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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : nach 2 Jahren Psychiatrie- wie geht es weiter?



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ehem-user-21-08-2020-1502
17.07.2020, 06:07
Wozu sollte das gut sein?

In erster Linie um den Personalmangel abzufedern. Es haben hier im Forum ja schon einige geschrieben, dass sie fachübergreifende Dienste machen sollen oder müssen.
Warum sollte dann nicht ein Psychiater den Dienst eines erkrankten Internisten in der Notaufnahme übernehmen?

rafiki
17.07.2020, 06:33
Soviel Naivität hätte ich einer Klinik-Studentin nicht zugetraut.

ehem-user-21-08-2020-1502
17.07.2020, 07:49
Soviel Naivität hätte ich einer Klinik-Studentin nicht zugetraut.

Naja, in vielen Kliniken geschehen ja schon sehr sonderbare Dinge. Und "fachübergreifende" Dienste gibt es doch. Ich traue manchen Kliniken durchaus sowas zu. Personell sind die doch oft "auf Kante genäht".

davo
17.07.2020, 14:15
Insgesamt sind deine Fragen tatsächlich recht naiv.

ABER, wie du richtig geschrieben hast, sind gemeinsame Dienste von UCH und ACH/VCH ja auch echt absurd - und trotzdem ist das an einigen Kliniken der Fall. Also ja, in der Medizin sind die Standards oft verdammt niedrig. Es gibt auch an manchen Kliniken gemeinsame Dienste von Psychiatrie und KJP - würd ich ebenfalls nicht machen wollen.

Wie man bei Brustschmerzen akut vorgeht, sollte natürlich auch jeder AA in der Psychiatrie, Augenheilkunde oder Dermatologie wissen. Da muss man den Patienten nicht sofort verlegen. Erst falls die Basisdiagnostik und/oder die Klinik tatsächlich auf ein akutes somatisches Geschehen hindeutet. Gerade psychiatrische Patienten haben oft psychogenen Brustschmerz - wenn ich da jedes Mal den Patienten hin- und herverlege, wäre das ein enormer administrativer und logistischer Aufwand, der in den meisten Fällen völlig unnötig wäre.

Von ZNA-Diensten hab ich noch nie gehört.

Colourful
17.07.2020, 15:14
Ich habe eher die Erfahrung gemacht, dass auch und gerade psychiatrische Patienten oft somatisch schwer krank sind und auch schon akute Abdomen auf Station gehabt, die ich dann erkennen und auch verlegen musste. Aber dafür ist frau ja auch Ärztin.

limbictree
17.07.2020, 16:44
Als AA in der Psychiatrie hat man es ja z.T. mit aggressiven und schwer handelbaren Patienten zu tun. Kann man es verlangen, dass man neben den psychischen Dingen auch noch den Internisten spielt? Einen Patienten mit Thoraxschmerz oder Atemnot würde ich persönlich zur Abklärung verlegen lassen. In einer reinen Psychiatrie kann ich eine orientierende neurol. Untersuchung machen, aber wenn da jemand plötzlich starke somatische Beschwerden hat, kann er dort nicht bleiben. Ich erwarte auch von einem Oberarzt, dass er solche Probleme erkennt.So einfach kann man es sich eben nicht machen. Man kann nicht verlangen, dass man den Internisten spielt, aber die Patienten ärztlich betreuen muss man wohl. Viele vor allem chronisch psychisch kranke sind sehr schlecht medizinisch versorgt und auch krank. Es gibt auch Gründe gerade aus der Psychiatrie nicht zu viel zu verlegen, da sehr psychotische oder delirante Menschen auf den somatischen Stationen im Setting nicht gut zurecht kommen und die Mitarbeiter da nicht mit den Patienten, zumal unnötig Verlegen teilweise krankheitsfördernd ist. Trotz Medizinstudium kann man das oft als Anfänger nicht "einfach so" einschätzen, muss erst lernen klinisch Situationen einzuschätzen und richtig zu reagieren, und OÄ sollten einen da unterstützen. Ich hoffe, dass so Situationen, wo gefühlt keiner ne Ahnung hat und Patienten nicht die optimale Versorgung erhalten eher ein Ausnahme-Pech sind, allerdings habe ich schon öfter Geschichte von derartigen Problemen aus den Psych Kliniken gehört. Vielleicht redet aus Stolz auch grad hier keiner gern drüber. Neurologisch solltest du im Verlauf sowieso besser lernen als nur "orientierend" aber das läuft finde ich meist auch gut.


Gibt es eigentlich fachfremde Dienste bei Psychiatern? Also dass ein Psychiate in die somatische Notaufnahme einer Klinik geschickt wird und dort alleine für alles Somatische zuständig ist? Ich meine wirklich Psychiater und nicht die sich im Neuro-Fremdjahr befindenWas, nein, das wäre ja absurd.

ehem-user-21-08-2020-1502
17.07.2020, 22:23
Ich habe einfach schon zu oft gesehen, dass Personen Dinge tun sollten, die rechtlich bzw. von der Ausbildung her nicht in Ordnung waren. Praktikanten lagern Patienten ohne Anleitung oder stechen Ports an. Absolute Neuanfänger mit rudimentären Deutschkenntnissen in der ZNA. Unklare Weisungsbefugnis usw.
Deshalb hätte es mich nicht gewundert, dass bei Personalmangel auch mal ein angehender Psychiater in die ZNA geschickt wird, da er ja im Studium durchaus die somatische Diagnostik gelernt hat. Ich traue dem Medizinapparat in Deutschland mittlerweile alles zu

MissUmbrella
21.07.2020, 16:58
Mal eine Frage an die Psychiater oder auch gerne die Erfahrungen der anderen:
Sollte man in der Bewerbung angeben ,dass man sein Neurologiejahr machen möchte? Ich habe mir gedacht, ehrlich zu sein aber auch reinzuschreiben, dass ich bei Gefallen gerne länger bleibe..gerade Neurorehas haben ja viele psychiatrische Assistenten und da ich ja auch Fortbildungs-Tage brauche wegen meiner Psychotherapieausbildung scheint es mir sehr unglaubwürdig zu sagen: nein, veilleicht werde ich doch Neurologin oder so..ich hoffe, man versteht was ich meine.. Vielen Dank schonmal :)

limbictree
21.07.2020, 23:15
Du kannst ehrlich sein in der Bewerbung, die erwarten nicht, dass du in deinen Fremdjahr lügst, dass du das Fach wechseln willst.