Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tag 2 A148/ B37 - Regression/ Widerstand
Berfin1998
21.08.2020, 12:54
Hallo,
da Regression ja auch eine Form des Abwehrmechanismus ist, ich diese Antwort doch nicht eindeutig aus zuschließen, oder ?
Klofee90
21.08.2020, 14:35
Regression ist ein Abwehrmechanismus bei dem ein Individuum auf eine frühere Entwicklungsstufe zurückfällt. Darüber finden wir keinen Hinweis in der Frage. Allerdings finde ich die Frage sehr schlecht und uneindeutig gestellt, da mir das Verhalten der Therapeutin fehlt. Ich werde dazu meine Psychologenfreunde fragen und heute Abend deren Meinung dazu schreiben.
Testdummy
21.08.2020, 15:36
Regression (und Projektion) zählen zu den Abwehrmechanismen. Diese sind von Widerständen in der Therapie zu unterschieden. Hier was dazu aus dem Web (https://www.medizin-im-text.de/2020/25015/widerstand/):
Was ist der Unterschied zwischen Widerstand und Abwehr?
Der Widerstand ist der Abwehr sehr ähnlich. Der Begriff „Widerstand“ bezieht sich jedoch auf die Psychoanalyse/Psychotherapie. Der Patient wehrt sich sozusagen gegen die äußeren Eingriffe des Therapeuten. Bei der Abwehr wehrt man sich gegen innere Regungen. Da kämpfen sozusagen innere Instanzen gegeneinander: Ich wehre z.B. die eigene Wut ab, indem ich sie auf einen anderen projiziere und dann den anderen als wütend wahrnehme. Ich wehre meine Angst ab, indem ich rationalisiere und bagatellisiere. Ich wehre schmerzliche Erinnerungen ab, indem ich sie verdränge. Oft lassen sich die Begriffe „Widerstand“ und „Abwehr“ nicht trennen – das eine ist eng mit dem anderen verknüpft.
Allerdings könnte man versuchen zu argumentieren, dass sich bei der Patientin durchaus um eine intrapsychologischen Konflikt geht bei dem das "Ich" als Instanz weiß, dass es Konflikte ansprechen sollte, das "Es" diese Konflikte aber vermeiden will. Daraus resultiert eine Abwehrhandlung, indem die Patientin die Kontrolle über die Lösung des Konflikts abgibt (Regression) und der Therapeutin aufzwingt, sich um das Zeitmanagement zu kümmern (wie ein kleines Kind das eigentlich weiß, dass es z.B. eine Hausaufgabe erledigen muss aber bis zur letzten Minute wartet, um es zu erledigen).
Ist ein bisschen eine Dehnung des Abwehrbegriffs aber die Argumentation könnte man probieren.
Klofee90
22.08.2020, 13:15
Ich habe mal meine Psychologiefreunde gefragt. Sie meinten, dass in der Frage wichtige Informationen fehlen.
Der in der Psychoanalyse beschriebene Widerstand bezieht sich auf die "Ab*wehr des Bewusst*werdens un*bewus*ster Konflikte". In der Fragestellung spricht die Patientin jedoch von sich aus die "konflikthafte Beziehung" an, selbst wenn es nur am Ende der Stunde ist. Dieses widerspricht, dass hier ein unbewusster Konflikt vorliegt.
Darüber hinaus weiss keiner wie die Therapeutin, das Thema zuvor angesprochen hat. Psychrembel schreibt hierzu, dass die Ursachen des Widerstandes beim Patienten z. B. "Motivati*on zur Er*haltung eigener Freiheits*spiel*räu*me bei wahr*genom*me*ner Einengung (Re*ak*tanz)"
Inwieweit der Patient aber durch die Kommunikation mit der Therapeutin eingeengt wurde wird nicht erwähnt.
ReneTheGene
22.08.2020, 13:35
Hast du einen Kommentar ans Impp eingereicht? Die Argumentation hört sich doch sehr schlüssig an.
Klofee90
22.08.2020, 13:47
Hast du einen Kommentar ans Impp eingereicht? Die Argumentation hört sich doch sehr schlüssig an.
Done!
Berfin1998
22.08.2020, 21:31
Danke erstmals für die ganzen Hilfestellungen. Wollte gerade eine Eingabe schreiben, aber wenn Klofee90 es schon gemacht hat, brauch ich es nicht mehr zu tun. Danke auch dafür :)
Hoffen wir mal, dass es akzeptiert wird.
Lg
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