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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie "glänzt" man als Bewerber in der Chirurgie?



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cartablanca
03.04.2021, 13:53
Chirurgie wählen weil man gern im OP ist und gern operiert ist vielleicht nicht so eine gute Idee wie es auf den ersten Blick scheint

Wohl wahr. Ich würde schätzen 80 % der Zeit verbringt man als Anfänger mit Papierkram und Stationsarbeit und 20% mit OP. Davon 15 % als Assistent und 5% als Operateur. Nach 5 Jahren öndern sich die Dinge langsam.

anignu
03.04.2021, 16:51
Da bin ich aber froh dass das bei den anderen Fachrichtungen vööööllig anders ist. Bei den Internisten steht man von Beginn an zu 80% im Herzkatheter oder beim Endoskopieren oder auch nur Sonos machen, und verbringt als Anfänger 20% mit Papierkram und Stationarbeit. Dabei im Herzkatheter / in der Endoskopie drei Viertel als Interventionalist und ein Viertel als Assistent...
Deswegen sind alle Internisten immer so froh, dass sie nach dem ersten halben Jahr schon die Zahlen für Endoskopie, Sono, Herzkatheter usw. zusammen haben und dann nur noch die Zeit absitzen müssen.

t0rchy
03.04.2021, 18:17
Wohl wahr. Ich würde schätzen 80 % der Zeit verbringt man als Anfänger mit Papierkram und Stationsarbeit und 20% mit OP. Davon 15 % als Assistent und 5% als Operateur. Nach 5 Jahren öndern sich die Dinge langsam.

Das deckt sich in keiner Weise mit meinen Erfahrungen, außer man hat eine besonders maligne Abteilung erwischt. In einer Ambulanz-Rotation kann das natürlich auch mal vorkommen.

cartablanca
03.04.2021, 19:20
Da bin ich aber froh dass das bei den anderen Fachrichtungen vööööllig anders ist. Bei den Internisten steht man von Beginn an zu 80% im Herzkatheter oder beim Endoskopieren oder auch nur Sonos machen, und verbringt als Anfänger 20% mit Papierkram und Stationarbeit. Dabei im Herzkatheter / in der Endoskopie drei Viertel als Interventionalist und ein Viertel als Assistent...
Deswegen sind alle Internisten immer so froh, dass sie nach dem ersten halben Jahr schon die Zahlen für Endoskopie, Sono, Herzkatheter usw. zusammen haben und dann nur noch die Zeit absitzen müssen.

Nein bei den Internisten ist es vermutlich noch schlimmer. Da verbringst du als Anfänger 100% der Zeit mit Papierkram und Stationsarbeit. In vielen Häusern brüstet man sich während der Hospitation damit, dass der "Chef großzügig" Sachen aufschreibt - die man gar nicht gemacht hat. Ehrlich gesagt ist das für mich inzwischen eher ein Grund irgendwo NICHT anzufangen. Das bedeutet doch unter Umständen, dass der Chef auf die Weiterbildung scheißt und verlogen ist. Ich will gar nicht Sachen aufgeschrieben bekommen, die ich nicht gemacht habe. Und wenn gewisse Anforderungen aus dem Weiterbildungskatalog für die breite Masse nicht machbar sind, dann sollte man den Weiterbildungskatalog ändern und nicht lügen.

cartablanca
03.04.2021, 19:20
Das deckt sich in keiner Weise mit meinen Erfahrungen, außer man hat eine besonders maligne Abteilung erwischt. In einer Ambulanz-Rotation kann das natürlich auch mal vorkommen.

Wie soll man während der Ambulanz Rotation überhaupt in den OP kommen außer über Rufdienste?

juke5489
03.04.2021, 20:45
Wie soll man während der Ambulanz Rotation überhaupt in den OP kommen außer über Rufdienste?

bei uns ist an die ambulanz ein kleiner eingriffsraum angeschlossen, wo die ambulanzärzte kleine operationen (z.B. ringbandspaltungen, materialentfernungen, etc) durchführen.
darüber hab ich während meiner 6-monate ambulanzrotation eine gute menge eingriffe gesammelt.
mittlerweile haben wir jedoch keine ambulanzrotation mehr, dafür hat jeder in einer op-rotation seinen eigenen sprechstundentag.
und dienste sind je nach chirurgischem fach eine gute quelle um eingriffe zu sammeln.
bei uns gibts im dienst reichlich ops, wo auch für die kleinen genug abfällt, aber das liegt auch daran, dass notfälle in der handchirurgie sehr häufig sind und dabei ein großes spektrum von leicht bis sehr kompliziert zu operieren bieten.

daCapo
03.04.2021, 22:56
Da bin ich aber froh dass das bei den anderen Fachrichtungen vööööllig anders ist. Bei den Internisten steht man von Beginn an zu 80% im Herzkatheter oder beim Endoskopieren oder auch nur Sonos machen, und verbringt als Anfänger 20% mit Papierkram und Stationarbeit. Dabei im Herzkatheter / in der Endoskopie drei Viertel als Interventionalist und ein Viertel als Assistent...
Deswegen sind alle Internisten immer so froh, dass sie nach dem ersten halben Jahr schon die Zahlen für Endoskopie, Sono, Herzkatheter usw. zusammen haben und dann nur noch die Zeit absitzen müssen.

Diskreter Sarkasmus, aber bei den Internisten ist es eigentlich schlimmer, weil man da jahrelang 100% auf Stationen zubringt.


Warum sagst Du das? Welche Fächer sind Deiner Meinung nach in Deutschland am meisten gefragt?

Naja wahrscheinlich, weil es seiner Erfahrung entspricht:-nix
Im Ernst: Inzwischen ist es Gerüchten zufolge doch etwas besser mit Bewerberanzahl in der Chirurgie, auch dank EU Freizügigkeit.
Beliebte Fächer: https://www.praktischarzt.de/magazin/top-10-facharztrichtungen/
Wobei in meinem Jahrgang damals wirklich viele Leute in die Radio sind, was die Statistik nicht so hergibt.

Günni Gürtelrose
04.04.2021, 01:40
Ich würde mir auf jeden Fall einen Job als Hakenhalter suchen. Da bist du schnell routiniert in den OP-Abläufen (einkleiden, lagern, abwaschen) und oft hat der Operateur auch mal Lust, ein paar Dinge zu erklären. Die richtig guten und interessierten Hakenhalter durften dann auch mal eine Naht oder so machen. Durch die Routine waren diejenigen im PJ dann auch im Vorteil und haben eigentlich immer alle ein Jobangebot im Haus bekommen. Und wenn man das eine Weile macht, weiß man, ob man Chirurgie wirklich mag oder nicht.

daCapo
04.04.2021, 11:53
Korrekte Rechtschreibung, deutsche Approbation.

Meist reicht das schon.
Außerdem Famulaturen+PJ in chirurgischen Fächern.
Hiwi Job in der Chirurgie kann ein Vorteil sein. Begonnene Promotion in der Chirurgie kann ein Vorteil sein.
Mal schauen, wie es dann aussieht.

Trendafil
04.04.2021, 12:23
Diese Statistik von praktischarzt.de halte ich für reichlich unplausibel. Wen haben die denn da gefragt? Leute der Uni Trier auf der Straße? KuWis?

Derma gehört sicherlich derzeit zu den beliebteren Fächern. Genau so wie Gyn oder Radiologie.
An meinem Haus kommen auf eine nicht ausgeschriebene Derma Stelle rund 120 Initiativbewerbungen. und auf 3 ausgeschriebene Innere Stellen, 3 Bewerber. :-))

Chirurgie gewinnt aus subjektiver Perspektive tatsächlich mehr an Beliebtheit. Vermutlich weil die Arbeitsbedingungen eine Spur besser sind als in einem internistischem Fach und man sich weniger ohne supervision durch den Tag wurschteln muss. Das ist aber nur meine persönliche Einschätzung. (Außerdem gibts in manchen Ländern Operationszulagen, was gehaltstechnisch auch nochmal recht fein ist)

davo
04.04.2021, 12:44
Die Statistik ist halt deshalb sinnlos, erstens da sie auf Angaben von Studenten beruht, nicht auf tatsächlichen Bewerberzahlen und zweitens da sie nicht berücksichtigt, wieviele Stellen es gibt.

Und der Arbeitsmarkt in Österreich ist deutlich anders als in Deutschland, da sollte man also keine direkten Vergleiche anstellen.

Radiologie ist meines Erachtens insofern nicht beliebt, als es eigentlich jeder, der will, schafft, eine Stelle zu finden. Das ist in der Derma oder der Plastischen Chirurgie, oder auch der Gyn, anders.

Die unterschiedlichen chirurgischen Fächer sind auch vom Stellenmarkt her recht unterschiedlich. In der ACH/VCH, der NCH oder der MKG findet, so mein Eindruck unter meinen Kommilitonen, jeder, der will, eine Stelle. In der PCH ganz klar nicht.

Trendafil
04.04.2021, 13:06
Hast du diesen Eindruck in Ö oder in D gewonnen?

Wir haben an unserem Maximalversorger in Ö derzeit schon einige, die sehr gern in die MKG oder NCH wollen und keine Stelle bekommen/bekamen und bei uns jetzt halt mal mit Unfallchirurgie anfangen und/oder den Turnus weitermachen in der Hoffnung demnächst eine Stelle zu ergattern.

Und Derma scheint aktuell in fast allen deutschsprachigen Ländern sehr beliebt zu sein. In der Schweiz bekommt man in den Großstädten auch aktuell nur schwer eine Stelle. Aber ja mein Eindruck ist etwas eingefärbt durch die Bewerberstatistik an unserem Haus in Ö.

daCapo
04.04.2021, 15:03
Und der Arbeitsmarkt in Österreich ist deutlich anders als in Deutschland, da sollte man also keine direkten Vergleiche anstellen.

Radiologie ist meines Erachtens insofern nicht beliebt, als es eigentlich jeder, der will, schafft, eine Stelle zu finden. Das ist in der Derma oder der Plastischen Chirurgie, oder auch der Gyn, anders.


Sorry, Habe ganz andere Erfahrungen gemacht im Bekanntenkreis. Auf Deutschland trifft das definitiv nicht zu.


Gynäkologie in Deutschland, sollte nicht schwierig sein...wenn man sich breit bewirbt.

NCH gibt es sogar Dauerausschreibung,wenn man örtlich flexibel Ist.
Auch Bei Dermatologie und Plastische gibt es Möglichkeiten, wenn man sich landesweit bewirbt.
Aktuelle Stellenausschreibungen sind in beiden Fächern zu finden.

escitalopram
05.04.2021, 15:38
Ausschreibungen in Derma? Wo denn? (Wenn seriöse Klinik-Stellen gemeint sind jedenfalls. Praxen gibt es in der Tat, ja.)

daCapo
05.04.2021, 23:00
Ausschreibungen in Derma? Wo denn? (Wenn seriöse Klinik-Stellen gemeint sind jedenfalls. Praxen gibt es in der Tat, ja.)


https://www.pflege.career/job/0bfws/facharzt-fur-dermatologie-oder-weiterbildungsassistent-mwd-heidelberg---7893495/?source-job-id=7761131&utm_campaign=google_jobs_apply&utm_source=google_jobs_apply&utm_medium=organic

Heidelberg ab 1.7.21 Uni als Beispiel

Oder wie gesagt Deutschlandweit bewerben, aber in kleineren Städten mit Uniklinik

Und ja Praxen gibt es zu hauf Stellenangebote. Die Praxen haben auch eine Weiterbildungsermachtigung der Ärztekammer. Dieses Diskutieren über seriöse oder nicht seriöse Weiterbildungsstellen sollte mit der Ärztekammer laufen, da diese Einrichtung die Berechtigungen ausstellt.

escitalopram
06.04.2021, 18:39
:-oopss Die BG in HD hat aber lediglich 1 oder 2 Jahre WB-Ermächtigung (meine Infos sind paar Jahre alt) und ist nicht mit der "normalen" Uniklinik gleichzusetzen. Hätte mich sonst gewundert, wenn sie eine Stelle für die "normale" Dermatologie ausgeschrieben hätten...

davo
06.04.2021, 19:45
Es ging ja auch nicht um Uniklinik. Es ging um eine seriöse Klinik-Stelle. Und das ist ja wohl eine.

Ganz davon abgesehen, dass es wirklich NICHTS aussagt, ob es eine Ausschreibung gibt oder nicht. Manche Abteilungen schreiben ständig Stellen aus, obwohl alle Stellen besetzt sind. Andere schreiben nie Stellen aus, obwohl ständig Stellen zu besetzen sind. Das hängt sehr stark von den Vorlieben der Abteilung ab. Die Zahl der Stellenausschreibungen ist deshalb IMHO ein sehr schlechter Proxy für die Zahl an verfügbaren Stellen.

Aber es geht ja ohnehin nicht um Derma, und auch nicht um Auge :-p, sondern um Chirurgie.

daCapo
06.04.2021, 23:21
:-oopss Die BG in HD hat aber lediglich 1 oder 2 Jahre WB-Ermächtigung (meine Infos sind paar Jahre alt) und ist nicht mit der "normalen" Uniklinik gleichzusetzen. Hätte mich sonst gewundert, wenn sie eine Stelle für die "normale" Dermatologie ausgeschrieben hätten...

als Teil der Hautklinik? Glaube Ich nicht, da wird es Kooperation geben. Gesucht wird ja eigentlich ein Facharzt oder fortgeschrittenener Arzt in Weiterbildung

Seriöse Klinikstelle? Man muss hier nochmals drauf hinweisen: alle Weiterbildungsszellen sind von der Ärztekammer akkreditiert...!

Also meine Bekannten, die wirklich Dermatologie machen wollten ,haben ihre Stelle bekommen...ganz durchschnittliche Studenten übrigens und auch viele Leute aus dem Ausland


Aber ja die Antwort Ist schon ausreichend gegeben für die Stelle in der Chirurgie...nicht so schwierig irgendwas zu bekommen

mbs
08.04.2021, 20:45
Viel entscheidender als bei irgendeiner Bewerbung zu glänzen ist es später so positiv aufzufallen dass man viel operieren darf und gut ausgebildet wird. Hab mich schon oft mit Kollegen darüber unterhalten worauf es da konkret ankommt oder was den Unterschied macht, warum manche deutlich mehr zum Zug kommen als andere, aber Fleiß oder wie man sich außerhalb des OPs schlägt scheinen nicht die Hauptrolle zu spielen. Teilweise nichtmal Sympathie wie es scheint. Dennoch haben manche ein Händchen dafür zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein und sich richtig zu "verkaufen".

juke5489
08.04.2021, 21:00
Viel entscheidender als bei irgendeiner Bewerbung zu glänzen ist es später so positiv aufzufallen dass man viel operieren darf und gut ausgebildet wird. Hab mich schon oft mit Kollegen darüber unterhalten worauf es da konkret ankommt oder was den Unterschied macht, warum manche deutlich mehr zum Zug kommen als andere, aber Fleiß oder wie man sich außerhalb des OPs schlägt scheinen nicht die Hauptrolle zu spielen. Teilweise nichtmal Sympathie wie es scheint. Dennoch haben manche ein Händchen dafür zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein und sich richtig zu "verkaufen".

auch das ist am ende nicht wirklich ein hinweis darauf, dass man in einer ordentlichen klinik gelandet ist.
in einer gut organisierten chirurgischen klinik wird jeder assistenzarzt operativ ausgebildet.
es gibt feste rotationen mit festen op-tagen und einer schrittweisen heranführung an immer komplexere (teil)eingriffe sowohl im regel-, als auch im dienstprogramm.
wo die einteilung für operationen nach sympathie geht, möchte man nicht arbeiten, denn sympathien können sehr flatterhaft sein.
das operieren ist keine belohnung für besonderes schuften und aufreiben an anderer stelle, sondern genauso essentieller bestandteil des chirurgischen wirkens, wie die stations- und sprechstundentätigkeit.