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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Impfung gegen Corona- ja oder nein?



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Espressa
04.07.2021, 08:32
Was definitiv keinen Sinn macht, ist hier wieder den schmerzvollst möglichen Mittelweg zu gehen und zu sagen: "Covid bei Kindern ist nicht schlimm genug, dass man sie impfen sollte, aber ist zu schlimm als dass man sie normal zur Schule gehen lassen könnte." Das ist einfach nur maximal dämlich. Entweder man sieht eine relevante Gefahr durch eine Infektion bei Kindern, dann sollte man sie impfen. Oder man sieht keine relevante Gefahr, dann müssen die Schulen öffnen OHNE stark einschränkende Maßnahmen. Maskenpflicht auf dem Schulhof o.ä. mal ausgenommen, aber man muss den Kindern dann uneingeschränkten Präsenzunterricht ermöglichen.

Ich stimme GK ja nicht oft zu, aber in diesem Fall: ja ganz genau so! Es gibt Länder die machen es genau so, und das ohne Dramen. Inzwischen sogar mit Veranstaltungen und Ausflügen.

ehem-user-02-08-2021-1033
04.07.2021, 08:34
@ Kackbratze: Amen.

abcd
04.07.2021, 10:16
@ Schulöffnungen
In unserem Landkreis: Präsenzunterricht, Masken nur noch im Schulgebäude erforderlich, nicht im Unterricht.

Evil
04.07.2021, 10:30
Gerade WEIL die Politik bislang so erfolgreich versagt hat und gerade WEIL die Politik so massiv den MRNA-Impfstoff pusht, insbesondere für Kinder, gegen die STIKO Empfehlung, bin ich da auch kritisch. Warum redet keiner über die klassischen Impfstofflösungen ohne MRNA, die sich weltweit mehrfach in den letzten Zügen der Phase-III befinden?
Ist das so? Ich bin beileibe nicht auf Comirnaty festgelegt, wenn es Alternativen gibt, gerne her damit! Hast Du Quellen?

ehem-user-02-08-2021-1033
04.07.2021, 10:38
Ist das so? Ich bin beileibe nicht auf Comirnaty festgelegt, wenn es Alternativen gibt, gerne her damit! Hast Du Quellen?

Novavax zum Beispiel hat auch was im Angebot:
https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2103055

tragezwerg
04.07.2021, 10:48
Wo in Deutschland ist denn der Schulbetrieb aktuell noch relevant eingeschränkt? Hier im Süden läuft es schon länger wieder normal mit Präsenzunterricht und Maskenpflicht nur auf den Gängen, nicht im Klassenraum und draußen im Freien auch nicht. In den Kitas läuft es schon lang wieder ganz regulär, außer dass regelmäßig n Coronatest gemacht wird.

Kackbratze
04.07.2021, 12:01
Ist das so? Ich bin beileibe nicht auf Comirnaty festgelegt, wenn es Alternativen gibt, gerne her damit! Hast Du Quellen?

Protein/Spikebasiert arbeitet Novavax, also modifiziert angeordnete Spikes, die direkt als Antigen wirken sollen. Sanofi arbeitet nach dem gleichen Prinzip.

Inaktivierte Viren enthalten aus China Sinopharm und Sinovac, da sind die Zahlen aber sehr unterschiedlich, EMA hat einen "rolling loadout" für Sinovac zugelassen, in Deutschland ist er nicht zugelassen.
Covaxin aus Indien enthält auch inaktivierte Viren, bislang nur Zulassungen in Indien.

Die europäische "Hoffnung" liegt bei Valneva, die packen die inaktivierten Viren in ihren bekannten Impfstoff für japanische Encephalitis. Gleicher Teig, andere Füllung ;-)
Phase-III endet im September.

Daneben gibt es noch viele kleine Firmen die mit ähnlichen Methoden einen Teil vom Kuchen zu bekommen. Khazahstan forscht an einem inaktivierten Impfstoff, andere Applikationswege via Nase, etc sind in der frühen Pipeline. Es ist nicht so, dass unsere großen Impfstoffe alternativlos wären.

Es dauert halt nur etwas.

FirebirdUSA
04.07.2021, 12:16
Herzmuskelentzündungen junge Männer, je jünger, je häufiger.
Die thrombotischen/thrombozytopenischen Veränderungen traten auch bei den MRNA-Impfstoffen auf, aber weniger.



https://www.nature.com/articles/s41586-021-03738-2

Ich habe gelernt, dass dauerhafte Stimulation mit vermehrter Zellteilung auch das Risiko der gestörten Teilung mit möglicher Malignitätsentwicklung beinhaltet.

Hier sind wir bei Spekulation, aber bezogen auf das Lebenszeitrisiko einer malignen Erkrankung, wenn ich bei Kindern bereits eine dauerhafte Stimulation hervorrufe, die bei normalen Impfungen bereits nach wenigen Tagen verschwindet und auch eine Immunität hinterlässt....naja, die Impfstoffe sind neu, wir finden immer wieder neue Aspekte. Deswegen bin ich bei Kindern noch skeptisch.



Wie kommst du von Ausbildung eines passenden B-Zellklons (gewünscht) zu einer dauerhaften Stimulation mit Teilung? Oder hab ich den relevanten Teil überlesen?

Kackbratze
04.07.2021, 12:52
Wie kommst du von Ausbildung eines passenden B-Zellklons (gewünscht) zu einer dauerhaften Stimulation mit Teilung? Oder hab ich den relevanten Teil überlesen?

Indem die Immunreaktion nach 12-15 Wochen noch auf sehr hohem Niveau stattfindet und auch weitere B-Zellen mit aktiviert, was man an den mutierten Antikörpern beschrieben und vermutet hat, schaffen wir eine dauerhafte Stimulation des Immunsystems.
B-Zellen haben eine Halbwertszeit von ein paar Tagen, danach bilden sich die Gedächtniszellen aus. Indem wir das Immunsystem so länger stimulieren, sehe ich das Problem der vermehrten Zellteilung.
Die bisherigen "alten" Impfungen und Reaktionen des Immunsystems decken sich mit einer angepassten Reaktion auf ein Antigen. Wahrnehmung, Adaptation/Abwehrentwicklung, Gedächtniszellenbildung. Durch Adjuvantien verstärkt, aber abebbend im Verlauf.

Hier bleibt es bei der Abwehrentwicklung wesentlich länger stehen, als ob über die gesamte Zeit ein Infekt stattfindet.
Je nach Sichtweise ist das positiv oder negativ zu werten;
ich bin, was unser Immunsystem anbetrifft, eher der vorsichtige Typ, da sich Beispiele wie TNF-alpha Antikörper (Crohn weg, Tbc da) oder die Entwicklung von malignen Zellklonen nach langer Immunsuppression für mich als Beobachter und Arzt als Probleme darstellen, die man auch erst später entdeckt hat, weil unser Immunsystem ein hochkomplexer Bereich ist, den wir IMHO weiterhin nicht komplett überblicken können.

Future_med_student
07.07.2021, 17:11
Hallo liebe Community,
nachdem ich bei einer Hausärztin nach einer Corona-Impfung von J&J gefragt habe, teilte diese mir mit, dass ich gerne eine Impfung von J&J haben könne. Die Überlegung dahinter ist nämlich, dass ich dann nach einer Impfung (stand Heute) bereits als vollständig geimpft gelte und somit Anfang nächsten Monats auf ein Festival (Loveland) in die Niederlande reisen kann ohne mich noch mit Antigenschnelltests herumschlagen zu müssen. Nun ist ja bekannt, dass eine solche Impfung von J&J die sehr seltene Hirnvenenthrombose auslösen kann. Ich frage mich nun, ob die Impfung (bezogen auf den Zweck) eine vernünftige Risikoabwägung darstellt. Die STIKO schlägt die Empfehlung einer Impfung von J&J für Personen im Alter von >60 Jahren vor. Zitat (https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/123696/Johnson-Johnson-Altersbegrenzung-eingezogen-freiwillige-Impfung-moeglich-Freigabe-der-Priorisierung) „Nach ärztlicher Aufklärung und individueller Risikoakzeptanz durch den Patienten soll die Impfung – analog wie bei Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca – auch bei jüngeren Impfwilligen möglich sein. Bin 26 Btw. LG

Nefazodon
07.07.2021, 17:34
@Future_med_student

Solche Fragen sind immer schwierig...bist Du denn männlich oder weiblich? Gehörst Du zu einer Corona-Risikogruppe oder nicht?

Letztlich wirst Du die Risikoabwägung für dich zusammen mit deiner Hausärztin treffen müssen....

Allerdings klingt dein Post auch so, als habest Du dich schon entschieden...

Future_med_student
07.07.2021, 17:44
Ich bin männlich. Nein ich zähle zu keiner Risikogruppe. Hmm, etwas nachdenklich lässt es einen schon werden in Anbetracht der Tatsache, dass einige daran tatsächlich gestorben sind und es nachweislich einen kausalen Zusammenhang gibt zwischen Vektorimpfstoff und Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom, auch wenn das Risiko natürlich sehr sehr klein ist. Von Vorteil wäre es halt schon weil man dann durch ist sozusagen, auf eine HVT hat man dabei natürlich keine Lust…

Kackbratze
07.07.2021, 17:46
Die Frage ist nicht, was Du vom Impfstoff hältst, sondern was Dir das Festival wert ist.

Future_med_student
07.07.2021, 17:55
Guter Einwand, jedoch würde theoretisch auch ein negativer Coronatest ausreichen um den Einlass gewährt zu bekommen. Über ein Wochenende mit Hotelaufenthalt würde man das dann eben alle 24h wiederholen. Also Voraussetzung ist es eben nicht, geimpft zu sein. Jedoch wären es halt zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen eben kein nerviges testen mehr und zum andern der Impfschutz für die Zeit nach dem Festival. Da bei einem mRNA-Impfstoff mehrere Wochen dazwischen sind kommt dieser in Hinblick auf den Antigenschnelltest-Wahnsinn eben nicht in frage, da man sich ja trotz erster Impfung zusätzlich testen lassen müsste. Empfinde ich aber IMHO etwas daneben, da ja die Schutzwirkung nach einmaliger und ausreichender J&J die gleiche ist wie nach erster mRNA Impfung. Wahrscheinlich werde ich den J&J aber nicht verschmähen und einfach hoffen dass ich gesund bleibe.

Nefazodon
07.07.2021, 18:01
Die Frage ist nicht, was Du vom Impfstoff hältst, sondern was Dir das Festival wert ist.

Prinzipiell halte ich es auch für gewagt, gesundheitsrelevante medizinische Entscheidungen von so etwas kurzfristigem abhängig zu machen....
Ich persönlich würde glaub ich eher auf das Festival verzichten bis ich mit einem anderen Impfstoff voll immunisiert bin...

Meiner persönlichen Meinung nach wäre der Impfstoff von J&J aber sicher genug, bzw. das Risiko sehr klein, zumindest als Mann.

Aber wie wichtig ist dir dieses Festival wirklich?
Stell dir vor, Du gehörst doch zu den wenigen mit einer Sinus- oder Hirnvenenthrombose....war es das dann wert?
Stell dir vor, Du fährst hin und steckst dich und andere an, trotz Impfung....war es das dann wert?

Fährt denn sonst noch jemand mit den Du kennst? Und wie ist dessen Impfstatus?

Letztlich musst Du dir die Sache wirklich gut überlegen.

Edit:

Empfinde ich aber IMHO etwas daneben, da ja die Schutzwirkung nach einmaliger und ausreichender J&J die gleiche ist wie nach erster mRNA Impfung.

Wer sagt das denn? Aktuell deuten die Daten ja eher darauf hin, dass die Schutzwirkung gegen Delta deutlich abfällt...(Anmerkung: wahrscheinlich bezogen auf ALLE Impfstoffe, aber eben auch auf die mRNA-Impfstoffe)
Also ich würd mich nicht auf nur eine mRNA-Impfung verlassen...

Future_med_student
07.07.2021, 18:07
Genau deshalb habe ich hier gepostet da meine Entscheidung tatsächlich negative Konsequenzen nach sich ziehen könnte. Die Karte hat mir mein Bruder geschenkt und mich sozusagen eingeladen mit einer Gruppe von ca. zehn Personen hinzufahren. Schlafen in Doppelzimmern. Mein Bruder ist bereits vollständig geimpft aber den Impfstatus der anderen kenne ich nicht. Ich bespreche das nochmal mit der betreffenden Ärztin die impfen müsste denke ich. Natürlich wäre es mir das nicht wert wenn ich an einer HVT erkranken würde…

Relaxometrie
07.07.2021, 20:30
Nun ist ja bekannt, dass eine solche Impfung von J&J die sehr seltene Hirnvenenthrombose auslösen kann.
Laut diesem Artikel (https://www.heise.de/hintergrund/Forscher-entraetseln-spaete-Thrombose-nach-Corona-Impfung-6068797.html?view=print) ist das Risiko für das Auftreten einer SVT bei J&J 10fach niedriger, als bei AstraZeneca.
Ich kann Dir die Entscheidung pro/ contra Festivalbesuch nicht abnehmen, aber vielleicht kann Dir der verlinkte Artikel etwas bei der Entscheidung helfen.

Chriman
07.07.2021, 21:20
Ohne zu wissen wie du so unterwegs bist....
Tatsächlich ist alles an dem Trip risikobehafteter als die Impfung.

1.Anreise zum Festival mit dem PKW -> VU
2.akute Pankreatitis
3.STD
4.substanzassozierte Psychose

alles mögliche Szenarien, alles nichts worüber man sich im Alltag übermäßig Gedanken macht.

Nefazodon
07.07.2021, 21:32
Ohne zu wissen wie du so unterwegs bist....
Tatsächlich ist alles an dem Trip risikobehafteter als die Impfung.

1.Anreise zum Festival mit dem PKW -> VU
2.akute Pankreatitis
3.STD
4.substanzassozierte Psychose

alles mögliche Szenarien, alles nichts worüber man sich im Alltag übermäßig Gedanken macht.

Wie würdest Du denn das Risiko für eine STD auf diesem Festival beziffern? Frage für einen Freund.....:-))
Und wenn man dabei FFP2-Maske trägt???

Edit: Ernsthaft: Artet das jetzt nicht ein bisschen in Whataboutism aus?
Ich denke es ist ein Stück weit normal, dass sich die Menschen Sorgen wegen einer neuen Impfung machen, deren Risiko man nicht kennt...habe ich vor meinen Impfungen auch getan.
Der Unterschied ist: die anderen Risiken glaubt man wenigstens zu kennen, aber das der Impfung ist neu...
Außerdem kommt das Risiko der Impfung on top dazu

Also ich finde die Frage an sich legitim....und ich persönlich mag es nicht, Risiken, die man gar nicht genau benennen kann, pauschal abzuqualifizieren....just my opinion, no offense meant

ehem-user-02-08-2021-1033
07.07.2021, 21:49
Blöde Frage: Wenn Long im ZNS entsteht... Gibt es eigentlich auch intrathekale Antikörper? Wäre eine intrathekale Impfung nicht eine sinnvolle Sache, um Effektiv gegen LongCovid zu schützen?