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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hausarztpraxis - Treffpunkt für Allroundmediziner



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Christoph_A
17.08.2021, 12:16
Zumal man ja auch nicht vergessen darfst, daß Du diese Leistungen ohne Schwerpunkt gar nicht abrechnen wirst dürfen, das ist seitens der KV nicht vorgesehen, hier müsstest Du eine Gleichwertigkeitsprüfung beantragen, welche sicher nicht wohlwollend durchgeführt werden wird.

nappy
17.08.2021, 19:31
Aus eigener aktueller Erfahrung kann ich eher die Version mit verheizt auf Station und Intensiv bestätigen und zwar nicht nur bei mir persönlich sondern eigentlich auch bei allen in meinem Bekanntenkreis.

Ich sehe einfach inzwischen keinen Vorteil des reinen Facharztes für Innere außer dass man länger ausgebeutet werden kann.

Die Untersuchungen sind ja sowieso nicht abrechenbar dann später und von Igel halt ich wenig 😉

In der ambulanten Weiterbildung für Allgemeinmediziner scheint dagegen in den letzten Jahren viel in Bewegung und die Aussichten auf Anstellung oder eigene Praxis sind ja auch sehr gut…. Denk ich werde bald umsatteln

DrSkywalker
17.08.2021, 21:43
Hier in der Region sind die zu übernehmenden Hausarztpraxen mittlerweile Mangelware. Vor 5 Jahren gab es eine ganze Menge, jetzt gibt es deutlich mehr suchanzeigen als Angebote. Schon interessant wie ich finde.

cartablanca
17.08.2021, 23:31
Sollten wir uns als Ärzte nicht vielleicht mal gemeinsam für Kontrollen der Weiterbildungsbefugten einsetzen? Ich mein so über Marburger Bund etc.? Ich find das schon widerlich wie sich da Verantwortliche wie Gutsherren aufführen können und regelmäßig Gesetzesbrpche in Form von Dokumentenfälschung begehen. Ein Freund von mir hat quasi den kompletten OP Katalog bescheinigt bekommen, aber nichts davon jemals gemacht und dann auf Allgemeinmedizin umgesattelt.

nappy
18.08.2021, 12:50
Also ich bin mir nicht sicher ob man sich wirklich sorgen bezüglich eines KV-Sitzes machen muss. In den Ballungsräumen kann es immer schiwerig werden -aber da ist es wahrscheinlich auch als OA im Fach XY schwieriger ne Stelle zu finden.

Denke ne ganze Menge Hausärzte werden die nächsten Jahre noch in Rente gehen:

"Wie das Berliner IGES Institut im Auftrag der Stiftung analysierte, dürften ausgehend von rund 52.000 Hausärzten im Jahr 2019 bis 2035 altersbedingt fast 30.000 Hausärzte ausscheiden."
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/124143/Hausaerztemangel-droht-sich-vielerorts-zu-verschaerfen

nappy
18.08.2021, 12:52
Und bezüglich der Weiterbildung denke ich muss man sich einfach klar machen das zum Teil in der Inneren oder auch CHirurgie ein Arzt zum Teil erst als Oberarzt dann die Untersuchungen wirklich gut und in der durchführung selbstständig erlent....

cartablanca
19.08.2021, 13:08
Zum Teil? Ich würd sagen dass der größte Teil überhaupt erst dann die zur Erlangung des Facharztes notwendigen Interventionen und Operationen im geforderten Umfang NACH der Erlangung des Facharztes erlernt - weil nämlich deutsche Chefärzte im großen Umfang Dokumentenfälschung (=Strafttat) betreiben. Ist natürlich nicht erst seit gestern so, sondern läuft seit Jahrzehnten. Finde es nur immer wieder erstaunlich, dass in diesem Land jedes noch so sinnlose Gesetz und jede noch so sinnlose Regel eingehalten und kontrolliert werden, aber Arbeitnehmerrechte von Ärzten nicht. Erfreulicherweise werden seit kurzem wenigstens Arbeitszeiten einigermaßen kontrolliert.

anignu
19.08.2021, 23:34
Unbestätigte Gerüchte zur Diffamierung ganzer Berufszweige mit Vorwurf von Straftaten? Da gibt es doch jetzt in Corona-Zeiten so eine neue Gruppe die ähnliche Sachen macht. Wie heißt die nochmal? Ich komm grad nicht drauf...

anignu
19.08.2021, 23:45
Und bezüglich der Weiterbildung denke ich muss man sich einfach klar machen das zum Teil in der Inneren oder auch CHirurgie ein Arzt zum Teil erst als Oberarzt dann die Untersuchungen wirklich gut und in der durchführung selbstständig erlent....
Da stimme ich zu. Nur weil man irgendwas in der absoluten Mindestzahl gemacht hat kann man es noch lange nicht gut. Und wenn das noch dazu beaufsichtigt ist und mit step-by-step-Anleitung jedes einzelnen Handgriffes, dann noch weniger.
Aus meiner Sicht sind die Hauptgründe warum sich die Behauptung hält dass man in der Chirurgie erst als Oberarzt das operieren lernt: man lernt sehr viel mehr wenn man die Sachen alleine machen muss, also tatsächlich alleine und nicht mit einem erfahrenen OA der nach drei Sekunden einem sagt "jetzt schneid da durch, präparier hier, lass das in diese Richtung" etc. sondern wenn man sich auch bei Problemen selbst Lösungswege suchen muss.
Einer meiner ehemaligen Oberärzte sagte mal: "ich kann jemandem eine OP so assistieren dass er sie nach fünf Mal selbst kann oder auch so dass er sie nach 50 Mal immer noch nicht kann." Und auch das trifft zu. Die Ausbildungsqualität selbst ist sehr variabel. Ich arbeite grad in einem Krankenhaus in dem es für sehr viele Bereiche Spezialisten gibt und außer diesem einen Menschen niemanden. Wenn der dann mal im Urlaub ist wird es grausam.

cartablanca
20.08.2021, 09:57
Ja solange man es nicht nachweisen kann existiert das Problem wohl nicht. Hat auch nichts damit zu tun dass weder die Behörden die Kataloge kontrollieren noch die angestellten d.h. abhängigen Ärzte sich beschweren. Vermutlich alles Verschwörungstheoretiker die sowas behaupten.

LasseReinböng
21.08.2021, 12:02
Und wie gesagt, weil man Mal auf intensiv eine Bronchoskopie oder ein TEE gemacht hat, ist das noch lange nicht vergleichbar mit der Qualifikation die man als Fachinternist eigentlich braucht um das regelmäßig anzubieten.

Das lag mir auf der Zunge. Auf der ITS bronchoskopieren, kardiovertieren z.B. auch Anästhesisten, Chirurgen oder Neurologen. Und auch Anästhesisten machen gelegentlich TEEs...im Setting der ITS bzw. Akutmedizin geht es aber um andere Fragestellungen bzw. die Dringlichkeit gebietet es einfach daß du es selber machst.

Mr. Pink online
22.08.2021, 17:49
In der Chirurgie ist das wohl etwas strenger gehandhabt. Gibt einzelne Ärztekammern die wollen sogar die OP-Berichte haben von den OPs für den Katalog, damit da der Name des WBA drinsteht. Naja, aber in der Inneren ist das nicht so und da ist es eher die Regel als die Ausnahme, dass Untersuchungen/Fähigkeiten bescheinigt werden, ohne dass diese durchgeführt wurden oder nur ansatzweise eine Weiterbildung stattgefunden hat.

cartablanca
24.08.2021, 08:42
Das wusste ich gar nicht dass die Ärztekammern das so genau kontrollieren in der Chirurgie. Da muss sich dann seit früher was geändert haben. Aber hiess es nicht im anderen Thread dass man sowas wegen Datenschutz gar nicht susdrucken darf? Was soll ein OP Bericht ohne Pstientennamen???

Fr.Pelz
24.08.2021, 09:44
Also ich hab ja meine FA-Prüfung Allgemeinchirurgie letztes Jahr gemacht, da wollte niemand OP-Berichte (obwohl ich sie zur Sicherheit gesammelt habe und dann halt anonymisieren hätte müssen).

Ich treffe mich am Donnerstag mit meinem zukünftigen Weiterbilder in der Hausarztpraxis, wir wollen die Rahmenbedingungen absprechen und einen Arbeitsvertrag entwerfen. Gibt's Fallstricke, auf die man achten muss? Was ist z.B mit WB-Tagen? Ich brauche ja noch 2 80stündige Kurse, das ist ja durch die üblichen 3 FB-Tage/Jahr nicht abgedeckt.

SusiSorgenlos
24.08.2021, 19:23
Welche Kurse sind das? Der Psychosomatikkurs findet hier eigentlich immer am Wochenende statt. Ich bekam den vom Weiterbilder bezahlt. Fortbildungstage gab es die üblichen 5 Tage. Ansonsten gibt es jetzt meiner Meinung nach nichts besonderes neben den allgemeinen Dingen.
Was bei mir ganz nett war, dass ich 2x 1 Woche in Praxen anderer Fachrichtung hospitieren konnte.
Wirst du dann nach der neuen WBO deine Weiterbildung machen? Wie lange besteht Weiterbildungsermächtigung? Kannst du dort alle Kenntnisse erwerben?

Fr.Pelz
24.08.2021, 20:08
Hier ist noch ein Repetitorium mit 80h vorgeschrieben.

SusiSorgenlos
26.08.2021, 19:06
Ok, das gibt es hier (Niedersachsen) nicht

Fr.Pelz
26.08.2021, 20:01
Also ich mache noch in der alten WBO die Prüfung, weil ich ja jetzt schon nach der alten angefangen habe. Heute war ich in der Praxis und es war wirklich wieder sehr nett, den Arbeitsvertrag haben wir recht einfach gehalten. 30 Urlaubstage, Fortbildungen bekomme ich auch mehr als 3 Tage, man muss sich halt nur absprechen. Wir sind dann ja zu viert in der Praxis, was bedeutet, dass man sogar 3 Wochen Sommerferien machen kann. KV-Dienste verkauft die Praxis gerne, was mir sehr recht ist. Hausbesuche werde ich auch machen, aber es ist auch ok, dass ich ungern PKW fahre, ich werde zunächst mit den Kollegen mitfahren, dann mit der Verah.

Auch die Strecke war trotz Regen und 16,7 km einfacher Weg, recht angenehm zu radeln :-) Überraschenderweise gabs quasi durchgehend Fahrradwege.

dissection
26.08.2021, 20:07
Getriggert von den Schauergeschichten der angestellten Ärzte hier mal eine Frage zur Selbstständigkeit als Allgemeinmediziner:

Kann man sich eigentlich (in Bayern) als Fachinternist (spezialisierter kurzer Fachinternist mit 6 Jahren Weiterbildung) auch als Allgemeinmediziner niederlassen? Oder welche Bedigungen muss ich neben der Weiterbildung "Psychosomatische Grundversorgung" noch erfüllen?

DrSkywalker
26.08.2021, 20:34
Frag bei der kv nach. Ich kenne einen pneumologen der das so gemacht hat, aber evtl war er auch allgm. Internist.

Ich würde übrigens einen sehr guten FA, welcher engagiert und fachlich top ist auch sehr gut bezahlen. Lohmdumpig gibt es, aber gute Leute kennen ihren Marktwert.

Nervig sind die underperformer, die hart verhandeln und dann schlechte Arbeit abliefern.