Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Von Radiologie zu Allgemeinmedizin wechseln?
Hallo zusammen,
ich bin nach wie vor sehr unglücklich mit meiner Fachwahl. Inzwischen habe ich bereits Erfahrungen in der Radiologie, Kinderradiologie, Pädiatrie und nun in der Radiologiepraxis gesammelt.
Ich frage mich jedoch gerade ob das wirklich alles sein kann... Aktuell sehe ich leider keinerlei Patienten und habe das Gefühl, dass mir doch irgendetwas wichtiges fehlt. Vl. macht da ein Fach für mich Sinn in dem viele meiner Interessen zusammen kommen und ich vl. auch mal meine Patienten persönlich kennenlerne /sehe etc. Ich empfinde meinen Job auch nicht als sonderlich relevant oder wichtig. Könnte mir ggf. jemand (vl. sogar eine Allgemeinmedizinerin) sagen ob er/sie so etwas wie Zufriedenheit, Relevanz für den Beruf oder sogar eine Erfüllung gefunden hat?
Liebe Grüße
https://www.medi-learn.de/foren/showthread.php?104855-Werde-ich-in-meinem-Fach-doch-irgendwann-gl%FCcklich-Lieber-wechseln
Warum willst du nicht in deinem alten thread weiter diskutieren? (auch damals schon über zu wenig Patienten Kontakt geklagt)
Hospitiere doch mal in den Fächern deiner Wahl mit Patientenkontakt...
https://www.medi-learn.de/foren/showthread.php?104855-Werde-ich-in-meinem-Fach-doch-irgendwann-gl%FCcklich-Lieber-wechseln
Warum willst du nicht in deinem alten thread weiter diskutieren? (auch damals schon über zu wenig Patienten Kontakt geklagt)
Hospitiere doch mal in den Fächern deiner Wahl mit Patientenkontakt...
Ah hey entschuldige, mir sollte es jetzt speziell um die Allgemeinmedizin gehen und ich wollte mich diesbezüglich mal austauschen ob es Kollegen gibt, die mir weitere Informationen geben könnten. Im letzten Thread bin ich da ja leider nicht weiter gekommen... Soll ich lieber dort schreiben?
DIe Hospitation in der KJPP wurde leider aufgrund von Corona aktuell abgelehnt. Auch ein Grund warum ich gerade dieses Weg hier nutze... Ich würde ja gerne bis nach Corona warten, aber aktuell ist das ja auch schwer vorherzusagen :-)
LG
Steht kein Allgemeinmediziner zur Verfügung, den ich fragen könnte?
:)
Ich habe das auch mal überlegt, sicherlich ist man dann breit aufgestellt und es ist auch ein sehr schönes Fach. Allerdings wird es nicht überall im Ausland als gleichwertig anerkannt (wenn das von Relevanz ist).
Erfahrungsberichte zur Allgemeinmedizin bzw. Quereinstieg Allgemeinmedizin finden sich viele (Googlesuche).
https://www.hausarzt.digital/politik/medizinstudium/weiterbildung-allgemeinmedizin-gut-ding-will-weile-haben-44893.html
https://www.hausarzt.digital/politik/quereinstieg-eine-echte-medizinische-bereicherung-22515.html
https://www.aerzteblatt.de/archiv/161585/Quereinstieg-in-die-Allgemeinmedizin-In-medizinischer-Hinsicht-fuehle-ich-mich-noch-bereichert
https://www.aerztezeitung.de/Wirtschaft/Manchmal-eine-Liebe-auf-den-zweiten-Blick-310712.html
Vor dem Fachwechsel ist jedoch eine Hospitation zu empfehlen, kein Erfahrungsbericht kann sowas ersetzen.
GelbeKlamotten
19.03.2021, 12:54
Medizinisch „relevanter“ und „wichtiger“ ist allerdings die Radiologie. Als Radiologin stellst du am Fließband relevante Diagnosen, die den Patienten weiterhelfen. Als Hausärztin tust du das vielleicht zu 5%, der Rest ist eher Smalltalk und Gelaber. Auch das kann für einige Menschen erfüllend sein. Aber rein medizinisch ist die Radiologie dann doch um Welten interessanter. Das gilt natürlich für große Kliniken mit breitem Spektrum mehr als für eine Praxis, die den ganzen Tag nur Knie und Wirbelsäulen-MRTs macht.
Medizinisch „relevanter“ und „wichtiger“ ist allerdings die Radiologie. Als Radiologin stellst du am Fließband relevante Diagnosen, die den Patienten weiterhelfen. Als Hausärztin tust du das vielleicht zu 5%, der Rest ist eher Smalltalk und Gelaber. Auch das kann für einige Menschen erfüllend sein. Aber rein medizinisch ist die Radiologie dann doch um Welten interessanter. Das gilt natürlich für große Kliniken mit breitem Spektrum mehr als für eine Praxis, die den ganzen Tag nur Knie und Wirbelsäulen-MRTs macht.
Schönes Beispiel für Ignoranz und Nichtwissen, was hausärztliche Tätigkeit angeht.
Aber woher soll sie es auch besser wissen, wenn das Studium lang vorbei ist und sie nur im Keller sitzt, um auf schwarz-weisse Bilder starrend relevante, Menschen helfende Diagnosen zu stellen :-D
schwarz-weisse Bilder
Hey! Fusionsbilder (PET/CT, PET/MRT) sind bunt! Und Perfusionskarten auch... :-D
GelbeKlamotten
19.03.2021, 16:15
Da müsste sich die Allgemeinmedizin in den letzten Jahren schon sehr grundlegend verändert haben, wenn das o.g. inzwischen nicht mehr zutreffen sollte.
Da müsste sich die Allgemeinmedizin in den letzten Jahren schon sehr grundlegend verändert haben, wenn das o.g. inzwischen nicht mehr zutreffen sollte.
Beschäftige Dich doch nochmal mit der Fachrichtung jenseits irgendwelcher Klischees, dann können wir das gerne hier auf Augenhöhe besprechen.
Egal ob Deine Wissenslücken jetzt aus Desinteresse oder schlechter allgemeinmedizinischer Ausbildung in Deiner Studienzeit herrühren, auffüllen kannst Du sie gefälligst selber, dafür ist mir meine Zeit zu schade.
Medizinisch „relevanter“ und „wichtiger“ ist allerdings die Radiologie. Als Radiologin stellst du am Fließband relevante Diagnosen, die den Patienten weiterhelfen. Als Hausärztin tust du das vielleicht zu 5%, der Rest ist eher Smalltalk und Gelaber. Auch das kann für einige Menschen erfüllend sein. Aber rein medizinisch ist die Radiologie dann doch um Welten interessanter. Das gilt natürlich für große Kliniken mit breitem Spektrum mehr als für eine Praxis, die den ganzen Tag nur Knie und Wirbelsäulen-MRTs macht.
Du kannst es auch nicht lassen? Wer kann sich schon erlauben zu entscheiden, was wichtiger ist "Allgemeinmedizin" oder "Radiologie"; provozierst du extra einen Streit. Manch einer möchte jmd. von A-Z betreuen und nicht nur ein wichtiges "Puzzleteil" Diagnostik hinzufügen. Manch einer findet es auch langweilig den ganzen Tag Bilder anzuschauen und einen Text dazu zu verfassen.
Den Rest kann ich nicht nachvollziehen
Schönes Beispiel für Ignoranz und Nichtwissen, was hausärztliche Tätigkeit angeht.
Aber woher soll sie es auch besser wissen, wenn das Studium lang vorbei ist und sie nur im Keller sitzt, um auf schwarz-weisse Bilder starrend relevante, Menschen helfende Diagnosen zu stellen :-D
Ich glaube der Beitrag von ihr sollte absichtlich Streit provozieren.
Das kommt auch immer darauf an wie ernst man die Radiologie nimmt.
In der Gefäßchiurgie ist es so dass die letztendliche Entscheidung gefäßchirurgisch getroffen wird, egal was in irgendeinem Befund irgendeines Radiologen steht...
Ansonsten schaffen es die Radiologen mit kontinuierlicher Sicherheit Befunde zu schreiben mit "unklares Irgendwas im Bereich von wo eigentlich sonstwas sein sollte, bitte Vorstellung Gyn/Uro/etc.". Und dann sag ich mir halt auch: ein unklares Irgendwas zu erkennen schaff ich. Das Niveau hab ich erreicht dass ich eine Raumforderung die entsprechend groß ist erkennen kann und sagen kann dass da was ist und ich keine Ahnung hab was das sein könne. Wie die Radiologen halt.
Die Radiologen haben damit meiner Meinung nach ungefähr so wie die Allgemeinmediziner einen Überblick über sehr viele Dinge mit krassen Lücken wenns mal sehr spezifisch wird. Versuch mal einen Radiologen auf irgendwas festzunageln. Schwierig. Fachspezifisch sind daher oft die entsprechenden Fachbereiche näher dran, von "wir stellen die Diagnosen" ist die Radiologie sowas von weit entfernt dass es fast lächerlich ist. Andersrum: bei vorselektierten Patienten und dann auch spezifischer Fragestellung schaffen es Radiologen unter gewissen Umständen dass sie Diagnosevorschläge bringen können die auch tatsächlich relevant und korrekt sind. Hast du die Anzahl der Einschränkungen und Relativierungen bemerkt? Genau. Und darum geht es. Bei ganz genauer Fragestellung kann es mal sein dass die Radiologie hilfreich ist wenn sie sich nicht mal wieder hinter "könnte soundso sein aber auch soundso" versteckt. Und dass ein Hausarzt bei maximal unselektioniertem Patientengut sich schwer tut versteh ich. Trotzdem machen die Hausärzte oft sehr gute Arbeit.
Die meistens Radiologen schreiben doch eh nur rein: A und B aber auch C sind nicht sicher auszuschließen. Also von daher sollte man vielleicht von seinem hohen Ross kommen.
Das die einzelnen Fachbereiche ihren Ausschnitt der Bildgebung beherrschen (können) stellt ja keiner in Frage. Der Radiologe sieht aber die wichtigen Nebenbefunde.
NC erkennt Blutungen und Aneurysmen gut, Neurologie sieht Infarkte und Gefäßverschlüsse. Aber das miterfasste BC oder den Mediastinalabszess bei Spondylodiszitis übersehen sie beide.
Ansonsten gebe ich anignu recht, viel steht und fällt mit den guten klinischen Angaben und der gezielten Fragestellung.
Gibt nicht umsonst das Sprichwort "scheiß klinische Angaben, scheiß Befund" bei uns Radiologen. ;-)
@Markian
Gibt leider viele von der "will mich absichern und nicht festlegen" Fraktion. Geht aber auch anders. Aber manchmal kann man es rein bildmorphologisch einfach nicht sagen.
Auf jeden Fall, gibt auch extrem viele gute Radiologen. Habe halt im GelbeKlamotten-Stil geantwortet.
flopipop
20.03.2021, 19:50
Die meistens Radiologen schreiben doch eh nur rein: A und B aber auch C sind nicht sicher auszuschließen. Also von daher sollte man vielleicht von seinem hohen Ross kommen.
Oft kann man es einfach nicht sagen...schlecht ist der, der hinter solchen Floskeln im Befund die eigene Unkenntnis versteckt, aber derjenige, der sich immer auf alles festlegt ist noch schlechter....zum beispiel in der Leberbildgebung haben die Läsionen oft ähnlich typisches und auch atypisches KM Verhalten, sich da festzulegen wäre oft fahrlässig...
FirebirdUSA
20.03.2021, 22:13
Oft kann man es einfach nicht sagen...schlecht ist der, der hinter solchen Floskeln im Befund die eigene Unkenntnis versteckt, aber derjenige, der sich immer auf alles festlegt ist noch schlechter....zum beispiel in der Leberbildgebung haben die Läsionen oft ähnlich typisches und auch atypisches KM Verhalten, sich da festzulegen wäre oft fahrlässig...
Es ist keinem Radiologen verboten mit dem Patienten zu reden, die Laborwerte anzusehen oder den Zuweiser anzurufen... die Radiologie lebt von einer guten Zusammenarbeit mit dem Zuweiser. Wenn man die Radiologie nur als Dienstleister zum erstellen der Bilder sieht oder anders herum die Zuweiser als unfähig sieht eine Diagnose ohne Bild zu stellen sieht, geht viel Potential verloren.
Wenn es so wie im Ausgangbericht ist, dass man gar keinen Patientenkontakt hat läuft etwas schief. Die Allgemeinmedizin ist sicher einer der schwierigen Fächer, da man eben fast alles sehen kann und dann auch alles wirklich relevante als solches erkennen sollte. Zwischen den vielen banalen Patienten hier das richtige Händchen zu haben finde ich eine hohe Leistung, ich kenne aber auch nur wenige wirklich gute Hausärzte... aber wie fast überall ist es vermutlich auch bei den verschiedenen Fachärzten so, dass es wenige sehr gute gibt, viel Mittelmaß und eben auch einige schlechte.
Natürlich ist es den Radiologen nicht verboten mit den Patienten zu reden... und wer machts?
Um mal wieder auf das Thema zurückzukommen: ich kenn eigentlich nur zufriedene Hausärzte. Jeder Hausarzt sucht sich dann so seinen Bereich mit Stärken aus, findet sich zurecht, teilt sich seine Zeiten ein wie er will.
Bei uns funktioniert das zum Glück recht gut, da gibt es öfters interdisziplinäre Fallbesprechungen der Radiologen mit den Klinikern. Und wenn die Radiologen zusätzliche Infos brauchen, rufen sie auch gerne mal an. Die meisten Radiologen haben bei uns also eine realistische Einschätzung dessen, was sie können und was nicht, und sind auch bereit, sich mit den klinischen Kollegen zusammenzureden ohne genervt, vorwurfsvoll oder arrogant zu sein. Und umgekehrt genauso. Finde ich sehr sympathisch. (Erfordert natürlich auch einen entsprechenden Personalschlüssel - logisch.)
Zur eigentlichen Frage: Selbstverständlich gibt es viele Hausärzte, die in ihrem Beruf ihre Erfüllung gefunden haben. Das ist bei den Radiologen aber glaube ich ähnlich. Sind halt zwei sehr unterschiedliche Fächer - da muss jeder selbst rausfinden, was ihm eher liegt.
FirebirdUSA
21.03.2021, 07:17
Natürlich ist es den Radiologen nicht verboten mit den Patienten zu reden... und wer machts?
Um mal wieder auf das Thema zurückzukommen: ich kenn eigentlich nur zufriedene Hausärzte. Jeder Hausarzt sucht sich dann so seinen Bereich mit Stärken aus, findet sich zurecht, teilt sich seine Zeiten ein wie er will.
Ich telefoniere gern mit Zuweisern und rede sogar mal mit meinrn Patienten.
Die Hausärzte die ich kenne sind eigentlich alle zufrieden, kann ich bestätigen.
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