Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erhöhen die "Dienste" das Krebs- und Diabetesrisiko?
Hast du dich von den Diensten befreien lassen oder machst du einen Teil ambulant? 2-3 Dienste im Monat ist natürlich ein Traum. Kenne Leute die machen 6-8
Ich habe mich nicht befreien lassen, ich arbeite im 3-Schicht-System. Wir sind halt eine riesige Abteilung, hier sind 4 Dienste das absolute Maximum. Meist sind es eher 2 oder 3.
Bin jetzt Anfang 30, mal sehen wie lange ich den Schichtdienst noch wegpacke.
Hoppla-Daisy
22.01.2021, 21:35
Ich bin übrigens auf dem Weg zur 53..... mit gesundheitlichen Einschränkungen ;-). Und jo, mit knapp 40 fand ich Dienste zwar teilweise anstrengend, aber es ging noch irgendwie. Änderte sich dann aber ziemlich rasch und wurde seitdem peu à peu nur noch schlimmer. Dass Schlafmangel im Dienst eine probate Foltermethode bzw. massive Schlafstörungen die Gesundheit enorm schädigen können, wird keiner abstreiten. Hat mich aber wie gesagt mit Anfang 40 auch noch nicht gejuckt ;-).
ehem-user-12-02-2021-1343
22.01.2021, 21:45
Ich bin übrigens auf dem Weg zur 53..... mit gesundheitlichen Einschränkungen ;-). Und jo, mit knapp 40 fand ich Dienste zwar teilweise anstrengend, aber es ging noch irgendwie. Änderte sich dann aber ziemlich rasch und wurde seitdem peu à peu nur noch schlimmer. Dass Schlafmangel im Dienst eine probate Foltermethode bzw. massive Schlafstörungen die Gesundheit enorm schädigen können, wird keiner abstreiten. Hat mich aber wie gesagt mit Anfang 40 auch noch nicht gejuckt ;-).
Warum haust du da nicht ab und zeigst der Klinik den Finger? Machst du ein seltenes Fach? Du könntest doch auch ambulant tätig werden, ohne dich selbstständig zu machen. Z.B: in einem MVZ.
Jukka666
23.01.2021, 11:12
Also bei uns ist es zum Beispiel so:
Wir sind eine kleine Anästhesieabteilung und bei uns machen alle Kollegen Bereitschaftsdienste. Unter der Woche von zwölf bis 8:00 Uhr des nächsten Tages und am Wochenende 24 Stunden. Das betrifft auch die Oberärzte und sogar unser Chef macht (freiwillig allerdings) ein bis zwei Dienste im Monat (damit er „fit bleibt“ wie er sagt).
Alle unsere Oberärzte sind über 50, der Chef ist über 60. nur eine Kollegin mit Zustand nach Herzklappenoperation hat sich neulich vom Dienst befreien lassen.
Ohne BD der OÄ würde unser Dienst auch zusammenbrechen, da wir jetzt bereits schon regelhaft 4-5 im Monat machen.
Früher war ich an einem maximalVersorger, Jene Dienste könnte ich mir jetzt nicht mehr vorstellen, wo man 24 Stunden wirklich durchgearbeitet hat. Jetzt kann ich mich auch mal nachts mal hinlegen.
Aber es ist schon so, dass das bei meinen älteren Kollegen an die Substanz geht.
Anne1970
24.01.2021, 10:39
Lobenswert.
Jukka666
24.01.2021, 17:29
Lobenswert.
Ernst gemeint? Ich find unsere Verhältnisse nicht mal so erstrebenswert.. :-)
Nicht die Dienstbelastung, sondern die Tatsache, dass man als +60jähriger Chef oder OA noch Dienste machen muss (soll/darf/will).
Ich als jüngerer Kollege hätte null Probleme damit, wenn unsere OÄ aus gesundheitlichen Gründen sich befreien lassen. Unsere Geschäftsführung ist das Problem: keine Nachfolger werden eingestellt, keine jüngeren Kollegen die dienstfähig wären etc. Stattdessen sollen wir die VKA-Tarifgrenze von durchschnittlich 4 Diensten "ausreizen". und da alles nur im 6 Monats-Schnitt gilt, wird an allen Ecken und Enden getrickst. Und damit wir nicht 5 oder 6 Diente machen, machen die älteren eben mit.
Anne1970
24.01.2021, 17:41
„Lobenswert“, dass der Chef mitmacht. Eure schwierige Dienstsituation war nicht gemeint.
Trendafil
24.01.2021, 21:53
Puh, hoffentlich bereue ich die Aussage nicht, aber ich find Dienste momentan eigentlich ganz nett.
Wir haben 4-5 24h-Dienste pro Monat. Da betreuen wir (Innere) 4 Stationen und nehmen neue Patienten von der ZNA auf. Wir haben, so wäre Corona nicht, ein Arbeitszeitgesetz, das nur 55h/Woche in einem Durchrechnungszeitraum erlaubt. Sprich wir werden eugentlich sehr konsequent zum Zeitausgleich angehalten. Der Verdienst ist ganz gut dafür, finde ich, aber meine Ansprüche zielen auch mehr auf eine gute work life balance ab, als auf das große Geld.
BEs und Viggos erledigt hier (Ö) die Pflege, wir haben tagsüber eine Stationssekretärin und eine Stationsleitung, die zusammen alles organisatorische übernehmen und Kurzarztbriefe vorschreiben.
Erwähnenswert ist aber, dass ich nur Turnusarzt bin. Die Innere Assistenten besetzen noch die ZNA, die Intensivstation und haben wesentlich mehr Verantwortung als ein Turnusarzt.
Hier ist es so, dass man sich eher um die Dienste "streitet". Momentan sind wir okay besetzt. Könnte schlimmer sein.
Das könnte ich glaube ich schon noch ein paar Jährchen mitmachen. Trotz nicht-banaler Vorerkrankungen
QuovadisMedizin
24.01.2021, 22:37
Meine Erfahrung:
Nach 10 Jahren 4-8 Nachtdienste / Wochenende/ Feiertagsdienste im Monat im Akutkrankenhaus / Innere/ Intensivstation vollkommen am Rad gedreht, einschlafen war in einem 4 er Nachtdienstblock nach der Nachtarbeit ohne Zopiclon nicht mehr möglich. Nach 1 Jahr in diesem Zustand die Reissleine gezogen und gekündigt, dann OA Stelle ohne Dienste angenommen. Seitdem schlaf ich wie ein Baby 🍼 - ohne Zopiclon. Aber ja, wenn man 1 Jahr lang nach dem Nachtdienst Zopiclon nehmen muss, erst 3,75, dann 7,5 mg dann 15 mg um schlafen zu können um Abends wieder Dienst machen zu können...muss man die große Gefahr der Abhängigkeit erkennen und was tun. Einmal und nie wieder - Finger weg, Teufelszeug!
ehem-user-12-02-2021-1343
24.01.2021, 22:51
Puh, hoffentlich bereue ich die Aussage nicht, aber ich find Dienste momentan eigentlich ganz nett.
Wir haben 4-5 24h-Dienste pro Monat. Da betreuen wir (Innere) 4 Stationen und nehmen neue Patienten von der ZNA auf. Wir haben, so wäre Corona nicht, ein Arbeitszeitgesetz, das nur 55h/Woche in einem Durchrechnungszeitraum erlaubt. Sprich wir werden eugentlich sehr konsequent zum Zeitausgleich angehalten. Der Verdienst ist ganz gut dafür, finde ich, aber meine Ansprüche zielen auch mehr auf eine gute work life balance ab, als auf das große Geld.
BEs und Viggos erledigt hier (Ö) die Pflege, wir haben tagsüber eine Stationssekretärin und eine Stationsleitung, die zusammen alles organisatorische übernehmen und Kurzarztbriefe vorschreiben.
Erwähnenswert ist aber, dass ich nur Turnusarzt bin. Die Innere Assistenten besetzen noch die ZNA, die Intensivstation und haben wesentlich mehr Verantwortung als ein Turnusarzt.
Hier ist es so, dass man sich eher um die Dienste "streitet". Momentan sind wir okay besetzt. Könnte schlimmer sein.
Das könnte ich glaube ich schon noch ein paar Jährchen mitmachen. Trotz nicht-banaler Vorerkrankungen
Das klingt insgesamt positiv. 4-5 Dienste finde ich auch ok.
Puh, hoffentlich bereue ich die Aussage nicht, aber ich find Dienste momentan eigentlich ganz nett.
Wir haben 4-5 24h-Dienste pro Monat. Da betreuen wir (Innere) 4 Stationen und nehmen neue Patienten von der ZNA auf. Wir haben, so wäre Corona nicht, ein Arbeitszeitgesetz, das nur 55h/Woche in einem Durchrechnungszeitraum erlaubt. Sprich wir werden eugentlich sehr konsequent zum Zeitausgleich angehalten. Der Verdienst ist ganz gut dafür, finde ich, aber meine Ansprüche zielen auch mehr auf eine gute work life balance ab, als auf das große Geld.
BEs und Viggos erledigt hier (Ö) die Pflege, wir haben tagsüber eine Stationssekretärin und eine Stationsleitung, die zusammen alles organisatorische übernehmen und Kurzarztbriefe vorschreiben.
Erwähnenswert ist aber, dass ich nur Turnusarzt bin. Die Innere Assistenten besetzen noch die ZNA, die Intensivstation und haben wesentlich mehr Verantwortung als ein Turnusarzt.
Hier ist es so, dass man sich eher um die Dienste "streitet". Momentan sind wir okay besetzt. Könnte schlimmer sein.
Das ist allerdings Ö. In DE läuft es bekanntermaßen anders mit der Verteilung von Aufnahmen und Organisation.
Ein Großteil der Stationsarbeit und auch Arbeit im Dienst würde wegfallen, wenn Briefe, BE, Viggo oder sogar Erstgabe Antibiose übernommen werden. Grundsätzlich macht das ja auch Sinn: Die Viggo ist para, die Antibiose oder XYZ muss laufen um 23:00, schnell den Zugang selbst legen anstatt jmd. anzurufen, der in der Notaufnahme bei einem akuten Problem ist und vllt erst in 3h kommt. Es ist 20:00 Uhr die 2. Chemo und die Bluttransfusion müssen noch ran.
Es gab immer wieder so Phasen, wo neue Leute kamen, die wollten dann alle Dienste. Und meist löste sich das dann wieder, weil a) die Dienste doch nicht so toll sind auf die Dauer oder b) die Leute wieder gehen.
In Österreich war das vor sieben Jahren auch noch so üblich. Niemand hätte sich gedacht, dass sich das je ändern würde. Es hat sich dennoch geändert.
Es gibt also durchaus Hoffnung, dass sich das auch in Deutschland noch ändern kann/wird.
ehem-user-12-02-2021-1343
24.01.2021, 22:58
Ist die Pflege in Ö auch so unterbesetzt und abgebrannt/frustriert wie in D? Obwohl die Pflege in D viele Aufgaben "abgeben" hat, sind die doch quasi nur am schuften (meine Erfahrung). Stress ohne Ende und dann noch rauchen wie ein Schlot (einige). Das hält man doch nicht bis zur Rente durch
Puh, hoffentlich bereue ich die Aussage nicht, aber ich find Dienste momentan eigentlich ganz nett.
Wir haben 4-5 24h-Dienste pro Monat. Da betreuen wir (Innere) 4 Stationen und nehmen neue Patienten von der ZNA auf. Wir haben, so wäre Corona nicht, ein Arbeitszeitgesetz, das nur 55h/Woche in einem Durchrechnungszeitraum erlaubt. Sprich wir werden eugentlich sehr konsequent zum Zeitausgleich angehalten. Der Verdienst ist ganz gut dafür, finde ich, aber meine Ansprüche zielen auch mehr auf eine gute work life balance ab, als auf das große Geld.
BEs und Viggos erledigt hier (Ö) die Pflege, wir haben tagsüber eine Stationssekretärin und eine Stationsleitung, die zusammen alles organisatorische übernehmen und Kurzarztbriefe vorschreiben.
(...)
Hier ist es so, dass man sich eher um die Dienste "streitet". Momentan sind wir okay besetzt. Könnte schlimmer sein. Ohhhh, klingt ziemlich nice und macht ganz spontan Lust, mich mal zu informieren wie das wäre für eine Zeit nach Ö zu gehen. Hast du vor nach Deutschland zurückzukommen und eine Weiterbildung hier in Deutschland zu beenden?
In Österreich war das vor sieben Jahren auch noch so üblich. Niemand hätte sich gedacht, dass sich das je ändern würde. Es hat sich dennoch geändert.
Es gibt also durchaus Hoffnung, dass sich das auch in Deutschland noch ändern kann/wird.
Ja? Glaube ich nicht.
Das Pflegepersonal möchte das hier zu großen Telilen nicht machen und hat auch nicht die Ausbildung (mehr) dafür.
ehem-user-12-02-2021-1343
24.01.2021, 23:04
Das Pflegepersonal möchte das hier zu großen Telilen nicht machen und hat auch nicht die Ausbildung (mehr) dafür.
Aber Bette und Schränke putzen kann doch auch nicht befriedigen
Aber Bette und Schränke putzen kann doch auch nicht befriedigen
Nee das macht der putzdienst, je nach Krankenhaus übrigens sehr unterschiedlich. Ebenso wie Schränke und Betten. Bei uns ist ein großer Teil noch Erstausstattung (70er Jahre).
Letztendlich muss die Pflege selbst entscheiden wohin sie wollen und was sie tun möchten. Ich war jetzt eher auf Stationen mit Pflege, die oft 10-20 Jahre da war. Die anderen 50%wechselt öfters. Frustration ja, grenzwertig.
pineapple
25.01.2021, 07:52
Unsere Pflege darf Blut abnehmen. Aber sie macht es regelmäßig nicht. Offiziell wäre es zu 50% ihr Job, zu 50% unserer. Dass sie auch noch Viggo-Legen übernehmen wollen würden, glaube ich nicht. Die sind genauso ausgelastet
Ich sehe in meiner Klinik durchaus Tendenzen zu „österreichischen Verhältnissen”. Hier wird bereits sehr viel delegiert, nicht nur an die Pflege sondern auch an Schreibkräfte/Case Manager/Transportdienste/Blutabnahmedienst etc. Ich habe hier auch noch nie eine Antibiose selbst anhängen müssen. In der ZNA legt junges wie auch älteres Pflegepersonal die Viggos selbst und nimmt das Blut ab. Manchmal hab ich auf Station auch Poolpflegekräfte, die auch in der ZNA arbeiten, die legen mir auch auf Station die Viggo selbst.
Da ist natürlich noch viel Luft nach oben aber zumindest in meiner Klinik ist das durchaus Potential.
escitalopram
25.01.2021, 09:08
Ist die Pflege in Ö auch so unterbesetzt und abgebrannt/frustriert wie in D? Obwohl die Pflege in D viele Aufgaben "abgeben" hat, sind die doch quasi nur am schuften (meine Erfahrung). Stress ohne Ende und dann noch rauchen wie ein Schlot (einige).
Es hängt sicherlich vom Fach und Haus ab, aber meine Güte. Zeit zum gemeinsamen Frühstück ist immer da und währenddessen wird man ungerne gestört, zwei gemütliche (Betonung liegt auf "gemütlich") Übergaben und natürlich Raucherpausen sind definitiv drin. Was man nicht "geschafft" (Rauchen und Frühstück sind letztendlich oberste Priorität) hat, übernimmt der folgende Dienst.
Powered by vBulletin® Version 4.2.3 Copyright ©2026 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.