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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Lernstrategien im Studium/ Vorklinik



futuremedidoc
10.01.2021, 18:05
Hallo Leute, mit welchen Lernstrategien lernt ihr eigentlich am effizientesten? Ich studiere zwar noch nicht Medizin, aber ich bereite mich gerade für den HamNat vor, indem ich mir in einem Skript Fakten markiere und auswendig lerne. Denkt ihr so lässt es sich auch gut im Studium in Hinblick auf Klausuren lernen, indem man Fakten auf Vorlesungsfolien markiert und dann lernt? Denn mir erscheint es sehr sehr zeitaufwendig, sich selbst Zusammenfassungen zu erstellen. In der Zeit hätte man ja bereits lernen können.
Erzählt mal. :)

LG

Cyclopentan
10.01.2021, 18:59
Also Physik und Chemie waren bei mir bisher einfach Altklausuren kreuzen, da habe ich garnicht wirklich "gelernt", eher geübt. Ja, Zusammenfassungen sind zeitaufwendig, aber v. A. in Physio und BC schreibe ich die trotzdem sehr gerne, da man doch durch das Zusammenfassen ein besseres Verständnis von der Materie bekommt (ist zumindest bei mir so), als wenn man nur die Fakten auswendig lernt. V. A. in BC konnte man durch Verständnis doch viel Fleißaufwand ausgleichen, weswegen ich dort auch immer gut klar gekommen bin, auch wenn es zeitaufwändig ist. Außerdem haben die Zusammenfassungen einen Vorteil: Man kann sie für's Physikum wiederverwenden. In Anatomie bin ich zwar gut klargekommen, aber ein richtig befriedigendes Lernsystem habe ich leider nicht entwickeln können.

Was aber, denke ich, ganz wichtig ist: Lass Dich nicht von anderen von Deinem Lernsystem abbringen, wenn du damit klar kommst. Wenn für Dich markieren gut funktioniert und Du damit gute Leistungen bringst, dann ist es doch super! Ich kenne auch genug, denen bringt es garnichts, Zusammenfassungen zu schreiben. Andere schwören wieder auf Karteikarten, die ich ja abgrundtief verabscheue. :-kotz Das ist glaube ich ganz wichtig im Studium, gerade am Anfang, seinen eigenen Rhythmus unabhängig von den anderen zu finden.

MedicStudy
25.01.2021, 10:59
Ich fasse gerne Vorlesungen für mich selbst handschriftlich zusammen, weil bei mir dann einiges im Gedächtnis hängen bleibt. Für Begriffe verwende ich gerne digitale Karteikarten, damit ich auch unterwegs mal etwas wiederholen kann. Sonst finde ich wie Cyclopentan auch, dass Altklausuren am meisten bringen.

Alex_L
26.01.2021, 15:39
Kommt bei mir sehr aufs Fach an. Bei jedem neuen Fach muss ich ersteinmal herausfinden, wie ich es am besten Lernen kann :D. In Anatomie habe ich viel mit Anki und Complete Anatomy (so ein 3D Atlas am PC) gelernt, während ich in Biochemie mehr oder wenig stupide auswendiggelernt habe. In Physiologie habe ich viel Wert auf Verständnis gelegt und mir aus einem der großen Lehrbücher selbst ein paar study notes am PC gemacht.

Ich mache mir auch gerne selbst Notitzen, das ist zwitaufwendig, aber lohnt sich meiner Meinung nach. Wie schon einer sagte, hilft das Verfassen eigener Notitzen dabei, den Stoff aus einer anderen Perspektive wahrzunehmen als ihn von einer fertigen Zusammenfassung zu lernen. Denn beim Verfassen muss man sich erst einmal überlegen, wie und wo man etwas einordnet, man erstellt sozusagen eine mindmap im Kopf und lernt den Bezug zwischen Dingen zu sehen und auch wiederzuerkennen. Joa und dann versuch ich die Kapitel immer wieder mal während des Semesters zu wiederholen durch active recall, also ich hab ein Thema und schreib einfach in Stichpunkten alles auf, was mir dazu einfällt. Dann schau ich in meine notes und markiere dort alles rot, was ich nicht wusste. Klappt ganz gut für mich.

In Mikrobiologie hab ich mit SketchyMicro gelernt, die Videos waren echt Gold wert und übersichtlicher als die deutschen Pendants.

jette.neu
27.01.2021, 07:20
Hej, neu hier in der Runde :-winky

Hat von euch schon wer mit der Loci-Methode Erfahrungen gesammelt?

futuremedidoc
26.02.2021, 17:29
Da einen die Stoffmenge zu Beginn des Medizinstudiums förmlich erschlägt, wäre es doch sinnvoll, sich während der Klausurvorbereitung die Altklausuren anzusehen, dann einen Lernplan zu erstellen und zuerst die Themen zu lernen, die bisher abgefragt wurden bevor man sich völlig in Details verzettelt oder? Wäre es ebenso ein guter Plan, auf die Vorlesungen zu verzichten (vorausgesetzt, es sind keine Pflichtveranstaltungen und man kann eh nicht viel für sich persönlich aus den Vorlesungen mitnehmen) und in der Zeit mit den zur Vorlesung bereitgestellten Skripten zu lernen ? Dabei würde man doch enorm Zeit sparen oder gibt es dabei einen Haken? Für mich hat es sich schon in der Schulzeit als effizienter erwiesen, direkt mit dem Lernen zu beginnen anstatt ständig Zusammenfassungen zu erstellen. Wie seht ihr das? :)

LG

davo
27.02.2021, 11:06
Jeder lernt anders. Du wirst schon früh genug rausfinden, wie du am besten lernst. Nutze die Zeit bis zum Studienbeginn lieber, um dich zu erholen und an andere Sachen zu denken.

Denn auch hier gilt: Einfach mal abwarten. Es ist völlig sinnlos, dir jetzt schon den Kopf zu zerbrechen über etwas, was du noch gar nicht erlebt hast, was noch gar nicht relevant ist.

futuremedidoc
02.03.2021, 10:24
@davo, mir ging es ja nur darum, zu erfahren, ob es dabei einen Haken gibt. Da viele Professoren ja ihre Vorlesungsfolien zur Verfügung stellen, kann man sich doch die Vorlesung dazu ersparen und könnte direkt mit dem Lernen starten, oder? Ich meine, man würde ja enorm an Zeit sparen. Ich möchte nicht erst beim Lernen in eine falsche Richtung laufen oder mich total verzetteln. Verstehst du, was ich meine? :)

Guschdel
02.03.2021, 10:49
@davo, mir ging es ja nur darum, zu erfahren, ob es dabei einen Haken gibt. Da viele Professoren ja ihre Vorlesungsfolien zur Verfügung stellen, kann man sich doch die Vorlesung dazu ersparen und könnte direkt mit dem Lernen starten, oder? Ich meine, man würde ja enorm an Zeit sparen. Ich möchte nicht erst beim Lernen in eine falsche Richtung laufen oder mich total verzetteln. Verstehst du, was ich meine? :)

Aber da hat Davo schon ganz recht. Jeder lernt anders. Kommilitonen von mir schwören auf Vorlesungen, andere kommen damit gar nicht zurecht, lernen lieber die Sachen direkt für sich und besuchen keine Vorlesungen. Das ist so individuell und da muss einfach jeder seinen Weg finden.
Zerbrich dir nicht so sehr den Kopf. Genieß die Zeit, bis es anfängt und dann schaust du, wie du am besten zurecht kommst. Und manchmal muss man auch erst ,,in die falsche Richtung laufen'', um dann festzustellen, was eigentlich die richtige Richtung ist ;-)

nie
02.03.2021, 11:25
@davo, mir ging es ja nur darum, zu erfahren, ob es dabei einen Haken gibt. Da viele Professoren ja ihre Vorlesungsfolien zur Verfügung stellen, kann man sich doch die Vorlesung dazu ersparen und könnte direkt mit dem Lernen starten, oder? Ich meine, man würde ja enorm an Zeit sparen. Ich möchte nicht erst beim Lernen in eine falsche Richtung laufen oder mich total verzetteln. Verstehst du, was ich meine? :)

Nicht immer sind Vorlesungsfolien so aussagekräftig, dass man damit was anfangen kann wenn man nicht in der Vorlesung war (und manchmal hilft es nichtmal wenn man in der Vorlesung anwesend war).
In Vorlesungen wird auch immer einiges erzählt, was nicht auf die Folien steht.

Die Gefahr, dass du dich verzettelst, besteht meiner Meinung nach jetzt schon weil du dir Monate vor dem Studiumstart schon alle erdenklichen Szenarien zerdacht hast und dich in irgendwelchen Theorien verlierst ohne auch nur einen Tag studiert zu haben.
Geh einfach hin und schau wie es wird. Du kannst du dir im Vorfeld nur so viele Gedanken machen und Ratschläge einholen, du wirst nie auf alle Eventualitäten vorbereitet sein.

Ich hatte genau 48 Stunden von Zulassung bis Studiumsbeginn und bin dennoch gut durchgekommen. Man kann nicht immer alles im Vorraus planen. Manchmal muss man auch einfach mal machen und schauen wie es so wird. Keiner weiß, was du für ein Lerntyp bist und was für dich gut funktioniert. Menschen sind unterschiedlich und was den Einen erfolgreich durchs Studium bringt, ist für den Anderen genau das Falsche.

futuremedidoc
02.03.2021, 11:49
Danke für eure Antworten! :D
Ihr habt ja recht. Da bleibt mir nichts anderes übrig als einfach nur abzuwarten und alles auf mich zukommen zu lassen. :)
Solche Gedanken entstehen, wenn man zu viel Zeit hat ...

Choranaptyxis
02.03.2021, 12:02
Nicht immer sind Vorlesungsfolien so aussagekräftig, dass man damit was anfangen kann wenn man nicht in der Vorlesung war (und manchmal hilft es nichtmal wenn man in der Vorlesung anwesend war).
In Vorlesungen wird auch immer einiges erzählt, was nicht auf die Folien steht.

Meine Erfahrung war: es gibt Folien, da braucht man nichts mehr dazu und kann sie einfach lernen. Es gibt Folien, die sind mit Vorlesung zusammen super (weil man sie dann komplett versteht und nutzen kann). Es gibt Folien, die kann man auch mit Vorlesung nicht gebrauchen, aber die Vorlesung selbst ist gut. Es gibt Vorlesungen, die nützen in keinerlei Hinsicht etwas, genauso wenig wie die Folien dazu (maximal noch um das Thema zu wissen).Und natürlich gibt es den Fall, dass keine Folien zur Verfügung gestellt werden. Und dann gibt es noch sämtliche Variationen. z.B. sind die Folien in GTE bei uns ausführlich, aber der Prof gibt manche Infos, speziell für die kommende Klausur nur in der Vorlesung preis (natürlich nicht mit Hinweis), damit man für die 1 in die Vorlesung kommen muss.
Von daher kann man das eh nicht planen.