Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Freiberuflich im Covid-Impfzentrum
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Berufshaftpflicht: Ich hatte als Assistenzarzt keine, werde jetzt aber eine abschließen, die Impfzentren explizit abdeckt und einen zweistelligen Jahresbeitrag kostet.
Lohnnebenkosten: Ich seh das nicht so dramatisch - primär zielt die Aktion ja auf Ärzte ab, die eh schon selbstständig arbeiten und das Zentrum nur als zusätzlichen Arbeitsort bespielen. Als Angestellter ist man eh grundlegend versichert. Ich als Nicht-Angestellter muss mich jetzt halt selber um die KV kümmern. In das Versorgungswerk (RV) kann ich zur Not auch selber einzahlen. BG find ich nicht so interessant - das Unfallrisiko am Arbeitsplatz halte ich für begrenzt, wenn ich die Menschen nicht mal anfassen muss, auf dem Weg verunglücken und mich ruinieren kann ich auch privat, und chronische Berufsunfähigkeitserkrankungen entstehen nicht über zwei Monate. Klar, insgesamt ist es mehr organisatorischer Aufwand als in einer Anstellung, aber den haben andere Selbstständige auch, dafür ist der Stundensatz entsprechend sehr viel höher.
roxolana
12.12.2020, 12:05
Hab eine ziemlich komplizierte Frage auf die man im Netz keine Antworten findet:
Ein Ex-Kollege mit dem ich noch befreundet bin ist schon seit längerem krankgeschrieben, kommt aber wegen der Familie mit dem Krankengeld nur gerade mal so über die Runden. An sich würde er sich für leichtere Tätigkeiten arbeitsfähig fühlen, da er aber ein körperlich und psychisch sehr anstrengendes Fach mit vielen Diensten macht ist ein Wiedereinstieg wohl nicht ganz unproblematisch. Als ich davon erzählte als Nebentätigkeit eine Impftätigkeit aufnehmen zu wollen hat er mich gefragt, ob er das auch machen könne bzw. was die Voraussetzungen dafür sind - er wolle sich ein bisschen was dazuverdienen, vor allem da es sich ja um eine deutlich leichtere Tätigkeit handelte als in der Klinik.
Könnte er sich einfach bewerben? Müsste in dem Fall der jetzige Arbeitgeber zustimmen, oder nicht doch eher die Krankenkasse von der er sein monatliches "Gehalt" bzw. Krankengeld kriegt? Oder müsste er sich nur auf geringfügiger Basis selbstständig melden und könnte dann machen was er will?
Wisst ihr, an wen er sich wenden müsste oder wer darüber mehr Informationen hat?
Klar fände ich so ein Vorgehen jetzt auch nicht so toll, kann die Situation aber auch irgendwie verstehen, vor allem wenn jemand allein mehrere Leute zu versorgen hat.
Ist der Ex-Kollege eigentlich komplett bescheuert?
1. Jegliche Nebentätigkeiten sind dem Arbeitgeber zu melden.
2. Falls die Kasse davon erfährt, kann der Kollege sich schon mal auf einen Besuch vom MDK einstellen mit Prüfung, ob er denn tatsächlich "arbeitsunfähig" ist.
3. Wenn das Krankengeld nicht ausreicht, aber der Kollege sich zu einem "leichteren Job" arbeitsfähig fühlt, sollte er die aktuelle Stelle kündigen und dann kann er nach Lust und Laune beim Impfzentrum oder wo auch immer arbeiten.
WackenDoc
12.12.2020, 12:10
Wenn ihm sein Fachgebiet zu fordernd ist, wird er sich halt was anderes suchen müssen.
medicinentia
12.12.2020, 13:10
ZACK! Die Ethikfalle schnappt zu. Wie kann es sein, daß es in ´schland nach Angebot und Nachfrage gebildete Ärztehonorare gibt...
https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/kritik-an-aerztehonorare-impfzentren-100.html?fbclid=IwAR28RiirhxBlbghTIi_4ofwiCkx6TwDL XvC4HDK3T3PUDlsH5jBklIaDtB4
....
Absolute Katastrophe diese Beitrag beim SWR, GENAU , ich betone GENAU das wiederspiegelt die Kollegialität und die Wertschätzung des Arztberufes in Deutschland, ich könnte PLATZEN , mir wird richtig schlecht !!!!!!!!!!!!!!
Wie scheinheilig geht es eigentlich noch, hier gönnt wirklich keiner dem anderen irgendwas und das auch noch unter Kollegen dann plötzlich die Ehtik Keule auszupacken. Wahnsinn absolut völlig daneben und damit noch die Politk schön weiter anfeuern .
Warum lassen wir aus Solidarität die Ärzte eigentlich nicht kostenlos impfen ? Bitte die gesamte Verantwortung übernehmen, es sind schließlich schwierige Zeiten und Herr Scholz muss schließlich noch seine finanzielle "Bazooka" weiterhin abfeuern können um irrsinnige Milliarden Beträge in Unternehmen zu pumpen die letztendlich doch dann die Leute entlassen.
Bitte keinen Cent ins Gesundheitswesen bitte NUR das nötigste ausgeben und bitte einmal alle am Balkon klatschen für die ethische Korrektheit aller , damit alle gut schlafen können.
Ich bin echt fertig für heute.
Thomas24
12.12.2020, 13:12
Der SWR Beitrag ist unglaublich, oder? Da bleibt einem nur die Spucke weg angesichts solcher Kollegoiden...:-kotz
Einer der im Artikel genannten Kritiker ist mir seit meiner Ausbildung „persönlich“ bekannt (also wir haben jetzt keinen privaten Kontakt aber ich kenne ihn aus der Ausbildung und hatte beruflich immer mal mit ihm zutun) und eigentlich hat er in den letzten Jahren seine Zeit eigentlich nur damit verbracht, sein persönliches Vermögen zu vergrößern und in Form von Autos, Schmuck o.ä. vorzuführen. Als Arzt arbeiten tut er dagegen eher selten bis in den letzten Jahren gar nicht mehr.
Aber nett, dass er jetzt den Stundenlohn kritisiert bevor er in seinen Porsche steigt, kurz die Rolex und die Goldkette poliert und dann in seine Villa fährt *hust*
Die Aufklärungen solltest du nicht unterschätzen. Gerade bei den noch nicht absehbaren, eventuellen Langzeitfolgen müssen sich die Leute wirklich ausreichend aufgeklärt fühlen, bis zum Versterben direkt oder auf lange Sicht. Aufklärungen sind nun mal der juristische Angriffspunkt, wenn irgendwas schief läuft, das muss also absolut wasserdicht sein.
Zugegeben hat es Bezug zu ein paar Seiten vorher: Trotzdem - die Aussage dass man bei einer Impfung, oder konkreter etwa bei der mRNA-Impfung von Biontech bis zum Tod aufklären muss halte ich für Unfug. Es gibt genug Daten, die zeigen, dass es ein zu vernachlässigendes Risiko gibt an dieser Impfung zu sterben, im Übrigen an allen Impfungen die mir bekannt sind, ich vermute alle die in Europa zugelassen sind. Zum Vergleich: bei einer Koloskopie muss ich über eine Perforation aufklären, aber nicht über den Tod.
GelbeKlamotten
12.12.2020, 15:02
Zugegeben hat es Bezug zu ein paar Seiten vorher: Trotzdem - die Aussage dass man bei einer Impfung, oder konkreter etwa bei der mRNA-Impfung von Biontech bis zum Tod aufklären muss halte ich für Unfug. Es gibt genug Daten, die zeigen, dass es ein zu vernachlässigendes Risiko gibt an dieser Impfung zu sterben, im Übrigen an allen Impfungen die mir bekannt sind, ich vermute alle die in Europa zugelassen sind. Zum Vergleich: bei einer Koloskopie muss ich über eine Perforation aufklären, aber nicht über den Tod.
Wie viele weitere mRNA Impfungen sind denn in Europa zugelassen? Und wie viele Impfungen wurden auf einer so geringen Datenbasis zugelassen?
Bezüglich Aufklärung bis zum Tod gibt es kein richtig oder falsch. Ob man soweit aufklären möchte, hängt einfach vom individuellen Sicherheitsbedürfnis des aufklärenden Arztes ab.
Und wie beschreibt man dann das Risiko an Folgen einer mRNA-Impfung zu versterben? "Bei mehreren 10000 Probanden kam es nicht zu einem einzigen Todesfall durch die Impfung. Vielleicht sterben sie trotzdem dran." ? Es gibt auch den Aspekt dass man dem Patienten eine sinnvolle Intervention nicht vorenthalten darf. Und unbegründet Angst machen kann dazu führen. Es gibt also sehr wohl das richtige Maß an Aufklärung. Wobei das natürlich sehr theoretisch ist. Ich habe einen Kollegen, der bei jeder Kolo über ein Versterben daran aufklärt, was ich in den meisten Fällen unbegründet bis deplatziert finde. Trotzdem hat's noch niemand deswegen abgelehnt.
Warum lassen wir aus Solidarität die Ärzte eigentlich nicht kostenlos impfen ? Bitte die gesamte Verantwortung übernehmen, es sind schließlich schwierige Zeiten und Herr Scholz muss schließlich noch seine finanzielle "Bazooka" weiterhin abfeuern können .
Pssst! Nicht die Politiker auf dumme Ideen bringen.
Übrigens *ist* es summa summarum schon soweit, den die KVen werden im Gegensatz zum Statement aus dem Artikel nicht von Steuergeldern unterhalten, sondern ausschließlich aus den Arzthonoraren der niedergelassenen (Kassen-) Ärzte. Man hat eben die KV-Umlage um 30% (!) erhöht und wenn es keinen Zuschuss von staatlicher Seite aus an die KVen gibt, wird man die Milliarden, die die Impfaktion kostet, nächstes Jahr eben allen KASSENärzten vom Honorar abziehen. Die gesetzlichen Krankenkassen, die eigentlich die Impfkosten übernehmen sollten, halten sich fein raus.
Das paßt aber so, schließlich finden hier manche ein solches und weltweit einzigartiges und verkorkstes System total toll und gerecht, andere verzichten schon freiwillig auf irgendwelche Coronaprämien, da kann man auch ganz für lau antraben, und es wird ja auch keiner "gezwungen, Kassenarzt zu werden" (Jens Spahn). Na ja, mit Ausnahme der Landarztquotenleute, die dann den Spaß retrospektiv finanzieren dürfen. Ich hatte letztes Jahr schon geschrieben, daß man mit einer Zwangskassenzulassung alles, was der Politik einfällt, mitfinanzieren muß.
Deutsche Ärzte via KV impfen gratis für die Politik und übernehmen die Verantwortung? "oooh, wie ist das schön" singt Jens Spahn jeden Abend beim Einschlafen...
Aber nett, dass er jetzt den Stundenlohn kritisiert bevor er in seinen Porsche steigt, kurz die Rolex und die Goldkette poliert und dann in seine Villa fährt *hust*
Herzlichen Glückwunsch: Du hast kapiert, wie das System funktioniert. Kannst Du den betreffenden Namen mal googlen und verraten, ob der Herr Ämter in der Ärztekammer oder beim MB inne hat? Nur, daß man weiß, aus welcher Ecke da getutet wird.
Geschichte wiederholt sich bekanntlich und in den letzten 100 Jahren haben sich in Deutschland immer Leute gefunden, die für persönliche Privilegien bereit waren, ihre Gruppen ans jeweilige System zu verraten. Nachteil: verliert man die Gunst des Systems oder kollabiert das System, wird man umgehend von den "eigenen Leuten" erledigt...
Mit MB und Ärztekammer hat der nichts am Hut. Die Medizin wurde schon lange aufgegeben und nur noch genutzt wenn ich irgendwie argumentativ hilft, dass man Arzt ist.
medicinentia
12.12.2020, 19:36
Mit MB und Ärztekammer hat der nichts am Hut. Die Medizin wurde schon lange aufgegeben und nur noch genutzt wenn ich irgendwie argumentativ hilft, dass man Arzt ist.
Schlimm diese Ambivalenz. Ohne Ihn zu kennen war mir sofort klar wie das läuft .
Habt ihr eig Briefe von der KV bekommen dass ihr Impfen sollt/dürft oder wie habt ihr davon erfahren ?
John Silver
12.12.2020, 19:40
Ich wünsche den ganzen Schwachköpfen jedenfalls viel Glück. Denen, die selbst nur noch Privatpatienten behandeln (sicher für 3,50 pro Stunde, aus ethischen Überlegungen), aber das Honorar ihrer Kollegen aus ebendiesen „ethischen“ Überlegungen heraus drücken wollen; denen, die glauben, auch hier mit Zwang agieren zu können (werden halt die Assis der nächsten Uniklinika und kommunaler Häuser freiwillig zwangsverpflichtet); und all den anderen Arschlöchern, die ernsthaft denken, Ärzte könne man beliebig austauschen und bei Bedarf im Dutzend billiger importieren.
Danke für eure Antworten, kam mir auch eher wie eine schlechte Idee vor aber dann kann ich den Rat ja weitergeben (war mir selbst nicht ganz sicher).
Was das Stresslevel angeht dachte ich auch erst, dass es sich eigentlich um eine vergleichsweise leichte Tätigkeit handeln dürfte, aber solange es noch keine Erfahrungswerte gibt kann man das vermutlich auch noch gar nicht abschätzen was tatsächlich auf einen zukommen würde. Wahrscheinlich hängt das auch maßgeblich davon ab wie viel sich die Impfzentren ihre Personaldecke kosten lassen werden. Vermutlich wird das aber der Part sein wo mit am meisten gespart wird...bei den Kosten die das Ganze sowieso schon verursacht...
Vorsicht vor Scheinselbstständigkeit in Impfzentren
https://www.bv-honoraraerzte.de/info/310-vorsicht-vor-scheinselbstaendigkeit-bei-honorartaetigkeit-in-corona-impfzentren.html
Die Betreiber der Impfzentren sind nun die KVen , d.h. Nachzahlungen gehen dann zulasten der Gemeinschaft der Kassenärzte. Oder man verfährt seitens des Staates weiter nach dem Motto: legal-illegal-sch...egal und eradiziert weiter freiberufliche Notärzte und Hebammen, aber hier guckt man weg....
Ich kenne mich damit nicht aus und wollte mal fragen auf wen das mit der Scheinselbständigkeit zutrifft. Ich arbeite Vollzeit festangestellt in der Klinik und würde das Impfen nur zusätzlich machen, wenn ich gerade frei habe. Bin über meinen Hauptarbeitgeber doch sozialversichert etc. Wie könnte ich bei einer Festanstellung scheinselbständig sein? Oder geht das nur um Ärzte, die nirgendwo angestellt sind und das dann als Haupttätigkeit machen? Aus dem verlinkten Text werde ich auch nicht schlau.
WackenDoc
15.12.2020, 20:28
Du bist für deine Tätigkeit bei deinem AG sozialversicherungspflichtig angestellt. Das gilt nicht für deine Nebenjobs- da kannst du angestellt sein, selbständig oder scheinselbständig, oder scheinselbständig sozialversicherungsbefreit, oder auf 450€- Basis.
Ich tippe darauf, daß die ÄrzteInnen, sich an geltende Gesetze halten und vorab ein Clearingverfahren einleiten lassen, dann einfach nicht mehr eingeplant werden. Resultat: man hat zu 100% erpressbares Personal. Und wenn der Impfhype vorbei ist, kann man via ÖR ein Faß aufmachen "Geldgierige Ärzte hinterziehen Sozialversicherungsbeiträge".
Übrigens habe ich jetzt auch die erste Offerte gesehen, wo die kommenden 6 Monate Vollzeit im Impfzentrum auf "ethisch korrekte" 60 EUR/h gedeckelt sind. Man ist hinter den Kulissen vielleicht schon mal weiter, siehe den SWR-Beitrag, den ich verlinkt hatte.
Vielleicht mag ja auch Biontech den Impfstoff für weniger als Selbstkostenpreis abgeben? Schließlich haben die Inhaber ja auch auf Staatskosten studiert, verdienen eh genug (Pfizer sowieso) und könnten als Migranten auch mal was zurückgeben, oder?
Aber bei der Industrie schreckt man vor solchen Forderungen verständlicherweise zurück...
Man hat wohl immer die Option sich auf geringfügiger Basis selbstständig zu melden. In dem Fall ist man nichtmal verpflichtet Sozialabgaben zu leisten sofern die anders abgedeckt werden.
Interessanterweise bieten Vermittlungsagenturen sogar Unterkünfte für Impfärzte. Fragt sich nur, ob sich das Gehalt dadurch dann reduzieren würde - dazu findet man keine Angaben. Überhaupt scheint es da keine einheitlichen Standards zu geben.
Was mich auch wundert ist, warum momentan nicht aggressiver nach Personal gesucht wird. Hab bisher nur Angebote für Bayern und Hessen bekommen und frage mich wirklich wie die das anderswo besetzen. Auch auf einschlägigen Karriereportalen findet man noch keine offiziellen Ausschreibungen.
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