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daCapo
28.01.2021, 21:51
Wenn es dir "nichts bringt", dir deinen Operateur aussuchen zu können, dann lass es und lass dich von irgendwem operieren, da habe ich überhaupt nichts dagegen. Es kann sich auch gar nicht jeder vom Spezialist operieren lassen, sonst lernt ja kein anderer Chirurg mehr was

Dass du dabei mit "Phase 3 Studien" ankommst zeigt, dass du das Spiel leider nicht verstanden hast. Aber schlag doch mal in deiner Abteilung eine Studie vor, die zeigen soll, dass Oberarzt A besser behandelt als Oberarzt B. Wird sicher ein interessantes Gespräch.

a) Das waren sehr viele Stationen, nicht N=1. Du hast bestimmt auch nicht jede Privatstation in DE persönlich getestet. Wahrscheinlich rührt unsere unterschiedliche Wahrnehmung daher, dass ich in konservativen Fächern mit dem "privaten Sektor" in Kontakt war und du in operativen Fächern. Meist habe ich Erkrankungen betreut mit miserabler Prognose...trotz CA-Behandlung. Die miserable Prognose war im GKV Sektor genauso miserabel.
Möglicherweise gibt es in den operativen Fächern tatsächlich einen Benefit von der CA Behandlung, Chirurgen sind doch vom Eindruck her deutlich engagierter, zumal ist die Prognose der Patienten sehr stark verallgemeinert, ganz grob auch besser.
b) Du warst oft im OP? Da schläft der Patient, es gibt einen Assistent, der macht mal dies und das....wenn der Chef es erlaubt auch dies und das usw. Ja und der Assistent möchte lernen, das stimmt.
Momentan habe ich keine orthopädischen Probleme und die Frage stellt sich für mich nicht. Wenn du in eine ordentlich geführte Klinik gehst, wird deine Operation auch ohne CA lege artis durchgeführt werden oder kannst du dir das nicht vorstellen?
c) Genau, du hast es verstanden....Klar es kommen jetzt Studien: Heidelberg vs. Charité :-))
Auch wenn du es nicht wahr haben willst und ich das auch niemand wünsche, und man es in der Radiologie nie so direkt wirklich sieht, vllt führt das Pankreas-CA auch mal zum ......Tod? Und da ist es für manche ganz nett das heimatnah behandeln zu lassen.
d) Joa wie gesagt, wenn es einen TOP-Chirurg geben sollte....überlege ich mir mit dem Wahlarzt. Wenn er wirklich sehr gut ist.

GelbeKlamotten
28.01.2021, 22:16
a) Das waren sehr viele Stationen, nicht N=1. Du hast bestimmt auch nicht jede Privatstation in DE persönlich getestet.
Wie gesagt, es geht mir nicht um die Privatstation und die Chefarzt-Visite. Nicht im Geringsten.



Wahrscheinlich rührt unsere unterschiedliche Wahrnehmung daher, dass ich in konservativen Fächern mit dem "privaten Sektor" in Kontakt war und du in operativen Fächern. Möglicherweise gibt es in den operativen Fächern tatsächlich einen Benefit von der CA Behandlung, Chirurgen sind doch vom Eindruck her deutlich engagierter.
Es geht (immer noch!) nicht um die Chefarztbehandlung. Es geht um einen Behandlung durch einen Wahlarzt, der auf eine bestimmte Behandlung spezialisiert ist. Ob der zufällig auch Chefarzt ist, ist völlig nebensächlich. Manchmal ist das der Fall (z.B. Prof. Büchler), oft aber auch nicht.



b) Du warst oft im OP? Da schläft der Patient, es gibt einen Assistent, der macht mal dies und das....wenn der Chef es erlaubt auch dies und das usw. Ja und der Assistent möchte lernen, das stimmt.
Das stimmt. Aber wer einen absoluten Expertenstatus auf einem bestimmten Gebiet genießt und behalten will, der wird keine kritischen Dinge vom Neu-Assistent erledigen lassen.



Momentan habe ich keine orthopädischen Probleme und die Frage stellt sich für mich nicht. Wenn du in eine ordentlich geführte Klinik gehst, wird deine Operation auch ohne CA lege artis durchgeführt werden oder kannst du dir das nicht vorstellen?
Warst du oft im OP? Hast du schon mal den Unterschied gesehen zwischen einem extrem erfahrenen Operateur, der eine bestimmte OP schon 1000fach durchgeführt hat und einem Operateur, der zwar an sich gut ist und "lege artis" arbeitet, aber diese spezielle op deutlich seltener durchführt? Beide liefern keine groben Schnitzer ab, aber die Ergebnisse des Spezialisten sind oft wesentlich besser.

Es ist übrigens sehr eindeutig in Studien belegt, dass die Eingriff-spezifische Erfahrung des Operateurs ein hochsignifikanter Einflussfaktor auf das Outcome und die Komplikationshäufigkeit ist. Und das für verschiedenste OPs.



c) Genau, du hast es verstanden....Klar es kommen jetzt Studien: Heidelberg vs. Charité :-))
Einfach noch mal lesen, was ich dazu geschrieben habe und versuchen, die Intention hinter meinem Post zu verstehen. Du warst derjenige, der diese lächerliche Studienidee angeführt hat, nicht ich.



Auch wenn du es nicht wahr haben willst und ich das auch niemand wünsche, vllt führt das Pankreas-CA auch mal zum ......TOD? Und da ist es für manche ganz nett das heimatnah zu erledigen.
Du hast eine recht eigenartige Vorstellung von Menschen mit nicht kurativ behandelbaren Krebserkrankungen. Vermutlich hast du nicht sehr viel mit onkologischen Patienten zu tun?

Glaubst du ein Mensch, der die Diagnose PankreasCa bekommt, denkt sich dann eben einfach "tja, dann wars das wohl jetzt, jetzt ist eigentlich alles egal"? Glaubst du, du selbst würdest so denken? Ganz im Gegenteil: Die meisten sind auch in der Palliativsituation froh um jeden gewonnenen Monat mit halbwegs guter Lebensqualität. Und mit einem operablen PankreasCa kann man durchaus noch 2-3 Jahre mit anständiger Lebensqualität leben. Gerade bei jüngeren Patienten ist es häufig nicht so, dass die nach der Diagnose quasi nur noch im Krankenhaus leben. Sowohl für die Lebenserwartung, als auch für die Lebensqualität ist dabei die Qualität der Behandlung von eklatanter Bedeutung. Ob eine OP nur "lege artis" durchgeführt wird, oder ob sie exzellent durchgeführt wird, kann dabei einen enorm großen Unterschied machen.

daCapo
28.01.2021, 22:30
Das stimmt. Aber wer einen absoluten Expertenstatus auf einem bestimmten Gebiet genießt und behalten will, der wird keine kritischen Dinge vom Neu-Assistent erledigen lassen.


Hmm natürlich. Muss auch nicht ein Neu-Assistent sein, sondern jmd. der es lernen möchte.



Es ist übrigens sehr eindeutig in Studien belegt, dass die Eingriff-spezifische Erfahrung des Operateurs ein hochsignifikanter Einflussfaktor auf das Outcome und die Komplikationshäufigkeit ist. Und das für verschiedenste OPs.


Wirklich? Was ganz neues? Und deshalb hat man diese Zahlen eingeführt als (Mindest)-Qualitätskriterien? Hatte ich ja oben bereits auch garnicht erwähnt.



Einfach noch mal lesen, was ich dazu geschrieben habe und versuchen, die Intention hinter meinem Post zu verstehen. Du warst derjenige, der diese lächerliche Studienidee angeführt hat, nicht ich.

Genau, das war auch nicht ernst gemeint.




Glaubst du, du selbst würdest so denken? Ganz im Gegenteil: Die meisten sind auch in der Palliativsituation froh um jeden gewonnenen Monat mit halbwegs guter Lebensqualität. Und mit einem operablen PankreasCa kann man durchaus noch 2-3 Jahre mit anständiger Lebensqualität leben. Gerade bei jüngeren Patienten ist es häufig nicht so, dass die nach der Diagnose quasi nur noch im Krankenhaus leben.

Hast du schonmal auf einer Palliativstation gearbeitet? Hast du schonmal Patienten beim Sterben begleitet?

Für jede Nachuntersuchung nach Heidelberg und für jede Chemo nach Heidelberg von Kiel aus ist nicht ganz so praktisch oder? Bei Komplikationen (die zu erwarten sind) dann auch nach Heidelberg, weil man da ja bekannt ist? Primär-OP und Rezidiv OP kann man drüber nachdenken, allerdings hat man auch dann seine Verwandtschaft in Kiel. Des Weiteren kann niemand valide beweisen, dass die Behandlung in Kiel deutlich schlechter ist als in Heidelberg.

GelbeKlamotten
28.01.2021, 22:37
Für jede Nachuntersuchung nach Heidelberg und für jede Chemo nach Heidelberg von Kiel aus ist nicht ganz so praktisch oder? Bei Komplikationen (die zu erwarten sind) dann auch nach Heidelberg, weil man da ja bekannt ist? Primär-OP und Rezidiv OP kann man drüber nachdenken, allerdings hat man auch dann seine Verwandtschaft in Kiel.

Jo, jetzt hast du mich überzeugt. Weil das in diesem konkreten Beispiel mit Kiel und Heidelberg möglicherweise nicht praktikabel ist, ist eine Wahlarztversicherung selbstverständlich prinzipiell unnötig :-)) :-keks
Wie gesagt, soll jeder machen wie er denkt. Ich habe meine Meinung dazu jetzt hinlänglich geäußert.

freak1
28.01.2021, 22:39
Man kann sich auch in Heidelberg operieren und die CTx dann heimatnah durchführen lassen... Whipple-OP geht (meistens) nur ein einziges mal.

daCapo
28.01.2021, 22:44
Man kann sich auch in Heidelberg operieren und die CTx dann heimatnah durchführen lassen... Whipple-OP geht (meistens) nur ein einziges mal.

Dann kannst du aber nicht an den viele Studien in Heidelberg teilnehmen und es wird nicht mehr an einem Zentrum behandelt.
Habe geschrieben über primäre OP und Rezidiv OP kann man nachdenken, deine Verwandtschaft ist allerdings weit weg bei diesen "größeren" Eingriffen.

GelbeKlamotten
28.01.2021, 22:45
Man kann sich auch in Heidelberg operieren und die CTx dann heimatnah durchführen lassen... Whipple-OP geht (meistens) nur ein einziges mal.

Ja, aber bringt ja auf keinen Fall was. Das Tumorzentrum in Hintertupfingen operiert ja auf jeden Fall genauso gut, denn es ist ja zertifiziert und es gibt keine Phase-3-Studien die das Gegenteil beweisen. daCapo weiß das, denn er hat schon auf Privatstation gearbeitet.

daCapo
28.01.2021, 22:56
Ja, aber bringt ja auf keinen Fall was. Das Tumorzentrum in Hintertupfingen operiert ja auf jeden Fall genauso gut, denn es ist ja zertifiziert und es gibt keine Phase-3-Studien die das Gegenteil beweisen. daCapo weiß das, denn er hat schon auf Privatstation gearbeitet.

Genau, eigentlich müssen wir uns jetzt alle in Heidelberg vorsorglich einer Whipple OP unterziehen bei Prof. Hufeland, denn wir könnten ja mal ein Pankreas-CA bekommen und nur da bekommt man noch die notwendige Qualität. Sonst kann das keiner. Dort wurden alle Patienten bisher geheilt, vorrausgesetzt PKV versichert. Das geht auch nur auf der Privatstation und im Einzelzimmer mit PKV Versicherung, weil es in einem Doppelzimmer so laut ist und man nicht ausschlafen kann. Auch ist viel zu wenig Platz für all die Koffer und Utensilien in GKV Zimmern. Manchmal soll sogar die Pflege vorbeikommen in diesen GKV Zimmern. Mit Leuten, die auf Stationen arbeiten, sollte man sich sowieso nicht abgeben. Fußvolk.

hebdo
29.01.2021, 06:19
Unnötige Diskussion. Wenn ich einen Elektiveingriff habe, kann man sich das Zentrum sowieso aussuchen. Wenn die OP komplex ist, wird sie in einem guten Zentrum nicht vom PJ ausgeführt.

Ob man immer mehre hundert KM zur Therapie, Nachsorge etc. fährt, ist jedem selbst überlassen. Kenne Transplantierte die 600 km nach Hannover sind.

Wenn ich vom Auto angefahren werde, komme ich eben nach Hintertupfing und werde von dem operiert, der wie sich wie ein Arzt agezogen und kein Stethoskop um den Hals hat. Kenne keinen Chefarzt, der sich im Dienstfrei bei einem Privatpatienten bewegt.

tragezwerg
29.01.2021, 11:48
Dass man als Privatpatient tatsächlich vom Chefarzt operiert wird ist ein Trugschluss. Diesen Bären lassen sich viele Privatpatienten allzu leicht aufbinden. Meist kommt der Chef mal kurz gucken, damit er im OP-Plan steht. Vielleicht steht er mal kurz mit am Tisch, wenn ihm der Sinn danach steht. Aber die Arbeit macht irgendein Oberarzt, der, oh Wunder, auch den GKV-Patienten operiert. Unterschied: die Privaten kriegen nen Obstkorb.

freak1
29.01.2021, 12:17
Die Kombination aus PKV und ärztlicher Kollege erhöht aber tatsächlich die Zeit, in der der Wahlarzt am Tisch steht. :-dance

daCapo
29.01.2021, 12:27
Übrigens lässt irgendwann mal die Leistungsfähigkeit des Chirurgen physiologischerweise nach. Aber wann ist das? Sagt einem das auch der goldene PKV Kompass ?


Dass man als Privatpatient tatsächlich vom Chefarzt operiert wird ist ein Trugschluss. Diesen Bären lassen sich viele Privatpatienten allzu leicht aufbinden. Meist kommt der Chef mal kurz gucken, damit er im OP-Plan steht. Vielleicht steht er mal kurz mit am Tisch, wenn ihm der Sinn danach steht. Aber die Arbeit macht irgendein Oberarzt, der, oh Wunder, auch den GKV-Patienten operiert. Unterschied: die Privaten kriegen nen Obstkorb.

Ja und ne goldene Toilette hat er auch noch , wer mal in der Krankenversorgung gearbeitet hat, weiß wie es läuft.

ABCDEF12345
29.01.2021, 13:25
Die Kombination aus PKV und ärztlicher Kollege erhöht aber tatsächlich die Zeit, in der der Wahlarzt am Tisch steht. :-dance

Allerdings auch den Druck auf den durchschnittlichen Operateur.

daCapo
29.01.2021, 13:39
Die Kombination aus PKV und ärztlicher Kollege erhöht aber tatsächlich die Zeit, in der der Wahlarzt am Tisch steht. :-dance

Kann sein, muss aber nicht.

freak1
29.01.2021, 15:54
Ja gut Capo, absolute Sicherheit gibt es nie. Was willst du uns jetzt damit sagen? Übrigens, pass auf das dir morgen kein Asteroid den Kopf durchlöchert.

GelbeKlamotten
29.01.2021, 16:13
Es hat hier auch nie jemand behauptet, dass Privatpatienten grundsätzlich die bessere medizinische Behandlung bekommen würden oder dass GKV Patienten grundsätzlich schlecht behandelt würden. Aber eine Wahlarztversicherung erhöht schon die Chance, vom gewünschten Wahlarzt behandelt zu werden, das lässt sich wohl kaum bestreiten.

Und eine PKV erhöht generell die Auswahl an Ärzten, allein schon weil zB auch niedergelassene Ärzte ohne KV-Zulassung und Privatkrankenhäuser aufgesucht werden können. Und auch in öffentlichen Häusern gibt es durchaus Spezialisten, zu denen mal als PKVler einfacheren und schnelleren Zugang hat.

Es bringt doch nichts jetzt hier irgendwelche superschlauen Weisheiten rauszuhauen, dass der Chefarzt oft nicht die ganze OP macht, nur weil er im OP-Bericht steht oder dass man sich bei einem Polytrauma in der Regel nicht vom Wahlarzt erstversorgen lassen kann. Ich denke so schlau sind wir alle, dass uns das klar ist.

tarumo
02.02.2021, 09:14
Da 90% sämtlicher Arztkontakte ambulant stattfinden, geht die Diskussion ziemlich am Thema vorbei. Und ambulant schaut es ganz anders aus, schon alleine weil der Behandlungsstandard in der GKV per Gesetz nicht gut, sondern minderwertig zu sein hat, Stichwort "WANZ".
Natürlich ist es ein interessantes Konzept, sich (freiwillig) gesetzlich zu versichern mit all den damit verbundenen Nachteilen im Ruhestand, dann noch eine Zusatzversicherung für das Krankenhaus sowie eine Zusatzversicherung für das Ausland abzuschließen UND dann entweder privat ständig nochmal in die Tasche zu greifen, weil unzählige Methoden nicht im GKV-Leistungskatalog stehen oder es schlicht keine Vertragsärzte des Fachgebietes mehr mehr gibt (Stichwort Augen im Osten) und ständig bei Heil- und Hilfsmittel zuzuzahlen....
dann aber gleichzeitig zu postulieren, man würde 1) billiger wegkommen 2) keine bösen Kapitalisten unterstützen und 3) weniger Papierkram oder Ärger mit Rechnungen haben...
Der Truthahn denkt auch, es geht ihm prima...bis zum Tag vor Thanksgiving...

Absolute Arrhythmie
02.02.2021, 09:49
Justmy2cents:
Ich bin bei jedem meiner hochkomplexen ophthalmologischen Eingriffen als GKV-Pat und ärztliche Kollegin vom CA/LOA operiert worden, einfach aufgrund der Komplexität der Erkrankung und der notwendigen Eingriffe. Ich behaupte mal einfach, dass Prozeduren ab einem gewissen Schwierigkeitsgrad nicht vom Anfänger-AA durchgeführt werden, egal wie der Versicherungsstatus ist.
Hatte in vier mehrtägigen KH-Aufenthalten auch durchweg nur annehmbare bis nette Zimmernachbarn auf dem 2-Bett-Zimmer,da wurde von der Pflege wohl drauf geachtet.
Die Rechnungen die mein Freund von der PKV bekommt sind teilweise abstrus, da wurde eine zweimal tägliche CA Visite und die tägliche endoskopische Untersuchung nach der Nasen-OP abgerechnet, obwohl der Chef in drei Tagen überhaupt nur einmal nach der OP da war und die Nase gar nicht untersucht wurde. Erst nach mehrfacher Reklamation wurde das korrigiert. Auf sowas hab ich keine Lust wenn ich mal richtig krank sein sollte.

Matzexc1
02.02.2021, 11:01
Ich muss auch mal einen wichtigen Punkt erwähnen der vor knapp 2 Wochen bei mir auftauchte:

Bei unvollständig ausgefüllten Gesundheitsfragen kann man in Teufels Küche kommen, bzw. in einen Sozialtarif wo man das Schlechteste aus beiden Welten hat. Ich rate daher jedem sich einen Experten auf diesem Gebiet zu suchen der vor einem PKV Wechsel eine genaue Analyse der aktuellen Situation macht.

daCapo
02.02.2021, 11:02
Da 90% sämtlicher Arztkontakte ambulant stattfinden, geht die Diskussion ziemlich am Thema vorbei. Und ambulant schaut es ganz anders aus, schon alleine weil der Behandlungsstandard in der GKV per Gesetz nicht gut, sondern minderwertig zu sein hat, Stichwort "WANZ".

dann aber gleichzeitig zu postulieren, man würde 1) billiger wegkommen 2) keine bösen Kapitalisten unterstützen und 3) weniger Papierkram oder Ärger mit Rechnungen haben...
Der Truthahn denkt auch, es geht ihm prima...bis zum Tag vor Thanksgiving...

Kontakte im ambulanten Bereich sind bekanntlich weniger intensiv. Ob der Behandlungsstandard der GKV gut ist, ist ein Diskussionsthema über das keine Einigkeit besteht. Fakt ist, dass es relativ teuer ist, egal ob mit PKV oder GKV.
Ich bin selbst in der PKV und ärgere mich regelmäßig über überhöhte Rechnungen.

Und ja ich weiß auch: der PKV Patient ist 3x interessanter zum Abrechnen. Es geht am Ende immer nur ums Geld :-oopss


Justmy2cents:
Ich bin bei jedem meiner hochkomplexen ophthalmologischen Eingriffen als GKV-Pat und ärztliche Kollegin vom CA/LOA operiert worden, einfach aufgrund der Komplexität der Erkrankung und der notwendigen Eingriffe. Ich behaupte mal einfach, dass Prozeduren ab einem gewissen Schwierigkeitsgrad nicht vom Anfänger-AA durchgeführt werden, egal wie der Versicherungsstatus ist.
Hatte in vier mehrtägigen KH-Aufenthalten auch durchweg nur annehmbare bis nette Zimmernachbarn auf dem 2-Bett-Zimmer,da wurde von der Pflege wohl drauf geachtet.
Die Rechnungen die mein Freund von der PKV bekommt sind teilweise abstrus, da wurde eine zweimal tägliche CA Visite und die tägliche endoskopische Untersuchung nach der Nasen-OP abgerechnet, obwohl der Chef in drei Tagen überhaupt nur einmal nach der OP da war und die Nase gar nicht untersucht wurde. Erst nach mehrfacher Reklamation wurde das korrigiert. Auf sowas hab ich keine Lust wenn ich mal richtig krank sein sollte.

Das sind die Erfahrungen, die ich auch gemacht habe. Immerhin ist er überhaupt gekommen bei deinem Freund. Das Wahlarztsystem ist doch geradezu lächerlich, wenn man dann garnicht oder nur teilweise vom Wahlarzt betreut wird und sich dann noch mit den Rechnungen rumschlagen muss am Ende, auf denen Sachen stehen, die nie erbracht worden sind. Die Betreuung erfolgt, wie gesagt, nur teilweise vom Wahlarzt, da sind ja noch zahlreichere andere Leute, die mithelfen. Rechtlich eine Grauzone.

OP am Auge oder an der Nase sind ja meist "kleinere Sachen". Bei schwerwiegenden Erkrankungen, die mit wochenlangen KH-Aufenthalt verbunden sind, kommt das auf den Rechnungen erst richtig zu tragen.

Aber es ist doch toll, dass jeder selbst entscheiden kann, wieviel er in der PKV möchte. Entweder man wählt WA und/oder Einzelzimmer mit der entsprchend höheren Prämie oder lässt es.