Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread
tragezwerg
02.05.2020, 08:11
Ist gar nicht nötig. Ich nehme doch nichts in den Mund, wo ich nicht weiß, wer da alles vorher dran war.
Der Kenner "vergisst" einfach morgens, die Narkosegasabsaugung einzustöpseln. ;-)
Da werden auch die Operateure im Verlauf des Tages entspannter...
Wir hatten mal ne Reinigungskraft im OP, die sich durch die Narkosegeräte gestört fühlte und sie komplett abstöpselte, um sie zum putzen wegzuschieben. Leider vergaß sie hinterher gerne den ein oder anderen Anschluss. Sevo für alle!
^^ Ja, da brauchts bei uns keine Reinungskräfte für. Hier ist es usus, dass am Ende des Tages die Absaugung abgezogen wird. Da muss ja das Vakuum nicht unnütz aufgebaut werden. :-nix
Und in den Außenbereichen (Uro) wird alles abgezogen bis auf Strom...
Und wie gesagt, ich vergesse das regelmäßig, weil ich es anders gewohnt bin. Das fällt mir dann irgendwann aufgrund eines leichten Gasgeruches auf, und dann gibt es Gummibärchen vom Pflegel... ;-) :D
Aber mal zurück zum Thema: wie sieht es denn derzeit bei Euch so aus?
Wir haben den letzten positiv getesteten Patienten von der ITS verlegt. Die Isostation ist schon noch gut gefüllt, aber momentan niemand intensivpflichtig...
tragezwerg
02.05.2020, 08:42
Bei uns sind noch etwa 40 stationär, die Hälfte auf Intensiv.
FirebirdUSA
02.05.2020, 09:06
Bei uns sind noch etwa 40 stationär, die Hälfte auf Intensiv.
Bei uns genauso
Kackbratze
02.05.2020, 11:00
3 auf ITS, davon 1 intubiert.
Periphere Station hat einen Positivfall, der gleich eine ganze Gruppe Pflegepersonal in die Isolation getrieben hat, die Überwachungstation kann ich nicht einsehen.
Bei uns sind noch etwa 40 stationär, die Hälfte auf Intensiv.
Hier ähnliche Zahlen. Etwas mehr 40 Patienten, etwas weniger als die Hälfte auf ITS. Die Zahlen sind auch seit ca. 4-5 Wochen in dieser Größenordnung konstant.
+/- 50 Patienten davon rund 20 auf ITS.
Wir haben jetzt seit knapp zwei Wochen relativ konstant um sieben Patienten auf der Intensivstation.
Mittwoch abend wieder eine Aufnahme von extern zur vv-ECMO-Therapie.
Der Peak waren mal 12 Patienten um Ostern.
Insgesamt sind in Münster so größenordnungsmäßig um 30 Patienten stationär. Davon auch recht konstant etwas unter der Hälfte intensivpflichtig.
Wir hatten bis letzte Woche vier Patienten auf der eigens eingerichteten Corona-ITS. Wurden allesamt in die Reha verlegt. Seitdem nur noch einer auf Normalstation.
Alle Corona-Modifikationen wurden inzwischen wieder aufgehoben und es herrscht prä-Corona-Betrieb.
Bei uns nicht. Wir sind aber auch eine der Unis die alles mit Corona zuverlegt bekommt. 40+ stationär, 15+ intensiv, 3 oder 4 an ECMO.
GelbeKlamotten
03.05.2020, 11:34
Bei uns nicht. Wir sind aber auch eine der Unis die alles mit Corona zuverlegt bekommt. 40+ stationär, 15+ intensiv, 3 oder 4 an ECMO.
Klingt jetzt nicht besonders viel für eine Uniklinik. Wegen 15 Intensivpatienten und 2 Corona-Normalstationen sollte der Regelbetrieb einer Uniklinik doch nicht sonderlich beeinträchtigt sein!?
Bei uns (großes städtisches haus) sind konstant etwa 80+ Corona Patienten stationär und davon rund die Hälfte auf Intensiv. Trotzdem läuft der Regelbetrieb jetzt zu 50% weiter und eine zügige weitere Rückkehr zum Normalbetrieb ist geplant.
Ein Kommilitone hat einen Blogartikel veröffentlicht, dass normaler MNS den PCO2 erhöht und deswegen Masken nicht gut sind. Und Masken eh nichts helfen. Und dass die WHO physical distancing als nicht zielführend ansieht. Und unterlegt das damit, dass er ja im Gesundheitsamt gegen Covid arbeitet. Weiß jetzt auch nicht, was man damit machen soll... Entweder haben wir alle keine Ahnung oder Studium hilft nicht fürs Denken und Missinformation kommt auch in ausgearbeiteten Formaten, gegen die man kaum was machen kann...
WackenDoc
03.05.2020, 12:08
Es ist eine Propagandaschlacht. Die Missinformationen kommen teilweise seriös rüber. Das Studium schützt nicht davor. Zumal man ja als junger hoffnungsvoller Student gerne mal alternativ ist, sich selber informieren will, nicht dem Mainstream hinterher laufen. DAS macht anfällig.
Melina93
03.05.2020, 12:16
Ein Kommilitone hat einen Blogartikel veröffentlicht, dass normaler MNS den PCO2 erhöht und deswegen Masken nicht gut sind. Und Masken eh nichts helfen. Und dass die WHO physical distancing als nicht zielführend ansieht. Und unterlegt das damit, dass er ja im Gesundheitsamt gegen Covid arbeitet. Weiß jetzt auch nicht, was man damit machen soll... Entweder haben wir alle keine Ahnung oder Studium hilft nicht fürs Denken und Missinformation kommt auch in ausgearbeiteten Formaten, gegen die man kaum was machen kann...
Zu MNS gibt es ja tatsächlich diverse Meinungen und Halbwahrheiten. Ähnlich ja auch bei der Frage, ob sie andere vor Ansteckung schützen. Da hieß es ja sehr lange, dass das nicht so wäre. Dabei hat die Studienlage eher ein Fragezeichen hergegeben, was dann aber als ultimatives Nein interpretiert wurde. Ich sehe eher ein Problem in dieser Mentalität zu allem seine halbgare Meinung dazuzugeben statt sich einfach mal einzugestehen, dass aktuell selbst die Experten der Experten vorsichtig prognostizieren und spekulieren. Kann in ein paar Jahren rückblickend halt ganz anders aussehen, aber aktuell hat man eben diese besondere Situation.
WackenDoc
03.05.2020, 12:23
Dieses vorsichtige Ausdrücken der Wissenschaftler ist tückisch. Wissenschaftlich korrekt, aber viele können damit nichts anfangen und es wird dann als "die sind sich ja selber nicht einig- der eine sagt so, der andere so".
Was bei den Aussagen zu den Masken immer zu beachten ist- was war gemeint, welche Art von Maske, in welchem Kontext, was wurde denn überhaupt gemessen, wie weit betrifft das überhaupt aktuelle Empfehlungen?
Wenn ich nach Durchhusten irgendwelche Viruspartikel in 20cm Entfernung finde, hat das nichts mit dem Schutz vor Tröpfchen bei gleichzeitig weiterbestehender Abstandsempfehlung zu tun.
Klingt jetzt nicht besonders viel für eine Uniklinik. Wegen 15 Intensivpatienten und 2 Corona-Normalstationen sollte der Regelbetrieb einer Uniklinik doch nicht sonderlich beeinträchtigt sein!?
Bei uns (großes städtisches haus) sind konstant etwa 80+ Corona Patienten stationär und davon rund die Hälfte auf Intensiv. Trotzdem läuft der Regelbetrieb jetzt zu 50% weiter und eine zügige weitere Rückkehr zum Normalbetrieb ist geplant.
Keine Uniklinik, aber städtischer Maximalversorger. Bei uns sind es nicht die Covid-Patienten, die den Regelbetrieb beeinträchtigen. Die Patienten müssen nach dem Krankenhausaufenthalt weiterversorgt werden. Wer aus dem Pflegeheim kommt, darf hier in der Region nur mit negativem Abstrichen entlassen werden und muss dann noch für 14 Tage in Isolation. Die wenigsten Pflegeheime verfügen über ausreichend Material, d. h. sie dürfen die Patienten nicht zurücknehmen. Die Gesundheitsämter sind da zurecht vorsichtig, nachdem einige Pflegeheime, mindestens ein Dialysezentrum und kürzlich auch eine große internistische Abteilung in der Region "gefallen" ist.
Wir haben Patienten, die seit über vier Wochen nur noch zur Grundpflege stationär liegen. Diese Woche musste ich im Dienst wieder Gangbetten belegen. Ich frag mich schon, wo wir da die Patienten im Normalbetrieb unterbringen sollen.
Melina93
03.05.2020, 12:30
Bei dem gewöhnlichen MNS gibt es ja einige Studien, die nicht ausschließen, dass sie, vor allem in Kombination mit Abstand, vor Ansteckung schützen. War halt nur nicht valide nachweisbar und ist damit wissenschaftlich wackelig.
Bei dem medizinischen Masken ist es etwas anderes, aber ich denke das wird jetzt auch vermehrt erklärt, sodass man auch als Laie den Unterschied nachvollziehen kann.
Die Tücke sehen ich auch, aber ich glaube aktuell bleibt wenig anderes als Option. Es sind ja jetzt schon so dermaßen viele Aluhüte unterwegs, dass man sich das restliche Vertrauen durch "Aber der hat doch noch damals gesagt" halt ungern verspielen möchte.
WackenDoc
03.05.2020, 12:52
Ich hab es einem Teil meiner Mitarbeiter jetzt 3, 4 Mal erklären müssen. Sie verstehen es immer noch nicht. Und das ist med. Fachpersonal. Und ich glaube auch nicht, dass ich nicht in der Lage bin, es verständlich zu erklären.
Das "aber der hat damals doch gesagt" wird jetzt schon erfolgreich ausgeschlachtet.
Übrigens- der Typ, der zur Zeit hinter einer der Organisationen steckt, die zu bundesweiten Demos aufruft(wohlgemerkt sch** die alle auf Abstand und Masken), ist HNO-Arzt. Laut seiner Ärztekammer ist das völlig in Ordnung. Auch als Arzt darf man abstrusen Blödsinn verbreiten und gegen Kollegen hetzen.
Bei uns sind die Covid Zahlen fallend. 34 stationäre, 23 intubiert. Haben 82 Beatmungsplätze. Wir waren immer unter 50% Belegung.
In der Päd. haben wir vor allem das Problem, dass die Begleitperson des Kindes schwach positiv getestet wird, ohne relevante Krankeitssymptome. Bei Kindern ist im Rachenabstrich fast nie etwas nachzuweisen. Eher im Stuhl. Daher testen wir jetzt immer auch da. Die Kinder der Covid positiven Eltern mussten, weil elektiv, wieder heimgeschickt werden.
Klingt jetzt nicht besonders viel für eine Uniklinik. Wegen 15 Intensivpatienten und 2 Corona-Normalstationen sollte der Regelbetrieb einer Uniklinik doch nicht sonderlich beeinträchtigt sein!?
Naja, die Ambulanzen sind halt immer noch reduziert weil große Bereiche als Corona Triage und Verdachtsstationen umfunktioniert worden sind. Onko, NC, Tx etc läuft aber natürlich relativ unbeeindruckt weiter.
Powered by vBulletin® Version 4.2.3 Copyright ©2026 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.