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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gehalt Facharzt in Praxis



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Christoph_A
02.02.2023, 08:30
@Rafiki: Das ist pauschal nicht zu beantworten. Die alten Chefgehälter, sprich z.B. eines weltweit bekannten Herzchirurgen aus München, mit zuletzt irgendwas zwischen 2-5 Mio Euro wird niemand auch nur ansatzweise in der Niederlassung erreichen können, den Wald und Wiesenchefarzt beim privaten Träger, die mittlerweile teils unter 200k Grundgehalt rumlaufen, kann man angestellt bei entsprechendem Skillset toppen, als Gesellschafter/Inhaber ist da deutlich mehr drin.

Kathy234
02.02.2023, 12:38
^ was für Skillset meinst du denn? Also jemand der Allgemeinmedizin/Innere WB gemacht hat und jetzt Facharzt ist, träfe das auf ihn zu?

Christoph_A
02.02.2023, 13:46
Nein, ich bezog mich explizit auf Schwerpunktfachärzte der Inneren.
Jemand der Gastroenterologe ist und verhandlungssicher gastros-/koloskopiert oder eben ein interventioneller Kardiologe, der Koronarangiographien/EPUs/Schrittmacheranlagen beherrscht, z.B.
Hier kriegt man immer mehr Geld als die "konservativen" Kollegen.

hebdo
02.02.2023, 15:19
Mit Skillset ist einfach die Investition in seine eigene Ausbildung gemeint. Wer nur eine Fachgebietsbezeichnung auf einem Stück Papier vorweisen kann, fällt eben beim eigenverantwortlichen Arbeiten auf - sei es als Oberarzt oder Facharzt, Konservativ oder operativ.

Ich habe als Vertretungsarzt in einer Allgemeinmedizinischen Landpraxis 90€/h bekommen.

Kathy234
02.02.2023, 16:20
Ich habe als Vertretungsarzt in einer Allgemeinmedizinischen Landpraxis 90€/h bekommen.

Hast du Innere oder Allgemeinmedizin als WB gemacht damals? Welches Fach lohnt sich besser, wenn man daran interessiert ist, später eher freiberuflich zu arbeiten bzw. weniger typische Klinik?
Und wenn es nicht nervt, noch die Frage, was hast du damals als Wahlfach im PJ gemacht?

hebdo
02.02.2023, 20:25
Weder noch. Ich bin Fachinternist und kann aber bis zu 3 Monaten Praxisvertretungen in der Allgemeinmedizin machen. Die besten Niederlassungschancen bestehen momentan in der Allgemeinmedizin; also entweder direkt FA Allgemeinmedizin oder Allgemeine Innere.

Orthopädie war mein Wahlfach - wollte ich auch bis zu meinem Inneretertial unbedingt werden.

Kathy234
02.02.2023, 21:43
Weder noch. Ich bin Fachinternist und kann aber bis zu 3 Monaten Praxisvertretungen in der Allgemeinmedizin machen. Die besten Niederlassungschancen bestehen momentan in der Allgemeinmedizin; also entweder direkt FA Allgemeinmedizin oder Allgemeine Innere.

Orthopädie war mein Wahlfach - wollte ich auch bis zu meinem Inneretertial unbedingt werden.

Etwas blöde Frage, aber was macht ein Allgemeinmediziner anders als ein “normaler” Internist?
Wenn man später Allgemeinmediziner werden möchte, macht man erstmal den normalen Werdegang wie ein Internist, also erstmal ins Spital in die Innere gehen? Oder kann er schon in einer Praxis angestellt werden?

hebdo
03.02.2023, 05:09
Es sind zwei verschiedene Fachärzte. Für die Gebietsbezeichnung Innere Medizin musst du 60 Monate in verschiedenen Abteilungen der Inneren Medizin ableisten. Für den Allgemeinmediziner benötigst du 24 Monate Weiterbildung bei einem Allgemeinmediziner und kannst die restlichen 36 Monate relativ frei die Disziplinen wählen, bspw Orthopädie, Chirurgie, Pädiatrie etc. Je nach Kammer muss meist mindestens 12 Monate stationäre Innere dabei sein. Details findest du in der WBO deiner regionalen Ärztekammer bzw. der Bundesärztekammer.

Auch wenn beide an der hausärztlichen Versorgung teilnehmen, kann man sich so individuelle Schwerpunkte setzen. An anderer Stelle habe ich schon erwähnt, dass ich die Weiterbildung zum Allgemeinmediziner sinnvoller finde, wenn man sich früh für eine ambulante hausärztliche Tätigkeit entscheiden kann.

Kathy234
03.02.2023, 11:20
^ und das mit Honorararzt? Wie sind da die Perspektiven (nach WB Abschluss)?

Coxy-Baby
03.02.2023, 12:34
Mach doch erstmal den Facharzt, wie es in 5-6 Jahren aussieht weiss doch keiner .....

Tom123321
07.02.2023, 06:32
Man liest ja oft das FA Innere + Schwerpunkt angeblich 120-150k verdienen, dann checkt man die Stellenangebote und dort steht ausschließlich, dass nach Tarifvertrag gezahlt wird. Nach Tarifvertrag kommt man dann aber halt nur auf maximal ca. 100k und das mit sehr vielen Jahren Erfahrung. Sofort als Oberarzt + Außertariflichen Vertrag + Poolbeteiligung wird man bestimmt auch nicht angestellt. Ich denke auch nicht, dass die meisten Fachärzte nichts drauf haben und deswegen nur wenige so einen Verdienst erreichen können weil sie ca. gut gastro/koloskopieren.
Natürlich wird hier von einer normalen 40 Stundenwoche gesprochen, macht ja keinen sinn zu sagen dass ein FA 150k verdienen kann, aber 80 Stunden wöchentlich in der Klinik ist...

Anne1970
07.02.2023, 12:55
Dieser Thread handelt von „Gehalt Facharzt in Praxis“ . Bitte beim Thema bleiben.
Möglicherweise kann die Frage in einem anderen Thread gestellt werden.

Mometasonfuroat
09.02.2023, 22:16
Also als fertiger FA als Anfänger in einer Praxis sind 120k Minimum derzeit!

GloriaSchmidt
10.02.2023, 20:22
Also als fertiger FA als Anfänger in einer Praxis sind 120k Minimum derzeit!

Hm, Großstadt, viele mir bekannte Kollegen in Praxen und niemand von denen ist bei 120k als Anfänger FA.
Kenne Neuros/Psych/einer Diabetologe.
Alle um 90-95k VZ.

DrSkywalker
11.02.2023, 07:02
Also als fertiger FA als Anfänger in einer Praxis sind 120k Minimum derzeit!

Kann man pauschal so auf keinen Fall sagen, minimum ist Tarif mmn

dissection
11.02.2023, 17:01
Kleiner Thread-Highjack da thematisch verwandt: welche Skills seht ihr neben den medizinischen, zwischenmenschlichen und kommunikativen Fähigkeiten als relevant für das erfolgreiche Führen einer Praxis in Teilhaberschaft oder als Praxisinhaber? Dinge die mir einfallen und die wohl für jeden Selbstständigen und Freiberufler relevant sind:

1) Netzwerken mit Kliniken/anderen Niedergelassenen
2) Kenntnisse und sicheres Manövrieren in Abrechnungsziffern (hat hierzu jemand interessante Lektüre?); Auswahl der erbrachten Leistungen
3) Zeitmanagement, Delegieren können
4) Auswahl fähiger MFAs die Patientenströme adäquat steuern und effizientes Arbeiten erst möglich machen (wohl underrated, super schwierig gute Mitarbeiter zu finden), entsprechende Personalführung
5) Aufbau einer ansprechenden Präsenz/Brand

Schönes Wochenende!

GloriaSchmidt
12.02.2023, 18:50
Also mindestens analog TV-VKA.

Welche Stufe? 2 oder 3 (also FA oder OA)?

Atana
12.02.2023, 21:09
Nochmal zu den Bildgebenden Verfahren. Das ist kein deutsches Phänomen, das dort etwas besser gezahlt wird.
In Australien verdient der Radiologe (Angestellt) 425k € .Leider muss man da ein aufwendiges Anerkennungsverfahren inkl. Prüfung machen vor Ort über 3-12 Monate. Und dann liegt Australien auch noch etwas abgelegen.

Solange sich deutsche Ärzte von Hürden wie einem mehrmonatigen Anerkennungsverfahren fürchten, werden sich Gehälter in DE auch nicht besonders ändern. Aber gut, so risikoavers wie die meisten Menschen in diesem Berufsfeld sind, gibt es ohnehin nur eine kleine Anzahl an Ärzten, welche sich bessere Gehälter wünschen. Die meisten wollen lediglich bessere Arbeitsbedingungen, aber selbst das kriegen sie nicht durch.

Es wird auch immer viel über die Niederlassungsmöglichkeiten gesprochen. Würden die Investoren verschwinden, wäre einfach vieles nicht besetzt, selbst wenn große Gehälter locken würden. Erst kürzlich wurde doch wieder über dieses riesige Risiko einer Praxis gesprochen, man solle doch besser in der Anstellung bleiben. Es trauen sich nun mal wenige Menschen in diesem Bereich etwas zu. Das merkt man auch auf Station, bloß keine Verantwortung übernehmen.

Wenn Rad/Nuk/ST so gut vergütet ist und die bösen Investoren alles wegschnappen - wieso gibt es mehrere Bundesländer, in denen diese Plannungsgebiete noch nicht mal gesperrt sind? Tlw. zweitstellig offene Niederlassungsmöglichkeiten. Sind die Investoren weg, ist es morgen die zu hohe Praxisinvestition, die die Leute verängstigt.

Anne1970
13.02.2023, 07:03
@Tantumverum: erstmal willkommen im Forum; dein Profil ist etwas übersichtlich. Du kommst also aus Bonn und bist FA für Radiologie und gerade erst Mitglied im Forum geworden. Es ist ungewöhnlich, dass so Fortgeschrittene in der Medizin erstmals auf uns stoßen und dann sofort ausführlich kommentieren. Wie kommt’s? Wir können Expertise natürlich immer gut gebrauchen. Wo hast du die WB absolviert? Bist du Praxis - Inhaber/in? Angestellte/r? Wieviel Ärzte/Ärztinnen arbeiten bei euch zusammen?
Und zu deinem Beitrag: warum sollte ein/e Praxisinhaber/in das Risiko eingehen, jemanden mit „wenig know how“ einstellen? Hast du da Erfahrungswerte? :grins:

Me1ster
13.02.2023, 20:07
Solange sich deutsche Ärzte von Hürden wie einem mehrmonatigen Anerkennungsverfahren fürchten, werden sich Gehälter in DE auch nicht besonders ändern. Aber gut, so risikoavers wie die meisten Menschen in diesem Berufsfeld sind, gibt es ohnehin nur eine kleine Anzahl an Ärzten, welche sich bessere Gehälter wünschen. Die meisten wollen lediglich bessere Arbeitsbedingungen, aber selbst das kriegen sie nicht durch.

Es wird auch immer viel über die Niederlassungsmöglichkeiten gesprochen. Würden die Investoren verschwinden, wäre einfach vieles nicht besetzt, selbst wenn große Gehälter locken würden. Erst kürzlich wurde doch wieder über dieses riesige Risiko einer Praxis gesprochen, man solle doch besser in der Anstellung bleiben. Es trauen sich nun mal wenige Menschen in diesem Bereich etwas zu. Das merkt man auch auf Station, bloß keine Verantwortung übernehmen.

Wenn Rad/Nuk/ST so gut vergütet ist und die bösen Investoren alles wegschnappen - wieso gibt es mehrere Bundesländer, in denen diese Plannungsgebiete noch nicht mal gesperrt sind? Tlw. zweitstellig offene Niederlassungsmöglichkeiten. Sind die Investoren weg, ist es morgen die zu hohe Praxisinvestition, die die Leute verängstigt.

Wo gibt es denn die Niederlassungsmöglichkeiten? Habe eben auf 3-4 KV Seiten geguckt, die hatten alle nix offen