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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : A95 / B139 - Tag 1



mrbkio2
12.03.2021, 15:48
Bei der Frage 95 der Auflage A des ersten Tages konnte ich keine eindeutige richtige Antwort feststellen.

Denn: Wenn eine konstante Rotation stattfindet, kehrt die Cupula erst nach etwa 10 bis 20 Sekunden in ihre Ausgangslage zurück.

Im Journal of Physiology erschien 2010 der Artikel “The sense of self-motion, orientation and balance explored by vestibular stimulation”. Dort wird folgendes erläutert: “When a kinetic rotation was delivered by real rotation, verbally reported perceptions of rotation rapidly declined to baseline (and transiently beyond) with a time constant (range of 10–20 s) reflecting the canal adaptation and its prolongation by the brainstem velocity-storage mechanism(Fig. 3).”

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3060360/

Die Universität Göttingen sagt zur Dauer der Anpassung: „Bei lang anhaltenden gleichmäßigen Drehbewegungen, etwa auf einem Drehstuhl, kehrt sie innerhalb von 8-10 s in ihre Ausgangslage zurück.“

http://stud.neuro-physiol.med.uni-goettingen.de/uploads/SoS2016/Mueller/Vorlesung_Ohr.pdf In der Aufgabenstellung kommt es im Schema jedoch bei den Antwortmöglichkeiten D und E schon frühzeitig (unter 10 Sekunden) zu dieser Anpassung.


Auch die Antwort C scheint mir falsch, denn dort ist die Anpassungsdauer gar nicht vorhanden bzw. dauert länger als 20 Sekunden.

Außerdem wird im Schmidt/Lang, Physiologie des Menschen im Kapitel „Der Gleichgewichtssinn und die Bewegungs- und Lageempfindung des Menschen“ gesagt: „Anders als bei den inneren Haarzellen der Kochlea ist an den vestibulären Haarzellen schon in Ruhe ein ständiger Transmitterausstoß zu finden, der im afferenten Nerv (dem N. vestibularis, Gleichgewichtsnerv, Teil des N. vestibulocochlearis, Synonym: N. statoacusticus) zu einer überraschend hohen Spontanaktivität (Ruheaktivität) führt. Beschleunigungsreize ändern den Transmitterfluss und erhöhen oder erniedrigen so die Entladungsrate im Nerven. Eine Abscherung in Richtung zum Kinozilium steigert die Aktivität der afferenten Nervenfasern. Eine Abscherung in Gegenrichtung (vom Kinozilium weg) reduziert die Zahl der neuronalen Entladungen."

Diese Ruheaktivität wird in der Antwortmöglichkeit D nicht dargestellt, in der Antwortmöglichkeit E ist sie hingegen minimal. Außerdem verstehe ich nicht, wieso bei der Antwort E die Anpassung des Reizes unterschiedlich lang dauert. Bei einer kontinuierlichen Rotation dauert im Schema die Anpassung etwa 5 Sekunden, beim Stopp der Rotation (um wieder in die Ruheaktivität zu kommen) hingegen 10 Sekunden. Eine Antwort zur Dauer der Anpassung kommt im Referenzbuch Physiologie des Menschen von Herrn Schmidt und Herr Lang nicht vor.

hm_m
12.03.2021, 16:10
Deine Erläuterungen klingen plausibel..

Klara Sophie
12.03.2021, 20:59
Absolut plausibel!

franziska_k
12.03.2021, 21:10
Reich ein!