Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie strategisch bewerben für Corona-Hilfe?
Freund der Medizin
13.03.2020, 23:31
Hallo,
ich arbeite als Arzt, aber fern der Patientenversorgung.
Wegen der Epidemie sind Krankenhäuser aufgerufen, Medizinstudenten und pensionierte Ärzte zu aktivieren.
Daher sehe ich eine Verantwortung, meine Ausbildung wieder dort einzusetzen, wo sie möglicherweise dringend gebraucht werden wird.
Gibt es aktuell einen stärkeren Ärztemangel in der Inneren/Intensivmedizin?
Wie soll ich mich strategisch bewerben, etwa gezielt nach den Abteilungen für Innere Medizin mit Schwerpunkt Intensivmedizin suchen?
Kennt ihr in Berlin Häuser, die in der aktuellen Situation händeringend Ärzte suchen, um für die Zukunft gerüstet zu sein?
Oder gilt der Mangel nur für Pflegekräfte?
Ich freue mich auf eure Antworten!
tragezwerg
14.03.2020, 06:00
Durch Corona haben vor allem gerade die Gesundheitsämter einen Mangel an Personal.
Die Kliniken, gerade in der Inneren, haben ohnehin immer Personalmangel. Der wird durch Corona vermutlich nicht besser (und wenn es dann so schlimm kommen sollte wie aktuell in Italien, braucht man vor allem Ärzte mit Intensiverfahrung).
Es ist also wahrscheinlich egal, wo man sich bewirbt. Stellen sind eh frei.
roxolana
14.03.2020, 06:20
Wobei die Gesundheitsämter in der Vergangenheit durchaus wählerisch in der Auswahl gewesen sind. Sprich sie wollten jemanden mit mehrjähriger klinischer Erfahrung, am besten schon Facharzt, und Stellen wurden lieber jahrelang unbesetzt gelassen, als einen Anfänger auszubilden. Wurde so an mich und eine Freundin (haben uns beide nach dem Studium bei unterschiedlichen Gesundheitsämtern beworben) kommuniziert. Kann natürlich sein, dass sich das jetzt geändert hat.
Die meisten Kliniken, die ich kenne, suchen erfahrene (Fach-)Ärzte, die sich den Intensivdienst antuen möchten. Falls du erfahren und noch nicht ganz aus der "Übung" bist, kannst du dich einfach mal bewerben.
Ansonsten werden gerade eher Ärzte gesucht, die Dienste in einem Screeningzentrum oder als mobiler Screeningdienst übernehmen. Die Vergütung wurde ja schon angesprochen.
Freund der Medizin
14.03.2020, 06:52
Die meisten Kliniken, die ich kenne, suchen erfahrene (Fach-)Ärzte, die sich den Intensivdienst antuen möchten. Falls du erfahren und noch nicht ganz aus der "Übung" bist, kannst du dich einfach mal bewerben.
Ansonsten werden gerade eher Ärzte gesucht, die Dienste in einem Screeningzentrum oder als mobiler Screeningdienst übernehmen. Die Vergütung wurde ja schon angesprochen.
Danke für eure Antworten!
Hast du mehr Infos über diesen mobilen Screeningdienst, insbesondere im Raum Berlin? Notfalls gerne auch per PN.
Gesundheitsämter sind ein toller Tipp. ich bin mir sicher, bei denen brennt gerade die Bude, da in unserem Föderalismus die Verantwortung in diese Peripherie abgeschoben wird.
Guten Start in den Samstag!
Ansprechpartner ist die KV im jeweiligen Bundesland
In der Inneren gibts sowieso immer Ärztemangel. Da wirst du also auch ganz ohne Corona bestimmt schnell eine Stelle finden.
DrSkywalker
14.03.2020, 07:30
Toller Gedanke, finde ich super! Alles Gute!
John Silver
14.03.2020, 08:14
Vor einiger Zeit hat dieser Depp erzählt, er sei noch gar kein Student, und jetzt schon Arzt. Blabla.
Hat er das? Er wollte im Februar 2014 seine Vorklinik-Bücher verkaufen, wird also wohl im Mai/Juni 2018 das Studium abgeschlossen haben. Sehe da keinen Widerspruch ;-)
GelbeKlamotten
14.03.2020, 09:24
Wobei der thread hier schon insgesamt etwas merkwürdig ist und irgendwie ein bisschen nach troll riecht.
Erst patientenfern arbeiten und dann muss es wegen corona auf einmal unbedingt schwerpunktmäßig intensivmedizin sein. Und gleichzeitig weiß er nicht, ob es in der inneren ärztemangel gibt? Irgendwie passt alles nicht so recht zusammen. Und dann noch einen anderen threadtitel imitieren..
Aber wollen wir mal nichts unterstellen, vielleicht stehen ja wirklich aufrichtige ehrenvolle absichten dahinter.
Freund der Medizin
14.03.2020, 10:46
Ich hatte mich schon fast gewundert, dass keine negativen Kommentare gekommen sind.
Klarstellung: Ich bin hier seit 2010 registriert und habe 2010 angefangen zu studieren, nach sechs Jahren dann fertig, kein Facharzt, aber klinische Erfahrung (auch Intensivmedizin), aktuell keine Patientenversorgung
Zurück zur Frage:
- Welche Abteilungen sind in Berlin verantwortlich für die Corona-Screeningstellen bzw. wo bewerbe ich mich dafür?
- Macht es mit meiner Absicht am meisten Sinn, sich für Innere Medizin/Chirurgie mit ITS zu bewerben?
- Gesundheitsamt? Suchen die wirklich schon oder kommt das erst noch, wenn es zu spät ist?
Danke für eure Tipps!!
Feuerblick
14.03.2020, 11:50
Ich denke, am einfachsten wirst du deine Fragen bezüglich Hilfe und Abstrichen beim Gesundheitsamt beantwortet bekommen - falls die Zeit für solche Fragen haben. Denn eigentlich sollten die Gesundheitsämter Abstrichentnahmen koordinieren. Die können dir sagen, welche Abteilungen existieren und ob (und wo) man sich ggf. bewerben könnte.
Realistischerweise kannst du dich zwar für eine Stelle in der Inneren bewerben (vermutlich in Berlin egal wo...), aber bis das Bewerbungsverfahren durch ist (ich wüsste nicht, dass da irgendwas "beschleunigt" laufen soll - falls sowas wie Personalrat, Vorstellungsgespräche etc. derzeit überhaupt läuft...), ist das Corona-Problem vermutlich auch in vernünftige Bahnen gelenkt. Mal abgesehen davon, dass du, wenn du schon länger nicht mehr in der Patientenversorgung bist, auch eine ordentliche Einarbeitungszeit bräuchtest - gerade für die ITN.
Eine Frage zum Verständnis: Ist es deine Absicht, auch nach der momentanen Ausnahmesituation in der Patientenversorgung zu bleiben? Oder willst du nur kurz einspringen und dann zurück in den alten Job? Davon würde ich auch abhängig machen, wo ich mich bewerbe. Mal eben bei einem Abstrichzentrum arbeiten ist eine Sache, eine Assistenzarztstelle in der Inneren (vermutlich anfangs ohne ITS) eine andere.
Immerhin willst du eine ganz schön heftige Veränderung auf dich nehmen...Heroische Absichten sind toll, aber man sollte schon nochmal kurz ans Drumrum denken.
Freund der Medizin
14.03.2020, 12:15
Ich denke, am einfachsten wirst du deine Fragen bezüglich Hilfe und Abstrichen beim Gesundheitsamt beantwortet bekommen - falls die Zeit für solche Fragen haben. Denn eigentlich sollten die Gesundheitsämter Abstrichentnahmen koordinieren. Die können dir sagen, welche Abteilungen existieren und ob (und wo) man sich ggf. bewerben könnte.
[...]
Danke, Feuerblick, das ist ein toller Tipp!
Ich will das gar nicht als Heldentat oder so darstellen. Auch wenn ich durchaus einer gewissen Verantwortung nachkommen möchte und mir nicht vorstellen kann, in irgendeinem Urlaub oder Home-Ofiffce zu sitzen, während die Krankenhäuser überstrapaziert werden.
Gesundheitsamt ist eine tolle Idee. Da werde ich mal nachfragen!
roxolana
14.03.2020, 12:20
Die Berliner Häuser mit Abstrichstellen findest du nach zweiminütiger Internetrecherche, das müssten aktuell 5 oder 6 sein. Bewirb dich doch einfach da in der Inneren und bei den 12 Berliner Gesundheitsämtern initiativ.
Feuerblick
14.03.2020, 12:20
Hoffentlich kommst du durch. Dürfte momentan schwierig sein... :-nix
Je nachdem, was man so im Homeoffice macht, kann das aber auch durchaus nützlich sein. ;-)
Wie gesagt: Überlege dir gut, ob du das dauerhaft oder nur für ein paar Wochen/Monate machen möchtest. Davon würde ich abhängig machen, an wen ich mich wende.
Ja panisch
14.03.2020, 12:27
Hallo,
ich arbeite als Arzt, aber fern der Patientenversorgung.
Wegen der Epidemie sind Krankenhäuser aufgerufen, Medizinstudenten und pensionierte Ärzte zu aktivieren.
Daher sehe ich eine Verantwortung, meine Ausbildung wieder dort einzusetzen, wo sie möglicherweise dringend gebraucht werden wird.
Finde ich klasse von dir! :)
Was arbeitest du sonst? (Frage für mich selbst, falls mir Innere zu viel werden würde...)
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