Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tag 2 A107/B72 PEEP
Unregistriert
07.10.2020, 15:25
In Amboss steht:
PEEP: Aufrechterhaltung eines positiven Drucks (häufig 5 cm H2O) in den Lungen über den gesamten Beatmungszeitraum
Vorteile der künstlich endexspiratorischen Druckerhöhung
Vermeidung von Atelektasen und Wiedereröffnung von kollabierten Lungenbläschen
Vergrößerung der funktionellen Residualkapazität
Erhöhung der Gasaustauschfläche
Verbesserung der Oxygenierung und Linderung der Hypoxie
Verminderung der Atemarbeit
Verbesserung der Lungencompliance durch eine Optimierung der Atemruhelag
Also sowohl Antwort B als auch C. Und beides ist ein Vorteil. Also sind hier doch beide richtig?
B und C sind wohl richtig:
Effekte des PEEP sind laut Amboss:
"Vergrößerung der funktionellen Residualkapazität [...]
Verbesserung der Lungencompliance durch eine Optimierung der Atemruhelage* *Dies gilt nur bis zu einem bestimmten Druckniveau. Bei zu starker Vordehnung nimmt die Compliance wieder ab.″
Bei 7cm H2O sollte das aber noch keine Rolle spielen, oder? Anästhesie- & Intensivpflegepersonal einmal bitte in die erste Reihe. Zumal ja auch das "Ziel der Maßnahme" und nicht nur der Effekt erfragt worden ist, erschien es mir sinniger.
AMBOSS-Kapitel zu Allgemeinanästhesie: https://www.amboss.com/de/wissen/Allgemeinan%C3%A4sthesie
Cor_magna
07.10.2020, 15:38
Habs auch so interpretiert. Es KÖNNTE also beides stimmen.
Ich halte die Frage für anfechtbar.
Unregistriert
07.10.2020, 15:46
Hab mal so generell eine Frage dazu. Fechtet ihr die jeweiligen Fragen an? Es schreiben ja so viele diese und jene sollte angefochten werden. Aber schreibt ihr dann auch ans IMPP bzw. nutzt dieses online Formular von denen?
stex_med
07.10.2020, 15:54
Der PEEP soll ja grundsätzlich über den positiven endexpiratorischen Druck Alveolen vor dem Kollaps schützen und "rekrutiert" halten. Somit ist die Compliance als Maß für die Dehnbarkeit durch einen PEEP verbessert (vergrößert). Sehe somit auch beide Antworten als (gleichwertig) richtig
Unregistriert
07.10.2020, 15:54
Laut Amboss ist beides richtig.
In andern Medien finde ich leider nichts dazu ....
kann Amboss mal seine Quellen nennen ;-)
PEEP: Aufrechterhaltung eines positiven Drucks (häufig 5 cm H2O) in den Lungen über den gesamten Beatmungszeitraum
Vorteile der künstlich endexspiratorischen Druckerhöhung
Vermeidung von Atelektasen und Wiedereröffnung von kollabierten Lungenbläschen
Vergrößerung der funktionellen Residualkapazität
Erhöhung der Gasaustauschfläche
Verbesserung der Oxygenierung und Linderung der Hypoxie
Verminderung der Atemarbeit
Verbesserung der Lungencompliance durch eine Optimierung der Atemruhelage
https://next.amboss.com/de/article/hl0c9T#Zb88834bfcb7d0a357ccdb092a1293f73
Unregistriert
07.10.2020, 16:24
Der PEEP soll doch zu hohe Sitzendrücke (und daraus res. Lungenschäden) vermeiden.
Das geht nur über die Complience, die erhöht wird.
Residualvolumen/-kapazität hin oder her.
Also meine Meinung :)
Unregistriert
07.10.2020, 16:25
"PEEP leistet für den beatmeten Patienten dasselbe, wie CPAP für den spontan atmenden: Die Lunge wird so vorgebläht, daß die Beatmung sich im Bereich der besten Compliance abspielt."
"Abbildung 6: Compliancekurve und Beatmung mit PEEP. Die "Beatmungsschleife" liegt über dem flachen Bereich der Compliancekurve zwischen A und B. Der PEEP ist hier 6 cmH2O, der Beatmungsdruck 15 * - 6 = 9 cmH2O. Würde die Beatmung vom Nullpunkt ausgehen (ZEEP) wäre für das gleiche Hubvolumen von 750 ml ein Beatmungsdruck von 12 cmH2O erforderlich. Die Beatmungsschleife würde zwischen dem Nullpunkt und Punkt C liegen. Ein wesentlich höherer PEEP wäre auch ungünstig, weil die Beatmung dann zum Teil im steileren Bereich der Compliancekurve (rechts von Punkt B) ablaufen würde."
Aus: http://www.rudolf-deiml.homepage.t-online.de/Kapitel11.html#PEEP
Eine Erhöhung der Compliance ist, auch in Peep-Bereichen von 6cmH2O durchaus ein Ziel, das man beim Einstellen eines PEEPs verfolgt!
Unregistriert
07.10.2020, 16:29
Laut Amboss ist beides richtig.
In andern Medien finde ich leider nichts dazu ....
kann Amboss mal seine Quellen nennen ;-)
Die Quellen stehen bei Amboss am Ende jeder Lernkarte...
Unregistriert
07.10.2020, 17:12
Und verhindern von Atelektasen ist gleichbedeutend mit Residualvolumen (im Vergleich mit Beatmung ohne PEEP).
Unregistriert
07.10.2020, 17:20
Bei der S3-Leitlinie Invasive Beatmung heißt es:
Bei intubierten und beatmeten Patienten wirkt die Anwendung von PEEP (Positive End-Exspiratory Pressure) einer Abnahme der funktionellen Residualkapazität (FRC) entgegen, welche sich als Folge von Intubation (fehlendem Glottisschluss), Analgosedierung und Flachlagerung einstellt und zu Ausbildung von Atelektasen vorwiegend in den ventilatorisch dominanten dorso-basalen Lungenabschnitten führt.
https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/001-021k_S3_Invasive_Beatmung_2017-12.pdf
Unregistriert
07.10.2020, 17:57
Und verhindern von Atelektasen ist gleichbedeutend mit Residualvolumen (im Vergleich mit Beatmung ohne PEEP).
Jo finde auch dass das ein weiterer Ansatz ist die Frage anzufechten. Schließlich beziehen sich die Atemvolumina ja auf den physiologischen Atemablauf, aber beim beatmeten Patienten gibt es kein exspiratorisches Reservevolumen, also müsste ja Residualvolumen = funktionelle Residualkapazität sein oder habe ich da einen Denkfehler?
Bonnerin
07.10.2020, 18:59
So, ich kenne natürlich die Frage nicht, aber da ich selbst erfolgreich in meinem Examen angefochten habe, hier ein Fachartikel: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK441904/
Eventuell nochmal in die da zitierten paper reinschauen und dann Fachartikel mit Link ans IMPP. Amboss ist fürs Anfechten total ungeeignet. Ich persönlich hab damals auch englischsprachige Originalliteratur genommen. Warum groß deutsche Bücher durchsuchen, es gibt ja Internet!
Jo finde auch dass das ein weiterer Ansatz ist die Frage anzufechten. Schließlich beziehen sich die Atemvolumina ja auf den physiologischen Atemablauf, aber beim beatmeten Patienten gibt es kein exspiratorisches Reservevolumen, also müsste ja Residualvolumen = funktionelle Residualkapazität sein oder habe ich da einen Denkfehler?
Jein: funktionelle Residualkapazität = Residualvolumen + Exspiratorisches Reservevolumen (also auf deine Frage: eigentlich nein)
Wenn das Residualvolumen steigt, steigt also auch die funktionelle Reservekapazität. (Aber auf das was du wohl meinen wirst: ja)
Hab mal so generell eine Frage dazu. Fechtet ihr die jeweiligen Fragen an? Es schreiben ja so viele diese und jene sollte angefochten werden. Aber schreibt ihr dann auch ans IMPP bzw. nutzt dieses online Formular von denen?
Nicht mehr heute, - aus Gründen, die den Hauptbestandteil von Desinfektionsmittel ausmachen, auch nicht morgen - aber übermorgen wird das IMPP mich für einen nigerianischen Prinzen halten, der im Rahmen einer geheimen Mondmission dort mit einem riesigen Vorrat an zu verkaufenden Potenzmitteln vergessen worden ist - so viele Fragen werde ich denen per Online-Formular um die Ohren hauen. Ganz getreu dem Motto, "Der Patient/ das IMPP hat angefangen."
Nicht mehr heute, - aus Gründen, die den Hauptbestandteil von Desinfektionsmittel ausmachen, auch nicht morgen - aber übermorgen wird das IMPP mich für einen nigerianischen Prinzen halten, der im Rahmen einer geheimen Mondmission dort mit einem riesigen Vorrat an zu verkaufenden Potenzmitteln vergessen worden ist - so viele Fragen werde ich denen per Online-Formular um die Ohren hauen. Ganz getreu dem Motto, "Der Patient/ das IMPP hat angefangen."
Moinsen! Hast du denen was Nettes geschrieben? :)
Marie-Lu
10.10.2020, 17:35
Compliance und Residualkapazität sollen beide vergrößert werden durch den PEEP und sind beide wichtige Bestandteile dessen!
Zitat aus dem Fachwerk "Anästhesie Intensivmedizin Notfallmedizin für Studium und Ausbildung" von Hans Walter Striebel, 9. Auflage, aus dem Kapitel "7.2 Beatmungstherapie":
"Ein weiterer Parameter für die Ermittlung des optimalen PEEP ist auch die Compliance von Lunge und Thorax. Dasjenige PEEP-Niveau, das eine Beatmung mit der größten Compliance ermöglicht, entspricht dem optimalen PEEP: Ist der PEEP zu niedrig, kommt es im Bereich geschädigter Lungenareale endexspiratorisch zum Alveolarkollaps. Bei der nächsten Inspiration müssen diese Alveolen wieder aufgedehnt (rekrutiert) werden. Ist der PEEP zu hoch, kommt es endinspiratorisch zu einer Überdehnung von Lungengewebe. In beiden Fällen ist die Dehnbarkeit (Compliance) von Lunge und Thorax vermindert."
Somit sind beide Antworten als richtig zu werden.
Aus "Anästhesie Intensivmedizin Notfallmedizin" von Hans Walter Striebel, 9. Auflage, Kapitel 7.2, ISBN: 978-3-7945-2995-7
Cor_magna
11.10.2020, 09:28
Compliance und Residualkapazität sollen beide vergrößert werden durch den PEEP und sind beide wichtige Bestandteile dessen!
Zitat aus dem Fachwerk "Anästhesie Intensivmedizin Notfallmedizin für Studium und Ausbildung" von Hans Walter Striebel, 9. Auflage, aus dem Kapitel "7.2 Beatmungstherapie":
"Ein weiterer Parameter für die Ermittlung des optimalen PEEP ist auch die Compliance von Lunge und Thorax. Dasjenige PEEP-Niveau, das eine Beatmung mit der größten Compliance ermöglicht, entspricht dem optimalen PEEP: Ist der PEEP zu niedrig, kommt es im Bereich geschädigter Lungenareale endexspiratorisch zum Alveolarkollaps. Bei der nächsten Inspiration müssen diese Alveolen wieder aufgedehnt (rekrutiert) werden. Ist der PEEP zu hoch, kommt es endinspiratorisch zu einer Überdehnung von Lungengewebe. In beiden Fällen ist die Dehnbarkeit (Compliance) von Lunge und Thorax vermindert."
Somit sind beide Antworten als richtig zu werden.
Aus "Anästhesie Intensivmedizin Notfallmedizin" von Hans Walter Striebel, 9. Auflage, Kapitel 7.2, ISBN: 978-3-7945-2995-7
Ab ans impp damit, hoffe du hast es gleich geschickt :)
Melli1992
11.10.2020, 10:02
Ab ans impp damit, hoffe du hast es gleich geschickt :)
Im Zweifel hab ichs auch mit der Quelle gestern Abend noch eingeschickt
Cor_magna
11.10.2020, 16:42
Im Zweifel hab ichs auch mit der Quelle gestern Abend noch eingeschickt
Super!
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