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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Stellensuche ambulanter Bereich



david15
18.12.2020, 15:07
Hallo alle zusammen,
ich habe eine Frage bezüglich Stellen im ambulanten Bereich. Meine Freundin ist Griechin und nun seit 8 Jahren Assistenzärztin in einem kommunalen Krankenhaus für Neurologie. Sie bereitet sich gerade auf die Facharztprüfung vor, die sie nun seit 3 Jahr vor sich hinschiebt. Da Sie langsam so ziemlich ausgebrannt ist und das Arbeitsklima in der Abteilung in der Sie arbeitet immer schlechter wird, wollte sie eine Stelle im ambulanten Bereich suchen (Raum Saarbrücken, Homburg, Neunkirchen). Nun ist mir bei meiner Recherche aufgefallen, dass es kaum Stellenangebote in den einschlägigen Stellenbörsen gibt, wenn man nur als angestellter Assistenzarzt in einer Praxis arbeiten möchte. Wie würdet Ihr bei der Stellensuche vorgehen. Ruft man da die Praxen direkt an und fragt ob Bedarf besteht oder kann man sich auch an die KV wenden ? Wie sieht denn so das Gehalt eines angestellten Assistenzarztes aus ? Wie gesagt sie ist im 8 Jahr und ist damit in der höchsten Gehaltsstufe für Assistenzärzte. Danke für Eure Hilfe
LG

mbs
19.12.2020, 00:49
Verfolge die aktuellen Stellangebote in Portalen ja auch schon seit einiger Zeit und hab mal ne Suche nach deinen Kriterien laufen lassen; da ergab sich schon einiges was von Interesse sein könnte:


https://www.medi-jobs.de/359/2/
https://www.medi-jobs.de/4752/1/
https://www.medi-jobs.de/4783/1/
https://www.medi-jobs.de/5748/1/

Ansonsten ist es sicher auch ein gute Idee, Praxen die wirklich attraktiv oder interessant erscheinen direkt anzuschreiben oder dort anzurufen und zu fragen, ob denn gerade Stellen frei sind.
Den Aufwand einer Bewerbung würde ich nur in Kauf nehmen sofern auch wirklich sicher ist, dass dort auch Leute gesucht werden.

david15
20.12.2020, 14:01
Hallo mbs,
vielen Dank für deine Antwort und für die Links. Leider sucht sie etwas in der Neurologie im ambulanten Bereich und nicht in der Allgemeinmedizin. Wir halten die Augen trotzdem offen und werden die interessanten Praxen in der Umgebung mal kontaktieren. Wie ist das denn eigentlich wenn man in einem MVZ arbeiten möchte. Sind diese nur interessant wenn man schon Facharzt ist oder stellen diese auch Assistenzärzte ein ?

mbs
20.12.2020, 20:08
Hab damit keine Erfahrung, würde aber sagen, dass es kein Fehler ist einfach mal nachzufragen. Würde aber erst anrufen bevor man sich die Mühe mit der Bewerbung macht.

hebdo
20.12.2020, 21:17
Schau doch mal auf der Ärztekammer Homepage nach, wer in der Gegend eine Weiterbildunsgermächtigung hat. MVZ nehmen auch WBA. Aber wenn deine Freundin die Zeit voll hat, muss sie ja nicht mehr zu Weiterbildung.

CÄ haben oft einen Draht zu den Zuweisern und weiß wer Angestellte oder Nachfolger sucht. Je nachdem wie das Verhältnis ist, kann sie auch den CA fragen.

tarumo
21.12.2020, 05:26
Ich würde primär nach MVZ suchen, die Stellenlage in der ambulanten Neurologie ist ansonsten ziemlich prekär (die Diskussion zur Gesamtsituation neurologischer Praxen im KV-System hatten wir neulich schon). In den letzten 10 Jahren ist mir persönlich auch keine Praxis untergekommen, die WBA beschäftigte (mit Ausnahme kurzfristiger Rotationen). Es ist natürlich nicht repräsentativ, aber im DÄB sind aktuell von >30 Stellenofferten Neurologie gerade mal zwei in einer Praxis dabei.
Generell ist die Situation suboptimal für den TE, weil man mit fast abgeschlossener WB für irgendwelche Fördermaßnahmen nicht infrage kommt, umgekehrt aber ohne FA auch keinen KV-Sitz oder eine Sicherstellungsposition übernehmen kann.

Feuerblick
21.12.2020, 11:08
Vermutlich dürfte es zu Rückfragen führen, warum sie seit drei Jahren die Facharztprüfung vor sich herschiebt. Als Fachärztin sind die Chancen vermutlich besser...

WackenDoc
21.12.2020, 11:20
Entweder hat sie genug Ersparnisse und lässt sich freistellen und lernt in der Zeit (FA-Reife hat sie ja anscheinend). Oder sie sucht sich einen Job (z.B. über ANÜ in nem Impfzentrum) evtl. auch in Teilzeit und lernt.

david15
24.12.2020, 12:37
Hallo alle zusammen,
vielen Dank für die vielen Antworten. Sie hat leider eine ausgeprägte Prüfungsangst. Es war allein schon ein ziemlicher Kampf das Logbuch abzugeben um es unterschreiben zu lassen. Das mit dem Impfzentrum habe ich Ihr auch vorgeschlagen aber davon wollte sie erstmal nichts wissen. Wir werden wahrscheinlich mal die Praxen durchtelefonieren ob eine ambulante Stelle irgendwo in der Nähe frei wäre. Alternativ hab ich mir gedacht, dass sie mit dem Chef reden könnte, ob es möglich wäre für eine bestimmte Zeit weniger Dienste zu machen. Außerdem wäre vielleicht eine vorübergehende Anstellung in einer Rehaklinik oder auf 75 % zu reduzieren eine Lösung (Ich glaube das macht der Chef aber nicht mit). Genug gespart hat sie jedenfalls damit sie 3-4 Monate lernen könnte. Wäre eine Befreiung von Diensten via Attest möglich? Sie hat eine beta Thalassämie und ist auch ständig müde

tarumo
24.12.2020, 15:44
Auch wenn es hart klingt: das deutsche System sieht für ÄrztInnen ohne Facharztambitionen im wesentlichen leider nur eine Karriere als Alt-Assistent im KH vor (und damit Dienste). Ambulant gilt:
Sowohl für die Anstellung auf einen KV-Sitz als auch für eine (befristete) Position als Sicherstellungsassistentin wird durch die KV der FA-Status verlangt, und eine (geförderte) Stelle als WBA dürfte mit einer weitgehend abgeschlossenen WB ausscheiden. Insofern kann man sich die Mühe einer Stellensuche in einer Praxis sparen...
Neurologische Privatpraxen gibt es so gut wie nicht und selbst wenn, würden die Versicherer evt. die Rechnungserstattung verweigern, wenn ein Nicht-FA tätig war.
Was ambulant bleibt, ist eine prekäre semi-legale Anstellung zum Discounttarif und ohne Segen der KV, für ergänzende Tätigkeiten- aber ob man dafür studiert und die FA-WB durchgezogen hat?

Je nach Bundesland ist die FA-Prüfung doch ein Klacks, und sooo groß kann die Prüfungsangst nicht sein, wenn man es komplett durchs Studium geschafft hat. Ggf. professionelle Hilfe suchen. Dennoch schöne Weihnachten!