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Melina93
23.08.2020, 22:55
Also an meiner Uni sind die UCHler nicht bis 22 Uhr geblieben...
Und ob du das in 10 Jahren noch so erfüllend findest für lau so schwerst zu arbeiten, sei mal dahin gestellt. Alleine während meines Studiums haben sich meine Wünsche und Prioritäten so verschoben. Man verändert sich und nur weil operieren einem Spaß macht muss man sein Leben nicht wegwerfen.

Ehem-User-46687482
23.08.2020, 23:05
Von meinen Bekannten sind einige in eine deutsche Uniklinik in die UC gegangen. Sie haben problemlos eine Stelle bekommen. Die Arbeitsbedingungen sind katastrophal aber sie durften zum Glück früh mit in den OP. Zufriedenheit hält sich in Grenzen wegen der Arbeitsbedingungen

Heerestorte
23.08.2020, 23:20
Irgendwie kann ich das hier nicht ganz ernst nehmen....
Und ich war auch schon in ein paar OPs und nirgends wurde jemals ernsthaft geschrien, beleidigt oder in der Regel bis 22 Uhr durchoperiert, vor allem nicht als PJ. Außer man bleibt einfach mit Absicht länger und macht mit dem Dienst weiter....

DAzu schreibt der TE im Februar 19, dass er ab November 19 PJ macht.
Schreibt aber dann im Oktober 19, dass er NOCH im PJ ist?! Und dann ständig wirre Fragen hier stellt.

Und was ist mit deinen USA-Plänen geworden?

anignu
24.08.2020, 00:33
[gelöscht]

mbs
24.08.2020, 00:50
Was macht man denn in der Unfallchirurgie noch außer "muskuloskeletal Chirurgie"? Innere Organe werden mittlerweile ja von den anderen chirurgischen Fachrichtungen voll abgedeckt, auch bei Traumata.

Hab auch den Eindruck dass das hier eher ne fiktive Story ist wo jemand prüfen will ob die Leute drauf anspringen.

anignu
24.08.2020, 00:59
Was macht man denn in der Unfallchirurgie noch außer "muskuloskeletal Chirurgie"? Innere Organe werden mittlerweile ja von den anderen chirurgischen Fachrichtungen voll abgedeckt, auch bei Traumata.
Das stimmt doch so nicht! Es gibt Kliniken die sind da extrem streng im Sinne von "eine traumatische Milzruptur ist ein unfallchirurgisches Krankheitsbild!" und andere Kliniken die schreiben jede Nacht alle zwei Stunden ein Konsil raus damit sich ein viszeralchirurgischer Anfänger schriftlich äußert wie das Sono der Milz aussieht... Hauptsache schriftlich...
Und ich kenne Kliniken in denen haben eben diese Unfallchirurgen auch tatsächlich eine rupturierte Milz rausgenommen oder versorgt oder Thoraxdrainagen gelegt und andere Kliniken und denen war eine Rippenfraktur die Grenze und wehe es gab zusätzlich eine Hämatothorax oder Pneumothorax. Das war dann Problem der Allgemeinchirurgen.
Hat irgendwer jemals schon geschrieben "das kommt auf die Klinik/Abteilung an"? Ich glaub ich erfind da grad das Rad neu...

mbs
24.08.2020, 01:11
Interessant zu wissen. War noch nie an einer Klinik wo die Unfallchirurgen sich zu Organläsionen in irgendeiner Form geäußert hätten - deshalb dachte ich auch dass es der "Standard" ist dass es dann eher ständig Konsile hagelt...

tup74
01.09.2020, 02:52
Also ich finde die Schilderungen nicht sehr abwegig.

Bei uns auf der Uni UC wurde auch durchgehend bis abends operiert, einfach weil die OP-Pläne vollgestopft waren und es schon immer vorher klar war, dass man das in der normalen Arbeitszeit nicht schafft.
Außerdem kamen natürlich auch Notfälle dazwischen.

Als Famulant bin ich öfters mal bis 20/21 Uhr geblieben, freiwillig, um mir mal anzuschauen, wie das sein wird später, wenn ich mich dafür entscheide.

Die Überstunden, die die Chirurgen gemacht haben, waren natürlich alle undokumentiert und unbezahlt, dafür durfte man als Anfänger schon früh in den OP.

AZG wurde auch nicht eingehalten. Durch die chronische Unterbesetzung und dann noch kranke Kollegen habe ich einige Male erlebt, wie der ein oder andere Oberarzt nach einem 24 Std Dienst nach 5-6 Std Pause wieder am Tisch stand...

Ehem-User-46687482
01.09.2020, 23:08
der ein oder andere Oberarzt nach einem 24 Std Dienst nach 5-6 Std Pause wieder am Tisch stand...

Ich frage mich, wie man sowas auf Dauer (körperlich) durchhält, weil die Patienten ja immer mehr werden im Laufe der Jahre. Die OÄ werden aber nicht jünger oder fitter. Wenn man mit 55 oder 60 in solche Situationen regelmässig einspringen muss. Einige unserer Dozenten (OÄ der US) sind fast 60, übergewichtig und sehen ziemlich "verbraucht" aus. Ob die das alles so wegstecken können

Trüffel
02.09.2020, 09:11
Die Überstunden, die die Chirurgen gemacht haben, waren natürlich alle undokumentiert und unbezahlt, dafür durfte man als Anfänger schon früh in den OP.
Ah, der Klassiker. Neulich erst las ich einen PJ-Bericht, wo positiv betont wurde, dass man schon recht zeitig nach ~ 10 h nach Hause konnte, aber wenn man wollte, dann noch in den OP durfte.

Im OP zu sein ist keine Belohnung für Arbeitswilligkeit und Obrigkeitshörigkeit. Im OP zu sein ist der Job, für den man (u.a.) eingestellt wurde. Man stelle sich vor, ein Ingenieur im Automobilkonzern müsste erstmal ein Jahr jeden Tag Sekretärs- und Zuarbeitertätigkeiten mit 4 unbezahlten Überstunden am Tag machen, bevor er als "Belohnung" mit Konstruieren anfangen darf.

Choranaptyxis
02.09.2020, 09:57
Ah, der Klassiker. Neulich erst las ich einen PJ-Bericht, wo positiv betont wurde, dass man schon recht zeitig nach ~ 10 h nach Hause konnte, aber wenn man wollte, dann noch in den OP durfte.

So eine ähnliche Diskussion hatte ich neulich, und wir kamen auch auf keinen Nenner. Überlege einen Teil des PJ in der UCH zu machen, war mir aber mangels PJ-Berichten nicht sicher, wie der Arbeitsalltag da werden könnte. Fachlich wäre es bestimmt sehr bereichernd. Und ne Kommilitonin meinte halt, naja, notfalls die paar Monate 12h am Tag dort sein, wenn man was lernt, ist doch nicht schlimm. Ich blieb bei der Meinung, mal länger bleiben, ok, aber warum sollte Lehre nicht einfach in 8-9h möglich sein sondern jeden Tag Arbeit bis halb in die Nacht erfordern?

tup74
05.09.2020, 01:35
Fachlich wäre es bestimmt sehr bereichernd. Und ne Kommilitonin meinte halt, naja, notfalls die paar Monate 12h am Tag dort sein, wenn man was lernt, ist doch nicht schlimm. Ich blieb bei der Meinung, mal länger bleiben, ok, aber warum sollte Lehre nicht einfach in 8-9h möglich sein sondern jeden Tag Arbeit bis halb in die Nacht erfordern?

Ich kann mir kaum vorstellen, wie gute Lehre in der UC aussehen soll. Bei uns war das zumindest so, dass man PJler/Famulanten für den OP und für die Blutentnahmen brauchte. Mehr hat man nicht gelernt oder gemacht. Im OP natürlich reines Hakenhalten ohne wirkliche Lehre. Dafür "durfte" bzw. musste man schon ab 8 Uhr in den OP. Wer sich gegen 15:30 ablösen wollte, musste das vorher entweder mit seinen Mitstudenten klären oder aber der Dienst/Nacht-PJler wurde gerufen.

Ich fand übrigens das abendliche Operieren cooler, die Leute waren entspannter und es war insgesamt ruhiger, durfte dann auch mal bohren etc. Morgens früh eher unvorstellbar.

nie
05.09.2020, 02:39
Hatte damals auch recht gutes PJ-Tertial in der UC. War viel in der Notaufnahme und hab untersucht, viel genäht, mit den Assistenzen die Röntgenbilder besprochen, durfte Reponieren, mit den in den Schockraum... im OP auch mal Bohren oder Metall entfernen. Und auch bei Duokopf-OPs mal meinen Hakenhalterplatz verlassen und in den Situs schauen während der Operateur mir erklärt was er da macht. Es wurde auch sonst viel erklärt und gezeigt im OP.

Gute Lehre geht also schon mit der guten Lehre, muss man halt wollen.

Choranaptyxis
05.09.2020, 08:13
Ich kann mir kaum vorstellen, wie gute Lehre in der UC aussehen soll. Bei uns war das zumindest so, dass man PJler/Famulanten für den OP und für die Blutentnahmen brauchte. Mehr hat man nicht gelernt oder gemacht. Im OP natürlich reines Hakenhalten ohne wirkliche Lehre. Dafür "durfte" bzw. musste man schon ab 8 Uhr in den OP. Wer sich gegen 15:30 ablösen wollte, musste das vorher entweder mit seinen Mitstudenten klären oder aber der Dienst/Nacht-PJler wurde gerufen.

Naja, meine Famu in der UCH war gut. War viel in der Ambulanz, aber auch im OP und durfte auch sagen, wenn es mir zu wenig/zu viel ist. Nicht eine BE gemacht, dafür gab es eine Entnahmeschwester. Und ja, natürlich auch Hüften gehalten, einmal 4 Stück hintereinander, aber selbst da hat sich der CA schon in der 1. bei mir entschuldigt, gefragt, ob das geht, mich in der 2. schon mittendrin mit der 1.Assistenz getauscht, und nur auf meine ausdrückliche Bitte, dass ich das gerne mal einfach ausprobieren möchte, ob ich das körperlich schaffe, wieder zurückgetauscht. Durfte auch oft in den Situs schauen, auch, wenn dafür OP-Pflege etc Platz machen mussten, Fragen beantworten war gar kein Thema, von sich aus wurde auch erzählt bzw auch mal abgefragt (ohne blamieren zu wollen). Also es geht, wenn man es möchte.

PJ UCH wäre nicht an der Uniklinik, ginge um ein reines Orthohaus sozusagen, und da ist es fachlich vermutlich wirklich top, nützt einem aber wenig, wenn man nur der Depp ist. Und bei einer PJ Bewertung von vor 5 Jahren kann man nicht wirklich sagen, wie es heute ist. Naja, muss ich wohl aus dem Bauch entscheiden, wenn es dann so weit ist.