Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der 6.Fall
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ich weiß nicht ob es noch jemanden interessiert da schon länger keiner mehr antwortet...
Patientin heute (endlich) verstorben, erst somnolent, immer längere Atempausen, friedlich eingeschlafen.....
Obduktionsbericht folgt...
Pünktchen
09.01.2004, 19:58
Ich glaube es hat niemand geantwortet, weil sich keiner Sterbebegleitung auskennt oder beschäftigen will.
Obduktionsbericht? Wozu?
Obduktionsbericht? Wozu?
Um die Diagnose zu sichern.
Letztendlich haben wir keinen sicheren Nachweis dass die Encephalomyelopathie strahlenbedingt ist... (DD Entzündung DD Tumor - woran wir nach wie vor nicht glauben => siehe weiter vorne im Thread).
Außerdem wäre es wichtig zu wissen wie das Gewebe nun wirklich "aussieht" damit man prospektiv aus unseren Erfahrungen und den frustranen Therapieversuchen lernen kann.
Pünktchen
09.01.2004, 20:05
Darf man das so einfach anordnen?
Braucht man dann nicht die Einwilligung der Familie?
Ich weiß nicht ob es noch jemanden interessiert da schon länger keiner mehr antwortet...
Ich glaube, viele wissen einfach nicht, was sie dazu sagen sollen. Ist doch sehr traurig der Fall... Liegt bestimmt nicht am mangelnden Interesse.
Wie geht die Familie damit um? Hat die Pat. letztendlich noch eine PEG-Sonde bekommen?
Sebastian1
09.01.2004, 23:08
Ich kann auch nur sagen, mich hat der Fall schon beschäftigt, und ich habe vor den Weihnachtsferien auch mal einen unserer Radio-Dozenten dazu befragt (Kommentar war in etwa: "Strahlendosis haette 40 Gy nicht übersteigen dürfen, jetzt kann man nur hoffen, das es sistiert, das passiert manchmal für lange Zeit, aber das ist schlecht bis gar nicht vorhersehbar", Zitat aus dem Kopf, daher ohne Gewähr für Richtigkeit). Ich finde es schön, dass du uns hast an diesem Fall teilhaben lassen, zumindest bei mir hat es doch erreicht, so etwas im Hinterkopf zu haben, auch wenn ich voraussichtlich weder Radiologie noch Neurologie je für mich wählen werde. Diese Schicksale mitzuverfolgen, sei es real oder virtuell, kann nur eine Bereicherung für jeden sein, der mit Patienten umgeht, sei es virtuell oder im realen Berufsleben, sei es als Arzt, Pfleger, Angehöriger oder sonstwie involvierter. Daher mein ausdrücklicher Dank an dich, doclala. Dieser Fall ist der, dermich bisher am meisten bewegt hat in diesem Forum.
Gruß,
Sebastian
so etwas kommt auch in der ganz normalen inneren schon mal vor.. nach strahlentheraphie/chemotherapie ein durch dieses induziertes krankheitsbild in gewissem (gut definierbarem) abstand von ein paar jahren (abhängig von den substanzen).. und man fragt sich, woher der patient es hat.. - für mich neues/wichtiges wissen für den hinterkopf.
danke für den fall, lala.
es wäre klasse, wenn du uns auch über das obduktionsergebnis informiertest..;-)
Bin ja noch das Obduktionsergebnis schuldig:
Es hat sich bestätigt was wir vermutet haben, lt-Pathologe eindeutig eine radiogene Veränderung - histologisch nachgewiesen. Jetzt fragt mich aber nicht wie und warum und so, den schriftlichen Befund hab ich (noch) nicht bekommen....
Zumindest hatten wir Recht, dass wir nichts tun konnten....
Challenger
10.02.2004, 18:02
Bingo: Läsion am Übergang der Medulla oblongata in Höhe des Foramen magnum links paramedian, flaues KM-Enhancement.
Hab dazu nochmal ne Frage:
Wenn die Läsion links paramedian auf Höhe des For. mag. liegt (also unterhalb der Pyramiden), wieso ist dann die rechte Körperhälfte vom mot. Ausfall betroffen? Schließlich kreuzen die Fasern der Pyramidenbahn zu 70%-90% in den Pyramiden (also Übergang Med. obl. - Pons)? Das hab ich mir mit meinem ZNS-Testatwissen irgendwie nicht plausibel machen können...
Du da haste Recht.
Hab heute nochmal MRT gesehen:
Die Läsion war eher mittig, sah aber nach KM-Anreicherung links paramedian aus....egal, denn das Ödem war so ausgeprägt dass da eh bds. alles aufgequollen war.
Histologisches Ergebnis zeigt übrigens bei makroskopisch massiver Anschwellung Hirnstamm/Zervikalmark in allen angeschnittenen Gefäßen fibrinoide Nekrosen, in den kleinen Gefäßen so dass das Lumen dicht ist, Aufquellung des Gewebes - eindeutig für Strahlenmyelopathie sagt der Pathologe.
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