Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der große Coronathread
Kackbratze
05.04.2020, 20:19
Aber ratet mal, wer am meisten gegen die Einwände von Verkäufern/innen, LKW-Fahrer, Eltern gewettert hat. nein, nur eine Berufsgruppe hat einen harten Job.
Welche denn? Die im Anzug?
WackenDoc
05.04.2020, 21:08
Die die jetzt 500€ bekommen.
Eine davon hat sicher nicht nur 500€ bekommen.
Sie hat gerade im Talk vorgeschlagen, dass alle, die es sich erlauben können, ihre Angehörigen aus den Pflegeheimen zu sich nach Hause holen sollen, weil dort alle „so überfordert“ sind, dass da nur noch Abfertigung stattfindet.
Ich kann nicht mehr.
@Nitas das mit den Heimen macht Nürnberg auch.Steht aber explizit in der Mail dass man seine Patienten behält und man die Karten einlesen darf.Ich finde es galt auch sinnvoll nur noch einen Arzt in ein Heim zu lassen.Allerdings Schwachsinn die Aufnahme zu stoppen wo sollen dann die ganzen Patienten aus den Kliniken hin wenn sie mit ner Pneumonie 2Wochen oder länger lagen....
Sag mir doch noch, wie „nur noch ein Arzt“ in ein Heim gelassen werden soll UND gleichzeitig Ärzte ihre Patienten behalten sollen? Das geht ja gar nicht, außer: das Heim hatte eh bloß einen Arzt....
denkstdu
06.04.2020, 05:44
@nitas: Soll ich dir die Mail mal weiterleiten?Ich bin nicht betroffen aber es klingt für mich verständlich...
Ok, dann spricht das gegen die Erfahrungsberichte von niedergelassenen Hausärzten, die in mehreren Heimen Patienten betreuen und nun bis auf eines in allen Pflegeheimen ein Behandlungs- und Betretungsverbot erhalten haben.
Soll ich dir die Postzustellungsurkunde mal weiterleiten? Die ist wirklich sehr verständlich geschrieben....................................
tragezwerg
06.04.2020, 10:52
In meinem Bekanntenkreis gibt es mehrere, die vehement COVID als "Spinnerei" abtun und der Meinung sind, dass alle Einschränkungen beendet werden müssen, um die Wirtschaft zu retten. Unsere Intensivstationen würden das dann "schon schaffen". Es sei ja kein Problem für Ärzte, da ordentlich zu triagieren, da Menschen ja an irgendwas sterben müssten. Und in Schweden klappt es ja auch.
Ich weiß langsam echt nicht mehr, was ich darauf antworten soll, weil es einfach so ermüdend ist. Weil diese Leute einfach nicht verstehen wollen, dass wir bei Erschöpfung aller Kapazitäten auch die "normalen" Erkrankungen nicht mehr behandeln können mangels Betten und Personal.
Schweden plant jetzt wohl auch ne Ausgangssperre, weil bereits 75% der Intensivbetten voll mit COVID liegen. Scheint also doch kein so praktikables Konzept zu sein.
Haben die denn irgendwas an Grunderkrankungen? Erkläre Ihnen doch einfach, dass irgendwann der Punkt kommt wo die Auslastung so hoch ist, dass auch sie mit Neurodermitis und oder mäßigem Übergewicht austriagiert werden müssen und dann an Covid19 sterben. :-nix
DrSkywalker
06.04.2020, 14:11
Jeder der solch einen Stuss von sich gibt sollte zwangsverpflichtet werden in einer Covid-19 Quarantäne Intensivstation als stationshilfe zu arbeiten für zwei Wochen, tassen säubern und Tabletts abräumen kann jeder.
tragezwerg
06.04.2020, 14:36
Jeder der solch einen Stuss von sich gibt sollte zwangsverpflichtet werden in einer Covid-19 Quarantäne Intensivstation als stationshilfe zu arbeiten für zwei Wochen, tassen säubern und Tabletts abräumen kann jeder.
Ja, ich krieg da auch jedes Mal so ne Wut. Aber ich hab gerade null Energie mehr, gegen solche Leute anzugehen. Es macht mich einfach traurig, dass vermeintlich vernünftige Menschen so blöd sein können.
Mr. Pink online
06.04.2020, 15:28
Sinnvoller wäre doch eigentlich, dass jede dieser Personen eine Patientenverfügung aufsetzt, in der intensivmedizinische Behandlung bei COVID19 Pneumonie kategorisch ausgeschlossen wird. Dann dürfen die auch gerne in Gruppen spazieren gehen.
Mukopolysaccharid
06.04.2020, 15:41
ich sage denen, dass man, wenn man sich das Bein bricht oder vom Auto angefahren wird, ja auch gerne adäquat behandelt werden möchte. das aber eben nur geht, wenn die krankenhäuser nicht dank covid überfüllt sind, oder eine massive infektionsgefahr darstellen, etc. das kapieren manche sogar =)
In meinem Bekanntenkreis gibt es mehrere, die vehement COVID als "Spinnerei" abtun und der Meinung sind, dass alle Einschränkungen beendet werden müssen, um die Wirtschaft zu retten. Unsere Intensivstationen würden das dann "schon schaffen". Es sei ja kein Problem für Ärzte, da ordentlich zu triagieren, da Menschen ja an irgendwas sterben müssten. Und in Schweden klappt es ja auch.
Ich weiß langsam echt nicht mehr, was ich darauf antworten soll, weil es einfach so ermüdend ist. Weil diese Leute einfach nicht verstehen wollen, dass wir bei Erschöpfung aller Kapazitäten auch die "normalen" Erkrankungen nicht mehr behandeln können mangels Betten und Personal.
Schweden plant jetzt wohl auch ne Ausgangssperre, weil bereits 75% der Intensivbetten voll mit COVID liegen. Scheint also doch kein so praktikables Konzept zu sein.
Moorhühnchen
06.04.2020, 16:49
In meinem Bekanntenkreis gibt es mehrere, die vehement COVID als "Spinnerei" abtun und der Meinung sind, dass alle Einschränkungen beendet werden müssen, um die Wirtschaft zu retten. Unsere Intensivstationen würden das dann "schon schaffen". Es sei ja kein Problem für Ärzte, da ordentlich zu triagieren, da Menschen ja an irgendwas sterben müssten. Und in Schweden klappt es ja auch.
Ich weiß langsam echt nicht mehr, was ich darauf antworten soll, weil es einfach so ermüdend ist. Weil diese Leute einfach nicht verstehen wollen, dass wir bei Erschöpfung aller Kapazitäten auch die "normalen" Erkrankungen nicht mehr behandeln können mangels Betten und Personal.
Schweden plant jetzt wohl auch ne Ausgangssperre, weil bereits 75% der Intensivbetten voll mit COVID liegen. Scheint also doch kein so praktikables Konzept zu sein.
Hatte Seb nicht neulich so ne tolle Patientenverfügung, wo drinstand "ich verzichte auf alles"? :-))
Hat die grad einer zur Hand und kann sie posten?
Die würd ich Deinen Bekannten schonmal vorsorglich unterjubeln....
GelbeKlamotten
06.04.2020, 17:00
Sinnvoller wäre doch eigentlich, dass jede dieser Personen eine Patientenverfügung aufsetzt, in der intensivmedizinische Behandlung bei COVID19 Pneumonie kategorisch ausgeschlossen wird. Dann dürfen die auch gerne in Gruppen spazieren gehen.
Könnte man noch weitertreiben. Kontrollierte absichtliche Infektion auf freiwilliger Basis mit zweiwöchiger Isolation und Verzichtserklärung auf Intensivbehandlung. Dazu vielleicht sogar noch ein finanzieller Bonus für Leute, die mitmachen, da sie dem Staat damit ordentlich Geld sparen. Leider mit unserem Rechtssystem nicht vereinbar. Ab einer gewissen Summe würde ich mitmachen ;-)
Könnte man noch weitertreiben. Kontrollierte absichtliche Infektion auf freiwilliger Basis mit zweiwöchiger Isolation und Verzichtserklärung auf Intensivbehandlung. Dazu vielleicht sogar noch ein finanzieller Bonus für Leute, die mitmachen, da sie dem Staat damit ordentlich Geld sparen. Leider mit unserem Rechtssystem nicht vereinbar. Ab einer gewissen Summe würde ich mitmachen ;-)
Sollte zumindest hoch genug sein, um die Beerdingungskosten zu decken.
ver.di legt schon mal vor und erzielt eine Anerkennungsprämie von 1500 EUR aufgrund der besonderen Belastungen in der Pflege.
https://www.verdi.de/themen/corona/++co++e21b0650-780b-11ea-b703-525400b665de
Steilvorlage und Lackmustest für den MB. Oder haben angestellte KH-Ärzte keine besonderen Belastungen derzeit?
Nicht falsch verstehen: ich gönne der Pflege das von Herzen. Bei anderen relevanten Berufsgruppen im KH wie Reinigung etc. scheitert ähnliches vermutlich an fehlender Organisation und Sub-Subunternehmerkonstrukten. Da die Prämie aber ausdrücklich auf die Zumutungen durch Corona abzielt und nicht als Wohngeldzuschuss für Geringverdiender etc...deklariert ist, sollte man dem ärztlichen Dienst ebenfalls eine Prämie zukommen lassen, anstatt über Zwangsverpflichtungen und Eingriff in die körperliche Unversehrtheit (in NRW noch in der Diskussion, in Bayern schon beschlossen) zu diskutieren.
Mal sehen, was sich so ergibt...bin gespannt. Bayern legt sogar noch mal 500 EUR extra drauf...
Und nicht vergessen, die AZ-Regelungen aus den letzten Tarifverträgen nach offiziellem Pandemie-Ende wieder in Kraft zu setzen, gelle?
"Obermacher" Söder war übrigens derjenige, der vor ein paar Jahren als bayerischer Gesundheitsminister in Nürnberg aufsässigen Hausärzten gedroht hat, sie würden Weihnachten keine Geschenke mehr kaufen können....
geisterhome
06.04.2020, 18:49
ver.di legt schon mal vor und erzielt eine Anerkennungsprämie von 1500 EUR aufgrund der besonderen Belastungen in der Pflege.
https://www.verdi.de/themen/corona/++co++e21b0650-780b-11ea-b703-525400b665de
Steilvorlage und Lackmustest für den MB. Oder haben angestellte KH-Ärzte keine besonderen Belastungen derzeit?
Nicht falsch verstehen: ich gönne der Pflege das von Herzen. Bei anderen relevanten Berufsgruppen im KH wie Reinigung etc. scheitert ähnliches vermutlich an fehlender Organisation und Sub-Subunternehmerkonstrukten. Da die Prämie aber ausdrücklich auf die Zumutungen durch Corona abzielt und nicht als Wohngeldzuschuss für Geringverdiender etc...deklariert ist, sollte man dem ärztlichen Dienst ebenfalls eine Prämie zukommen lassen, anstatt über Zwangsverpflichtungen und Eingriff in die körperliche Unversehrtheit (in NRW noch in der Diskussion, in Bayern schon beschlossen) zu diskutieren.
Mal sehen, was sich so ergibt...bin gespannt. Bayern legt sogar noch mal 500 EUR extra drauf...
Und nicht vergessen, die AZ-Regelungen aus den letzten Tarifverträgen nach offiziellem Pandemie-Ende wieder in Kraft zu setzen, gelle?
"Obermacher" Söder war übrigens derjenige, der vor ein paar Jahren als bayerischer Gesundheitsminister in Nürnberg aufsässigen Hausärzten gedroht hat, sie würden Weihnachten keine Geschenke mehr kaufen können....
Gilt das Ueberall? Also in den regionalen Krankenhaeusern meiner Region hat die Pflege (wie auch die Aerzte) bisher deutlich(!) weniger zu tun als ueblich. Wer weiss was noch kommt aber bisher ist keine Sonderverguetung fuer irgendjemand hier gerechtfertigt, viel eher schon Kurzarbeit. Ein KH hier will anfagen die Dienste nicht mehr zu bezahlen und alles in Freizeit ausgleichen, weil man dort im Grunde 2-3 anwesende Aerzte vielen Abteilungen im Moment mehr als ausreichen.
Mr. Pink online
06.04.2020, 18:57
Was wir hier sehen ist das klassische Zuckerbrot und Peitsche System. Und zwar genau in der Reihenfolge. Aktuell geht es allen gut wie nie in der Pflege, von der Anerkennung und Aufwertung des Berufsstandes mal ganz abgesehen. Wenn aber tatsächlich die große Welle bald kommt, werden wir hier teilweise ähnliche Situationen vorfinden wie in Italien oder Frankreich, wenn auch sehr wahrscheinlich in geringerer Ausprägung. Dennoch wird das für unsere Pflege, die schon vor der Krise emotional am Limit war, eine richtig harte Nuss. Da versucht die Politik eben vorher nochmal schön die Seele zu streicheln.
Diesen psychologischen Trick braucht man bei uns Ärzten natürlich nicht anzuwenden. Wir sind so leidensfähig und stresserprobt, für viele wird die Krise keinen Unterschied bzgl. Arbeitsbelastung machen. Von daher brauchts auch keinen Bonus.
ver.di legt schon mal vor und erzielt eine Anerkennungsprämie von 1500 EUR aufgrund der besonderen Belastungen in der Pflege.
https://www.verdi.de/themen/corona/++co++e21b0650-780b-11ea-b703-525400b665de
Steilvorlage und Lackmustest für den MB. Oder haben angestellte KH-Ärzte keine besonderen Belastungen derzeit?
.
Nein. Und wenn schon. Wir verbuchen das alles unter Engagement, Berufsehre und Philanthropie .
Kackbratze
06.04.2020, 19:09
Ich bin emotional eher so der Eremit, meine Berufsehre.... steht in direkter Korrelation zu meinem Kontostand.
Irgendwo ist auch mal Schluss mit dem ganzen Bull§h1t, kein Automechaniker, Banker oder Stricher wird aus "Berufsehre" seine Gesundheit (psychisch wie körperlich) aufs Spiel setzen für andere Leute, weil es die "Berufsehre" so fordert.
Wer legt denn fest, was "unsere Berufsehre" ist?
Visite? Hörzu? Bild?
Oder irgendwelche dünnsinnigen Arztserien?
Wir halten den Allerwertesten regelmäßig hin, im Nachtdienst, im Schockraum, im Tagesgeschäft.
Wir werden verklagt für zu lange Narben, zu lange Behandlungsdauern und gefühlte Unzulänglichkeiten nach den Maßnahmen die ein Leben gerettet haben und am Ende sollen wir das für lau machen?
Ich bin echt raus aus der Debatte. Von oben regnet es Sch3isse (keine Schutzmasken, keine Risikozuschläge, kein Rückhalt) und von unten kommen nie erfüllbare Forderungen (rettet ALLE, keiner muss leiden).
Ich sehe mich als Dienstleister, nicht mehr als den heiligen Ritter von der traurigen Gestalt.
Ich bekomme warme Worte, aber kein Backup.
Wenn ich krank werden sollte, soll ich weiterarbeiten
Hallo?!?
:-kotz
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