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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Promotion neben der Arbeit im Krankenhaus möglich? Ratschläge?



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Nefazodon
11.01.2021, 23:43
Ich hab als Externe während des Studiums am Lehrkrankenhaus/Maximalversorger meines Wohnortes (hab nie am Studienort gewohnt) promoviert.
Das war eine große Abteilung und ein OA dort hatte sich auch mal überlegt noch eine Diss zu machen. Er hatte mich damals nämlich was wegen des Ethikantrages gefragt. Ob was draus geworden ist bei ihm weiß ich nicht, wohne nicht mehr dort, aber wenn es nichts geworden ist lag es dann wohl eher am persönlichen Engagement als an meinem Dr. Vater. Der hätte noch genug Themen herzaubern können, außerdem liefen immer parallel noch irgendwelche Studien.

Was das Zeitmanagement angeht, puh... Ja. Während der Arbeit ist es halt nicht so easy. Wobei ich während des Studiums mit kleinem Baby den klinischen Part durchgeführt habe. War auch nicht Ohne, aber es geht schon, steht und fällt mit der Lebenssituation, der persönlichen Motivation und noch 1000 anderen Faktoren. (Die oft auch wenig bis gar nicht beeinflussbar sind)

Ich hab mich zB echt beeilt. 2016 nach dem Physikum begonnen und jetzt dann Ende des Monats erst die Verteidigung... Und diese ganzen Verzögerungen waren echt teils absolut unnötig. Aber naja. Das Licht ist greifbar Nahe.

Viel Erfolg bei der Suche!

@Arrhythmie: Respekt, dass Du das so durchgezogen hast. Also sowohl das Studium mit Kind als auch dann die Promotion.
5 Jahre sind ne lange Zeit, und selbstverständlich rechne ich genau damit. Aber es ist sicherlich schwer, die Motivation so lange aufrecht zu erhalten.
Gerade deswegen missfällt mir der Gedanke auch so, jetzt erstmal wieder in einer Warteposition zu sein, s.o.

Danke für die Erfolgswünsche! Ich hoffe weiter!:-winky

roxolana
12.01.2021, 08:57
Ich weiß, dass die Kollegin ihre Messungen abgeschlossen hat. Wie lange es gedauert hat und ob sie die Doktorarbeit auch fertiggeschrieben hat (das ist ja meistens das größere Hindernis) - das weiß ich nicht.

Arrhythmie
12.01.2021, 09:07
@Arrhythmie: Respekt, dass Du das so durchgezogen hast. Also sowohl das Studium mit Kind als auch dann die Promotion.
5 Jahre sind ne lange Zeit, und selbstverständlich rechne ich genau damit. Aber es ist sicherlich schwer, die Motivation so lange aufrecht zu erhalten.
Gerade deswegen missfällt mir der Gedanke auch so, jetzt erstmal wieder in einer Warteposition zu sein, s.o.

Danke für die Erfolgswünsche! Ich hoffe weiter!:-winky


Man hätte meine Diss in 3 Jahren durchziehen können. 5 Jahre resultierten daraus, dass es Anfangs eine halbe Ewigkeit gedauert hat bis meinem Dr. Vater der Ethikantrag ausreichend gefallen hat, den ich geschrieben habe, dann ging es weiter, dass ich auf das Votum warten musste (hat auch lange gedauert, da Studie mit Kindern und dann alles in 20-facher Ausfertigung etc.)
Die klinischen Untersuchungen liefen erstuanlicherweise am Schnürchen und geschrieben hab ich das Teil in den letzten Semesterferien also täglich (mit "täglich" meine ich 6-8 Stunden am Tag) von Mitte Februar bis Anfang April oder so. Das kann ich wenn man die Zeit hat absolut empfehlen, man ist voll drin, muss sich nicht immer wieder neu einarbeiten. Ich musste ja auch noch die Statistik machen etc.. Das wär nie was geworden mit 2 h am Abend. Ich musst erstmal checken was ich da tue. Hatte von den Statistikern zwar Hilfe aber am Ende hab ich alles selber ausgewertet...
Dann wars fertig, dann noch korrigieren und halt wieder warten und dann am Ende diese halbe Ewigkeit, weil sich meine Gutachter mit der Note nicht einig waren und das Ding in die Konferenz musste.

Colitis ulcerosa
12.01.2021, 10:44
Naja. Ich habe es nebenbei auch gemacht. Ich habe nur gemerkt die Doktorandenstellen werden eher sehr gern an die Studenten vergeben. Ich habe damals zum Glück eine klinische bzw statistische Doktorarbeit geschrieben. Es war sehr umständlich. Zum einen musst du es dir überlegen wie die es zeitlich machst. Ich hatte 3 Monate Berufspause zwischen 2 Stellen gemacht. Mit 12 bis 15 Stunden in der Bib und Archiv. Auch Wochenenden. Hat leider nicht gereicht. Dann noch 4 Wochen Urlaub plus Wochenenden, Feiertage habe ich Daten gesammelt. In den 5 Weiterbuldungstagen spss Kurs besucht..
Ausrechnen ging sehr schnell.
Das Schreiben war sehr mühsam, insbesondere wenn man keinen Zugang zu den wissenschaftlichen Quellen hat. ... Also jedes 2. Wochenende in der Bib. Jeden Tag 5 Sätze schreiben. Ab und zu 10. Es geht.

daCapo
12.01.2021, 16:49
Deshalb fangen die meisten im Studium damit an, kann anstrengend nebenher sein, vor allem wenn man weiter weg wohnt.

Colitis ulcerosa
13.01.2021, 08:36
Genau. Ich musste ca. Stunde 40 Minuten fahren. Nach dem Dienst war es besonders anstrengend. Und immer wieder kam das Schreiben zum Stillstand weil man eine oder andere Quelle brauchte. Alleine die Einleitung zu schreiben hat ca. 2 Jahre gedauert. Plus Treffen mit dem Betreuer, es müsste von den Urlauben und Diensten passen. Plus Doktorvater, Betreuer und ich habe in den Jahren Kinder gekriegt. Fazit. Es geht aber sehr umständlich. Und es kommt viel mehr auf die Organisation und Geduld an...

Lizard
13.01.2021, 08:49
Ich habe meine Diss in ca. 3 Jahren nebenberuflich geschrieben. Innerhalb meiner Abteilung, mit sehr guter Betreuung.
Aber während er Intensivrotation konnte ich gar nicht daran arbeiten. Letztlich hätte es theoretisch auch deutlich kürzer dauern können. Es ist anstrengend, aber wenn man es wirklich will , dann geht das schon.
Ich kann mich dem Tipp möglichst kontinuierlich dranzubleiben, nur anschließen. Sonst muss man sich immer wieder neu einlesen usw. und das kostet unnötig viel Zeit.

Nefazodon
13.01.2021, 12:39
Vielen Dank dafür, dass ihr eure Erfahrungen hier teilt. Immerhin zeigt das, dass es zwar schwierig, aber möglich ist.
Es ist natürlich anstrengend, das ganze neben dem Job zu machen, wie sich wohl jeder denken kann, der schon im Krankenhaus gearbeitet hat. Das ist eben schon so, mit den ganzen Diensten, kein nine-to-five-job.
Rückblickend wäre es sicher besser gewesen, schon während des Studiums mit einer Doktorarbeit anzufangen, aber damals waren meine Mittel eher begrenzt und vor diesem Hintergrund war mir auch das Risiko eines Fehlschlags nach einem eventuellen Freisemester zu hoch...wie gesagt, aus heutiger Sicht würde ich meinem früheren Ich wohl raten es trotzdem zu versuchen.

Aufgrund der bisherigen Schilderungen mit dem Workload....für wie sinnvoll haltet ihr es, das Arbeitspensum auf 75% zu reduzieren um zu promovieren? Macht das evtl.Sinn oder würde man sich hinterher nur um so mehr ärgern, weil man trotzdem genauso langsam vorankommt und aber ja auf Geld verzichtet?

Arrhythmie
13.01.2021, 13:17
Naja, so ganz pauschal kann Dir das hier keiner beantworten, das hängt davon ab, was 75% TZ in deinem Haus/deiner Fachrichtung bedeuten, wieviel Bedeutung Du selber Deinem Privatleben beimisst, inwiefern Du weitere "Verpflichtungen" hast (Partner/Kinder/Hobbies etc...) und noch von etlichen weiteren Faktoren.
Da sind viele ungelegte Eier.
Wo wirst Du promovieren?
Wirst Du "nebenbei" noch irgendwohin pendeln müssen?
Wie gut oder schlecht ist die "Betreuung"?
to be continued

Keine Ahnung. Chillig wird es garantiert nicht. Das ist es ja nichtmal im Studium. Nur hat man da mehr Zeit.

ehem-user-12-02-2021-1343
13.01.2021, 13:38
Ich habe Ähnliches vor wie der TE. Hier kann ich mal kurz wiedergeben, was der Leiter unseres Promovierendenreferats (selbst Hochschullehrer) gesagt hat: Es ist grundsätzlich möglich, kommt aber sehr auf die Betreuung an. Man sollte seiner Meinung nach nicht in einem Feld-Wald-Wiesenkrankenhaus bei einem Chef mit Habil promovieren, der jahrelang nichts mit Forschung zu tun hatte. Ich persönlich denke aber auch, dass es auf das Fach ankommt. Selbst will ich KJP machen, da sind die Arbeitszeiten etwas humaner als z.B. in der Neurochirurgie. Und es gibt in der Chirurgie auch Leute, die neben dem Job promovieren. Möglich sollte es also sein

Muriel
13.01.2021, 17:01
@Stundenreduzierung: Wenn das bedeu, dass Du einen Tag frei hast, dann ja. Offiziell früher jeden Tag Feierabend wird nicht funktionieren und nur zu Frust führen. Am Ende wirst Du mit letzter Variante wahrscheinlich so viele Überstunden kloppen, dass Du Vollzeit da bist, aber nur 75% Weiterbildung anerkannt bekommst. Schlechter Deal.

daCapo
13.01.2021, 18:10
Am Ende wirst Du mit letzter Variante wahrscheinlich so viele Überstunden kloppen, dass Du Vollzeit da bist, aber nur 75% Weiterbildung anerkannt bekommst. Schlechter Deal.

Genau. Überhaupt mögen es Arbeitgeber nicht so in der Weiterbildung 50% oder 75% Stellen zu schaffen.

agouti_lilac
13.01.2021, 18:15
Er ist ja schon Facharzt.
Nichtsdestotrotz denke ich, dass Muriel mit ihrer ersten Aussage recht hat: lieber einen oder Tag/Woche frei. Da kriegt man viel mehr weggeschafft!

Muriel
13.01.2021, 18:59
Ah, FA hatte ich überlesen. Dennoch ist ein freier Tag sicherer und nutzbarer als in der Theorie vielleicht evtl alle fünf Wochen mal pünktlich um drei rauszukommen.

ehem-user-12-02-2021-1343
13.01.2021, 20:11
Gibt es denn jemanden hier, bei dem das geklappt hat? Oder jemanden der jemanden kennt?

Wäre cool, da von Erfahrungswerten zu hören

Um welches Fach geht es bei dir eigendlich?

Muriel
13.01.2021, 21:29
Ich kenne nur ein paar Fälle, bei denen der Chef gleichzeitig der Dr-Vater war und er natürlich wegen eigener Forschung ein Interesse daran hatte, dass es voran geht. Konkrete Situation: Chef eines peripheren Hauses gleichzeitig Leiter eines Aninstitutes der Uni, über das die Projekte liefen. Volle Stelle, von der die eine Hälfte über das Aninstitut, die andere über die Klinik finanziert wurde, Arbeitsplan sah wochenweise Wechsel vor.
Das ist natürlich ein Jackpot und wird eher schwierig zu finden sein.

Colitis ulcerosa
14.01.2021, 19:57
Ich würde es nicht machen. Bei uns gab es grosse Unterbrechungen als der Dv sein Kind gekriegt hat. Danach ich mein Kind. Danach Betreuer. Danach noch mal der Dr. Vater, plus Urlaubstage plus Urlaubstage Statistiker. Dann war Papa krank. In den 5 Jahren ist jede Menge Privatsachen neben den beruflichen Dingen und Promotion passiert. Ist auch richtig so. Das Leben geht weiter.

Nefazodon
15.01.2021, 22:18
Er ist ja schon Facharzt.
Nichtsdestotrotz denke ich, dass Muriel mit ihrer ersten Aussage recht hat: lieber einen oder Tag/Woche frei. Da kriegt man viel mehr weggeschafft!

Ja, das mit dem freien Tag, oder alle 5 Wochen eine freie Woche, sehe ich ähnlich. Auch nach meiner Erfahrung bringt es nichts, offiziell eher gehen zu dürfen. Aber zum Glück, weiß man nach einiger Zeit in der Klinik ja, wie der Hase läuft...

Das mit der Stundenreduktion überleg ich mir noch....gucken, was möglich ist, wenn ich da bin.

Nefazodon
15.01.2021, 22:21
Ich würde es nicht machen. Bei uns gab es grosse Unterbrechungen als der Dv sein Kind gekriegt hat. Danach ich mein Kind. Danach Betreuer. Danach noch mal der Dr. Vater, plus Urlaubstage plus Urlaubstage Statistiker. Dann war Papa krank. In den 5 Jahren ist jede Menge Privatsachen neben den beruflichen Dingen und Promotion passiert. Ist auch richtig so. Das Leben geht weiter.

Ja, das ist definitiv ein Punkt.

Abseits vom Thema Doktorarbeit fand ich die Idee, die Arbeitszeit in der Klinik etwas zu reduzieren, aber schon immer irgendwie reizvoll:-)):-)):-D

Cerclage
21.01.2021, 10:27
@Nefazodon

falls auch nen review für dich infrage kommt, würde ich dir ne Anzeige unserer Börse schicken. Aktiviere gerne mal die Privatnachrichtenfunktion. Angeblich in 12 Monaten durch :-D