einige vor der Armutsgrenze zu bewahren- ja dann sind es halt die „starken Schultern“, die dann anteilig Einbußen haben. So what? Ich möchte auch kein EFH in A-Lage kaufen können müssen -erst recht nicht, wenn andere unter sinkenden Sozialleistungen leiden.
Und wenn uns Corona eins gezeigt hat, ist es doch, dass sich sehr kurzfristig gravierende Änderungen ergeben können, sodass man zwar mathematisch berechnen kann, wie es in 10,20 Jahren wäre, wenn alles so bliebe- aber ob das dann wirklich so kommt?
Und selbst wenn es einen absoluten Umsturz gäbe, den völligen Kollaps des gesamten Wirtschaftssystems, Hyperinflation etc - wir Ärzte würden immer noch nicht verarmen, denn wir werden immer wertvolle Dienstleistungen anbieten können, ob man uns dann in Muscheln, Naturalien oder Dollar bezahlt, ist grad egal.
Ob das, was ich jetzt anspare oder anlege wirklich mal der Ausbildung meiner Kinder zugute kommt, kann mir eh keiner garantieren. Deswegen muss ich jetzt auch nicht pauschal mehr verlangen, diese Unsicherheit betrifft eh auch alle.
Ich sage nicht, dass Ärzte im allgemeinen mehr verdienen müssen/ sollen. Dafür wird es auch wenig Spielräume geben. Nur zu Erinnerung: die GKV hat nach über einem Jahrzent des "Booms" Reserven in Höhe von knapp einer Monatsausgabe angesammelt, nicht mehr. Mehr Geld für Ärzte oder Pfleger? Seh ich nicht.
Alles, was ich sagen möchte ist folgendes: wir erleben gerade den größten Transfer von Wohlstand in unserer Generation. DU alleine bist dafür verantwortlich, mit einem blauen Auge aus der Situation rauszukommen. Und ja: Bezieher von staatlichen Renten/Pensionen, die keine weiteren Einkommensquellen haben, werden sich schon mal auf Food Banks einstellen dürfen, der Illinois Teachers Funds etc. waren eh nur noch zu 25% kapitalisiert- bereits vor Corona. In Deutschland wird das System noch etwas halten, aber ab 2030 wird es auch hier ungemütlich. Und nein: die Versorgungswerke helfen da auch nicht wirklich weiter (Denn in was müssen die einen großen Teil ihrer Anlagen stecken? Genau...europäische Staatsanleihen... genau mein Humor).
Noch bist du jung und hast Zeit, informiere dich, halte dich von Konsumschulden fern und dann musst du dich in 20 Jahren - wie so viele- nicht ärgern. Und nein, es lag nicht an Corona- die strukturellen Imbalancen im Eurosystem, Demographie, Produktivität etc. wären uns eh eines Tages um die Ohren geflogen. Mit Corona (gleichzeitiger Supply /Demand Einbruch) nun eben etwas schneller.
GelbeKlamotten
17.04.2020, 15:50
Ich bin überrascht, dass hier an einigen Häusern so niederschwellig medizinisches Personal getestet wird. Und mich wundert auch, dass hier viele so eine panische angst vor einer Infektion haben.
Ich stand letzte Woche bei einer Intervention mit normalem cMNS 3 stunden direkt neben einem dann im Nachhinein positiv getesteten Patienten. Er wurde in meinem direkten Beisein in- und extubiert und bei Extubation ausführlich abgesaugt. Leichten Husten hatte ich, das aber schon vorher einige Tage. Habe mal gefragt, ob wir uns jetzt im Verlauf testen lassen sollten. Ne, ist gar nicht möglich. Nur, wenn ein Dritter den Kontakt feststellt (hä?), auf UNS zukommt (nicht andersrum) und wir 3 tage ein Symptomtagebuch geführt haben und typische Symptome entwickelt haben. Natürlich kam keiner auf mich zu. Ist mir aber mittlerweile echt egal, entweder ich stecke mich an oder nicht, oder ich hatte es unbemerkterweise schon. Ich würde eine Infektion auch lieber vermeiden, aber so weit, dass ich deswegen über eine Kündigung nachdenken würde, gehts dann doch nicht.
Was mir tierisch auf die nerven geht ist die ganze „man darf nicht menschenleben mit geld aufwiegen“ fraktion. Wie naiv ist das bitte? Was passiert denn jeden Tag im Gesundheitswesen und andernorts? Was ist mit Alkohol und Zigaretten? Warum wird nicht unbegrenzt viel Geld für Aufklärungskampagnen ausgegeben, bis der Grenznutzen bei 0 liegt, d.h. kein einziges zusätzliches Menschenleben mehr damit gerettet werden kann? Bzw. wieso verbietet man die nicht ganz? Die Anzahl an Toten durch die Folgen von Alkohol und Zigaretten, die ich bislang mitbekommen habe, überschreitet die Coronatoten um Längen. Wieso hat man in der GKV viele Jahre lang Diabetikern Blutzuckerteststreifen komplett vorenthalten oder die Menge stark begrenz, obwohl die Studienlage eindeutig ist, dass jede zusätzliche Messung die BZ-Einstellung verbessert und so das Leben verlängert? Wieso verbietet man nicht Motorräder? Wieso führt man nicht ein generelles Tempolimit von 70 ein, auch auf Autobahnen?
Es werden immer und überall Güter gegeneinander abgewogen und das beinhaltet schon immer auch Menschenleben, persönliche Freiheiten und Geld.
Ich will mich damit keineswegs gegen Anti-Corona-Maßnahmen aussprechen. Ich will nur sagen dass es ganz normal ist, dass auch andere Faktoren, insbesondere ökonomische genauso wie persönliche Freiheiten in die Abwägungen einfließen.
tragezwerg
17.04.2020, 17:48
Ich finde eine niederschwellige Testung vom Personal sollte überall Pflicht sein, um Schließungen ganzer Kliniken zu verhindern, wenn dann doch zu viele Angestellte es plötzlich haben.Alles andere ist Bullshit und sagt doch sehr viel über mangelnde Organisationsstrukturen aus.
Und ich hab sehr viel Angst, den Risikopersonen in meiner Familie Corona anzuschleppen. Ich denke nicht dass man es sich so leicht verzeiht, wenn man seine Eltern o.Ä. "auf dem Gewissen" hat, nur weil der Arbeitgeber das Geld für nen Test nicht locker machen wollte.
Ich sage nicht, dass Ärzte im allgemeinen mehr verdienen müssen/ sollen. Dafür wird es auch wenig Spielräume geben. Nur zu Erinnerung: die GKV hat nach über einem Jahrzent des "Booms" Reserven in Höhe von knapp einer Monatsausgabe angesammelt, nicht mehr. Mehr Geld für Ärzte oder Pfleger? Seh ich nicht.
Alles, was ich sagen möchte ist folgendes: wir erleben gerade den größten Transfer von Wohlstand in unserer Generation. DU alleine bist dafür verantwortlich, mit einem blauen Auge aus der Situation rauszukommen. Und ja: Bezieher von staatlichen Renten/Pensionen, die keine weiteren Einkommensquellen haben, werden sich schon mal auf Food Banks einstellen dürfen, der Illinois Teachers Funds etc. waren eh nur noch zu 25% kapitalisiert- bereits vor Corona. In Deutschland wird das System noch etwas halten, aber ab 2030 wird es auch hier ungemütlich. Und nein: die Versorgungswerke helfen da auch nicht wirklich weiter (Denn in was müssen die einen großen Teil ihrer Anlagen stecken? Genau...europäische Staatsanleihen... genau mein Humor).
Noch bist du jung und hast Zeit, informiere dich, halte dich von Konsumschulden fern und dann musst du dich in 20 Jahren - wie so viele- nicht ärgern. Und nein, es lag nicht an Corona- die strukturellen Imbalancen im Eurosystem, Demographie, Produktivität etc. wären uns eh eines Tages um die Ohren geflogen. Mit Corona (gleichzeitiger Supply /Demand Einbruch) nun eben etwas schneller.
Die GKV-Überschüsse waren doch schon im nächsten Jahr wieder futsch, weil man, so steht’s im ärzteblatt, mehr Geld für leidtungserbringer wie Physiotherapeuten und Logopäden ausgegeben hat...
Ich ärgere mich eh nicht in 20 Jahren, mir ist Geld halt einfach nicht wichtig. Auch meinen Eltern war Geld nicht wichtig, sie konnten mir und meinen Geschwistern trotzdem das Studium finanzieren, sind weder arm noch reich und nicht besonders unglücklich drüber. Ob ich mehr verdienen will als mein Vater? Nö, es muss genug sein und momentan haben wir mit mir als Alleinverdienerin(!) als Assi in einem kommunalen Haus genug. Mehr brauch ich nicht. Und ich könnte wahrscheinlich mehr haben, wenn ich diverse Abos, Dauerspenden oder die Kirchensteuer kündigen würde... selbst wenn’s in 20 Jahren 1000 Euro weniger wären, hungern würden wir sicherlich immer noch nicht.
Bombenbauer
17.04.2020, 18:40
Mit Maskenmanh3l meint ihr diese Spezial Ffps masken oder einfach nur mundschutz? B3i mundschutzpflixht mit normalen schutzmasken kann man doch alles zum bedecken nehmen. Andete länder schaffen das auch wieso deutschland nicht
Bombenbauer
17.04.2020, 18:42
Nein, wir haben nicht genug Saisonkräfte. Viele die aktuell auf dem Feld helfen sind Leute aus der Gastronomie, Studdenten und viele die aktuell nichts zu tun haben. Die fleissigen suchen sich einen Job um so den Verdienstausfall zu überbrücken, die Sozialleistungsfälle, von denen es genug gibt, siehst du kaum auf dem Feld und die Bauern wollen die auch nicht. Nach 2 Tagen ist den meisten alles zu viel und sie kommen nicht mehr.
Mach dir vor solchen Aussagen erstmal den Unterschied bei den Lebenshaltungskosten bewusst. Der Verdienst eines Lehrers in Rumänien liegt bei ca 7000€ jährlich, das Studium hat vorher auch Geld gekostet. Für viele Osteuropäer ist der Lohn als Saisonkraft sehr viel.
https://orange.handelsblatt.com/artikel/59947
Außerdem woher kommt dein "Reichtum"? Wie definierst du eigentlich "Reichtum"? Wer hat dir das Studium finanziert?
Bafög ist eigentlich eine rein deutsche Geschichte, das worauf unser "Reichtum" aufbaut ist kostenlose Bildung und die Berteitschaft von vielen mehr zu erreichen, hart zu arbeiten und am Ende mehr zu haben als die Generation davor.
Und genau diese Grundlage wird aktuell durch das Coronavirus und seit geraumer Zeit durch einen überbordenden Nanny/Umverteilungs Staat auseinandergenommen.
Auf dem Papier verdient ein Pole auch um einniges weniger als ein deutsche. Solxhe artikel stammen von weltfremden leuten die die realität verkennen. In wirklichkeit sieht das ganz anderd aus.
Der denkfehler ist das umrechnen. Gewöhnt dir an wenn du im ausland bist das wennndu etwas kaufst nicjt umrechnest.
GelbeKlamotten
17.04.2020, 19:55
Die GKV-Überschüsse waren doch schon im nächsten Jahr wieder futsch, weil man, so steht’s im ärzteblatt, mehr Geld für leidtungserbringer wie Physiotherapeuten und Logopäden ausgegeben hat...
Ich ärgere mich eh nicht in 20 Jahren, mir ist Geld halt einfach nicht wichtig. Auch meinen Eltern war Geld nicht wichtig, sie konnten mir und meinen Geschwistern trotzdem das Studium finanzieren, sind weder arm noch reich und nicht besonders unglücklich drüber. Ob ich mehr verdienen will als mein Vater? Nö, es muss genug sein und momentan haben wir mit mir als Alleinverdienerin(!) als Assi in einem kommunalen Haus genug. Mehr brauch ich nicht. Und ich könnte wahrscheinlich mehr haben, wenn ich diverse Abos, Dauerspenden oder die Kirchensteuer kündigen würde... selbst wenn’s in 20 Jahren 1000 Euro weniger wären, hungern würden wir sicherlich immer noch nicht.
Dass du Verfechterin eines Quasi-Sozialismus bist, ist bereits aus deinen vorherigen Posts klargeworden. Aber wie bereits andere versucht haben dir zu erklären, hat sich bereits vielfach in der Geschichte gezeigt, dass sich das auf Dauer für alle Beteiligten sehr negativ auswirkt.
Wenn in 20 jahren mein reallohn um 1000 euro niedriger liegt als jetzt und im umliegenden Ausland die Lohnverhältnisse nicht so beschissen sind, bin ich jedenfalls auch weg bzw. wäre es schon längst.
Irgendwann kann man damit in deutschland auch keine ausländischen Kollegen mehr anlocken. Schon jetzt ist es ja so, dass einige Kollegen erst nach 2 jahren überhaupt einigermaßen einsatzbereit sind, weil sie vorher kaum deutsch sprechen. Ich hätte die Hoffnung, auch selbst als alte Frau noch eine deutschsprachige halbwegs gute medizinische Betreuung in Deutschland bekommen zu können.
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