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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Umgang mit sehr anstrengender Kollegin



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anignu
13.07.2020, 22:24
Kandra wieviel mal rufst du dein Hintergrund?
Eine Nacht habe ich fast alleine manche auf der Station verlegt und manche zurück nach Hause geschickt bei 2 Patient hat ich die Kollegin auf der Intensiv gefragt. Der 2 Nacht lief genauso, die 3 hatte ich ein Anruf von meinem Hintergrund bekommen bitte du solltest bei jeder aufgenomme oder entlassene Patienten mit dem Kolleg auf der Intensiv kommunizieren.

Ich antworte mal: es ist völlig egal, wie „oft“ man den Hintergrund anruft. Es ist sein gut bezahlter Job, bei Fragen und Problemen jederzeit (!) zur Verfügung zu stehen. Und gerade bei Berufsanfängern (und du bist einer) rechnet jeder OA damit, dass man häufiger als seltener an- oder auch reingerufen wird - in einer blöden Nacht dann halt auch mal 4, 5 oder 10 Mal. Ich bin mittlerweile pädiatrischer Facharzt mit Neoschwerpunkt und habe dennoch keinerlei Hemmungen, bei Problemen meinen Hintergrund anzurufen. Und das sollte bei dir auch so sein.
Das kann ich so nicht stehen lassen: es ist definitiv NICHT der Job des Hintergrund für jeden noch so kleinen Schwachsinn eines Anfängers den Babysitter zu spielen wenn EIN ERFAHRERER KOLLEGE IM HAUS ist und solange nicht von den Oberärzten oder Chefs ausdrücklich verlangt wird dass der Hintergrund ständig angerufen wird.

Ich selbst mache Hintergrunddienste und Hintergrunddienste sind dafür da mit Expertise auszuhelfen wenn die Vordergrunddienste nicht mehr weiter kommen. Aber wenn es zwei Dienste im Haus gibt, einen erfahrenen Dienst und einen Anfänger, dann fragt der Anfänger gefälligst erstmal den erfahrenen Dienst und nur wenn der nicht weiter kommt den Hintergrunddienst. Und da ist es mit persönlich vollkommen egal wie oft ich angerufen werden. Für sinnvolle Fragen oder echtes "ich komm nicht weiter" sag ich immer allen dass sie mich anrufen dürfen. Aber Anrufe des Anfängers bei gleichzeitig einem erfahrenen Kollegen im Haus der von dem Anruf nicht mal was weiß, das braucht es nicht.

Stell dir mal vor du hast einen Anfänger Unfallchirurgie und einen Facharzt Unfallchirurgie im Haus. Und der Anfänger hat einen Notfall wie "nicht dislozierte Kleinzehenfraktur" und ruft dafür um 3 Uhr nachts den Hintergrund an was er machen soll. Ohne seinen Facharzt vor Ort zu fragen. Dem würde ich schonmal erklären was der Sinn von Hintergrunddiensten ist und was Hierarchie auch bei Fragestellungen bedeutet etc. Denn der Vordergrund geht am nächsten Tag heim, der Hintergrund (der nachts mit Schwachsinnsanrufen wach gehalten wurde) kommt morgens wieder in die Klinik.

Kandra
14.07.2020, 05:22
Ich selbst mache Hintergrunddienste und Hintergrunddienste sind dafür da mit Expertise auszuhelfen wenn die Vordergrunddienste nicht mehr weiter kommen. Aber wenn es zwei Dienste im Haus gibt, einen erfahrenen Dienst und einen Anfänger, dann fragt der Anfänger gefälligst erstmal den erfahrenen Dienst und nur wenn der nicht weiter kommt den Hintergrunddienst. Und da ist es mit persönlich vollkommen egal wie oft ich angerufen werden. Für sinnvolle Fragen oder echtes "ich komm nicht weiter" sag ich immer allen dass sie mich anrufen dürfen. Aber Anrufe des Anfängers bei gleichzeitig einem erfahrenen Kollegen im Haus der von dem Anruf nicht mal was weiß, das braucht es nicht.

Stell dir mal vor du hast einen Anfänger Unfallchirurgie und einen Facharzt Unfallchirurgie im Haus. Und der Anfänger hat einen Notfall wie "nicht dislozierte Kleinzehenfraktur" und ruft dafür um 3 Uhr nachts den Hintergrund an was er machen soll. Ohne seinen Facharzt vor Ort zu fragen. Dem würde ich schonmal erklären was der Sinn von Hintergrunddiensten ist und was Hierarchie auch bei Fragestellungen bedeutet etc. Denn der Vordergrund geht am nächsten Tag heim, der Hintergrund (der nachts mit Schwachsinnsanrufen wach gehalten wurde) kommt morgens wieder in die Klinik.

Wenn der Kollege der im Haus ist, aber nicht Facharzt sondern auch Assistenzarzt ist und im schlimmsten Fall mäßig mehr erfahren wie der Hausdienst, dann ist bei uns die klare Ansage, dass der Hintergrund hinzugezogen werden muss, wenn es nicht gerade um die Frage der richtigen Antibiose bei HWI etc geht. Denn Facharztstandard kann auch der Intensivdienst in dem Fall im Zweifel nicht leisten und es ist auch unfair die Verantwortung dann an diesen abzuwälzen.
Ich rufe natürlich nicht für jeden Husten, Schnupfen, Fieberkind das ich aus der Notaufnahme nach Hause schicke meinen Hintergrund an. Aufnahmen werden besprochen, wenn sie über den Standardkram hinausgehen und ich stimme zB die Frage LP oder nicht nach Fieberkrampf/Krampfanfall auch immer mit dem Hintergrund ab. Entlassungen von Station werden immer vom Tagdienst entschieden und im Idealfall auch entlassen, der Spätdienst drückt den Eltern maximal noch den Brief in die Hand und hat sonst damit nix zu tun. Entlassungen gegen ärztlichen Rat natürlich ausgenommen, da stimmt man sich aber im Zweifel auch mit dem Hintergrund ab, wenn das Kind noch eine Behandlung benötigen würde.

cartablanca
14.07.2020, 05:42
Ein OÄ, der sein Assistenten fertig macht ohne ihre Argumente und Meinungen zu hören finde ich sehr schlecht auch für die Weiterbildung, die Beziehung sowie das Arbeitsklima wirkt das schlecht. Man ist Assistent also Mensch und nicht Sklave =)

Nicht diskutieren. Beim nächsten Mal sagst du einfach "Jawohl mein Führer" und machst bedingungslos alles das was man dir sagt.

Feuerblick
14.07.2020, 07:06
Sonst gehts aber noch, cartablanca? Mit solchen Äußerungen handelst du dir im Zweifelsfall rechtlichen Ärger ein und auch hier im Forum geht sowas nicht!

ნინი
14.07.2020, 11:31
Stell dir mal vor du hast einen Anfänger Unfallchirurgie und einen Facharzt Unfallchirurgie im Haus. Und der Anfänger hat einen Notfall wie "nicht dislozierte Kleinzehenfraktur" und ruft dafür um 3 Uhr nachts den Hintergrund an was er machen soll. Ohne seinen Facharzt vor Ort zu fragen. Dem würde ich schonmal erklären was der Sinn von Hintergrunddiensten ist und was Hierarchie auch bei Fragestellungen bedeutet etc. Denn der Vordergrund geht am nächsten Tag heim, der Hintergrund (der nachts mit Schwachsinnsanrufen wach gehalten wurde) kommt morgens wieder in die Klinik.

Ich bin auch recht genervt, wenn ich in der ZNA selbst viel zu tun habe und der unerfahrene Hausdienstkollege wegen jeder Kleinigkeit mit mir telefonieren will. Dann sage ich direkt sie/er soll den Hintergrund anrufen. Mir ist es dann persönlich völlig egal wie spät es ist. Ich bin dort nicht für die Ausbildung andere Kollegen zuständig. Basta!

cartablanca
14.07.2020, 11:42
Sonst gehts aber noch, cartablanca? Mit solchen Äußerungen handelst du dir im Zweifelsfall rechtlichen Ärger ein und auch hier im Forum geht sowas nicht!

War ja nicht ernst gemeint. Das war Satire.

Feuerblick
14.07.2020, 11:43
War ja nicht ernst gemeint. Das war Satire.
Jaja, diese dämliche Begründung kennt man inzwischen...

Markian
14.07.2020, 12:34
Jaja, diese dämliche Begründung kennt man inzwischen...
Das war erkennbar Sarkasmus. Aber geschmackvoll ist natürlich anders.

Feuerblick
14.07.2020, 13:39
In der Tat... Und selbst wenn es Sarkasmus war... Geht meiner Ansicht nach auch als Sarkasmus/Satire/Witz absolut gar nicht!

Schorsche
14.07.2020, 15:23
@anignu: ich glaube, wir sind uns da schon sehr einig 😉
Für einige nichtdislozierte Kleinzehenfraktur (oder Husten seit drei Wochen und Rücken seit 3 Monaten oder LAD in GAZ) gehört selbstverständlich niemand angerufen, sondern im Zweifelsfall bis zur Übergabe konserviert. Ansonsten kommt es auf die Hausregelung an: in meinem (alten) Haus war immer ein (halbwegs) erfahrener Kinderintensivkollege anwesend. Dennoch sind die Pädiater angehalten, nur in absoluten Notfällen und in Ausnahmefällen zum Zugang legen anzurufen, denn - und das sehe ich ähnlich wie ronron (ist das überhaupt richtig?) - es ist auch als Facharzt im Dienst nicht meine Aufgabe, junge Kollegen auszubilden, sondern primär meine Intensivstation zu bedienen. Wenn ich Zeit habe, kein Thema (aber auch da gelten alle Angaben ohne Gewähr, denn sonst würde ich mich eine Hierarchiestufe höher befinden). Wenn ich keine Zeit habe: sorry, ruf deinen Hintergrund an. Das sieht bei 3 oder 4 Anwesenheitsdiensten mit noch enger gestaffelter Erfahrungsstufe selbstverständlich wieder anders aus. Und ja, es muss mir zu Gunsten der Patienten egal sein, ob der OA am nächsten Tag antanzen muss - es ist sein Job.

cartablanca
14.07.2020, 18:02
In der Tat... Und selbst wenn es Sarkasmus war... Geht meiner Ansicht nach auch als Sarkasmus/Satire/Witz absolut gar nicht!

Das tut mir leid, dass du es nicht lustig fandest. Hast vielleicht Recht, war auch überhaupt nicht lustig.

anignu
15.07.2020, 22:50
@Kandra: ich hab das Gefühl dass du den Teil mit "und solange nicht von den Oberärzten oder Chefs ausdrücklich verlangt wird dass der Hintergrund ständig angerufen wird." überlesen hast. Denn ansonsten bin ich weiterhin der Meinung dass Der Hintergrung "dafür da [ist] mit Expertise auszuhelfen wenn die Vordergrunddienste nicht mehr weiter kommen."
Dann besprecht halt LP oder nicht nach Fieberkrampf. Völlig ok. Aber nochmal: nicht jeder Schwachsinn muss nachts vom kleinsten Assistenten mit dem Hintergrund besprochen werden wenn vielleicht sogar noch ein Facharzt der selben Abteilung im Haus ist.
Mir ist es dann persönlich völlig egal wie spät es ist. Ich bin dort nicht für die Ausbildung andere Kollegen zuständig. Basta!
Aber der Hintergrund ist um vier Uhr nachts für die Ausbildung anderer Kollegen zuständig... Ernsthaft? Dann viel Spaß wenn du selbst mal in diese Position kommst. Und glaub mir, dann denkst du anders.

@anignu: ich glaube, wir sind uns da schon sehr einig ��
Hoffentlich ;-)

Das sieht bei 3 oder 4 Anwesenheitsdiensten mit noch enger gestaffelter Erfahrungsstufe selbstverständlich wieder anders aus. Und ja, es muss mir zu Gunsten der Patienten egal sein, ob der OA am nächsten Tag antanzen muss - es ist sein Job.
Ok, Patient an erster Stelle. Klar. Sind wir uns einig.
Aber wieviele sinnlose Anrufe ich schon im Hintergrund bekommen hab, das ist einfach sowas von unfassbar. Dieses Mitteilungsbedürfnis des nächtens wenn Entscheidungen eh schon gefallen sind oder nachts nicht getroffen werden müssen. Wahnsinn! Beispiele gefällig? Nachts Anrufe ob denn der Patient am nächsten Tag die Antibiose noch bräuchte. Am nächsten Tag. Wann kann man das auch klären? Am nächsten Tag! Oder dass man einen Patienten aufgenommen habe aber alles soweit stabil sei, man würde das nur mitteilen wollen. Und dann? Dann muss man als Hintergrund natürlich alle "red flags" bis ins Detail abfragen, wenn man wurde ja informiert. Oder dass die VAC undicht sei, man das nicht beheben konnte und die VAC abgebaut habe und der Patient nun einen normalen Verband habe. Alles Dinge die entweder am nächsten Tag geklärt werden können oder eh schon entschieden sind aber Hauptsache man hat den Hintergrund genervt.

Was ich sagen wollte: berechtigte Anrufe immer. Sag ich allen meiner jüngeren Kollegen. Wenn sie tatsächlich zweifeln ob das nachts dringend ist oder nicht (bei gefäßchirurgischen Sachen ist das manchmal schwierig) dann sollen sie anrufen. Aber nicht wegen Sachen die definitiv nicht nachts geklärt werden müssen.

epeline
16.07.2020, 13:12
Sorry, aber wenn jemand für jeden Pups anrufen muss und deratt unselbständig oder unsicher ist, läuft doch in der Ausbildung was verkehrt oder derjenige ist nicht dienstreif. Da sollte dann tagsüber tatsächlich mal drüber gesprochen werden.
Aber den Assistenten anpöbeln, wieso er jetzt wegen vermeintlichen Nichtigkeiten anruft, wird dazu führen, dass auch in kritischen Situationen weniger angerufen wird, weil der jenige das wohl nicht differenzieren kann. Und da sind wieder Patienten gefährdet. Und jeder Hintergrund bewertet andere Dinge als wichtig.
Ist mir auch schon passiert. Einmal angeschnauzt worden, wieso angerufen wurde. Bei einer ähnlichen Situation beim anderen OA angeschnauzt worden, wieso NICHT angerufen wurde. Wie mans macht....
Außerdem finde ich, ist das ans Telefon gehen doch die Aufgabe des HD und kann das gemotze da echt nur bedingt verstehen. Wenn man blutige Anfänger in den Dienst schickt, muss man damit leben, oft kontaktiert zu werden.

Ich habe auch mal im Doppeldienstsystem gearbeitet, auf beiden Seiten: der Anfänger und der erfahrene. Primär war aber für beide der HD erster Ansprechpartner. Ansonsten haben wir uns eher für Blickdiagnosen oder Zugänge gegenseitig kontaktiert.

flopipop
16.07.2020, 19:06
Mein nächster Schritt wäre tatsächlich nun mit mehreren Kollegen zum Chef zu gehen

mach das nicht. den kampf verlierst du