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Dogs4Life
08.03.2020, 16:06
Work-life- Balance? Facharzt für Anatomie, Physiologie. Oder anderweite Orchideenfächer. Oder Humangenetik vielleicht. Wenn man so eine Stelle denn ergattert (Einkommen im akademischen Mittelbau ist dann die zweite Frage...)

Oder Facharzt der Wahl machen und zum MDK. Oder controlling...

Dritte Möglichkeit: auswandern und das Arbeitspensum reduzieren (z.B. 80% Stelle in der Schweiz)


Diese Orchideenfächer, MDK, etc. sind nicht so meins. Davor würde ich noch den Studienarzt bei Böhringer machen, aber das weicht dann doch sehr weit von meiner Arztvorstellung ab.

Da meine ich schon eher unter den "normalen" Fachrichtungen. 🙂

][truba][
08.03.2020, 16:16
Such dir doch am besten einfach ein Fach aus, welches dich interessiert.
Du wirst schon nicht im Pappkarton schlafen müssen und bei den Tafeln dein Essen zugeteilt bekommen.

Dogs4Life
08.03.2020, 16:55
Das Ding ist, dass mich viele Dinge interessieren und, sobald ich mich mit der Materie auseinandergesetzt habe, ich mich auch für das begeistere. Wie gefühlt 90% meiner Kommilitonen muss ich nicht unbedingt bloß dieses eine Fach machen.

Deswegen sind mir spätere Vergütung, bisschen operative Tätigkeit und ein Leben, in dem ich nicht die ganze Zeit in der Klinik sein muss und meine Dienste mich nicht komplett kaputt machen, viel wichtiger.

][truba][
08.03.2020, 17:06
Ja, du hast doch schon zwei Fächer in denen das durchaus im Bereich des möglichen ist.
Fang in einem Fach an und schau ob es dir taugt.

Alle wünschen sich das von dir genannte.

Dogs4Life
09.03.2020, 13:39
Weiß jemand, warum es in den USA so starke Diskrepanzen gehaltstechnisch zwischen Derma und Ophtho gibt? Ist es hauptsächlich wegen der MOHS Chirurgie?

Ferner war ich in ein paar Foren dort unterwegs und dort scheint die Angst sehr präsent zu sein, dass Optiker in der Zukunft Ophthalmologen viel Arbeit wegnehmen werden..davon habe ich in meiner Famu zB nichts zu gehört von den Ärzten. Ist diese Angst auch hier begründet?
Klar, dass sie nie operieren werden, aber geht dann nicht ein nicht unwesentlicher Arbeitsanteil von konservativ Arbeitenden (Kontaktlinsen, Brillen, Sehtests, etc.) an die Optiker?

tarumo
09.03.2020, 13:47
Klar, dass sie nie operieren werden, aber geht dann nicht ein nicht unwesentlicher Arbeitsanteil von konservativ Arbeitenden (Kontaktlinsen, Brillen, Sehtests, etc.) an die Optiker?

Nach meinem Kenntnisstand ist das bereits der Fall. Der Optiker darf die Leistung auch gratis anbieten (und den Preis hinterher bei der Brille mit draufschlagen), dem Augenarzt fehlen dann die "Verdünnerscheine" und es verbleiben die Chroniker, die schwierigen und/oder defizitären Fälle beim Arzt.

Feuerblick
09.03.2020, 15:43
Der Augenarzt ist um jeden Patienten froh, bei dem er KEINE Brillenanpassung machen muss. Kontaktlinsenanpassungen rechnen sich sowieso wegen des Aufwands (Verschiedene Linsen vorrätig haben, Anpassen, mehrere Nachkontrollen, Handhabung erklären, wenig Geld für diese Leistung) nicht. Ergo sind die schon lange bei den allermeisten Praxen raus. Manche Praxen IGeLn das noch, aber die allermeisten verweisen sehr gerne an Optiker. Ja, der Berufsverband heult deswegen, aber das ist kein Grund zur Sorge.
Ansonsten bieten Optiker gerne Serviceleistungen wie Augendruckmessung, Hornhautdickenmessung etc. an. Da sie daraus aber keine Diagnose stellen dürfen (und auch nicht können), ist das nicht das Drama.
In USA existiert das Berufsbild des Optometristen. Dieser kann und darf dort viel mehr als hier ein Optiker dürfte. Wenn dieses Berufsbild irgendwann bei uns mal aufschlägt und anerkannt wird (einzelne Schlauberger gibt es schon.. gruslig, was die an Diagnosen so stellen... meist eher Abzocke), dann hat die Augenheilkunde ein Problem. Aktuell sehe ich das aber nicht.
Dennoch bleiben immer noch: Konjunktivitiden, Sicca, postoperative Kontrollen, Katarakt, Glaukom, Uveitis, alles rund um IVOMS... und so vieles mehr. Und damit bleibt wahrlich genug Arbeit übrig. Eigentlich sogar zu viel Arbeit, wenn ich mich mal an meinen Patientendurchsatz erinnere... Und da waren eben KEINE Brillenbestimmungen, simple Sehtests und Kontaktlinsenanpassungen dabei. Und nur wenige Chroniker, die defizitär laufen würden.

@tarumo: Sorry, aber wenn man keine Ahnung hat... du weißt schon...

davo
09.03.2020, 15:43
Weiß jemand, warum es in den USA so starke Diskrepanzen gehaltstechnisch zwischen Derma und Ophtho gibt? Ist es hauptsächlich wegen der MOHS Chirurgie?

Ferner war ich in ein paar Foren dort unterwegs und dort scheint die Angst sehr präsent zu sein, dass Optiker in der Zukunft Ophthalmologen viel Arbeit wegnehmen werden..davon habe ich in meiner Famu zB nichts zu gehört von den Ärzten. Ist diese Angst auch hier begründet?
Klar, dass sie nie operieren werden, aber geht dann nicht ein nicht unwesentlicher Arbeitsanteil von konservativ Arbeitenden (Kontaktlinsen, Brillen, Sehtests, etc.) an die Optiker?

Es gibt in den USA 2,5x so viele Augenärzte wie Hautärzte. Könnte also einfach an der unterschiedlichen Konkurrenzsituation liegen. Aber wenn man bedenkt, dass wir da (brutto 2016) von €270k vs. €333k sprechen, ist das ohnehin eine relativ akademische Frage.

In den USA absolvieren zukünftige optometrists (im Unterschied zu opticians) ein vierjähriges professional degree, machen u.a. auch Spaltlampenuntersuchungen uvm., und das auf hohem Niveau. Kann man mit der Situation in Deutschland also überhaupt nicht vergleichen.

Du machst dir glaub ich etwas zu viele Gedanken ;-)

BXL
09.03.2020, 19:56
Die Situation bezüglich der operativen Ausbildung in der Augenheilkunde kann ich nicht beurteilen. Ich weiß aber das es wohl einzelne Häuser gibt die zumindest damals bei uns im Studium aktiv damit geworben haben, dass auch Assistenten mal cat-ops operieren dürfen (ich glaube es hieß damals ca. 100 cat-OPs dürfe jeder Assistent unter Anleitung operieren,... ich weiß allerdings auch nicht, ob das viel oder wenig ist...)
In der Derma ist es stark vom einzelnen Haus abhängig. An Unikliniken ist es meist eher ein Nadelöhr, in städtischen Häusern ist es hingegen oft so, dass die Assistenten operieren müssen, da die Schlagzahl an OPs hier schon sehr hoch ist.
Von daher denke ich, dass wenn Du kein Problem damit hast das Haus auch mal zu wechseln, Du zumindest in der Derma durchaus kein zu großes Problem haben wirst eine ausreichend gute operative Ausbildung zu erhalten, zu mal sich dann in der Praxis später die wirklich großen Sachen eh nicht rechnen.

Dogs4Life
09.03.2020, 20:22
Erstmal danke allen für die Antworten, ihr seid top!

@Feuerblick

Ja, ich hatte mir auch gedacht, dass da einiges noch an Arbeit anfällt, die man selbst, falls es dazu käme, noch machen könne. Weißt du zufällig auch wie gesättigt der Markt bezüglich ambulanten Operateuren ist? Ist da noch Spielraum oder wird es in Zukunft schwer sein sich dort zu behaupten, falls man denn die operative Ausbildung erhält?

@davo

Haha, ja..ich bin die Art von Person, die zuviel grübelt, besonders bei so wichtigen Entscheidungen. Möchte möglichst keine Zeit nach der Approbation verlieren :-oopss Und mir ist da die chirurgische Komponente sehr wichtig, deswegen hinterfrage ich alles dreifach :D

@bxl

Ah danke, ich war sogar in dem Glauben, dass man selbst in der Uniklinik operativ in der Derma ausgebildet wird :D Ich nehme an, dass nach dem Facharzt noch 2-3 Jahre in der Klinik sinnvoll sind, bis man das für die Praxis relevante OP-Spektrum gut gelernt hat, oder?

tarumo
10.03.2020, 07:09
Mach doch einfach,was Dich interessiert und mit was Du klarkommst. Operationen in der Derma bedürfen z.B. einer gewissen manuellen Geschicklichkeit, weil das Ergebnis meistens gut sichtbar ist.
Die Facharztwahl von aktuell bestehenden (und sich permanent ändernden) gesetzlichen Regelungen zur Vergütung festzumachen, halte ich für ziemlich unklug.

roxolana
10.03.2020, 20:21
Ich habe PJ in der Derma gemacht und in der Klinik (keine Uniklinik) fand keine operative Ausbildung der Assistenten statt. Die wurden auf Station und in der Ambulanz verheizt, während 2 Fachärzte im 15-Minuten-Takt alles wegoperierten, was nicht bei 3 auf dem Baum war (ich sag nur 92-jährige präfinale Oma mit Basaliom...). Ich habe den einen Oberarzt gefragt, wo er eigentlich operieren gelernt hat, und er meinte, dass es ihm in der Assistenzzeit beigebracht wurde, aber dass diese Abteilung inzwischen zugemacht hat. Also: Augen auf bei der Abteilungswahl.

Dogs4Life
11.03.2020, 18:23
Danke allen, ich glaube ich weiß jetzt in welche Richtung es eher gehen soll!

Thomas24
11.03.2020, 19:33
Was bei Augenpraxen zu einem hohen Prozentsatz einfach daran liegt, dass konservative Einzelpraxen sich schlichtweg nicht mehr lohnen. Die will dann keiner haben. Weshalb es immer mehr ÜBAGs und Co gibt, die einen Teil ihres Geldes mit Operationen verdienen. Und in dem Rahmen kann man dann schon mehr als ordentlich leben. Zumindest kenne ich keinen einzigen Augenarzt (und ich wage zu behaupten, dass ich sehr, sehr viele Augenärzte kenne), der am Hungertuch nagt. Auch ohne übertriebene IGeLei. :-nix

Ich bin schon arg mager geworden... :-wow

@ TE: Lass dir das von einem niedergelassenen Vorderabschnittschirurgen so viel sagen: ja, man verdient ordentlich. Aber mach deine Entscheidung nicht von der derzeitigen Vergütungssituation abhängig, die politisch motiviert je nach Kassenlage der Sozialversicherungen, jederzeit mit einem Handstreich geändert werden kann. Mach stattdessen das, was dir am meisten Freude bereiten könnte. Am Ende ist Geld nur Geld, Arbeit ist nur Arbeit (und mehr Geld korrelliert -ab einem gewissen Einkommensniveau- nicht mit mehr Lebensfreude).

Feuerblick
11.03.2020, 20:00
Oh je, Thomas... müssen wir jetzt einen Notgroschen für dich zusammensammeln? :-))

Dogs4Life
11.03.2020, 20:41
Ich bin schon arg mager geworden... :-wow

@ TE: Lass dir das von einem niedergelassenen Vorderabschnittschirurgen so viel sagen: ja, man verdient ordentlich. Aber mach deine Entscheidung nicht von der derzeitigen Vergütungssituation abhängig, die politisch motiviert je nach Kassenlage der Sozialversicherungen, jederzeit mit einem Handstreich geändert werden kann. Mach stattdessen das, was dir am meisten Freude bereiten könnte. Am Ende ist Geld nur Geld, Arbeit ist nur Arbeit (und mehr Geld korrelliert -ab einem gewissen Einkommensniveau- nicht mit mehr Lebensfreude).

Ja, das denke ich auch. Für mich wäre dieses gewisse Einkommensniveau vermutlich schon als normaler Facharzt in irgendeiner Klinik erreicht. Letztlich ist mir dann doch das anspruchsvollere chirurgische Feld wichtiger :)

herschus
26.03.2026, 20:45
Derma ist beim Gehalt zwar auch nicht schlecht. Aber Auge ist noch wesentlich besser. Du kannst halt ganz viel von den MFA machen lassen und dann abrechnen. Und die OPs sind meist auch gut vergütet. Ein Kumpel hat damals seine Stelle über Ärzteglück oder Recrutio vermittelt bekommen, glaube ich. Er hat mir sein Gehalt verraten. Naja, man soll ja nicht neidisch sein. :/