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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Panik vor dem Arbeitsbeginn in Deutschland



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daCapo
05.08.2020, 23:13
War das bei dir so? Gib mal ein paar Beispiele.

Bei mir waren bisher alle Mit-PJler fachlich eigentlich recht fit.

Endeffekt bringt man niemanden um, wenn man Therapie xy erst später einleitet weil man sich unsicher war. Zumindest auf den meisten Normalstationen.

a) Ähh, nee da gibt es wie üblich die Gaußsche Normalverteilung: von sehr gut bis sehr mäßig
b) Das ist komplett falsch: Antibiotika bei Sepsis erst Stunden später einleiten verschlechtert die Prognose bzw. führt zum Tod, also einfach OA anrufen und schildern, Blutkulturen, Antibiose absprechen und geben und dann Fokussuche (Röntgen, U-Status usw...) . Ebenso akutes Nierenversagen erst Stunden später behandeln sehe ich als fahrlässig an. Beim Herzinfarkt gilt ebenso: Time is Muscle, und beim Schlaganfall: Time is Brain. Ebenso schwere Hypokaliämie stundenlang unbehandelt würde ich nicht machen.


Bei uns im Semester gabs auch einige wirklich recht ahnungslose. Glaub also nicht, dass es da einen großen Unterschied D vs. Ö gibt.

Und ja, der Anfang IST in Österreich SEHR viel einfacher. Weil du VIEL mehr fachärztliche Präsenz hast. Der Unterschied ist wirklich enorm. (Der dadurch entstehende Nachteil ist, dass man am Anfang auch nur wenig selbst entscheiden kann/muss/soll.)

Das mit den pathologischen Werten im Labor ist IMHO nur wenig sinnvoll, da manche Abweichungen praktisch gesehen irrelevant sind, während andere hochrelevant sind. Um das zu wissen, muss man entweder im Studium sehr viel mitgenommen haben oder klinische Erfahrung haben.

Und das mit den EKGs, die selbst befunden... das kann man sehr oft komplett vergessen. Hatte schon einen "Myokardinfarkt" - völlig ohne ST-Hebungen. Auch sonst keine Ischämiezeichen, kein Blockbild, kein gar nichts. Die Logik dieses Algorithmus würde ich echt gerne verstehen. Die Pflege ist fast völlig dekompensiert, als sie das gelesen hat. Einem Gerät wird oft mehr vertraut als einem Arzt :-p

In der Theorie kann man natürlich immer zu allem den Oberarzt fragen. Aber im realen Leben wirst du das nicht lange durchziehen können. Deshalb ist es eben wichtig, sich ein Arbeitsumfeld zu suchen, in dem Einarbeitung kein Fremdwort ist. Sonst sind die ersten paar Monate wie bei "Jugend forscht", und man muss jeden Abend hoffen, dass am nächsten Morgen noch alle leben. Kein sehr angenehmes Gefühl.

Ja kann mir vorstellen, dass es in Österreich und der Schweiz besser ist. In meinem alten Inneren Haus im Rheinland gab es einen Arzt für Intensiv und einen für die Stationen und NOTA. In der NOTA war manchmal viel los, und wenn dann noch auf den Stationen es was gab, konnte man den Intensivarzt rufen für Hilfe oder den Oberarzt anrufen. Manche Kollegen fanden es okay, ich fand es stressig auf die Dauer insb. wenn man da Jahre bleiben möchte.

Bzgl. des Labors: Klar da ist es Erfahrung. Auf der einen Seite findet man Internisten und Chirurgen, die bei Natrium 132 eine Kontrolle empfehlen und andere "sehr spezielle" Oberärzte, die dann direkt Hormone untersucht haben wollen, langjährig genommene Diuretika absetzen und alle Welt verückt machen bei einem Patient in höchst palliativer Gesamtsituation...Dieses Wischiwaschi und Ungenaue hat mich an Innere so gestört auf die Dauer.
Ja die EKG-Geräte geben oft Fehlbefunde, aber aus Erfahrung wenn es sagt "normales EKG", dann stimmt es. Aber gut, kann man lernen mit EKG für Isabel und ähnlichem als Grundvorraussetzung. Sich einen Algorithmus fürs EKG Auswerten suchen: Rhythmus, Frequenz, Lagetyp , ST Veränderungen, Q Zacke?, T-Welle? und bei den ersten EKGs zusammen auswerten natürlich.


Das stresst mich einfach.. Ich bin einfach verwöhnt aus dem PJ, da hatte ich 3 Mal einen Beidienst und ich fand das sehr angenehm, dass im Haus der zuständige Oberarzt schlief und man ihn im Fall des Falles sofort wecken kann.
Das persönliche Gespräch in dieser Klinik habe ich erst Ende August.

In diesem Haus wären noch da: - Gynäkologischer Assi, chirurg. Assi

Ohja das hört sich nach "Luxus" an bzw. guter Organisation. Sowas hier in DE nie gehört und gesehen.#


Auf internistischen Stationen ist es laut sämtlichen AÄ mit denen ich gesprochen habe in der Nacht (von einigen Ausnahmen abgesehen) eben nicht ruhig. Da liegen multimorbide Patienten, die sehr schnell "kritisch" werden. So sehr ich innere im Studium gemocht habe, in Deutschland würde ich das Fach nicht machen wollen. Abgesehen davon, dass ich mich nicht respektlos-unverschämt behandeln lasse, wobei es das auch in anderen Fächern gibt. Die Innere Medizin ist aber IMHO das Fach mit den flächendeckend schlechtesten Arbeitsbedingungen. Man stelle sich vor, der AA in der Notaufnahme ist noch sprachlich überfordert. Es ist ja nicht so, dass brenzliche Situationen immer gut ausgehen. Es sterben in Deutschland einfach zu viele Patienten, weil Notfälle nicht oder zu spät erkannt wurden. Gibt ja genug offizielle Zahlen dazu und unzählige Fachanwälte, die darauf spezialisiert sind. Wenn du Innere machen willst, würde ich von Deutschland abraten.

Ja Innere ist auch in anderen Ländern nicht gerade ein Traumfach. Ich teile die Erfahrungen von Dame Ajola im Grunde. Ich würde von dem Fach in DE auch abraten. Ich sehe es als Armutszeugnis der Verantwortlichen bei den Kassen, der Politik, den Kliniken, dem MDK diese Qualität zu liefern.

anignu
05.08.2020, 23:45
Vielleicht sollte man grundsätzlich für diejenigen die es noch nicht wissen erwähnen dass man in Österreich wann seine Approbation genau bekommt? Nach dem Turnus? Nach dem Facharzt? Egal, irgendwann später. Auf jeden Fall muss da auch gerne mal ein "Oberer" alleine schon deswegen im Haus anwesend sein damit jemand mit Approbation da ist! (hat mir mal ein Freund berichtet, bei inhaltlichen Fehlern bitte ich um Klarstellung)

Innere und Intensivstation: ganz ehrlich, wenn im Haus gleichzeitig Gyn und Chirurgie auch anwesend ist, dann frag mal ob nachts nicht doch auch ein Anästhesist anwesend ist. Und wenn es dann zu einer Intubation oder ZVK-Anlage kommt, dann bitte den einfach dazu. Die machen das den ganzen Tag und haben da gewisse Erfahrung damit.
Außerdem betreut man eine Intensivstation nicht nach einer Woche Einarbeitung mit sondern erst mit ein wenig Erfahrung. Frag doch einfach mal ab wann ein Dienst mit Betreuung der Intensiv gemacht wird.

ZVK ist auch eine Sache, den man einfach lernen kann, am Anfang natürlich zusammen, bis man es kann. Das sind so große Venen, dass man sie nicht verfehlen kann
Genau, bis dann wieder der Anruf an den Gefäßchirurgen kommt dass die Carotis getroffen wurde und blutet oder man aus Versehen gleich den ZVK/Shaldon reingelegt hat... Sag niemals "da kann nichts schiefgehen", es gibt genug Leuten denen sind schon so viele Sachen passiert mit irgendwelchen Nadeln...

schnix25
06.08.2020, 05:27
Oder der Draht wurde aus Versehen versenkt.

MissGarfield83
06.08.2020, 05:42
[truba][;2150837']Augenheilkunde. No!

Urologie ist 'ne super Idee!
Da gibt es (fast) keine Notfälle und im Zweifelsfall hilft erstmal ein Schlauch!

Das sehen unsere Uros aber deutlich anders ...

][truba][
06.08.2020, 06:31
Gut, ob man nun in der Allgemeinchirurgie die Abszess nachmeldet oder in der Uro den Stein.
Beides "dringlich". Ist schon klar. Aber ich meine lebensbedrohliche Dinge (die es auch mal in der Uro gibt aber die Frequenz ist gering(er)).

Sonst muss ich zustimmen, Uro ist chirurgischer als Auge. Denke Auge ist eigentlich auch gut wenn man sich für das Organ begeistern kann. Kenne auch viele die das machen (wollen). Denke egal wo man startet hat man Angst. Niemand erwartet von dir alles sofort zu können. Zuerst hast du auch noch keine Dienste. Dann mach ein Rea Training und verinnerliche den Ablauf.

daCapo
06.08.2020, 08:19
Genau, bis dann wieder der Anruf an den Gefäßchirurgen kommt dass die Carotis getroffen wurde und blutet oder man aus Versehen gleich den ZVK/Shaldon reingelegt hat... Sag niemals "da kann nichts schiefgehen", es gibt genug Leuten denen sind schon so viele Sachen passiert mit irgendwelchen Nadeln...

Ich habe nicht gesagt, dass man es sich selbst beibringen soll. Das häufigste, was ich gesehen habe, ist der Pneumothorax oder der ZVK geht in Richtung kranial. Trotzdem kann man es erlernen, es ist kein Hexenwerk.


Das sehen unsere Uros aber deutlich anders ...

Yep.

pineapple
06.08.2020, 08:29
in der Regel stochert man aber nicht blind im hals herum, sondern identifiziert unter sichtkontrolle mittels sono die strukturen... [QUOTE=anignu;2150848

Genau, bis dann wieder der Anruf an den Gefäßchirurgen kommt dass die Carotis getroffen wurde und blutet oder man aus Versehen gleich den ZVK/Shaldon reingelegt hat... Sag niemals "da kann nichts schiefgehen", es gibt genug Leuten denen sind schon so viele Sachen passiert mit irgendwelchen Nadeln...[/QUOTE]

cartablanca
06.08.2020, 09:22
Ich werde nie verstehen, warum Österreicher nach Deutschland auswandern. Die Natur und Kultur, der zwischenmenschliche Umgang in Österreich... das würde ich niemals mit deutschen Arbeits- und Lebensbedingungen tauschen.

SophaL90
06.08.2020, 11:35
Ich werde nie verstehen, warum Österreicher nach Deutschland auswandern. Die Natur und Kultur, der zwischenmenschliche Umgang in Österreich... das würde ich niemals mit deutschen Arbeits- und Lebensbedingungen tauschen.

Ja ich weiß. Österreich ist wunderschön :-D. Aaaber manche Lebenssituationen machen es notwendig, auszuwandern und wo anders zu arbeiten. Nicht immer trifft es sich so ideal, dass beide in einer Beziehung auch in dem Land/Ort eine geeignete Arbeitsstelle finden. :(
Aber, um deine Frage zu beantworten: viele aufgrund der besseren Ausbildung (Bezahlung) und Stellensituation. 2 Freundinnen von mir sind nach Deutschland für eine Uro-Stelle nach 3 Jahren Warten.
Ja in Österreich hat man die Approbation erst mit dem Facharzt (oder Allgemeinmedizin) Abschluss.

daCapo
06.08.2020, 17:20
Ich werde nie verstehen, warum Österreicher nach Deutschland auswandern. Die Natur und Kultur, der zwischenmenschliche Umgang in Österreich... das würde ich niemals mit deutschen Arbeits- und Lebensbedingungen tauschen.

Die Österreicher, die ich kenne im Gesundheitswesen sind wegen der Karriere gekommen.

Nessiemoo
06.08.2020, 17:39
Na gut, bis Januar ist es erstmal etwas Zeit und bisdahin kannst du relativ viele Fachwissenlücken gut füllen. ;) Einfach mal eine Checkliste Innere Medizin oder Herold mal durcharbeiten oder auch einfach ein Standardlehrbuch.

Prinzipiell ist man in Deutschlandin großen Häusern eher behüteter was Dienste angeht und ist dann auch nie alleine im Haus und hat auch viele Ansprechpartner für andere Fächer (Z.b mein altes Haus: mind. drei Neurologen gleichzeitig im Haus, mind 5 Internisten, in der Notaufnahme ein Oberarzt da, auf Intensiv ein Anästhesie-Oberarzt da, und ich glaube so um 8 Anästhesiten, davon mind 1 Facharzt, und dabei natürlich auch von jeder Akutdisziplin jemand da.... Dienste nach etwa 6 Monaten. dafür natürlich auch entsprechend stressige Dienste mit viel Patientenaufkommen, also waren auch entsprechend alle gut beschäftigt. Aber wenn man eher unsicher ist, ist es vielleicht gut für den Anfang.

hebdo
07.08.2020, 08:04
Diese Horrorgeschichten verzerren die Realität. Am Anfang direkt nach dem Studium ist jeder überfordert. Intubation und ZVK-Anlage ist nichts für jemanden, der gerade Mal nach 4 Wochen den ersten Dienst macht. Intubation und Beatmung kann auch oft die Intensivpflege.

In kleinen Häusern, in denen man ZNA, Station und evtl auch noch intensiv betreut haben auch entsprechend weniger Betten und Notfälle. Die Intensivstation wird oft durch Anästhesisten betreut. Auch bei mehreren Notfällen gleichzeitig kann man priorisieren und alle nacheinander abarbeiten.

Ich habe meine Internistische Weiterbildung an der Uni und Maximalversorger absolviert. Es waren immer 5-6 Internisten im Haus, die man fragen konnte. In den ersten Monaten ist man nur für Nadel legen und Blutabnahme zuständig. Bei Reanimation ist sofort die ITS/ Anästhesie da, Schockraum bei Bedarf ein Anästhesist. In der ZNA war immer ein FA in der Klinik.

Der Umgangston ist wirklich manchmal übel. Die Arbeitszeiten sehr belastend. Keine Angst vor den Pflegekräften. Einfach normal und respektvoll verhalten. Konflikte gibt es überall.

Ich denke, du solltest dir eine größere Klinik suchen, meiner Erfahrung nach die Kardiologie am Anfang meiden. Achte auf dokumentation und ausgleich der Überstunden, bezahlte Fortbildungen, strukturierte Weiterbildung und Rotationen, Einarbeitung in die Funktionsabteilungen. Ziehe vl. erst in die Gegend, lass dir bei der Stellensuche Zeit, mache eine Hospitation und rede dabei mit den Assistenzärzten. Und falls du merkst Innere ist nichts für dich, wechsle einfach das Fach.

daCapo
07.08.2020, 19:04
Diese Horrorgeschichten verzerren die Realität. Am Anfang direkt nach dem Studium ist jeder überfordert. Intubation und ZVK-Anlage ist nichts für jemanden, der gerade Mal nach 4 Wochen den ersten Dienst macht. Intubation und Beatmung kann auch oft die Intensivpflege.

(...)

Der Umgangston ist wirklich manchmal übel. Die Arbeitszeiten sehr belastend. Keine Angst vor den Pflegekräften. Einfach normal und respektvoll verhalten. Konflikte gibt es überall.

Ich denke, du solltest dir eine größere Klinik suchen, meiner Erfahrung nach die Kardiologie am Anfang meiden. Achte auf dokumentation und ausgleich der Überstunden, bezahlte Fortbildungen, strukturierte Weiterbildung und Rotationen, Einarbeitung in die Funktionsabteilungen. Ziehe vl. erst in die Gegend, lass dir bei der Stellensuche Zeit, mache eine Hospitation und rede dabei mit den Assistenzärzten. Und falls du merkst Innere ist nichts für dich, wechsle einfach das Fach.

Naja wenn der "Spezielle" Umgangston schon erwähnt wird, den man auch hier im Forum findet, wird etwas an den Horrorgeschichten dran sein.
Würde aber der Empfehlung folgen: Innere an einem größeren Haus mit mehr Personal. Strukturierte Weiterbildung und Rotationen /Fortbildungen und bezahlte ÜS sind wünschenswert und sollte man drauf achten, das ist auf keinen Fall selbstverständlich in DE. Die ÄK gibt die Weiterbildungsberechtigungen raus ohne das zu Prüfen.

ehem-user-21-08-2020-1502
07.08.2020, 19:42
Fragt sich, durch wen dieser üble Umgangston verursacht wird. Oberärzte die mit den Assistenten so sprechen und erwarten, dass die Assistenten zu ihnen super freundlich sind? Pflege? Assistenten untereinander? Ich würde das nicht 6 Jahre aushalten, ohne einen psychischen Schaden zu bekommen.

daCapo
07.08.2020, 22:56
Fragt sich, durch wen dieser üble Umgangston verursacht wird. Oberärzte die mit den Assistenten so sprechen und erwarten, dass die Assistenten zu ihnen super freundlich sind? Pflege? Assistenten untereinander? Ich würde das nicht 6 Jahre aushalten, ohne einen psychischen Schaden zu bekommen.

Hmm, wenn ich ehrlich bin: Bei allen Konstellationen erlebt. Die Personen sind einfach gefrustet und lassen es offen raus, ein No-Go in anderen Ländern oder auch in anderen Branchen in DE.
a) Oberärzte zu Assistenten, selten Assistenten zu Oberärzten
b) Assistenten untereinander
c) Pflege zu Assistent und seltener Assistent zu Pflege
d) der Chefarzt zu Oberärzten, Pflege, Assistenten

Also man kann es ja ausprobieren, und vllt hat man nette Leute.
Sehe es auch nicht als sonderlich erstrebenswert an so zu arbeiten und stimme Dame Ajola zu.
Als Tipp erhält man immer: Dickes Fell wachsen lassen, Stoisch sein, Phlegmatisch sein, immer das Positive sehen....wenn man das kann

ehem-user-21-08-2020-1502
07.08.2020, 23:57
Für mich wäre ein solcher Umgangston täglich ein Kündigungsgrund, da ich nicht den Mund halten würde, wenn es in persönliche Beleidigung ausartet. Von der Pflege schon mal gar nicht. Glücklicherweise gibt es ja genug Alternativen, wo es gut läuft, auch mit der Pflege. In der Ambulanz habe ich sowas nie erlebt. Kenne das nur aus der Orthopädie. Völlig andere Mentalität als ich. Habe es auch schon erlebt, wo der Assistent dem Chef freundlich aber deutlich Bescheid gesagt hat, in einer angemessenen Situation. Vielleicht auch ein wenig fachabhängig. Es kommt mir so vor, dass das in Innere und Chirurgie häufiger ist.Man kann ja heute leichter die Klinik wechseln und ewig Gestrige mit ihren Nicht-Muttersprachler kuscheln lassen. Ausland wäre bei mir nur die letzte Option und 5 Jahre halte ich irgendwie durch. Hätte mich vor dem Studium besser informieren müssen, da ich nicht damit gerechnet habe, dass die Stimmung so katastrophal ist und in Bereichen mit Nachwuchsmangel noch solche Zustände herrschen. Wenn man sich im PJ-Ranking umsieht, bekommt man ja schon irgendwie mit, wie die Stimmung an den Häusern ist.

ehem-user-21-08-2020-1502
08.08.2020, 00:06
Ich kann die TE nur ermutigen, vielleicht doch eine Lösung ohne Umzug zu finden (kommt ja auch auf den Partner an) oder zumindest von innere Abstand zu nehmen.
Ich habe vor Studienbeginn viele Dinge im deutschen Gesundheitssystem bzw wie genau es im KH läuft. Hätte vielleicht doch was anderes studieren sollten, wenn es wirklich so schlimm ist und der Umgang so furchtbar.

daCapo
08.08.2020, 08:30
Für mich wäre ein solcher Umgangston täglich ein Kündigungsgrund, da ich nicht den Mund halten würde, wenn es in persönliche Beleidigung ausartet. Von der Pflege schon mal gar nicht. Glücklicherweise gibt es ja genug Alternativen, wo es gut läuft, auch mit der Pflege. In der Ambulanz habe ich sowas nie erlebt. (...) Man kann ja heute leichter die Klinik wechseln und ewig Gestrige mit ihren Nicht-Muttersprachler kuscheln lassen. Ausland wäre bei mir nur die letzte Option und 5 Jahre halte ich irgendwie durch.

Ja diegleichen Erfahrungen habe ich auch gemacht. Die positiven Ausnahmen behält man in Errinnerung.

ehem-user-21-08-2020-1502
08.08.2020, 11:02
Ja diegleichen Erfahrungen habe ich auch gemacht. Die positiven Ausnahmen behält man in Errinnerung.

Welches Fach?

Ich habe gedacht, das der unverschämte Ton eher die Ausnahme wäre und es mittlerweile einigermaßen läuft.
Denn ich frage mich: Wie hält man das über viele Jahre aus, ohne psychischen Schaden zu nehmen oder mal selbst auszurasten?