Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gehalt & Gehaltsverhandlung - Angestellter Arzt Augenheilkunde (konservativ)
Leucovorin
26.01.2022, 20:31
Verdient eigentlich der Inhaber/Gesellschafter eines durchschnittlichen inhabergeführten MVZ´s an den angestellten Ärzten? Oft liest man ja, dass angestellte Ärzte maximal die zusätzlich Kosten wieder reinholen. Ich meine das jetzt nicht nur im Bezug auf Augenheilkunde sondern auch für nicht operative Fachrichtungen.
Wer verbreitet denn sowas ? :-angel
Thomas24
26.01.2022, 22:13
Wie jeder andere Unternehmer stellt auch der Inhaber einer Arztpraxis Mitarbeiter nur aus Nächstenliebe ein. Je mehr Mitarbeiter desto mehr Nächstenliebe.
Hihihi... ganz genau :-D.
Wer verbreitet denn sowas ? :-angel
Jedes vierte MVZ ist defizitär. Kann sich für (Klinik-) Betreiber dennoch unter dem Strich lohnen, weil die MVZ an sich zwar defizitär sind, aber in erster Linie dazu benutzt werden, um stationäre Einweisungen, Ops etc. zu indizieren und für das Mutterhaus zu generieren. Das defizitäre MVZ wird dann querfinanziert vom Betreiber/Konzern.
ehem-user-07-02-2022-0851
26.01.2022, 22:22
Hihihi... ganz genau :-D.
Jedes vierte MVZ ist defizitär. Kann sich für (Klinik-) Betreiber dennoch unter dem Strich lohnen, weil die MVZ an sich zwar defizitär sind, aber in erster Linie dazu benutzt werden, um stationäre Einweisungen, Ops etc. zu indizieren und für das Mutterhaus zu generieren. Das defizitäre MVZ wird dann querfinanziert vom Betreiber/Konzern.
Aber wie sieht das für inhabergeführte MVZ´s (Inhaber als Vertragsarzt plus angestellte Ärzte) aus? Lohnt sich so ein MVZ finanziell? Gut, man muss immer den Einzelfall betrachten, aber laut MVZ-Panel und vielen Stellungnahmen von Medizinökonomen lohnt es sich wohl nicht Ärzte anzustellen, da die dadurch entstehenden Zusatzkosten (Kassensitz, Raum,evtl. Geräte, med. Personal) genau so hoch sind, wie der Mehrumsatz. Oder sogar höher. Die Zahlen im MVZ-Panel sind schon sehr niedrig. Deshalb frage ich mich, warum Praxisinhaber diesen Weg gehen. Auch die Wochenarbeitszeit des Inhabers geht dadurch nicht runter
Jedes vierte MVZ ist defizitär. Kann sich für (Klinik-) Betreiber dennoch unter dem Strich lohnen, weil die MVZ an sich zwar defizitär sind, aber in erster Linie dazu benutzt werden, um stationäre Einweisungen, Ops etc. zu indizieren und für das Mutterhaus zu generieren. Das defizitäre MVZ wird dann querfinanziert vom Betreiber/Konzern.
Du hast nur eine Richtung erwähnt: die Zuweisung zum Krankenhaus. Aber auch andersrum geht und kann lukrativ sein. Vorstationäre Untersuchungen, Nachstationäre Untersuchungen, Routinekontrollen nach einer OP alle 3 Monate (ups, das ist ja genau ein Quartal und damit die Abrechnungspauschale im ambulanten Sektor) usw usw...
Und wenn man das richtig aufteilt, also dass Oberärzte einfach mal einen Tag die Woche im MVZ arbeiten oder so, dann können die sich da super um die Patienten der Klinik kümmern...
Auch die Wochenarbeitszeit des Inhabers geht dadurch nicht runter
Weißt du das oder ist das deine Behauptung? Es gibt auch MVZ-Inhaber die genau sowas wollen.
ehem-user-07-02-2022-0851
27.01.2022, 00:37
Weißt du das oder ist das deine Behauptung? Es gibt auch MVZ-Inhaber die genau sowas wollen.
Das geht aus den o.g. Publikationen hervor. Man findet im Ärzteblatt auch einiges dazu. Es geht nicht um einen Inhaber, der seinen Sitz teilt bzw. sich einen angestellten Arzt zur Entlastung/Praxisnachfolge anstellt, sondern um inhabergeführte MVZ/Praxen die Sitze erwerben und darauf weitere Ärzte anstellen. Laut MVZ-Panel beträgt der mediane Jahresüberschuss je MVZ-Inhaber 37000 Euro. Das ist deutlich weniger als ein Assistenzarzt im 1. Jahr bekommt. Auch im MVZ angestellte Ärzte werden sicherlich nicht für 37k arbeiten. Deshalb frage ich, warum Inhaber viel Geld in Sitze, zusätzliche Räume, zusätzliches Personal investieren, damit ein extrem hohes Risiko eingehen, obwohl sich das finanziell bzw. arbeitszeittechnisch nicht rentiert
ehem-user-07-02-2022-0851
27.01.2022, 00:45
Hier nochmal ein interessanter Artikel aus dem medical Tribute
Die Einschätzung der KBV, dass die Überschüsse durch angestellte Vertragsärzte bescheiden bleiben, teilt Allgemeinarzt Dr. Günter Spatz. Er ist mit Kollegen an drei Standorten in Bremen aktiv: Fast 20 Ärzte – vier davon in Weiterbildung, die anderen je zur Hälfte Selbstständige und Angestellte – behandeln rund 10 000 Fälle pro Quartal.
Wenn sich der Chef reinhängt, läuft der Laden.
Die Praxis, in der er selbst vor Ort ist, laufe gut, erzählt er. In den beiden Dependancen sei es „schwierig“; in den ersten Jahren sei ihr Betrieb defizitär. Sein Eindruck ist: Wo sich ein Chef im Betrieb „voll reinhängt“, läuft der Laden. Passiert das nicht, kann es dauern, bis die Praxis auf einen grünen Zweig kommt. Denn angestellte Ärzte verhalten sich anders als selbstständige.Der Betrieb einer Praxis mit angestellten Ärzten sei ein Risiko, betont der Hausarzt. Man muss die geeigneten Leute finden – und wenn diese wieder abspringen, drücken die Kos-ten der anderen laufenden Verträge (Miete, Personal). Wenn seine Investitionen plus/minus null aufgehen, sei er schon zufrieden, sagt Dr. Spatz. Ihm ist wichtig, dass die Patientenversorgung in den Stadtteilen gesichert ist.[/I]
Thomas24
27.01.2022, 16:57
Du hast nur eine Richtung erwähnt: die Zuweisung zum Krankenhaus. Aber auch andersrum geht und kann lukrativ sein. Vorstationäre Untersuchungen, Nachstationäre Untersuchungen, Routinekontrollen nach einer OP alle 3 Monate (ups, das ist ja genau ein Quartal und damit die Abrechnungspauschale im ambulanten Sektor) usw usw...
Und wenn man das richtig aufteilt, also dass Oberärzte einfach mal einen Tag die Woche im MVZ arbeiten oder so, dann können die sich da super um die Patienten der Klinik kümmern...
Stimmt. Wobei das evtl. in deinem Fach interessanter wäre, als für mein Fach. In meinem Fach findet nicht mehr viel im stationären Sektor statt (zumindest sind viele der stationären Geschichten einfach wirtschaftlich nicht besonders interessant, siehe Strabologie etc.), das gilt für den Eingriff als solchen, aber auch für die prä- und postoperative Nachsorge (niedrige Bewertung im EBM). Deswegen hab ich es mal unerwähnt gelassen.
MediMedi88
14.03.2022, 05:56
Hallo zusammen,
Ich brauche eure Hilfe, was sagt Ihre Erfahrung für Eine Stelle mit OP-Ausbildung bei Eckert Augenzentrum??
Weißt ihr wo noch kann mann Stelle mit OP-Ausbildung außer Kliniken finden kann?
Ist es stressig bei Eckert zu arbeiten?
Wieviel Patienten bestellen sie am langen Tag? 60/70/80/90 ??
Vielen Dank und Liebe Grüße
Feuerblick
14.03.2022, 06:26
Die Frage hatten wir hier schon. Sollte mit der Suchfunktion zu finden sein.
Generell: Erst mindestens zwei Jahre Klinik - danach kannst du dir überlegen, wo du operieren lernen möchtest.
Unter 70 Patienten pro Arzt für einen ganzen Tag dürfte so ein „Zentrum“ wohl kaum liegen.
MediMedi88
14.03.2022, 06:56
Die Frage ist für frischgebackener Facharzt :)))
Weiterbildung habe ich schon 5 Jahre in einer Klinik absolviert, und ich möchte nicht mehr in Klinik bleiben.
Ich suche nach eine Stelle jetzt in einer Augenzentrum, wo mann im Vergleich mit Klinik etwas besser Gehalt bekommen kann und langsam Cat-Op lernen kann.
Feuerblick
14.03.2022, 07:21
Wie gesagt: Meines Wissens gab es schon mal eine Frage (und Antworten) zu diesem Augenzentrum.
Hallo, ich arbeite im Augencentrum Mönchengladbach - Erkelenz. Das gehört zur Ober Scharrer Gruppe. In unserem Zentrum bekommen die jungen Kollegen eine strukturierte OP Ausbildung. Und nach den Ergebnissen zu urteilen, ist diese Ausbildung sehr gut. Wir haben 5 verschiedene Standorte im Umkreis. Unter Patientenmangel leiden wir nicht... Die Zeittaktung der Patienteneinbestellung beträgt 10 Minuten. Dazu können aber schon mal Notfallpatienten dazu kommen. Organisatorisches, Voruntersuchungen und Schreiben! wird von den MFAS übernommen. Liebe Grüße joggi
Hi, ich hab über die Hälfte meiner WB-Zeit in Auge in einer Klinik hinter mir und bin am überlegen, wo ich mich in Zukunft langfristig sehe: konservativ vs. operativ, definitiv angestellt. Ich habe vllt die Möglichkeit, gegen Ende der WB in meiner Klinik operativ (Phakos) angelernt zu werden, müsste demnach aber meine gesamte WB-Zeit und dann darüber hinaus (mind. 3 Jahre?) in diesem einen Haus verbringen.
Operieren macht schon Spaß (die kleinen Sachen, die man bisher machen durfte), aber ich bin unsicher, ob sich dieser lange Ausbildungsweg zum Operateur lohnt (Bindung an die Klinik, viele Jahre lernen bis man gut ist um ambulant extern zu operieren, wahrscheinlich Vordergrund-Dienste (kein Hintergrund!!), Klinikstress, Zusatzaufgabrn vom Chef etc.)
In Praxen in Umgebung (Berlin) habe ich aus Erfahrungen von Kollegen erfahren, dass die leeren Versprechungen aus den Verhandlungsgesprächen idR nicht gehalten werden u man hingehalten wird, sodass für eine Op-Ausbildung eher keine guten Alternativen zur Verfügung stehen.
Wie einige hier im Forum bin ich auch der Meinung, dass es am Ende ein Job ist, mit dem man seine Familie versorgt, und würde meine Entscheidung wahrscheinlich davon abhängig machen, wie groß der finanzielle Nutzen eines operativen Karrieweges im Vergleich zum Konservativen ist.
Weiß jemand in welchen Dimensionen sich die Gehaltsverhandlungen für eine konservative fachärztliche Tätigkeit im Angestelltenverhältnis im Raum Berlin bewegen? Sind da diese 120k/Jahr als Einstiegsgehalt nach Abschluss der Facharztprüfung realistisch?
Wie sieht es denn grundsätzlich aus beim Gehalt eines Operateurs vs. konservativ - ich war immer der Meinung, dass Operateure deutlich mehr verdienen als die rein konservativen (von denen gibt es auch mehr), aber nun hab ich gehört, dass beide ähnlich im Lohn sind (bei beiden 180k-200k möglich). Vorausgesetzt der konservative sieht entsprechend viele Patienten am Tag, igelt und macht Umsatz, aber muss garnichts „Besonderes“ mitbringen (zB Spezialisierungen).
Was kann man so ungefähr als Einstiegsgehalt eines angestellten Operateurs (Phakos 10-15 min, IVIs, keine ppVs) mit mind. 1000-2000 Phakos erwarten (Berlin?)?
Thomas24
07.02.2023, 11:18
Angestellter FA, frisch nach der Prüfung,keine Praxiserfahrung? 120 k/anno sind möglich, wobei in Berlin und HH tendenziell etwas weniger gezahlt wird (Grundgehalt eher Richtung 9K/Monat, plus Igel), als in der Peripherie, einfach, weil mehr Leute in diesen Metropolen arbeiten wollen, was den Preis drückt. In der Peripherie sind für rein konservative eher 120 - 140 k/anno üblich. Bei 150 k/anno ist ein harter Cut, darüber hinaus wird man in der Anstellung als rein konservativer selten kommen, man muss dann eher Teilhaber sein, um mehr als 150 k zu schaffen.
Operativ: 140 k bis 160 K zum Einstieg. Nach oben ist -in der Anstellung- ohne besondere Konstellationen (Teilhaber/Gesellschafter, bzw. High Volume Operateur in einem entsprechenden Setting) bei 230 bis 250 k/anno das Ende der Schallmauer erreicht. Da OSG, Artemis, Sanoptis und Co jede Menge "angebrütete" Operateure mit nur wenig Erfahrung (unter 3.000 Phakos) auf den Markt werfen, erwarte ich, dass hier eine gewisse Sättigung und eine Stagnation der Einkommensperspektive der Angestellten auftreten wird.
Kathy234
07.02.2023, 11:29
Operativ: 140 k bis 160 K zum Einstieg. Nach oben ist -in der Anstellung- ohne besondere Konstellationen (Teilhaber/Gesellschafter, bzw. High Volume Operateur in einem entsprechenden Setting) bei 230 bis 250 k/anno das Ende der Schallmauer erreicht. Da OSG, Artemis, Sanoptis und Co jede Menge "angebrütete" Operateure mit nur wenig Erfahrung (unter 3.000 Phakos) auf den Markt werfen, erwarte ich, dass hier eine gewisse Sättigung und eine Stagnation der Einkommensperspektive der Angestellten auftreten wird.
Eine etwas unbeholfene Frage, aber wie lange braucht man theoretisch, um mehr als 3000 Phakos gemacht zu haben? (Schätzungsweise)
Und zählen nur die, die man ab FA gemacht hat, oder auch die, die man als Assistenzarzt gemacht hat?
Anne1970
07.02.2023, 12:49
Bitte hiermit aus gegebenen Anlass um Rückkehr zum Thema.
Es geht um Gehaltsverhandlungen, wie der Titel sagt. Es gibt noch einen speziellen Augenarzt-Thread. Da können sicher auch Fragen von Studierenden beantwortet werden.
Gruß Anne1970
MediLearn-Mod.
Powered by vBulletin® Version 4.2.3 Copyright ©2026 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.