Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Orthopädisches Gutachten- Gliedertaxe/ Bruchteile
Hallo alle zusammen,
Für einen Kurs muss eine Kollegin ein orthopädisches Beispielgutachten schreiben.
Leider sind wir beide nicht aus dem Bereich der Orthopädie. Sie Innere, ich Psychiatrie.
Es geht um eine private Versicherung.
Beispielpatient hat sich eine Teildurchtrennung der Strecksehne des rechten Daumens zugezogen.
Im weiteren Verlauf gab es Komplikationen:
Endgelenkeeöffnung, Gelenkempyem.
Letztendlich kann er nun seinen Daumen nicht mehr vollständig einsetzen:
Daumen komplett versteift
Daumenendgelenk zeigt eine Radialdeviation von 25 Grad und ist in Streckstellung komplett versteift. Spitzgriff ist zu allen Langstrahlen erhalten, allerdings insuffizient.
Wie wird denn hier die Unfallbedingte Invalidität bemessen?
Der Invaliditätsgrad müsse dabei in Bruchteilen des Daumenwertes angegeben werden- und Begründung, welcher Bruchteil warum ausgewiesen wurde.
Wir kommen da irgendwie nicht weiter :(
Kann uns das irgendwie jemand erklären? Vielen Dank
Hallo alle zusammen,
Für einen Kurs muss eine Kollegin ein orthopädisches Beispielgutachten schreiben.
Leider sind wir beide nicht aus dem Bereich der Orthopädie. Sie Innere, ich Psychiatrie.
Es geht um eine private Versicherung.
Beispielpatient hat sich eine Teildurchtrennung der Strecksehne des rechten Daumens zugezogen.
Im weiteren Verlauf gab es Komplikationen:
Endgelenkeeöffnung, Gelenkempyem.
Letztendlich kann er nun seinen Daumen nicht mehr vollständig einsetzen:
Daumen komplett versteift
Daumenendgelenk zeigt eine Radialdeviation von 25 Grad und ist in Streckstellung komplett versteift. Spitzgriff ist zu allen Langstrahlen erhalten, allerdings insuffizient.
Wie wird denn hier die Unfallbedingte Invalidität bemessen?
Der Invaliditätsgrad müsse dabei in Bruchteilen des Daumenwertes angegeben werden- und Begründung, welcher Bruchteil warum ausgewiesen wurde.
Wir kommen da irgendwie nicht weiter :(
Kann uns das irgendwie jemand erklären? Vielen Dank
Das ist ein besonderer Fall, da aufgrund der Versteifung in Streckstellung und insuffizienten Funktion im Daumengrundgelenk hier die Gliedertaxe auch das Grundgelenk betrifft (aber nicht das Sattelgelenk, welches von der Handwurzel ausgeht).
Prinzipiell fährt man beim Daumen mit einer fehlenden Funktion der gesamten Handtätigkeiten mit einer erhöhten Gliedertaxe ziemlich sicher. Das ist beim Daumen sowieso 20%. (Private Versicherer räumen bis zu 25% ein, Ärzte haben sogar 60%)
Du hast aber eine Insuffizienz der Daumenfunktion, die erheblich eingeschränkt ist, aber nicht der totalen Amputation entspricht. Da könnte man zB 8/10 (und nach 2 Jahren Training und Gewöhnung Verbesserung der Invalidität auf zB 6/10) auf die 20-25% ansetzen. Begründung: Einschränkung in den alltäglichen Funktionen der Feinmotorik, Schlüssel/Schlosstätigkeiten,.. Grobmotorik/Tassengriff und auch Suppenlöffel gehen nach Training/Gewöhnung im üblichen 2 Jahre angesetzt gut. .... Ziel: 8/10 zunächst anzusetzen, dann reduzieren.
Dh Versicherungssumme sind x € - bzw wenn es um eine Rente geht x €/pa
Gliedertaxe des Daumens beträgt 20-25%.
Ihr setzt eine Restfunktion von ‚grad so‘ mit 8/10 auf diese 20-25% für die einmalige Auszahlung (bzw 8/10 für die ersten 2 Jahre und nach 2 Jahren anzunehmen Verbesserung auf 6/10 an).
8/10 von 20% wären 16%
6/10 von 20% wären 12%
8/10 von 25% wären 20%
6/10 von 25% wäre 15%.
Die Versicherung wäre dann bei Invaliditätsgrad 8/10 bei 20% Gliedertaxe zur Auszahlung von entsprechend 16% der vollen Versicherungssumme verpflichtet.
Danke für die Info und Hilfe wäre ganz angebracht gewesen.
Das lernt man in solchen Kursen allerdings wohl eher nicht.
Oh, sorry. Wir hatten eigentlich geantwortet, da wir noch eine Frage dazu hatten...hatten dann es wohl nicht abgesendet. Also Danke :)
Danke für die Info und Hilfe wäre ganz angebracht gewesen.
Bekommst von mir auch ein Danke.
Nicht weil ich es jemals brauchen werde (hoffentlich). Einfach nur weil ich es spannend finde mit welchen Ansätzen man wie genau an solche Sachen rangehen kann. Ich finde es immer wieder spannend Beiträge zu lesen wenn man das Gefühl hat derjenige weiß einfach wovon er/sie spricht. Und weil ich nun weiß wen ich fragen werden falls ich es jemals brauche ;-)
Es ist eine nette Gedankenspielerei - und quasi die Hausaufgabenerledigung für die Kollegen, die angefragt haben. Dementsprechend macht es natürlich erst einmal Spass, irgendwann einmal gelerntes durchzuspielen & aufzuschreiben. Wie Textaufgaben im der Schule.
Es dann aber vollkommen unkommentiert zu lassen, fand ich nicht so fein, deswegen die Anmerkung. Letztlich steht ein solches Beispiel auch in jedem (orthopädische) Gutachtenbuch auch drin.
Gutachten zu funktionellen Defiziten und gerade Gliederpauschalen können extrem viel Spass machen.
Gutachten zu funktionellen Defiziten und gerade Gliederpauschalen können extrem viel Spass machen.
Daher gibt es auch Leute die das machen...
Wenn ich an Spaß/Freude in der Medizin denke, dann an die letzte Embolektomie im Dienst oder die Vorfreude auf die EVAR nach dem Wochenende.
Powered by vBulletin® Version 4.2.3 Copyright ©2026 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.