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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Equipment: Worauf hat man Anspruch?



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mbs
23.03.2021, 20:15
Das mit dem Kläger und Richter trifft es sicher ganz gut - ich tue mich nur schwer abzuschätzen wie wahrscheinlich Klage und Urteil sind.

Es ist sicher auch nochmal ein Unterschied ob es sich um eine Bitte oder eine Abmahnung handelt. Und ob die die eventuell "klagen" könnten dann letzten Endes nicht doch eher andere Sorgen haben.

Theoretisch sollte ein Arzt ja nicht so leicht ersetzbar sein - wodurch da vielleicht doch einiges hingenommen wird was doch eher negativ auffällt und bei anderen Berufsgruppen vielleicht nicht so ohne weiteres toleriert würde. Wobei es schwer abzuschätzen wo und inwiefern das tatsächlich so ist. Vielleicht wird in großen Einrichtungen etwas mehr toleriert - wobei da dann teilweise mehr Standards - teilweise wohl sogar bundesweit - definiert sind. Ob das dadurch automatisch strenger gehandhabt wird ist aber sicher eine andere Frage, und unter Umständen dann doch wieder ortsabhängig.

Was ist/war denn das "Schlimmste" oder Auffallendste was ihr euch "leistet" bzw. geleistet habt?

kartoffelbrei
23.03.2021, 20:34
Hast du dem Betriebsarzt jetzt schon mitgeteilt, dass du die Wäsche nicht verträgst? Falls ja, was hat er dazu gesagt, falls nein, warum hast du das noch nicht gemacht?

WackenDoc
26.03.2021, 08:14
https://www.dguv.de/medien/inhalt/versicherung/berufskrankheiten/hauterkrankungen/dguv_hautarztverfahren.pdf

mbs
26.03.2021, 19:41
Danke für den Link. In der Wäscheabteilung meinte einmal man manche man müsse sich dann eben eigenes Zeug mitbringen, ein anderes mal es gäbe eine hausinterne Kleidungsordnung. Keine Ahnung wie zwingend die ist, jedenfalls scheinen auch viele auszuscheren.
Der zustände Betriebsarzt ist zur Zeit gerade nicht da und ich weiß nicht wie viel Sinn es macht zu einer Vertretung zu gehen. Hätte allerdings auch kein Problem damit eigenes Zeug mitzubringen. Falls/sofern das "erlaubt" ist - schwer abzuschätzen wie streng das auf lange Sicht ist.
Wie streng ist das denn bei euch?

Feuerblick
26.03.2021, 19:43
Wo ist eigentlich dein Problem? Der Betriebsarzt hat eine Vertretung und die kann sich bestimmt darum kümmern, dass man das Problem dermatologisch abklärt. Währenddessen wird dich sicher keiner steinigen, wenn du aus gutem Grund deine eigenen Klamotten mitbringst und nen Kittel drüberziehst. Man kann die Dinge aber auch echt totdenken...
Das würde dir übrigens auch der Betriebsarzt raten. DANN hättest du quasi sogar eine offizielle Empfehlung.

mbs
26.03.2021, 19:53
Ja klar..unabhängig davon würde es mich auch interessieren wie streng angebliche Ordnungen und Vorgaben bei euch umgesetzt werden. Obs da auch Unterschiede zwischen kleineren und größeren Kliniken bzw je nach Träger gibt.

juke5489
26.03.2021, 20:21
Danke für den Link. In der Wäscheabteilung meinte einmal man manche man müsse sich dann eben eigenes Zeug mitbringen, ein anderes mal es gäbe eine hausinterne Kleidungsordnung. Keine Ahnung wie zwingend die ist, jedenfalls scheinen auch viele auszuscheren.
Der zustände Betriebsarzt ist zur Zeit gerade nicht da und ich weiß nicht wie viel Sinn es macht zu einer Vertretung zu gehen. Hätte allerdings auch kein Problem damit eigenes Zeug mitzubringen. Falls/sofern das "erlaubt" ist - schwer abzuschätzen wie streng das auf lange Sicht ist.
Wie streng ist das denn bei euch?

bei uns werden verstöße gegen hygienische richtlinien hart angegangen.
verstöße gegen die dienstkleidungsrichtlinien werden teilweise mit abmahnungen geahndet.

das ganze ist aber aus weiteren gründen problematisch.
die dienstkleidungsvorschriften existieren auch zum patientenschutz und viele davon gelten als basismaßnahmen der klinikhygiene.
ein verstoß gegen basismaßnahmen der hygiene gilt als grobe fahrlässigkeit.
wenn ein patient von dir einen wundinfekt oder einen katheterinfekt oder irgendeinen anderen potentiell vermeidbaren infekt erleidet und nachweisen kann, dass du hygienische basismaßnahmen vernachlässigt hast und deswegen klagt, greift die beweislastumkehr und du darfst nachweisen, dass du nix falsch gemacht hast bzw. nicht schuld bist. soetwas ist eklig.

und das können kleine dinge sein. hände nicht desinfiziert, keine adäquaten handschuhe getragen, schutzkleidung unzureichend, privatkleidung am patientenbett, op-haube bedeckt im op-saal die haare nicht komplett, etc.

man kann im zweifelsfall gar nicht so doof denken, wie es kommen kann.

meine meinung: kümmer dich darum, dass dein arbeitgeber sich kümmert, so wie er es muss. keine halbgaren, halblegalen und unsauberen privatlösungen. vollkommen egal, was andere machen. was andere machen schützt dich im ernstfall nicht.

WackenDoc
26.03.2021, 20:31
Das Problem wird nicht die Bekleidung sein, sondern das Waschmittel. Und dafür sollst du ja zum Arzt. Entweder zum Betriebsarzt oder zum Hausatzt oder direkt zum Hautarzt.
Vorher organisierst du dir Infos sowohl zur Zusammensetzung der Bekleidung als auch des Waschmittels.

Wenn du eine Sensibilisierung auf die gestellte Bekleidung hast, dann gibt es 2 sinvolle Lösungen 1. Der AG beschafft andere Bekleidung für dich oder 2. du besorgst dir selber Klamotten und der AG erstattet die Kosten.
Aber- NIEMALS die Bereichskleidung mit nach Hause nehmen zum Waschen. Deswegen muss ja geklärt werden, ob evtl. das Waschmittel das Problem ist. Hast du darauf eine Sensibilisierung muss der AG zusehen, dass er eine Lösung findet. Oft gibt es mehrere Mitarbeiter die das Problem haben- entweder wird das Waschmittel generell ausgetauscht oder eure Klamotten werden gesondert gewaschen.

nie
26.03.2021, 20:45
Kann mich den anderen nur anschließen. Schwing deinen Hintern zum Betriebsarzt und sieh zu, dass dein Arbeitgeber sich kümmert. Von Ausreden suchen in Interntforen löst sich das Problem nicht.


In meinem Haus gibt es keine hochoffizielle Kleiderordnung, lediglich ein Schreiben der Hygiene, in dem steht wo welche Funktionskleidung getragen werden darf. Die offizielle weiße Dienstkleidung trägt fast niemand weil hässlich, unbequem und durchsichtig. Es gibt Abteilungen wo außerhalb der Funktion ausschließlich Privatkleidung + Kittel getragen wird und teilweise sogar die weiße Dienstkleidung nicht gern gesehen wird. Und auch noch „gehobene Privatkleidung” erwartet wird. Und Abteilungen in denen jeder einfach anzieht was er will. Dazu gehört auch meine Abteilung.
Kontrolliert keiner, interessiert auch keinen.

mbs
21.04.2021, 19:07
Der Betriebsarzt hatte scheinbar direkt danach einen Termin der ihn gestresst hat, war sehr genervt, meinte er hätte eigentlich keine Zeit und um was anderes zu bekommen müsse ich zu einem niedergelassenen Dermatologen und dort beweisen lassen dass die Betriebskleidung der Auslöser war. Mehr müsse er nicht machen. Das sei Sache des Niedergelassenen, und überhaupt sei es ein extremer logistischer Aufwand was hypoallergenes/eigenes zu bekommen. Die Wäsche wird wohl standardisiert bei einem Anbieter gekaut und das dortige Waschen ist im Kaufpreis inklusive wie mir gesagt wurde - es gibt keine eigene Wäscherei.
Trotzdem renne ich nicht mit Juckreiz rum, da kann man sich ja nicht mehr konzentrieren. Trage unterm Kittel jetzt eigene Sachen, auch wenn man das eigentlich nicht soll. Aber was sollen sie schon machen? Kündigen? So als ob die Arbeitsbedingungen so prickelnd wären dass möglicher Ersatz Schlange stehen würde. Ist sowieso die Frage wie das in der Hinsicht weitergeht, ob man das weiter so machen kann/will, aber das ist eine andere Frage und gehört nicht hierher (hab gerade ne Sinnkrise, tut mir leid).

Lange Rede, kurzer Sinn: Danke dass ihr euch Zeit für die Beratung genommen habt.

rafiki
21.04.2021, 19:12
Die Wäsche wird wohl standardisiert bei einem Anbieter gekaut

...dann wundert mich der Juckreiz nicht.

WackenDoc
21.04.2021, 19:56
Abgesehen davon, dass euer Betriebsarzt schlichtweg seinen Job nicht richtig macht, fehlt es aber auch bei dir am richtigen Mindset um ein guter Betriebsarzt zu werden. Du hättest über das Hautarztverfahren schon längst beim Dermatologen gewesen sein können.

mbs
23.04.2021, 20:50
Ich habe nicht behauptet in irgendwas gut zu sein oder zu werden. Und ja, ich hätte mich mehr kümmern können, klar, nur ist die Arbeit derzeit einfach so krass viel dass ich null Luft für private Termine, Freizeit, Hobbies oder Interessen hätte. Eine Zahnproblematik bin ich erst angegangen als schon ein Abszess und eine Osteomyelitis im Kiefer waren. Sonstige Termine verschiebe ich auch ewig. Irgendwie ist alles gefühlt gerade ein Albtraum. Auf jeden Fall ist mir endlich bewusst geworden dass ich aus der Chirurgie raus muss, dass ich da keine Zukunft sehe. Kann gerade nichtmal mehr nachvollziehen warum ich mich damals dafür entschieden habe, und so lange auf diesem Irrweg festhielt. Die Frage ist eben immer was man alternativ machen kann, welche Lösungen und Optionen zur Verfügung stehen.
Gut, aber das gehört nicht hierher.

WackenDoc
23.04.2021, 21:58
Bitte werde kein Arbeitsmediziner.

mbs
23.04.2021, 22:47
Warum nicht? Falsche Motivation?

WackenDoc
24.04.2021, 07:54
Habe ich schon geschrieben- dein Mindset passt nicht zu der Fachrichtung.

mbs
24.04.2021, 19:34
Welches Mindset hat man in der Fachrichtung denn idealerweise?

WackenDoc
24.04.2021, 19:37
Z.B. dass man sich überhaupt mal für Arbeitsschutz interessiert. Diesbezüglich um Dinge kümmert. Sich in die Vorschriften und Gesetze reinfuchst.

Feuerblick
24.04.2021, 19:50
Ich glaube, die Einstellung „Das ist zu kompliziert“ oder „Das ist zuviel Aufwand“ ist nicht wirklich gut, wenn man den Job richtig machen möchte. Leider ist genau das nämlich die Einstellung, die ich bei vielen Betriebsärzten gesehen habe. Genau EINER war engagiert. Der Rest war bestenfalls uninteressiert. Insofern sehe ich das ähnlich wie Wacken. Wenn man schon bei der Vertretung der eigenen gesundheitlichen Interessen gegenüber den Arbeitgeber nicht mal im Ansatz Engagement zeigt (nur weil der Betriebsarzt keinen Bock hat und es zu schwierig findet, muss man sich ja nicht mit etwas rumplagen, was einem schadet), sollte man vielleicht eine andere Fachrichtung wählen. :-nix

Relaxometrie
24.04.2021, 20:02
Meckern, sich aber in keinster Weise mal engagieren, um eine Verbesserung der Situation zu erreichen, ist doch Standard bei vielen Assistenzärzte. Nicht mal Dinge, die wirklich relativ einfach geändert werden können, werden angegangen.
Was hatten wir bei meiner letzten Stelle für Jammerlappen: zu viele Dienste, zu viele Überstunden, keine anständigen Rotationen. Stimmte auch alles. Wenn ich den überwiegend kaum Deutsch sprechenden Kollegen erklärt habe, dass wir die Überstunden zumindest dokumentieren sollten, den Kollegen im Intranet das Formular gezeigt und Erklärungen zum Ausfüllen gegeben habe, hieß es immer "nein/ geht nicht/ zu kompliziert":-nix
Sich nicht um Berufskleidung zu kümmern, die keinen Juckreiz auslöst, ist da nur ein sehr gut ins Bild passende Puzzlestück.