Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : FA Hygiene und Umweltmedizin - Fragen zur Weiterbildung
Hallo :-)
Ich bin auch in dieser tollen Weiterbildung gelandet und für mich war es der absolut richtige Schritt. War vorher mehrere Jahre in der Strahlentherapie tätig und habe den Wechsel nie bereut. Meine klinische Erfahrung will ich aber auch nicht missen, da man auch besser einschätzen kann, was realistisch umsetzbar ist und was eher nicht. Super ist auch, dass ich endlich eine Work-Life-Balance habe und die Wochenenden und Feiertage frei. Coronazeit war jetzt aber sehr stressig mit vielen Überstunden, aber die Lage hat sich vorerst entspannt. Ich mache die Weiterbildung in Teilzeit und arbeite zusätzlich noch einen Tag in einer Praxis und betreue da noch meine Patienten. Für mich ist das die perfekte Kombination, wenn auch ziemlich stressig (aber ich will das so :-)), da ich mein klinisches Wissen/Untersuchungstechniken frisch halte.
Es gibt in ganz Deutschland wenig Stellen und ich war froh, dass ich überhaupt etwas in Sachsen gefunden habe. Uniklinik Dresden sucht auch gerade in Kooperation mit dem Uniklinikum Leipzig.
Ich überlege auch wie ich mein letztes Jahr verbringen möchte und tendiere zu Mibi oder ÖGD oder bleibe bei meiner Stelle. Man hat da so viel Auswahl und hat sehr gute berufliche Perspektiven.
Viele Grüße
Nickl
Danke für die zahlreichen Antworten.
Sehe ich das richtig dass ich also 1 Jahr Mibi anrechnen lassen kann , aber das nicht als Patientennahe Versorgung ? Da müsste ich dann Innere usw machen ? Ich habe gelesen dass es eine neue Wbo bald gibt, die besagt dass man das ganze auch ambulant in einer Praxis machen kann ?
Gibt es hier Jemand der sich selbständig gemacht hat ? Würde mich brennend interessieren .
Hallo Max,
Sehe ich das richtig dass ich also 1 Jahr Mibi anrechnen lassen kann , aber das nicht als Patientennahe Versorgung ?
Ja, das ist korrekt. Möglich ist auch häufig Beriebsmedizin, Pharmakologie oder ÖGD.
Da müsste ich dann Innere usw machen?
Das ist nur eine von vielen Möglichkeiten, je nachdem wie patientennaher Bereich von der Ärztekammer definiert wird. Zb ist der ÖGD in Sachsen-Anhalt jetzt auch patientennaher Bereich. Da musst du immer in die WBO des Bundeslandes schauen.
Ich habe gelesen dass es eine neue Wbo bald gibt, die besagt dass man das ganze auch ambulant in einer Praxis machen kann ? S.o., aber Praxis ist als Anfänger nicht so ratsam.
Gibt es hier Jemand der sich selbständig gemacht hat ? Ich kenne ein paar Hygieniker, die selbständig arbeiten und Honorarkräfte sind, kann dir da aber nichts Genaues sagen.
Hoffe, das hilft erstmal.
Vg
Nickl
Danke für die Antworten.
Wo würdet Ihr die Weiterbildung empfehlen ? So wie ich es verstanden habe geht das ja im Labor, an der Klinik und am Gesundheitsamt ?
Kann hier jemand auf die Unterschiede etwas genauer eingehen ? Man findet wirklich fast nirgendwo adäquate Informationen und meine Ärztekammer bietet in meinem gesamten Bundesland nichtmal die Weiterbildung an.
Eigentlich steht das ja alles klipp und klar in der Weiterbildungsordnung. Du musst also einfach nur Weiterbildungsordnung und Weiterbildungsbefugte anschauen.
In der für Hessen steht z.B.
"60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1, davon
- 12 Monate in der stationären Patientenversorgung anderer Gebiete
- können bis zu 12 Monate im Gebiet Pharmakologie und/oder in Arbeitsmedizin, Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie und/oder Öffentliches Gesundheitswesen angerechnet werden"
D.h. entweder du machst 12 Monate stationäre Patientenversorgung anderer Gebiete und 48 Monate Hygiene, oder du machst 12 Monate stationäre Patientenversorgung anderer Gebiete, 3-12 Monate Pharma und/oder Arbeitsmedizin, Mibi und/oder ÖGW und 36-45 Monate Hygiene.
Jetzt musst du nur noch nach Weiterbildungsbefugten suchen um herauszufinden wo du diese Abschnitte jeweils machen kannst.
Glaube du hast mich missverstanden.
Es gibt Weiterbildungsbefugte für die Kernzeit Hygiene 48 Monate im Labor, in der Klinik und im Gesundheitsamt.
Dazu wollte ich wissen inwiefern sich das unterscheidet (das tut es wohl laut Internet aber ohne genauere Angaben)
Ahhh! Alles klar! In Hessen haben nur drei Weiterbildungsbefugte die volle Weiterbildungsberechtigung. Davon sind zwei an Kliniken und einer an einem privaten Institut. Am Gesundheitsamt kann man in Hessen nur 12 Monate machen.
Bei so einer spezialisierten Frage muss dir wohl Echinococcus weiterhelfen ;-)
Ich war sowohl in einem privaten Labor als auch an einer Uniklinik. Die Unterschiede sind vor allem logistisch, da ein Labor normalerweise nicht ein großes Haus 24h lang betreut (dafür hat das Haus halt eigene Hygieniker), sondern Verträge mit einzelnen kleinen Häusern besitzt (+ ambulante Versorgung etc), die sie dann bei Bedarf bzw. x mal im Jahr, je nach Vertrag, besuchen.
Man sieht dann natürlich relativ viele verschiedene Häuser, sowohl Krankenhäuser als auch Arztpraxen, also relativ vielfältig. Das bedeutet natürlich auch häufiger mal Autofahren. An ABS Visiten nimmt man aus dem gleichen Grund dann eigentlich nicht teil. An Uniklinik forscht man nebenbei noch relativ viel, das geht zwar in der Hygiene zeitlich wahrscheinlich besser als in klinischen Fächern, ist aber trotzdem eine Zusatzbelastung.
Die Inhalt der Weiterbildung sollten theoretisch natürlich alle gleich gut abdecken, sonst hätten sie die Befugnis ja nicht bekommen, praktisch ergeben sich natürlich Unterschiede, aber die gibt es ja in jeder Fachrichtung zwischen verschiedenen Häusern.
Ich bin seit 2 Monaten am Gesundheitsamt im Sachgebiet Hygiene und Umweltmedizin als Ärztin. Ich könnte hier auch den FA ÖGD und die Hygieneausbildung machen. Habe zuvor 2 Jahre Psychiatrie und ein halbes Jahr Neuro gemacht. Mal kucken wie es weiterhin läuft. Bisher blieb meine Einarbeitung bzgl. meiner eigentlichen Aufgaben aufgrund Corona weitgehend auf der Strecke. Aber langsam, da es nun was Corona betrifft auch ruhiger wird, dehne ich meinen Horizont nach und nach aus.
JumpRopeQueen
27.05.2020, 12:33
Ich bin seit 2 Monaten am Gesundheitsamt im Sachgebiet Hygiene und Umweltmedizin als Ärztin. Ich könnte hier auch den FA ÖGD und die Hygieneausbildung machen. Habe zuvor 2 Jahre Psychiatrie und ein halbes Jahr Neuro gemacht. Mal kucken wie es weiterhin läuft. Bisher blieb meine Einarbeitung bzgl. meiner eigentlichen Aufgaben aufgrund Corona weitgehend auf der Strecke. Aber langsam, da es nun was Corona betrifft auch ruhiger wird, dehne ich meinen Horizont nach und nach aus.
Hallo Lia_v_B,
ich möchte dir gerne eine PN schreiben, du scheinst aber diese Funktion deaktiviert zu haben. Könntest du mich bitte anschreiben? Ich hätte ein paar Fragen bzgl. der Konstillation Psychiatrie --> Hygiene.
tenecteplase
03.09.2020, 16:48
Mich interessiert auch die Hygiene und Umweltmedizin, aber habe halt im Lebenslauf weder Famulaturen in patientenfernen Fächern noch richtige Laborerfahrung (klinische Doktorarbeit abgeschlossen, in chirurgischen Fächern famuliert, Wahlfach Anästhesie) - meint ihr, das wäre ein großes Hindernis für eine Stelle? Örtlich wäre ich schon flexibel. Gerne auch per PN :-)
@tenecteplase
Eher im Gegenteil. Klinische Erfahrung ist von Vorteil. Am besten hat man schon das Pflichtjahr in der direkte Patientenversorgung schon hinter sich, bevor man sich auf eine Stelle als Hygieniker bewirbt. Eine Kernaufgabe der Krankenhaushygiene besteht gerade in der Beratung der klinisch tätigen Kollegen. Da sollte man am besten schon eine grobe Vorstellung vom klinischen Alltag haben.
Jemand der die Weiterbildung macht und von seinem aktuellen Alltag berichten kann mit Corona usw ? :)
Achso und wie ist die Stellensituation für eine Weiterbildung aktuell ?
Amira2004
06.01.2021, 10:41
Darf man Fragen, wo genau die 200k geknackt werden? In einer Klinik stelle ich mir das sehr schwer vor, da hier meist Tarif bezahlt wird und selbst bei AT-Gehalt sind 200k sehr sportlich! Ich frage so genau nach, weil ich diesen Facharzt mit in meinen Top 3 habe und nur Leute kenne, die im ÖGD gelandet sind... da ist das Gehalt sogar unter Tarif! Ich bin übrigens absolut deiner Meinung, es ist ein extrem anspruchsvoller Facharzt mit viel Verantwortung, die entsprechend vergütet werden sollte!
Amira2004
06.01.2021, 10:43
Die 200k knacken einige die ich kenne, und das ohne das zusätzliche Einkommen, das man als Hygieniker über Beratung / Vorträge / Schulungen und Gutachten ja noch erzielen kann, wenn man denn so engagiert ist. Dass diese Summe natürlich nicht JEDER Hygieniker im Wald und Wiesenkrankenhaus bekommt, sollte auch jedem klar sein, bevor hier behauptet wird, ich würde maßlos übertreiben. Aber wenn man nicht bei den Ämtern landet wird man immer ein gutes Gehalt vergleichbar mit leitenden Positionen der Kliniker verhandeln können, was der Verantwortung des Jobs auch nur gerecht wird.
Und dann gibts halt noch die Hygieniker als Teilhaber in Privatlaboren, das ist nochmal ne ganz andere Geschichte. Am Ende wird man aber finanziell nicht hinter den meisten klinisch tätigen Kollegen hinterherhinken, das kann ich definitiv bestätigen.
Die meisten großen Kliniken wollen einen "richtigen" Hygieniker und dazu Personal, dass mit der Zusatzbezeichnung helfen kann. Der Bedarf durch Fachärzte ist einfach aktuell nicht einmal ansatzweise gedeckt, deshalb ist es richtig und wichtig, dass diese Alternative Methode geschaffen wurde. Ein großer Teil der Leute in einigen Weiterbildungen auf denen ich war sind tatsächlich Kliniker mit Zusatzbezeichnung gewesen, in den meisten Fällen haben die dann aber berichtet, dass sie sich dann auch komplett aus der Klinik zurückgezogen haben und dann primär auf der Hygieneposition gearbeitet haben. Vielleicht finden wir ja hier auch jemandem mit dem Werdegang, der etwas berichten kann? Ich selber habe ja auch nur ein sehr eingeschränktes Blickfeld und weiß nicht, wie repräsentativ meine bisherigen Erfahrungen sind.
Aktuell seh ich absolut keinen Überangebot an Hygienikern, trotz der neuen Möglichkeiten Expertise in dem Gebiet zu gewinnen, wenn man in der Szene aktuell unterwegs ist freut man sich über jeden Kollegen der einen unterstützen kann.
Darf man Fragen, wo genau die 200k geknackt werden? In einer Klinik stelle ich mir das sehr schwer vor, da hier meist Tarif bezahlt wird und selbst bei AT-Gehalt sind 200k sehr sportlich! Ich frage so genau nach, weil ich diesen Facharzt mit in meinen Top 3 habe und nur Leute kenne, die im ÖGD gelandet sind... da ist das Gehalt sogar unter Tarif! Ich bin übrigens absolut deiner Meinung, es ist ein extrem anspruchsvoller Facharzt mit viel Verantwortung, die entsprechend vergütet werden sollte!
Ich bin übrigens absolut deiner Meinung, es ist ein extrem anspruchsvoller Facharzt mit viel Verantwortung, die entsprechend vergütet werden sollte!
Würde das nicht jeder über "sein" Fach sagen? Beispiele: Kardiologie, Herzchirurgie, Neurologie, Gefäßchirurgie, Gyn bzw. Geburtshilfe usw...
John Silver
06.01.2021, 16:03
Welche Verantwortung trägt ein Hygieniker?
Langfristig Ausbrüche von MRSA und VRE zu reduzieren und sinnvolles antibiotic stewardship zu koordinieren, da Hygieniker oft infektiologische Beratungsaufgaben wahrnehmen.
Das sind zwar keine offensichtlichen chirurgischen Heldentaten, mithin aber möglicherweise nicht weniger wichtig ;-)
Langfristig Ausbrüche von MRSA und VRE zu reduzieren und sinnvolles antibiotic stewardship zu koordinieren, da Hygieniker oft infektiologische Beratungsaufgaben wahrnehmen.
Das sind zwar keine offensichtlichen chirurgischen Heldentaten, mithin aber möglicherweise nicht weniger wichtig ;-)
Das stimmt, aber hat es Konsequenzen, wenn z.B. eine Klinik eher schlecht da steht bei MRSA Infektionen national?
Finde öffentliches Gesundheitswesen ebenfalls sehr interessant. In unserem Studium wurde es leider nicht so gut präsentiert. Und ich hatte es nie richtig im Blickfeld bis jetzt.
Die finanziellen Nachteile gegenüber der Klinik stören mich nicht.
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